Als SEO-Texter musste ich seit 2009 oft Unsinn produzieren – Texte für die Tonne, die den Algorithmus zufrieden machen sollten. Der Leser mit seinen Bedürfnissen war egal. Google ist heute anders, Auftraggeber sind anders. Zum Glück! Mit meinen Blogs, vielen Tausenden Besuchern und in meinem Podcast mit Olaf Kopp lernte ich schließlich das meiste über SEO und SEO-Texte. Wie produzieren wir etwas, das der Rede und des Rankings Wert ist? Hier lernst Du, wie Deine Texte bei Suchmaschinen und Nutzern punkten.

Google mag Texte, die Menschen gefallen

Niemand weiß genau, wie der Google-Algorithmus funktioniert. Deshalb sind die folgenden Punkte als Empfehlung aus Erfahrung zu verstehen.

Das Beste: Selbst, wenn Google einzelne der folgenden Punkte nicht so stark gewichtet (oder gar ignoriert), sind sie Pflicht für Texter. SEO ist mehr Optimierung für den Nutzer als für Algorithmen.

SEO ist Optimierung für den Google-Nutzer!

Früher konnten Schreiber den Nutzer außen vor lassen und sich ganz auf die Algorithmus-Pflege und vermeintliche SEO-Gesetze konzentrieren. Heute sind technisch optimierte, aber wenig ansprechende Texte Gift für Deine Seite, weil Du das Publikum damit vergraulst. Bleib beim Schreiben also bei den Bedürfnissen Deiner Nutzer, egal, was Tante Google vermeintlich will oder nicht will.

Wie gute Texte Deine Website in Google nach vorn bringen

Neben guten Inhalten und Reputation im Netz brauchst Du beim SEO-Texten für eigene Projekte vor allem Geduld. Klassischerweise lässt Du Deine Texte eine Nacht liegen, um verborgene Fehler zu finden und Deinen erfrischten Augen die Leser-Brille aufzusetzen. Genauo brauchen SEO-Texte Zeit, einen langen Atem, ja, Liebe. Sei fürsorglich, eine Stütze für Deine Leser. Sie werden es Dir danken. Schreibe Texte, die ihnen beim Suchen und Finden helfen, anstatt bloß auf Rankings zu schielen. Die kommen von selbst, wenn Du oder Dein Texter einen guten Job abliefern.

SEO-Texten heißt, Dir Freunde zu machen bei Google und Nutzern.

Vier Prinzipien für den Start, einfach erklärt:

1. Mach Dich nützlich bei Meister Google

Gute Texte helfen dem Leser. Und genau solche Inhalte will Google in seinen Ergebnissen anzeigen. Google möchte, dass seine Nutzer zufrieden sind; wenn dieser Fall eintritt, sprechen wir von einer guten Search Experience. Die Search Experience ist eine Form der User Experience. Dein Ziel als SEO-Texter sollten also Nutzer sein, die zufrieden mit Deinen Inhalten sind, die sie auf Google finden. Jedes Element im Text, das Deinem Publikum weiterhilft, stärkt den Stand Deiner Seite in der umkämpften Suche.

Soweit die Theorie. Der Algorithmus ist nicht perfekt, deswegen verbesserst Du Deinen Text manchmal, ohne dass sich am Ranking was verändert. Aber das ist in Ordnung – Deine Leser sollen unabhängig von Google zufrieden mit Deinen Inhalten sein. Unzufriedene Besucher sind genauso schlecht für Dich wie keine Besucher.

2. Nutzer kleben an Deinen Lippen und Google klebt Dir ein Fleißbienchen ins digitale Heft

Wenn Deine Texte die Bedürfnisse Deiner Zielgruppe stillen, bleiben die Menschen länger auf Deiner Seite. Das ist ein Signal für Qualität an den Google-Algorithmus und gibt Deinen Inhalten Pluspunkte.

3. Besucher werden Deine Freunde und wählen Dich in die Sieger-Mannschaft

Suchmaschinen versuchen, die Realität abzubilden – die beliebtesten Seiten zum jeweiligen Thema sollen auch in den Ergebnissen oben stehen. Wenn Menschen Deine Seite gerne immer wieder besuchen, wirst Du in den Augen der Suchmaschine zu einer vertrauenswürdigen Quelle. Das dauert ein paar Jahre und geht nicht ohne Erwähnungen Deiner Seite auf anderen Websites. Einen bleibenden Eindruck im Algorithmus hinterlassen Links auf Deine Inhalte. Sei mit Deinen Texten also die Quelle, auf die andere Autoren mit ihren Links gerne verweisen. Das geht meistens nur, wenn diese Menschen Dich nicht als Konkurrenz sehen.

