Studie · Unternehmen
35 Prozent der Software-Firmen schweigen zu KI
WORTLIGA hat 496 Websites kleiner und mittlerer Software-Firmen in Deutschland ausgewertet: 35 Prozent verlieren kein Wort über Künstliche Intelligenz. Nur 11 Prozent weisen eigene KI-Kompetenz nach.
23. September 2026 · Eine Untersuchung der WORTLIGA-Redaktion
WORTLIGA hat die Websites von 496 kleinen und mittleren Software-Firmen in Deutschland ausgewertet. Die Frage: Versprechen die Anbieter nur Künstliche Intelligenz – oder belegen sie konkreten Mehrwert auf ihrer Website?
Ergebnis: 173 (35 %) sagen nichts zu KI. 155 (31 %) beschreiben, was KI in einem Produkt oder Ablauf tut. 112 (23 %) nennen KI nur als Stichwort. 56 (11 %) belegen Kompetenz durch Team, Zertifikat oder Richtlinie.
Was die Firmen über KI sagen
496 Software- und SaaS-Firmen in Deutschland, 1–200 Mitarbeiter
So wurde bewertet
Jede Firma erhält eine von vier Stufen – die höchste, die auf einer ihrer eigenen Seiten wörtlich belegt ist. Ausgewertet wurden die Startseite, die Navigation bis zur zweiten Ebene und weitere von der Startseite verlinkte Unterseiten (Leistungen, Produkte, Über uns, Blog), höchstens 50 Seiten je Firma.
| Stufe | Bedeutung | Firmen | Anteil |
|---|---|---|---|
| KI gar nicht erwähnt | Keine eigene Aussage zu KI | 173 | 35 % |
| KI als Schlagwort | Nur das Wort, ohne Anwendung | 112 | 23 % |
| KI mit konkreten Use Cases | Was die KI in Produkt, Prozess oder Kundenprojekt tut | 155 | 31 % |
| KI mit Kompetenznachweis | KI-Team oder -Rolle, Zertifikat oder eigene Richtlinie | 56 | 11 % |
Zitate von Kunden, Texte von Partnern und Herstellern, fremde Vorträge und Rechtstexte zählen nicht. Kontakt, Impressum oder Karriere ohne KI-Bezug werten eine Firma nicht ab.
323 Firmen (65 %) erwähnen KI überhaupt. Von ihnen bleiben 112 beim Stichwort, 155 bei der Anwendung, 56 (17 %) beim Nachweis.
Startseite oder Unterseite?
Für die Stufe einer Firma zählen alle ausgewerteten Seiten. Die Startseite betrachten wir zusätzlich, weil sie die erste Seite ist, die Besucher sehen.
487 Firmen haben eine deutschsprachige Startseite. 203 (42 %) erwähnen dort KI, 284 (58 %) nicht. 111 Firmen sprechen über KI, aber nur auf Unterseiten – wer nur die Startseite aufruft, erfährt nichts davon.
Worüber die Firmen konkret sprechen
211 Firmen beschreiben konkrete Anwendungen oder belegen Kompetenz. Eine Firma kann in mehreren Themen stehen. Gezählt wurde nur, was wörtlich auf den Seiten steht.
| Thema | Firmen |
|---|---|
| Dokumente und Wissen | 112 |
| Analyse und Prognose | 98 |
| Automatisierung | 85 |
| Branchen-Fachprozess | 70 |
| Support und Chat | 49 |
| Code und Entwicklung | 19 |
Typische Formulierungen, anonymisiert: Ein KI-Worker legt Rechnung, Bestellung und Freigaberegeln für die Prüfung zusammen. Eine andere Software schlägt für Software-Verträge faire Preise und den besten Zeitpunkt zur Verlängerung vor.
Kleine und größere Firmen
| Mitarbeiter | Bewertet | Sagen nichts zu KI | Mit Kompetenznachweis |
|---|---|---|---|
| 1–10 | 319 | 129 (40 %) | 28 (9 %) |
| 11–50 | 144 | 39 (27 %) | 21 (15 %) |
| 51–200 | 33 | 5 (15 %) | 7 (21 %) |
Je größer die Firma, desto seltener das Schweigen: 40 Prozent bei bis zu 10 Mitarbeitern, 15 Prozent bei 51–200. Einen Kompetenznachweis bringen die größeren Firmen häufiger: 9 Prozent der kleinsten, 21 Prozent der größten. Die größte Klasse umfasst nur 33 Firmen – einzelne Fälle verschieben dort die Prozentwerte stark.
Wie die Studie entstanden ist
Grundlage ist eine Firmendatenbank: Sitz in Deutschland, 1–200 Mitarbeiter, Branche Software oder Software-as-a-Service. Die Firmen wurden nach Größe geschichtet gezogen. Firmen ohne deutschsprachige Website und Firmen, die keine Software anbieten, wurden aussortiert und durch weitere Firmen aus der Datenbank ersetzt. Von 503 Firmen waren 7 beim Abruf nicht erreichbar oder zeigten keine deutschen Seiten. 496 Firmen sind bewertet, zusammen rund 13.800 abgerufene Seiten.
Jede Stufe beruht auf einer wörtlichen Belegstelle aus dem vollen Seitentext der Firma. Alle Firmen mit KI-Erwähnung wurden in einem zweiten Durchgang neu eingestuft, ohne die erste Stufe zu kennen.
Die Stichprobe ist geschichtet und um aussortierte Firmen ergänzt, also keine reine Zufallsstichprobe. Eine exakte Fehlerspanne lässt sich deshalb nicht angeben. Bei einer Zufallsauswahl dieser Größe läge sie bei etwa ±4 Prozentpunkten.
Die Zahlen beschreiben die untersuchten Firmen, keine Hochrechnung auf alle IT-Unternehmen. Die Studie misst, was auf Websites steht – nicht, ob eine Firma KI einsetzt.
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