Selbst schreiben: Das Denken schärfen, den Ausdruck bewahren
Wer hauptsächlich KI zum Schreiben nutzt, spart heute Zeit und ist morgen überflüssig. Reine KI-Nutzer verlieren den Kontakt zu sich selbst und zu den Lesern. So nehmen sie weniger Einfluss. Wer selbst schreibt, schärft nicht nur das eigene Profil, sondern auch das Denken.
Ich weiß, ich weiß: Schreibt man etwas gegen KI, wirkt man schnell wie ein Ewiggestriger. Man steht da als altmodischer Verweigerer, der auf verlorenem Posten um die richtigen Worte ringt, während andere breit grinsend nur aufs Knöpfchen drücken und den Humanisierer der WORTLIGA verwenden.
Mit Verweigerung hat es aber nichts zu tun, wenn ich meine Texte selbst schreibe. Ich habe einen Anspruch: Ich möchte mich selbst ausdrücken, klare Gedanken fassen und diese Fähigkeit sogar noch weiterentwickeln. Sonst bin ich heute effizient und morgen überflüssig.
Das gibt mir nicht nur das Gefühl, ein Mensch zu sein. Es gibt mir die Macht, etwas bewusst in anderen zu bewegen. Mich mit anderen zu verbinden, für meine Sache einzustehen und sogar neue Gedanken zu entwickeln.
Wer selbst schreibt, nimmt mehr Einfluss
Kommunikation kann die Welt verändern. Sowohl im kleinen Rahmen; zum Beispiel für ein Unternehmen, eine Organisation, einen Menschen.
Oder im ganz Großen; für Gruppen, Gesellschaften und ganze Kulturen.
Das geht aber nur, wenn wir als Autoren und Kreative die gewohnten Bahnen verlassen. Wenn wir unsere Ideen ohne Floskeln und klar formulieren. Wenn wir unseren Einfällen folgen. Gedanken immer weiter schärfen. Wenn wir aber nur mit KI schreiben, tun wir genau das Gegenteil. KI setzt Wörter zusammen. Sie nutzt einen immer größeren Speicher, um die wahrscheinlichsten Wörter zusammenzusetzen. Dadurch klingt es so, als ob sie denkt und etwas weiß. Das sind aber keine echten Gedanken, und vor allem nicht unsere Gedanken.
Warum erkennen Menschen KI-Texte und lehnen sie ab?
Damit unsere Worte die Welt verändern, müssen Menschen nicht nur verstehen, was wir schreiben, sondern sie müssen fühlen, was wir meinen. Das ist harte Arbeit für Autoren. Mit maschinellen und gleichförmigen Texte gelingt das nicht.
Längst haben sehr viele eine Art KI-Sinn entwickelt und erkennen Texte, die nach KI riechen. Das Gehirn erkennt unbewusst Muster, die auch die KI-Detektoren aufspüren. Manchmal irrtümlicherweise, zum Beispiel, weil KI oft Bindestriche verwendet. Dabei ist der Bindestrich ein beliebtes Mittel unter Autoren, Gedanken zu verbinden. So passiert es mir, dass Menschen auf meine E-Mails misstrauisch antworten mit der Vorrede: „Ich weiß nun gar nicht, ob ich hier mit einem Menschen schreibe…“.

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Klar schreiben, statt nur richtig
Leser suchen Orientierung, Inspiration, Wissen aus erster Hand. Sie wollen nicht die Weisheiten einer Maschine lesen. Oder zumindest nur dann, wenn sie absichtlich das Gespräch mit einem Chatbot suchen. Menschen reden am liebsten mit Menschen – deswegen klingen Chatbots so menschlich; damit Nutzer ihre Antworten akzeptieren und eine Beziehung zum Dialog entwickeln.
Wer aber generiert, wer nur noch menschlich klingt und den Denkprozess dorthin umgeht, lagert seine Persönlichkeit, sein Wissen, sein Potenzial in KI-Tools aus. Software tritt an die Stelle von Millionen Jahren Evolution.
Du wählst:
- Lass alles eine Maschine für Dich formulieren – und verliere die Fähigkeit, Dich selbst auszudrücken. Lebe damit, dass diese menschliche Eigenschaft langsam in Dir verblasst.
- Oder lerne und übe, Dich selbst auszudrücken – und bewahre Dir diese Fähigkeit, die Dich als Mensch ausmacht.
Das Denken bleibt frei, solange wir selbst um die richtigen Worte ringen.

Quellen:
[1] https://www.mdpi.com/2075-4698/15/9/247



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