4. Deal! Gib Besuchern die Hand und lass Google einschlagen

Wenn Deine Texte alle Fragen zum Thema beantworten, haben Menschen keinen Grund, nach Deiner Seite noch weitere Suchergebnisse anzuklicken. Je mehr Menschen Deine Produkte kaufen, Inhalte herunterladen und mit Deiner Seite interagieren, als desto hilfreicher beweist Du Dich.

Liefere keine halben Sachen – keine halbgaren Texte – und begleite Menschen bei ihren Fragen so weit wie Du kannst. Lass Nutzer nicht mit offenen Fragen oder Wünschen zurück. Überlass anderen Seiten nicht den Rest der Arbeit, also Nutzern weitere Antworten zum Thema zu liefern. Verlinke, wenn nötig, in Deinen Texten auf verwandte Inhalte aus Deiner Feder. Werde zum Wegweiser im Google-Hochhaus und Du bekommst mit deinen Texten immer öfter einen Platz in der Chefetage.

Wie vereinbare ich SEO und lesbare Texte?

Früher lasen sich SEO-Texte oft so: Ein guter Anwalt? München ist eine Stadt, in der Sie einen guten Anwalt schnell finden werden. Anwalt und München presste der Texter in diesem Text so oft es geht irgendwie zusammen. Auch dann, wenn es für den Leser zur Qual wurde. Und Google arbeitete ähnlich primitiv: die Suchmaschine prüfte, ob der Suchbegriff Anwalt München in einem Text vorkam – je öfter, desto gewichtiger musste dieser Text sein.

Natürlich wusste Google, dass die beliebteste Seite nicht die war, auf welcher der Begriff am häufigsten vorkam. Aber irgendwie musste man im Hause Google mit dem Bewerten von Inhalten anfangen. Die Häufigkeit eines Suchbegriffs in einem Text war eine einfache Metrik. Und so stopften SEO-Texter im Auftrag ihrer Ranking-geilen Kunden Texte mit Suchbegriffen voll. Da musste Anwalt München zehnmal oder öfter im 300-Wort-Text vorkommen. Koste es, was es wolle.

Texte, die keiner liest, existieren nicht lange

Aber wer liest solche Texte? Und wer vertraut einer Suchmaschine langfristig, die solchen Schrott als Ergebnisse liefert? Da hätte man den Text auch gleich weglassen und nur das Kontaktformular anzeigen können, darüber 20 Mal Anwalt München schreiben – und ja, auch das haben Webseitenbetreiber in den frühen Zeiten von SEO-Texten getan. In weißer Schrift auf weißem Grund natürlich, um nicht zu verwirren. So verstanden SEO-Menschen damals Nutzerfreundlichkeit.

Google wird immer menschlicher – menschelt es in Deinen Texten?

Aber Menschen wollen lesen. Sie wollen erst Informationen und Eindrücke sammeln und dann handeln. Deswegen muss Google gut lesbare, hilfreiche Texte belohnen. Die Suchmaschine muss erkennen, ob ein Text wirklich relevant ist, oder ob er nur so tut; nach dieser Art: Anwalt München, bla bla bla, Anwalt München, bla bla bla, Anwalt München.

Und bei dieser Aufgabe wird Google besser: menschlich zu werden; zu verstehen, ob ein Text seine Aufgabe erfüllt. Es gibt heute im Gegensatz zur Anwalt-München-Zeit immer weniger Gegensätze zwischen Leser und SEO-Texter. Nutzer wollen sich informieren, eine gute Zeit haben, etwas verstehen. Und SEO-Texter liefern gefälligst den Text für diese Bedürfnisse! Sonst fliegen die Inhalte, Seiten, die Marke raus aus dem Index – früher oder später.

