Jargon
Jargon bezeichnet eine Sondersprache, die innerhalb einer bestimmten sozialen Gruppe, eines Berufsfeldes oder einer Fachszene entsteht und genutzt wird. Für Insider dient Jargon als effizientes Kommunikationsmittel, das Zugehörigkeit signalisiert und komplexe Sachverhalte schnell zusammenfasst.
Als Autor, Redakteur oder Kommunikationsverantwortlicher solltest Du Jargon präzise einordnen können, da er ein zentrales Hindernis für klare und zielgruppenorientierte Kommunikation darstellen kann. Jargon ist nicht per se „schlechte Sprache“, aber er passt oft nicht zum Adressaten.
Die Funktion des Jargons
Jargon entwickelt sich in Kontexten, in denen eine enge Zusammenarbeit oder eine spezifische Wissensbasis erforderlich ist. Dazu gehören:
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Beruf und Branche: Spezifische Begriffe in der IT, im Management oder
im Finanzwesen.
Beispiele: „Deep Dive“ (IT/Management), „Low Hanging Fruits“ (Marketing), „Synergien heben“ (Management). - Szenen und Subkulturen: Die Sprache von Hobbyisten, Aktivisten oder bestimmten sozialen Gruppen.
Für diejenigen, die den Code verstehen, beschleunigt Jargon den Austausch. Er ist eine Abkürzung, die Zeit spart. Für Außenstehende jedoch wirkt dieser Sprachgebrauch ausschließend und unverständlich.

Jargon als Verständlichkeitsbarriere
Gerade in der Unternehmens- und Marketingkommunikation führt der unreflektierte Einsatz von Jargon häufig zu Texten, die unklar, abgehoben oder inhaltsleer erscheinen. Wenn Du externe Zielgruppen ansprichst, riskierst Du:
- Distanz und Exklusion: Der Leser fühlt sich nicht angesprochen oder ausgeschlossen.
- Unverständnis: Die eigentliche Botschaft geht verloren, da die Terminologie nicht bekannt ist.
- Vertrauensverlust: Eine Sprache, die komplexer wirkt, als sie sein müsste, kann den Eindruck erwecken, dass Sachverhalte verschleiert oder die Leser unterschätzt werden.
Abgrenzung: Jargon, Fachsprache, Slang und Buzzwords
Um Jargon in Deinen Texten richtig zu bewerten, ist die Unterscheidung von verwandten Konzepten essenziell.
Jargon vs. Fachsprache
Fachsprache (Terminologie) ist notwendig, um Sachverhalte präzise und eindeutig zu beschreiben (z. B. in der Wissenschaft oder Medizin). Sie ist funktional und oft alternativlos.
Jargon hingegen verwendet oft unnötig komplizierte oder modische Begriffe, obwohl klarere Alternativen existieren. Während Fachsprache die Kommunikation ermöglicht, dient Jargon oft der Abgrenzung.
Jargon vs. Slang
Slang hat primär eine soziale und emotionale Funktion. Er drückt eine informelle Haltung aus und ist oft generationen- oder gruppenspezifisch (z. B. Jugendsprache).
Jargon ist meist funktional und an den professionellen Kontext gebunden. Er kann formell oder informell sein, aber sein Zweck ist die interne Arbeitserleichterung.
Jargon vs. Buzzwords
Buzzwords (Modebegriffe) sind Jargon-Begriffe, die kurzzeitig populär werden und oft über Branchengrenzen hinweg verwendet werden, um Modernität oder Innovationskraft vorzutäuschen (z. B. „agil“, „nachhaltige Transformation“, „Cloud-native“). Sie wirken schnell abgenutzt und können Texte inhaltsleer machen.
Die richtige Einordnung
Als jemand, der Inhalte verantwortet, musst Du eine nüchterne Einordnung vornehmen: Jargon ist nur dann sinnvoll, wenn er die Kommunikation innerhalb einer klar definierten Insider-Zielgruppe vereinfacht.
Überprüfe deshalb immer den Kontext Deiner Kommunikation:
- Interne Kommunikation: Hier kann Jargon Effizienz schaffen.
- Externe Kommunikation: Hier verhindert Jargon oft Verständlichkeit.
Wenn Du Deine Texte klarer und einfacher gestalten willst, identifiziere Jargon-Begriffe, die Du durch allgemeinverständliche Wörter ersetzen kannst. So stellst Du sicher, dass Deine Inhalte überzeugen, statt unnötige Barrieren aufzubauen.
