Nebensatz

Der Nebensatz ist ein untergeordneter Teilsatz, der die Aussage des übergeordneten Satzes konkretisiert. Er kann nicht allein stehen. Der Nebensatz kann einem Hauptsatz oder einem anderen Nebensatz untergeordnet sein. 

Nebensätze sind eine wichtige Zutat in Texten, wenn Autoren sie sparsam einsetzen. Je mehr Nebensätze aufeinander folgen, desto geringer sind Lesbarkeit und Textverständlichkeit. Besonders in Online-Texten sind Schachtelsätze mit mehrfach untergeordneten Nebensätzen zu vermeiden.

Nebensatzarten im Überblick

Haupt- und Nebensätze sind auf unterschiedliche Weise miteinander verbunden. Die Kombination Hauptsatz-Nebensatz (HS-NS) unterteilt sich in verschiedene Aussageabsichten und Funktionen. Zu den häufigsten Arten von Nebensätzen gehören Adverbialsätze bzw. Konjunktionalsätze. 

NebensatzartBeispielFunktion des Nebensatzes
KausalsatzIch muss los, weil mein Mann noch einkaufen will.Grund/Begründung
KonsekutivsatzSie kann so gut singen, dass er ihr einen Plattenvertrag angeboten hat.Folge
KonzessivsatzEr konnte weiterfahren, obwohl das Auto einen Platten hatte.Zum Trotz
AttributsatzDas ist die Wohnung, die mir gefällt.Konkretisierung
Indirekte RedeDer Minister sagte, dass die kommenden Wochen entscheidend sein werden.Zitat-Alternative
Indirekte FrageMich interessiert, was ihr davon haltet.Rede-Alternative
InfinitivsatzIch freue mich darauf, von euch zu hören.
PartizipialsatzGeboren in Kroatien, steht sie heute an der Spitze der deutschen Niederlassung in Eichingen.Verdeutlichung von Gegensätzen
KonditionalsatzWenn es schön ist, machen wir einen Ausflug.Bedingung

Neben ihrer inhaltlichen Funktion werden Nebensatzarten auch nach ihrer Stellung im Satzgefüge unterschieden:

  • Nebensatz nach Hauptsatz (HS – NS) – der Nebensatz soll die Hauptaussage konkretisieren
  • Nebensatz vor Hauptsatz (NS – HS) – das Nebensatz-Attribut soll betont werden
  • Eingeschobener Nebensatz (HS – NS – HS) – der Satz soll sich wie gesprochene Sprache lesen

Nebensätze im Text

Die häufigsten Texteingriffe beim Redigieren beziehen sich auf Nebensätze. In den meisten Fällen gewinnt Dein Text, wenn du ein mehrfaches Hauptsatz-Nebensatz-Gefüge in eigenständige Sätze umwandelst. Mehrere untergeordnete Nebensätze in einem Schachtelsatz sind ein sicheres Signal dafür, den Text zu überarbeiten.

Die Faustregel lautet: Brauchst Du mehr als zwei Kommas in einem Satz, solltest Du ihn trennen. Auch die rein optische Satzlänge ist ein perfekter Indikator.

Dabei kontrollierst Du, ob der Leser die Aussage im Nebensatz braucht – oder ob zum Beispiel ein einfaches Adjektiv im Hauptsatz genügt.

Einige Nebensatztypen wie Attributsätze oder Infinitivsätze sind fast immer überflüssig:

  • Das ist die Wohnung, die mir gefällt liest sich als Diese Wohnung gefällt mir wesentlich besser. 
  • Ich freue mich darauf, von euch zu hören lässt sich als Ich freue mich auf eure Kommentare klarer und einprägsamer formulieren.

Werden der gewohnte Aufbau eines Satzes durch eingeschobene Nebensätze oder die NS-HS-Reihenfolge aufgebrochen, muss das Hand und Fuß haben:

  • Ob er heute kommt, kann ich nicht sagen ist schwieriger zu lesen als Ich kann nicht sagen, ob er heute kommt. Die getauschte Satzstellung rückt allerdings das Nebensatzsubjekt in den Fokus – nicht den Sprecher. Zwei getrennte Hauptsätze könnten den Zusammenhang nicht so klar darstellen.
  • Das Haus, in dem ich früher wohnte, wurde vor einiger Zeit abgerissen klingt korrekt und lässt sich problemlos lesen. Mein früheres Wohnhaus wurde vor einiger Zeit abgerissen ist dennoch prägnanter – und spart zwei Kommas.

Der perfekte Text besteht aus einem melodiösen Zusammenspiel von kurzen und langen, von Haupt- und Nebensätzen. Nutze unser WORTLIGA Textanalyse-Tool, um Deine Nebensätze zu checken.