Das müssen Deine Texte leisten, um gut lesbar und hilfreich für Google-Nutzer zu sein

Zeige der Suchmaschine und dem Nutzer, dass der Text relevant ist für das Thema, den Suchbegriff 

  • Benutze die Sprache Deiner Leser, aber sei dezent und belästige niemanden.
  • Häufe Wörter nicht künstlich auf, sondern spiele mit Suchbegriffen und Synonymen.
  • Zeige den Lesern, dass es hier um ihr Thema geht. Angefangen bei einer griffigen Überschrift, die das Thema beim Namen nennt.
  • Strukturiere Deine Texte mit kurzen Absätzen und Zwischenüberschriften, Bildern, Tabellen – kurz: mit allem, was passt, damit Besucher den Inhalt einfach verstehen können.
  • Mache den Text scanbar. Hilf ungeduldigen Nutzern, zur passenden Stelle zu springen – mit Überschriften, griffigen Absätzen, einem Inhaltsverzeichnis mit Ankerlinks, wenn technisch möglich.
  • Gliedere Deinen Text logisch mit Überschriften-Tags. Beispiel: H1 ist die Hauptüberschrift, H2 ist eine Zwischenüberschrift, H3 ist ein Unterpunkt davon und so weiter.
  • In Deinen Überschriften darf der Suchbegriff sehr gerne vorkommen! Das zeigt Google, worum es im Text danach geht, und hilft dem Nutzer, sich zu orientieren. Denke daran: Er hat gerade diesen Begriff gegoogelt. Wenn er ihm auf Deiner Seite sofort ins Auge sticht, signalisiert das dem Menschen hinterm Bildschirm: Hier bin ich richtig.

Liefere dem Nutzer schnell eine Antwort und einen Überblick

  • Zögere Antworten nicht hinaus, zum Beispiel mit einer langgezogenen Einleitung. Die will keiner lesen und geübte Nutzer überscrollen sie ohnehin.
  • Google und Benutzer wollen dasselbe: In möglichst kurzer Zeit soll Dein Text eine Antwort liefern. Aber trotzdem sollen sich Deine Besucher angesprochen und wohl mit Deinem Text fühlen. Finde die Balance zwischen Geschwätzigkeit, ausschweifenden Erklärungen und kalter, blanker Information. Komm zum Punkt, aber sprich auch den Bauch Deiner Leser an, damit sie interessiert bleiben. Ein keine Geschichte am Anfang oder eine interessante Frage – sowas reicht manchmal schon, um den Inhalt schmackhaft zu machen.
  • Sei das beste Suchergebnis zum Thema und schweife nicht ab. Erlaubt sind thematische Ausflüge, wenn Du die wichtigsten Fragen und Aspekte für die Nutzer geklärt hast.

Bau den Text hierarchisch auf

  • Siehe auch weiter oben: H1, H2, H3.
  • Ganz oben sind dicht gedrängt die wichtigsten Infos für den Nutzer zum Thema, zum Keyword.
  • Weiter unten geht es um Unterthemen, spezielle Fragen, Aspekte, die nicht jeden Nutzer interessieren.
  • Jeder Nutzer hingegen findet seine Antworten oben. Er kann nach einigen Absätzen aufhören zu lesen, der Rest des Textes ist Zusatz, Vergnügen. Dieses Prinzip kennen wir aus dem Journalismus (das Wichtigste zuerst).

Bau keine Einbahnstraßen

  • Verlinke auf verwandte Inhalte; eigene oder fremde Texte, die dem Leser weiterhelfen.
  • Begleite den Nutzer beim nächsten Schritt mit weiterführenden Links. Schlage ihm vor, wie er sich weiter informiert. Wo er jetzt hin navigiert. Was er noch lesen oder ansehen sollte. Wenn der einzig denkbare Schritt ein Kauf eines Deiner Produkte ist, bring ihn in den passenden Shop-Bereich. Wenn der Leser Dich anrufen oder Dir eine E-Mail schreiben soll, bau Nummer, E-Mail oder Formular in den Text ein.

Arbeite mit Quellen, um dem Text Gewicht zu geben

  • Wenn Du gute Quellen nennst und verlinkst, schaffst Du Mehrwert über Deinen Text hinaus.
  • Du machst Deinen Text zu einem starken Glied in der Kette der vielen verschiedenen Inhalte, die Deine Zielgruppe liest.
  • Ein Link ist manchmal besser als ein Absatz. Verlinke lieber, anstatt den roten Faden im Text zu verlieren.

Arbeite wie ein Designer, wie ein Architekt an Deinem Text

  • Google liefert Nutzern nicht nur Texte, sondern auch Videos, Bilder, Daten. Nimm Dir daran ein Beispiel für Deine Texte.
  • Nutze, wenn hilfreich, Tabellen, Grafiken, Vorlagen, Dokumente zum Download.
  • Du kannst programmieren oder kennst einen Entwickler? Du hast eine Idee, wie ein kleines Tool Deinem Leser weiterhilft? Bau es! Nützliche Tools machen Besucher zu Fans.

