Wie viel Zeit und Geld verliert Dein Unternehmen durch unverständliche Pressemitteilungen? Verständlichkeit ist kein Bauchgefühl, sondern lässt sich anhand klarer sprachlicher Kriterien messen. Weil Verständlichkeit darüber entscheidet, ob Pressemitteilungen gelesen, verstanden und weiterverwendet werden. Wer Verständlichkeit messen kann, kann PR-Texte gezielt verbessern – statt nur darauf zu hoffen, dass sie ankommen.

Warum Verständlichkeit keine Geschmackssache ist

PR-Texte erfüllen nur einen Zweck, wenn sie verstanden werden – vom Journalisten, der daraus eine Meldung macht, bis zum Endkunden, der Informationen sucht. Viele Kommunikationsverantwortliche schätzen ihre Texte als „gut verständlich“ ein. Doch diese subjektive Einschätzung trügt oft. Was Dir klar erscheint, kann für Deine Zielgruppe unverständlich sein. Hier setzt die Studie an: Sie ersetzt gefühlte Einschätzungen durch objektiv messbare Werte.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Nur was Du messen kannst, kannst Du auch systematisch verbessern. Die Analyse realer Pressemitteilungen aus unterschiedlichen Branchen zeigt deutliche Qualitätsunterschiede – von leicht lesbar bis nahezu unverständlich.

Was bedeutet „Verständlichkeit“ in der Praxis?

Verständlichkeit basiert auf messbaren Faktoren wie Satzlänge, Wortlänge und dem Anteil abstrakter Begriffe. Auch die syntaktische Komplexität spielt eine entscheidende Rolle. Etablierte Modelle zur Messung der Textverständlichkeit liefern vergleichbare Werte:

Messwert Bedeutung Bewertungsskala
Flesch-Reading-Ease Misst Lesbarkeit anhand von Satz- und Wortlänge 0-100 (höher = leichter lesbar)
LIX-Index Bewertet Verständlichkeit anhand langer Wörter und Satzlänge Werte >60 gelten als schwer verständlich
Wiener Sachtextformel Speziell für deutsche Texte entwickelt 4-15 (höhere Werte = schwieriger)

Diese Messwerte liefern Dir eine objektive Grundlage für die Beurteilung Deiner PR-Texte, jenseits von subjektiven Eindrücken oder gut gemeinten Rückmeldungen.

Was die Analyse aktueller Pressemitteilungen zeigt

Die Studie untersucht reale, veröffentlichte Pressemitteilungen aus verschiedenen Branchen. Die Ergebnisse zeigen große Unterschiede in der Verständlichkeit – von gut lesbar bis deutlich überfordernd. Besonders auffällig: Während unterhaltungsnahe Branchen verständlich kommunizieren, haben wirtschafts- und techniklastige Sektoren oft Probleme mit der Klarheit.

Typische Schwachstellen in PR-Texten:
  • Zu lange Sätze, die mehrere Gedanken vermischen
  • Hoher Anteil abstrakter Nomen und Fachbegriffe ohne Erklärung
  • Passive Formulierungen, die Verantwortliche verstecken
  • Mangelnde Struktur und Leserführung

Die Analyse zeigt einen überraschenden Effekt: Bei schwierigen oder negativen Themen sinkt die Verständlichkeit oft dramatisch. Das deutet darauf hin, dass komplexe Sprache manchmal bewusst als Verschleierungstaktik eingesetzt wird.

Warum Messbarkeit Deine PR-Arbeit revolutioniert

Wenn Du Verständlichkeit objektiv messen kannst, ergeben sich drei entscheidende Vorteile:

  1. Probleme werden sichtbar: Du erkennst genau, wo Deine Texte schwächeln – bei Satzlänge, Wortwahl oder Struktur.
  2. Vergleich und Benchmarking: Du kannst Deine PR-Texte mit Branchenbesten vergleichen und konkrete Verbesserungsziele setzen.
  3. Objektive Entscheidungsgrundlage: Du argumentierst nicht mehr mit Geschmack oder Bauchgefühl, sondern mit messbaren Fakten.

Wie Du Deine PR-Texte messbar verbessern kannst

Die Studie zeigt: Verständlichkeit ist kein Zufall. Die besten Texte folgen klaren Prinzipien:

  • Halte Deine Sätze kurz. Ziel sollte ein Durchschnitt von 10-15 Wörtern pro Satz sein.
  • Verwende aktive Verben statt Substantivierungen. Schreibe „wir entscheiden“ statt „eine Entscheidung treffen“.
  • Strukturiere Deine Inhalte klar. Verwende Zwischenüberschriften, Listen und klare Absätze.
  • Sprich Deine Zielgruppe direkt an. Auch im B2B-Bereich lesen Menschen, keine Maschinen.

Unser Fazit für Deine Kommunikation

Wir bei WORTLIGA glauben, dass gute Texte kein Privileg von „Sprachtalenten“ sein sollten. Die vollständige Studie bietet Dir detaillierte Einblicke, Zahlen und Einordnungen, die Dir helfen, Deine PR-Texte auf ein neues Level zu heben. Denn am Ende entscheidet nicht, was Du sagen willst, sondern was bei Deiner Zielgruppe ankommt.

Su Franke unterrichtet Content-Handwerk und hilft Unternehmen, gute Texte zu erstellen, ohne Floskeln.

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Wie viel Zeit verbringst Du mit der Frage, ob vor „sowie“ ein Komma stehen muss? Diese scheinbar einfache Frage führt selbst erfahrene Schreiber regelmäßig in einen Moment des Zweifels. Die Antwort hängt vom Kontext ab, in dem „sowie“ verwendet wird – und folgt klaren Regeln des amtlichen Regelwerks der deutschen Rechtschreibung. Das Wissen darüber kann Dir nicht nur Zeit sparen, sondern auch Deine Texte professioneller wirken lassen.

Wann Du kein Komma vor „sowie“ setzen darfst

Die Grundregel ist überraschend einfach: Wenn „sowie“ in einer Aufzählung steht und die Funktion von „und“ übernimmt, wird kein Komma gesetzt. In diesem Fall verbindet „sowie“ gleichrangige Satzteile oder Wörter miteinander.

Beispiel: Ich kaufe Joghurt, Käse, Brot sowie Baguette ein.

Hier ersetzt „sowie“ das Wort „und“ und erfüllt die Funktion einer nebenordnenden Konjunktion. Das Amtliche Regelwerk beschreibt dies in Paragraph 72 als Standardfall, bei dem kein Komma notwendig ist.

Weitere Beispiele für diese Verwendung:

  • Der Trainer sowie die Spieler waren sich einig, dass die Niederlage verdient war.
  • Mein Bruder sowie sein bester Freund gehen morgen ins Kino.
  • Wir müssen noch Äpfel, Bananen sowie Haferflocken kaufen.

Wann das Komma vor „sowie“ zwingend notwendig ist

Die vermeintliche Einfachheit endet, sobald „sowie“ in anderen Kontexten verwendet wird. In drei Hauptfällen ist ein Komma zwingend erforderlich:

1. Wenn „sowie“ einen Nebensatz einleitet

Wird „sowie“ als unterordnende Konjunktion mit der Bedeutung von „sobald“ verwendet, muss davor ein Komma stehen. Diese Regel ist in Paragraph 74 des Amtlichen Regelwerks festgelegt.

Beispiel: Ich antworte Dir, sowie ich Zeit habe.

Hier kannst Du „sowie“ durch „sobald“ ersetzen, was zeigt, dass es einen temporalen Nebensatz einleitet. Das Komma ist in diesem Fall verpflichtend.

2. Bei Einschüben vor „sowie“

Steht vor „sowie“ ein Einschub wie eine Apposition oder ein Nebensatz, muss dieser durch ein Komma abgeschlossen werden – auch wenn danach „sowie“ folgt.

Beispiel: Mein Bruder, der größte Junge in der Klasse, sowie sein bester Freund mussten zum Direktor.

Hier schließt das Komma den Einschub ab und hat nichts mit „sowie“ selbst zu tun, sondern mit der Satzstruktur.

3. Bei Infinitivgruppen mit „zu“

Wenn unmittelbar vor „sowie“ eine Infinitivgruppe mit „zu“ steht, muss ebenfalls ein Komma gesetzt werden.

Beispiel: Ich habe vergessen, mich zu rasieren, sowie meine Haare zu kämmen.
Kein Komma vor „sowie“ Komma vor „sowie“
Bei Aufzählungen (ersetzbar durch „und“) Wenn „sowie“ einen Nebensatz einleitet (ersetzbar durch „sobald“)
Ich kaufe Äpfel, Birnen sowie Bananen. Ich rufe Dich an, sowie ich zu Hause bin.
Er mag Fußball sowie Tennis. Der Text, den er geschrieben hat, sowie die Bilder sind gelungen.

Wie unterscheidest Du die Verwendungsarten von „sowie“?

Ein einfacher Test hilft Dir in Zweifelsfällen: Kannst Du „sowie“ durch „und“ ersetzen, ohne dass sich die Bedeutung ändert? Dann ist es eine Aufzählung und benötigt kein Komma.

Lässt sich „sowie“ durch „sobald“ ersetzen, handelt es sich um einen Nebensatz und ein Komma ist Pflicht.

Beachte auch den Unterschied zu „so wie“ (getrennt geschrieben), das immer einen Vergleich ausdrückt und immer mit Komma verwendet wird.

Kommasetzung bei der Verwendung von sowie überprüfen
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WORTLIGA-Textanalyse: Schnelle Hilfe bei Kommafehlern

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Die sichere Kommasetzung vor „sowie“ ist keine Frage des Ratens, sondern der logischen Analyse der Satzstruktur. Mit diesen Regeln im Hinterkopf wirst Du in Zukunft sicher entscheiden können, wann ein Komma nötig ist und wann nicht.

Quellen