Sei spezifisch: Allgemeine Texte gibt es genug.

  • Spezifische Texte sind rar und bekommen mehr Klicks. Sie gehen auf ein Bündel besonderer Fragen eingehen und liefern umsetzbare Antworten. Ich muss mich als Nutzer nicht durch Wüsten unnützer, weil allgemeiner Informationen kämpfen. Google versteht besser, was Dein Text bringt und schickt Dir die passenden Besucher (Anfragen mit Long Tail Keywords).
  • Am Anfang keinen allgemeinen, niemand-interessierenden Unsinn schreiben wie Was ist eine Hundehalter-Haftpflichtversicherung, wenn der Nutzer doch bereits danach sucht.

Nicht zuletzt: Texte gut lesbar nach den Regeln der Verständlichkeit (Textanalyse benutzen)

  • Anregend schreiben, damit das Lesen Freude macht und leicht fällt (das ist Usability-Optimierung in Reinform).
  • Einfach schreiben (zum Beispiel: Satzlängen durchschnittlich bei 12–15 Wörtern halten, lange Wörter vermeiden, kein Passiv, viele Verben benutzen statt Nominalstil).
  • Alles klar gliedern, Sätze, Absätze, den ganzen Text logisch aufbauen. Dazu zählt auch, es dem Nutzer einfach zu machen, schnell zum relevanten Teil im Text zu kommen. Das wurde bereits oben, aber noch nicht oft genug erwähnt!
  • So prägnant wie möglich schreiben, nicht länger als nötig, aber eine wohlklingende Sprachmelodie herstellen.

Was muss rein in meinen Text? Was ist zu viel und wo höre ich auf?

Mir hilft, mich auf die Leser (Kunden, Nutzer) zu konzentrieren. Ich frage mich: Was will der Besucher wissen? 

Antworten gibt eine Kundenbefragung, das ist aber meistens zu aufwändig, wenn es um einzelne Texte geht. Aber auch online können wir viel über die Nutzer und ihre Interessen herausfinden.

Ein Blick auf den Google-Index kann helfen. Wir geben einen passenden Suchbegriff ein und betrachten die Themen, Seiten und Formate auf Googles Ergebnisseite. Sind das Videos? Shop-Seiten? Was steht in den Inhalten drin, welche Themen, Meinungen, Produkte finden wir? Das grenzt ein und gibt uns Anhaltspunkte, welche Inhalte die Menschen bevorzugen. Google schiebt die weniger passenden Inhalte auf die hinteren Seiten. Natürlich spielen dabei auch Beliebtheit und Vertrauenswürdigkeit der jeweiligen Website und andere Faktoren eine Rolle. Was aber auf Googles Seite 1 steht, ist fast immer relevant.

Relevant heißt: Die Ergebnisse treffen die Bedürfnisse der Menschen, wenn sie diesen Suchbegriff eingeben. Und so verrät uns Google viel über den IST-Zustand, was Menschen also zu diesem Suchbegriff wissen, tun, kaufen wollen.

Das haben mein Podcast-Kollege Olaf Kopp und ich ausführlich in dieser Aufnahme besprochen:

Je nach Thema hilft ein Blick in eines der verbleibenden Web-Foren. Was fragen und diskutieren die Leute auf Facebook, Gutefrage.net oder einem Branchenforum? Ein Beispiel für so ein Branchentreff ist das Foto-Forum fototalk.de.

Die verwandten Suchbegriffe und Vorschläge von Suchmaschinen wie Google oder Amazon helfen uns, die Interessen unserer Zielgruppe zu verstehen.

In der Regel interessieren sich Nutzer sowohl für DSLR- als auch Systemkameras. Das zeigen die verwandten Keywords ganz unten bei Google, wenn ich eine Suche nach „DSLR“ starte.

Wenn Du DSLR eingibst, schlägt Dir Google weitere Begriffe vor, die Nutzer eingeben. Dabei helfen auch Tools wie Hypersuggest. Solche Programme lesen Googles Vorschläge systematisch aus. Andere Tools analysieren die verwendeten Begriffe auf den Webseiten, die zum Suchbegriff erscheinen – sogenannte WDF-IDF-Tools.

Im Gegensatz zu den verwandten Begriffen ganz unten verraten uns Googles Vorschläge oben, dass viele Nutzer eine DSLR als Webcam nutzen wollen:

Hypersuggest liest das systematisch aus und ich entdecke den Begriff „dslr für einsteiger“. Will ich diese Zielgruppe erreichen, ist das ein toller Hinweis. Dann könnte ich diesen Begriff wieder googlen und mir ansehen, was die bestplatzierten Seiten schreiben. 

Tools wie Hypersuggest oder answerthepublic lesen Googles Vorschläge systematisch aus. Du bekommst mehr Durchblick bei der Analyse Deines Themas und Deiner Suchbegriffe. Hier zu sehen: Hypersuggest (Ausschnitt).
Keyword-Tools helfen uns, auf Fragen der Nutzer zu kommen. Bei Hypersuggest zu finden unter dem Punkt „WH-Questions“ (Ausschnitt).
Das sehen wir, wenn answerthepublic die Lupe auf den Suchbegriff „DSLR“ hält (Ausschnitt).

Versuche gar nicht erst, einen Text über ein so mächtiges, allgemeines Keyword wie DSLR zu schreiben. Ausnahme: Der Kunde will es. Dann sollte sich der Text aber auf einen oder mehrere spezifische Aspekte konzentrieren. Sonst wird daraus ein Buch, wenn Du das Projekt ernsthaft angehst.

Klar, du kannst eine kleine Definition einer DSLR bei Wikipedia abschreiben – aber wer will das lesen? Welche Lücke schließt Du? Und mit wie vielen allgemeinen Definitionen muss sich Dein Text dann messen! Also: Du schreibst nicht für Spiegel.de oder ein anderes Schwergewicht? Dann wird die tausendste Nebensächlichkeit à la Was ist eine DSLR-Kamera in den Tiefen des Internets verschwinden.

Bei allgemeinen Begriffen wie DSLR oder Kamera bekommen wir über Online-Analysen mehr Infos, als wir in einem Text verarbeiten können. Irgendwo müssen wir anhalten und eingrenzen. Was davon sind Begriffe und Themen meiner Zielgruppe? Und was für Informationen schaffen es auf Googles Seite eins? Ein gutes Beispiel ist der oben genannte Begriff „dslr für einsteiger“.

Wie finde ich heraus, was meine Zielgruppe sucht und wissen will?

Beim Konzipieren und Schreiben müssen wir die Perspektive des Nutzers einnehmen. Mir helfen dabei diese Fragen aus dem 3×3-Konzept nach Winfried Ruf – aus dem Buch Praxishandbuch Ratgeber-/Nutzwertjournalismus (leicht abgewandelt):

  • Wer ist die Zielgruppe? Welche Probleme und Bedürfnisse haben diese Menschen?
  • Welche Aspekte interessieren die Nutzer besonders?
    • Das zeigen uns unter anderem die Suchbegriffe der Leser
  • In welcher Form nutzt der Text dem Leser am meisten? Wie muss der Text dafür beschaffen und aufgebaut sein?
  • Was will ich vermitteln? Siehe dazu: Kernsatz schreiben, damit Du beim Texten nicht vom Thema abkommst. Dabei hilft Dir die Übung im folgenden Video zum Kürzen von Texten (ab Minute 5:44):

Wenn wir Fragen beantworten, grenzen wir damit unseren Text ein und machen ihn interessanter. Wenn wir nicht mehr über Produkte schreiben, sondern Antworten liefern, steht der Rahmen – „Wie viel soll ich schreiben?“ – von selbst fest.

Wie schreibe ich SEO-Texte, die Kunden ansprechen und im besten Fall zum Kauf verleiten?

Die Kurzformel lautet: AIDA (Attention, Interest, Desire, Action). Diese Formel kommt aus der Werbung und wir können sie für Überschriften anwenden, für Text-Einstiege, für einzelne Absätze. Immer wieder gilt: 

A: Aufmerksamkeit des Nutzers erzeugen (erregen!)

I: Interesse schaffen und beantworten

D: Vorteile und Problemlösungen dabei zeigen, damit Verlangen entsteht (Produkt, Aktion, am Thema dran bleiben und so weiter)

A: Zum Handeln motivieren!

Aber wie? Als Texter haben wir begrenzt Einfluss. Aufforderungen wie „Faufen Sie jetzt“ gehen links rein, rechts raus, sind aber besser als nichts.

Mit Konkretheit sprechen wir Nutzer an. Ein absichtlich übertriebenes Beispiel: Wenn Sie als Einsteiger Fotos wie die Profis machen wollen (auch unter Wasser) und wenig Zeit für aufwändige Nachbearbeitung haben, weil Sie so gerne tauchen gehen, ist diese Kamera die richtige für Sie.

Auch das Layout spielt eine Rolle

Ist Dein Text leicht zu überfliegen und macht er Lust auf mehr? Oder ist er so anstrengend zu überblicken, dass der Nutzer die Seite schnell wieder verlassen will? Lädt das Erscheinungsbild des Textes zum Lesen ein?

Verständliche Texte schaffen Vertrauen – Vertrauen fördert Verkäufe

Verständliche Texte schaffen Vertrauen, regen an und sind deswegen bessere Verkaufstexte. Benutze also die Wortliga Textanalyse – auch für kürzere Verkaufstexte.

Kenne die verkaufspsychologischen Prinzipien

Die hat Robert Cialdini erforscht und in einem tollen Buch erklärt: Die Psychologie des Überzeugens. Die Prinzipien sind: Reziprozität, Sympathie, Soziale Bewährtheit, Autorität, Verknappung, Commitment und Konsistenz. Mit diesen Prinzipien können wir auch in Texten arbeiten. Beispiele: 

Reziprozität: Ich gebe Dir tolle Tipps in einem Kategorie-Text, Du schenkst mir dafür Vertrauen.

Sympathie: Ein ehrlich klingender, nicht zu förmlicher Schreibstil schafft Sympathie bei einer jungen Zielgruppe. 

Soziale Bewährtheit: Warum nicht eine zufriedene Kundin des Online-Shops interviewen und O-Töne von ihr in den Kategorie-Text einbauen?

Autorität: Wenn diese Kundin auch noch Expertin für das Thema oder das Produkt ist: perfekt! Mehr Autorität verleihst Du Deinem Text auch, wenn Du passende, bekannte Quellen zitierst: ein staatliches Institut etwa oder einen Experten. Den Expertenstatus bekommt er durch Ausbildung, Anstellung, Titel, Lehrstuhl, und so weiter.

Verknappung: Hier haben wir als reine Texter nur Einfluss, wenn das Marketing mitspielt und wir ein Produkt haben, das knapp ist. Wenn Du selbst der Inhaber bist, kannst Du Dir überlegen, ob Du Dein Angebot verknappst und im Text drauf eingehst.

Wir müssen nicht jedes verkaufspsychologische Prinzip im Text befolgen. Hauptsache, Du schreibst nicht, dass das Produkt ohnehin bei vielen Händlern, an jeder Ecke zu haben ist. Das wäre das Gegenteil von Verknappung und würde den Wert in den Augen der Kunden mindern.

Commitment und Konsistenz: Wir neigen zu Dingen und Taten, die unserem Standpunkt entsprechen. Nutzer, denen ein niedriger Preis nicht so wichtig ist wie Qualität, sollten wir als solche ansprechen. Zum Beispiel: Sie wollen keine Kompromisse machen und wünschen sich eine Kamera, die Ihnen jahrelang erhalten bleibt? Dann empfehlen wir Ihnen Modell X.

Was hat Verkaufspsychologie mit SEO zu tun?

Bin ich hier in einem Verkaufsseminar gelandet? Was hat das mit SEO-Texten zu tun?

Texte, die Benutzer zum Abschluss bringen, sind gute Texte. Wenn Du etwas mit Deinem Text verkaufen willst, ist es nur ein SEO-Text, wenn er aktiv verkauft. Berate Deine Leser, mache ihnen das Produkt oder die Leistung schmackhaft, kläre ihre Fragen.

Dein Text ist ein virtueller Verkäufer. Niemand braucht einen Verkäufer, der nur plaudert und keine Abschlüsse sammelt.

Google braucht Texte, Inhalte, Websites, die Nutzer zum Ziel führen. Wenn das Ziel ein Kauf ist, muss Dein SEO-Text auch verkaufen! Alle anderen Punkte dieses Ratgebers zu Suchbegriffen, Struktur und Leser-Ansprache gelten davon unberührt.

SEO-Texten heißt, die Bedürfnisse von Lesern zu stillen oder eine Lösung überzeugend in Aussicht zu stellen. Das geht nur durchs Menschen-nahe Informieren und Beraten. Und dasselbe gilt für Online-Verkaufstexte.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar