Texter werden

Der Ratgeber für Deinen Einstieg ins Leben als freier Autor

Wie wird man erfolgreicher Texter? Hier erfährst Du alles, was Du für Deine Texter-Karriere wissen musst.

Über den Autor – Gidon Wagner

Ich bin Spezialist für verständlichen Aufbau von Inhalten und Geschäftsführer der WORTLIGA. Seit 2005 arbeite ich als Journalist und Texter. In Seminaren und meinem Online-Kurs schule ich verständliches Texten für Journalismus, Online-Marketing und Kommunikation.

Was Du hier lernst

  • Quereinstieg und Nebenjob als Texter: So beginnt Deine Laufbahn erfolgreich
  • Freiberuflichkeit: Wissen, Tipps und Tricks für freie Texter, Quereinsteiger und zum Thema Texten als Nebenjob.
  • Erfahrungen: Wie kann man als Texter gut leben? Lerne aus den Erfahrungen gestandener Texter
  • Ausbildung, Weiterbildung: Welche Möglichkeiten gibt es online und offline? Welche Kurse eignen sich für Dich?
  • Online-Kurse der WORTLIGA: Ein breites Angebot an Kursen, Übungen, Videos und Lektionen wartet auf Dich.
  • Gehalt und Stundensatz: Was ist ein angemessener Stundensatz als Texter? Wie errechnest Du daraus Deine Preise?
  • Honorar-Rechner: Ein hilfreiches Werkzeug, mit dem Du Wert und Preise Deiner Texte bestimmst
  • Geld verdienen als Blogger: Sieben Schritte für das zweite Standbein

Texter werden ohne Ausbildung: Mein Weg als Quereinsteiger

Ich wusste eins: Ich will Journalist werden! Genaugenommen war ich es schon. Mit 16 schrieb ich ehrenamtlich für Gaming-Portale, leitete eines als Chefredakteur. Eine klassische Ausbildung habe ich nie gemacht. Dafür saß ich gleich nach meinem missratenen 3,5-Fachabitur als angestellter Redakteur in einem Computerspiele-Verlag und machte mich kurz darauf selbstständig. Das Erfolgsrezept: Gut sein wollen, besser sein wollen. Dann schaffst Du es zum selbstständigen Texter und bleibst es.

Texter als Quereinsteiger: Mein harter, schöner, aufregender Weg 

Meinen ersten und einzigen Job bekam ich auf Empfehlung: Ich hatte als ehrenamtlicher Online-Redakteur News-Meldungen geschrieben und dort Kai kennengelernt – ein ebenfalls hobbymäßiger Web-Worker und Gamer. Wir wohnten zufällig beide in München. Während ich gerade erst mit der Schule fertig war, hatte der etwas ältere Kai es zum Mediengestalter-Azubi gebracht. Er sagte eines Abends nach einer Redaktionssitzung mit anderen Ehrenamtlichen: „Gidon, wir suchen zum Anfang nächsten Jahres einen Online-Redakteur.“ Kai konnte den Satz nicht fertig sprechen, schon jubelte ich und fragte ihn aus. Und am nächsten Tag bewarb ich mich bei seinem Chef. 

Ohne Hartnäckigkeit geht nichts

Da durfte ich die erste Hürde meiner Karriere nehmen und eine bis dato verborgene Qualität unter Beweis stellen. Ein Selbstständiger braucht sie: Hartnäckigkeit. Kais Chef, Ralf, war nämlich alles andere als gut zu erreichen. Nachdem ich ihm eine E-Mail geschrieben hatte, sollte ich ihn anrufen. Also blieb ich dran und rief Ralf über eine Woche jeden Tag an. 

Bild: Muscat_Coach

Irgendwann ging Ralf dran und eröffnete mit den Worten: „Hartnäckig, das mag ich!“ Von Ralf habe ich viel gelernt; er war der Unternehmer, der ich werden wollte. Fürs Erste war ich froh über die Aussicht auf einen echten Job und ein Bewerbungsgespräch. Als ich bei Kais Chefs aufschlug, war ich unendlich nervös. Aber ich kann mich gut präsentieren, glaube ich. 

Ich weiß nicht, was sie am Ende überzeugt hat; Kais Empfehlung? Meine jahrelange Erfahrung im journalistischen Schreiben (ich war erst 22)? Mein selbstsicheres, wenn auch sicher naives Auftreten? Oder dass wir uns sofort gut verstanden hatten? Ich Wicht hatte die Hosen voll, saß an einem Konferenztisch drei Geschäftsleuten gegenüber und wir plauderten über Online-Texte. Über das geplante Portal. Über Suchmaschinenoptimierung. Ich liebte meinen Job schon jetzt, obwohl ich ihn noch nicht hatte. Zwei Tage später hatte ich ihn dann.

Wie werde ich freier Texter? Berufen sein zur Selbstständigkeit

Ab hier schrieb ich bezahlt. Das war ein gutes Gefühl. Und trotzdem träumte ich von mehr. Vor allem wollte ich meine eigenen Ideen umsetzen. Suchte in meiner Phantasie fieberhaft nach einem Firmennamen, zeichnete in der Pause Logo-Entwürfe, startete einen eigenen Blog über München und gutes Leben in der Stadt. Nebenbei machte ich meine private Akademie-Ausbildung fertig, die ich noch vor meiner Anstellung begonnen hatte. Um „irgendwas zu haben“. 

In den Abendkursen lernte ich noch ein bisschen mehr von meinen Dozenten. Das waren zum Teil gestandene Autoren vom SPIEGEL und mit eigenem Verlag. Da schickte uns der Dozent  spontan raus zum Reportage schreiben, Stift und Aufnahmegerät in den schwitzigen Fingern. Aber viel wichtiger war das Feedback, der Ärger, die genervten Blicke und der Rotstift meiner erfahrenen Kollegen im Büro, als ich mich an ihren Pressemitteilungen und Produkttexten versuchte. Neue Disziplinen für mich.

Von alten Hasen lernen: Ohne Profi-Feedback wird niemand zum guten Texter

Und diese harte Kritik widerfuhr ausgerechnet mir, wo ich dachte, ich könnte alles! Langsam wusste ich, dass ich nichts wusste. Näherte mich mit meinen Texten dem an, was meine Kollegen haben wollten. Und als meine Lieblingskollegin dann die ersten Male sagte, „hast Du gut gemacht“, wusste ich, dass ich den Text nicht umsonst zweimal neu geschrieben hatte. 

Ich hatte meine und ihre Ansprüche erfüllt. Ich wollte noch immer besser werden. Ich versuchte zu verstehen, warum sie die Einleitung anders haben wollte, warum ich nicht „können“ schreiben sollte. Warum meine Überschriften nicht richtig und langweilig waren. Ich war am Ziel meiner Ausbildung angekommen. Ich hatte eine Quelle der Erfahrung, an der ich meinen Wissensdurst stillen konnte. Nicht mehr nur an psychologischen und journalistischen Büchern, sondern an der Erfahrung alter Hasen. 

Lust auf Selbstständigkeit!

Fast noch besser war, als Ralf eines Morgens reinkam und mir – nach vorausgegangenem Gespräch – die Kündigung auf meinen Schreibtisch legte. Es war offiziell: Das Unternehmen konnte mich nicht mehr halten. Neue Strategie. Und ich war glücklich. Endlich konnte ich mich selbstständig machen, meine Ideen umsetzen! Hatte genug Zeit im Büro meines ersten und einzigen Arbeitgebers verbracht, um Anspruch auf den Gründerzuschuss zu haben. Den brauchte ich; ein finanzielles Polster oder reiche Eltern gab es nicht.

Am Anfang rotieren, dann in Ruhe ausrichten

Ich habe Talent, meinen Kalender und Zeitplan mehr als vollzustopfen. In meiner Zeit als angestellter Redakteur war ich kurz mit Suchmaschinenoptimierung in Berührung gekommen und ich fühlte, dass ich hier mehr lernen sollte. Also machte ich mich nicht nur selbstständig und fing an, meinen Business-Plan für den Zuschuss zu schreiben. Ich bewarb mich auch um ein Praktikum in einer SEO-Agentur, deren Chef ich in meiner Zeit als Angestellter kennengelernt hatte. Der schlug sofort ein – da waren sie, meine ersten 80-Stunden-Wochen. 

Tagsüber optimierte ich die Seiten-Titel der Agentur-Kunden, pflegte Social Media-Accounts, überarbeitete Website-Texte. Abends bemühte ich mich um meine ersten Aufträge. Die hatte ich schnell, auch weil Kai mir Tipps gab, wie ich meine Website aufbauen sollte. Außerdem war mein Praktikum in einem Gemeinschaftsbüro, wo ich mich schnell mit anderen Selbstständigen und Unternehmern vernetzte. Sie konnten meine Schreiberei brauchen. Ich war mitten im kalten Wasser und ich liebte es. Ich sah voller Zuversicht in die Ferne, auch wenn ich mich von Miete zu Miete rettete.

Mach Dir schnell eine Website

Ich bloggte damals also auf wortliga.de, die ich frisch registriert hatte. Mein erster erfolgreicher Artikel waren die „10 Regeln für den optimalen Webtext“. Außerdem erschien ich bald zu „Texter München“ auf der ersten Google-Seite. Was will man mehr? Darüber kamen bald die ersten Kunden und regelmäßig neue Anfragen. Ich dachte, da passiert ein Wunder. Die WORTLIGA, meine eigene Firma, sie lebt! Ich kaufte mir alles in Grün: Locher, Tacker, Ordner. Stolz war ich. 

So sah es hier vor 10 Jahren aus – 2010 – die erste Version der WORTLIGA-Website

An meine ersten selbstständig verdienten 50 Euro kann ich mich gut erinnern. Ein Münchner Kunde gab sie mir bar in die Hand, vor meiner Haustür. Ich fühlte mich so selbstständig, als ich die Tür hinter mir schloss. Auch, wenn es ohne Gründungszuschuss knapp geworden wäre.

Für Kunden schreiben ist anders

Nun übte ich nicht mehr nur schreiben, wie es mir gefiel. Ich stellte mich auf die Wünsche meiner Kunden ein. Die wollten komische Sachen – zum Beispiel, dass dieselben Wörter ganz oft im Text vorkamen. Ich lernte im Praktikum und in meinen eigenen Aufträgen: Das sind „SEO-Texte“. Später verstand ich, dass das nichts mit SEO zu tun hat, sondern mit kurzlebiger Trickserei. 

So wurde ich zum SEO-Texter und entwickelte mich sogar etwas zurück. Es zählten Qualitäten wie die, Wörter in bestimmter Häufigkeit unauffällig in einen Text zu packen. Der Leser rückte in diesen Überlegungen in den Hintergrund. Diese Rückentwicklung gipfelte darin, dass ich eine große Anfrage bekam, in der es nur noch um Content-Management ging. Darum, zugekaufte Texte mit Werbelinks auf ein gigantisches Seiten-Netzwerk zu pflegen und die „Qualität“ zu sichern. 

WordPress-Erfahrung hatten ich und mittlerweile mein Kollege und langjähriger Freund David. Mit ihm hatte ich – zusammen mit dem Fotografen Thomas – nebenbei ein kleines Magazin über Fotografie aufgebaut. 

Quereinsteigen heißt, flexibel zu bleiben

Als der besagte Kunde mit der Content-Management-Anfrage mein Angebot bestätigte, rief ich zuerst David an und fragte ihn, ob er dabei sei. Es ging um Hunderte Texte, die wir produzieren lassen, einpflegen und veröffentlichen sollten. Es entstand nach und nach eine richtige Firma, die mit der Zeit mehr als diesen einen Großkunden hatte. Langsam fand ich zurück zu meinen Wurzeln als leidenschaftlicher Texter. Wir machten anspruchsvollere Projekte für mehr Kunden. Das Team wuchs, darunter ein Informatiker, der zuerst Kunde, dann Geschäftspartner wurde. Und so entstand durch Umwege und Zufälle unsere Software für Texter, die WORTLIGA Textanalyse.

Und das Erfolgsrezept? Dran bleiben. Vor allem als Quereinsteiger

In all den Jahren war mein Können als Texter nur eine von vielen wichtigen Qualitäten gewesen. Zuverlässigkeit – dank dem Zusammenschluss mit David – war eine andere; Hartnäckigkeit und der unbedingte Wille, selbstständig zu sein eine weitere. Und eine Qualität lernten wir zuletzt: Beständigkeit. Nicht gleich etwas Neues probieren, weil etwas scheinbar nicht funktioniert. 

Alles in der Selbstständigkeit braucht Zeit. Niemand kauft Dein Produkt oder Deine Leistung, weil Du sie gestern ins Netz gestellt oder einen Laden aufgemacht hast. Alles, was Du veröffentlichst, braucht Zeit. Deine Aufmerksamkeit. Vielleicht eine Korrektur. Wenn es heute nach Scheitern aussieht, warte ein paar Tage ab. Ändere nicht gleich alles, sondern mach erstmal kleine Anpassungen an dem, was Du probierst. Und am Ende geht es darum, dass Du Kontakt zu anderen Menschen hast. Vernetzt sein ist als Quereinsteiger wichtig, überlebenswichtig. Fang besser heute als gestern an, mit Leuten zu reden. So wie ich mit meinen ehrenamtlichen Kollegen aus dem Kinderzimmer heraus.

Schaff Deine eigenen Referenzen

Mich hat nie jemand nach meiner Ausbildung gefragt, weil ich mich nie beworben habe. Stattdessen habe ich meine eigenen Referenzen geschaffen. Unser Foto-Magazin war für meinen ersten Großkunden Beweis genug, dass wir Seiten betreuen und pflegen können. Auch hier spielte wieder eine Empfehlung aus meiner Zeit als Ehrenamtlicher eine Rolle.

Ich will nicht, dass Du jetzt losziehst und ehrenamtlicher Schreiber wirst. Trotzdem musst Du etwas gemacht haben, um Dich als Praktiker und Könner zu zeigen. Und wenn Du Quereinsteiger bist, musst Du Referenzen schaffen.

Wenn wir bei der WORTLIGA Texter suchen, ist uns ihr Abschluss egal. Uns interessiert, was Du kannst und was Du gemacht hast. Und Textern, die unseren Online-Kurs mit erfolgreicher Zertifizierung durchlaufen, bringen wir noch mehr Vertrauen entgegen.

Kümmere Dich um Dich

Wir haben schon über Hartnäckigkeit gesprochen. Ohne diese Fähigkeit wäre ich nicht an meinen ersten Job und vielleicht nicht in meine Selbstständigkeit als freier Texter gekommen. Hartnäckigkeit hat aber immer einen Preis: Sie lässt mich meine anderen Bedürfnisse vergessen. Ich schreibe, bis mir schwindlig wird und arbeite jahrelang, ohne mich um mich als Mensch zu kümmern. Hobbys verkümmern, Freundschaften werden zu Erinnerungen. Begegne Deiner Hartnäckigkeit durch einen liebevollen Umgang mit Dir. Es geht nicht anders, sonst finden wir uns eines Tages als halbtote Arbeitsmaschinen in einem dunklen Büro wieder.

Hör nie auf, besser zu werden

Ich reihe mich ein in eine lange Liste von Menschen, die diese Weisheit von sich geben: Wenn Du aufhörst, besser sein zu wollen, hast Du aufgehört, gut zu sein. In jeden Text stolpere ich rein und muss ihn zum Schluss von Geschwätzigkeit und Auswüchsen befreien. Und ich muss ihn vor meinem oft zu kreativen, helikoptermäßigen Verstand retten, den roten Faden aus dem Chaos heben. Jeder geht anders an Texte ran – ich eben spontan und mit freiem Lauf. 

Ja, das klappt besser, wenn man seit über 15 Jahren schreibt. Aber nach wie vor habe ich in jedem Text den Anspruch, besser zu sein als gestern, besser als vor einem Jahr, besser als vor fünf Minuten. Ich bin nie ganz zufrieden. Ich will etwas schaffen, das meinen Lesern weiterhilft, das meine Kunden lieben. Und ich sorge mich immer darum, es nicht gut genug zu machen. Das macht mich besser, aber auch zu einem Getriebenen. Ich musste lernen, irgendwann abzuschalten und abzugeben. Dieser Anspruch bewahrt mich davor, träge und nachlässig zu werden. Deswegen liebe ich die Arbeit mit der Textanalyse, weil sie immer noch etwas aus mir herauskitzelt. 

Wie ich in meinem Kurs empfehle, geht es um die richtige Dosis Perfektionismus. Zu viel macht uns krank – zu wenig macht uns schlecht. Sei ein besserer Texter und liebe es, mit Deinen Lesern zu interagieren. Das macht diesen Job so schön und interessant. Und es macht uns erfolgreich.

Übrigens: Kais Werdegang

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WORTLIGA-Online-Kurs:

ZERTIFIZIERTE/R ONLINE-TEXTER/IN  

Texter-Ausbildung und Weiterbildung von Gidon Wagner – Texter, Journalist & WORTLIGA-Gründer

Du willst Dich als Autor weiterentwickeln, Deine Fähigkeiten auffrischen und Dein Können schriftlich anerkennen lassen? Starte jetzt den Online-Kurs der WORTLIGA: ZERTIFIZIERTE/R ONLINE-TEXTER/IN.

Das lernst und vertiefst Du mit Gidon Wagner:

  • Leserfreundlich und verständlich schreiben
  • Schreibstil verbessern und weiterentwickeln
  • Empathisch für Zielgruppen texten
  • Das Hamburger Verständlichkeitsmodell anwenden
  • Texte strukturieren und für Suchmaschinen optimieren
  • Die Aufmerksamkeit von Lesern halten

Häufige Fragen zum Texter-Beruf

Wie kann ich mit Schreiben Geld verdienen?

Wenn du das Schreiben zum Beruf machen willst, liegt der Einstieg als Werbe- oder Marketing-Texter nah. Warum nicht Journalismus oder Buchautor? Du kannst als Texter im Vergleich zu anderen Laufbahnen relativ leicht quer einsteigen und schnell Geld verdienen. Du kannst Dich natürlich auch als Journalist versuchen, erfahrungsgemäß ist hier aber mehr Ausbildung und Erfahrung nötig als beim Werbetexter. Wenn Du ein gutes Sprachgefühl hast, kannst du im Prinzip morgen anfangen, im Marketing zu schreiben und erste Erfahrungen sammeln. Hier erfährst Du, wie Du an Aufträge als Texter kommst.

Schnell erstes Geld verdienen: als Texter

Das heißt natürlich nicht, dass jeder von heute auf morgen erfolgreicher Werbetexter werden kann, aber du kannst dich morgen auf den Weg machen und auch dir ersten Euros verdienen.

Wenn Dir das Leben als Texter nicht genügt

Viele professionelle Schreiber arbeiten außerdem zugleich als Journalist und als Werbetexter. Natürlich kannst du einen Blog starten oder ein Buch veröffentlichen und bei Erfolg davon leben. Wenn du die Chance dazu hast, solltest Du sogar unbedingt ein eigenes Projekt aufbauen – zur Not in kleinen Schritten und nebenbei. Denn dann lebst du nicht mehr nur von verkauften Stunden und Worten, sondern zum Beispiel von den Werbeeinnahmen Deines Blogs oder Verkäufen Deines E-Books. Hey, Du kannst schreiben! Du hast ein Pfund in der Tasche und solltest das nutzen.

Eigene Projekte und Produkte sind aber mit monate- und jahrelanger Arbeit verbunden und purzeln auch nicht auf Befehl aus Dir heraus. Du brauchst ein gutes Thema, einen roten Faden und die Muse, ein eigenes Projekt durchzuziehen.

Fazit: Wenn Du schnell erstes Einkommen aus dem Schreiben ziehen möchtest, bietest du am besten anderen Menschen Dein Schreibtalent an oder dienst ihnen als Journalist. Das heißt leider nicht, dass Du sofort davon leben kannst. Wahrscheinlicher ist, dass Du ein, zwei Jahre Aufbauarbeit leisten musst. Aber die kann sehr schön sein.

Quer denken: Gute Schreiber können überall Fuß fassen!

Auf dieser Seite geht es vor allem um die Karriere als Werbe- und Marketing-Texter – mit dem Schreiben kannst Du aber überall Geld verdienen. Du kannst auch in einem technischen Unternehmen arbeiten und dort Gebrauchsanleitungen schreiben. Du kannst bei Film- und Videofirmen arbeiten und dort Skripte produzieren. Du kannst Reden schreiben. Wenn Du gerne schreibst, hast Du jede Menge Möglichkeiten und zugleich jede Menge Konkurrenz. Du hilfst Dir selbst, wenn Du Dich früh spezialisiert und mit einer erfolgsversprechenden Sache anfängst.

Wo kann man als Texter arbeiten?

Als Texter kannst du fest angestellt und selbstständig arbeiten. 

Anstellung: 

In Anstellung gibt es wieder zwei Möglichkeiten: 

  • Du arbeitest in einer Agentur
  • Du bist in einer Marketing-Abteilung, etwa bei einem Online-Shop oder einem Hersteller

In beiden Modellen bieten Firmen auch Arbeit im Home Office an. Wenn Du am liebsten möglichst unabhängig bleiben magst, ist vielleicht die Selbstständigkeit das Richtige für Dich:

Selbstständigkeit:

  • Als freier Texter: Du kannst von überall arbeiten. Deine Auftraggeber sind Agenturen, Selbstständige, Marketing-Abteilungen. Du schreibst Angebote und Rechnungen.
  • Als Texter auf einer Textbörse: Du arbeitest als anonymer Nutzer auf einer Online-Plattform und nimmst dort Aufträge entgegen. Zur Mitte oder zum Ende des Monats bekommst Du Gutschriften mit Deinem meist hart erschriebenen Honorar.

Unterschiede zwischen Selbstständigkeit und Anstellung – Wie willst Du als Texter arbeiten?

Angestellte Texter müssen mehr Aufgaben übernehmen als nur das Schreiben

Die Erfahrung zeigt, dass fest angestellte Texter bald nach ihrer Einarbeitung mehr Aufgaben übernehmen als nur das Schreiben. In Unternehmen fallen einfach zu viele Aufgaben an, damit sich einer nur auf das Texten konzentrieren kann. Oft sind die festen Stellen also Mischungen aus Konzipieren und Schreiben, Content-Managen, Organisieren, und im schlimmsten Fall sogar Kundenservice oder Vertriebsunterstützung.

Selbstständige dürfen mehr schreiben, aber der Anfang ist meist schwer

Wo der Angestellte Texter links und rechts fremde Arbeiten übernimmt, muss sich der Selbstständige bald nach Gründung mit Akquise, Steuer und Eigenmarketing beschäftigen. Auch Freiberufler schreiben also nicht den ganzen Tag, außer, sie sind Autor auf einer Textbörse. Die Autoren funktionieren wiederum oft als menschliche Schreibmaschine, während freie Texter im direkten Kundenauftrag kreativer arbeiten dürfen.

Berufsbilder und Berufsaussichten von Textern

Diese Berufsbilder von Textern haben Nutzer im WORTLIGA-Forum aus ihrer Erfahrung zusammengetragen.

  • Der klassische Werbetexter (hat gute Kontakte meist zu Werbeagenturen, ist ein Meister der Kreativität, erfindet Namen, Werbeslogans, betextet Flyer, Plakate. Verdient gutes Geld, hat oft noch wenig Ahnung von Online-Texten)
  • Der SEO-Texter (In präkerer Situation, verkauft sich und seine Texte für ein paar Cent pro Wort, manchmal ein echtes Talent, das sich aber unter Wert anbietet. Auch oft zu finden als…:
  • Textbörsen-Texter (nimmt, was kommt, schreibt meistens für Online-Shops oder Agenturen, Portale, tritt als menschliche Schreibmaschine auf, ist manchmal ein echtes Talent, schafft hoffentlich bald den Absprung zum eigenen Kundenstamm und raus aus der Anonymität)
  • Der feste Freie für einen Unternehmensblog (hat es zum Glück zu einem oder mehreren festen Kunden geschafft, sie beauftragen ihn regelmäßig. Er ist in Redaktionskonferenzen dabei, arbeitet eigentlich fast wie ein Journalist in einer Redaktion, nur dass es meistens um Werbung im Gewandt des Journalismus geht)
  • Der Agentur-Texter (oft gut bezahlter Texter für Agenturen, ist gut versorgt über Bestandskunden)
  • Der Journalist, der jetzt sein Glück in der freien Wirtschaft versucht, nachdem seine Stelle weg-rationalisiert wurde
  • Die Website-Texterin (ist meist zugleich auch Konzeptionerin, die Kleinst-KMUs klarmacht, dass eine Homepage als Online-Visitenkarte mit nicht viel mehr als Kontaktdaten schon lange nicht mehr ausreicht. Selbst für alteingesessene Familienunternehmen mit rein lokalem Kundenstamm. Leistet Interview- und Überzeugungsarbeit, schnitzt daraus ein wiedererkennbares Unternehmensprofil ohne austauschbare Textbausteine, das den Auftraggeber begeistert)
  • Der Ghostblogger, der nach Redaktionsplan im Akkord fortlaufend Nachschub für lukrative Blogs und Portale kreiert.
  • Die Ghostwriterin, die für den wachsenden Berg namhafter Experten das nächste Selfpublishing-Book aus Inhaltsverzeichnissen, Skizzen und Stichwortlisten zusammenschreibt. Und keinen Verlagsvertrag mit Umsatzbeteiligung bekommt
  • Social-Media-Content-Creators, die Spaß daran haben, im Auftrag auf Facebook, Instagram & Co à la Fließband spannende Posts zu produzieren, die Communitys bei Laune zu halten und auch mal böse Kommentare gekonnt zu händeln.
  • Corporate-Communication-Texterin für Newsletter, Advertorials, Flyer, Imagebroschüren und Pressemitteilungen, möglichst noch mit eigenem Presseverteiler und belastbaren PR-Drähten.
  • Autoren, deren Texte nicht oder nur bedingt für die breite Öffentlichkeit bestimmt sind. Sie schreiben Leitfäden, Handlungsanweisungen, Betriebsanleitungen und interne Informationsschreiben in UNternehmen und Organisationen.

Was muss man als Texter können?

In Deiner Laufbahn als Texter wirst Du regelmäßig zurückblicken und merken: Ich habe mich weiterentwickelt. Aber was musst Du jetzt können, um als Texter zu beginnen?

  • Du musst Dich leidenschaftlich mit Texten beschäftigen können.
  • Du brauchst ein Gespür dafür, wie deine Texte auf andere wirken.
  • Du musst Dich auf Auftraggeber einstellen können. Du bist bereit, Deine Texte für Deine Kunden zu verändern und Deinen Geschmack zurückzustellen.
  • Am besten kennst Du Dich mit einem Thema besonders gut aus, zu dem es Nachfrage gibt. Beispiele für Themen findest Du in der Liste unserer Textagentur.

Du kannst nicht nur gut Deutsch. Du liebst das Spiel mit Worten und kannst mit Deiner Sprache begeistern und verwöhnen. Wenn du einmal mitten im Schreiben bist, empfindest Du Spaß, strotzt vor Kreativität und Einfällen. Du willst es nicht irgendwie sagen, sondern besonders gut und richtig.

Du bist bereit, dich mit folgenden Themen zu beschäftigen: Suchmaschinenoptimierung, Webdesign, Psychologie, Layout und Typografie, Verständlichkeit. Viele Kunden schätzen es, wenn du Ideen für Listen, Infoboxen oder andere Formate in Texten lieferst. Du kannst außerdem in Bildern denken; am besten kannst Du Bilder für Deine eigenen Texte recherchieren. Dafür weißt Du auch, wie Du kostenlose Datenbanken wie pixabay.com oder Premium-Datenbanken wie istockphoto.com bedienst.

Du kannst dich in Ruhe mit einem Thema beschäftigen und Dich tief einlesen. Außerdem liest Du E-Mails und anderes Material wie Briefings Deiner Kunden vollständig und machst nicht Dein eigenes Ding daraus. Klar, am Ende ist es Dein Text. Aber Du setzt die Vorgaben um und verwendest die verlangten Infos und Quellen.

Du kannst mit verschiedenen Programmen und Tools arbeiten wie Microsoft Word, Google Docs, World online, WordPress. Denn bei manchen Kunden wirst Du Dich auf ihre Tools einstellen und damit arbeiten müssen. Andere Tools, die Du kennen solltest: Searchmetrics Content Experience, WORTLIGA Textanalyse, Keyword Tools wie Hypersuggest.

Du hast ein Talent: Das muss nicht Schreibtalent sein. Schreiben kann und muss man lernen, üben! Jeder gute Autor entwickelt sich ständig weiter, belegt auch noch als Profi Kurse, schaut sich was von anderen ab. Aber ein besonderes Talent, eine Neigung wie Kreativität oder analytisches Denken macht Dich zu einem einzigartigen Texter. Daraus entwickelst Du Deine Stärken und daraus ergeben sich die passenden Kunden und Projekte für Dich.

Kann man als Texter leben?

Manche Texter kämpfen sich von Miete zu Miete, andere fahren Porsche. Du kannst als Texter umso besser leben, je größer die Nachfrage nach Dir, Deinem Können und Wissen ist. Deswegen bist Du als spezialisierter Texter wahrscheinlich erfolgreicher und kannst schneller von Deiner Arbeit leben.

Dein Stundensatz entscheidet, wie gut Du als Texter leben kannst

Du willst als Texter nicht nur Leben sondern auch dein Dasein als Freiberufler genießen? Dann überlege bald, spätestens nach einigen Jahren, wie Du Deine Arbeitszeit reduzieren kannst. Am besten geht das, wenn du deinen Stundensatz erhöhst. 

Spezialisiere Dich

Wenn Du für 25 Euro die Stunde arbeitest, hast du wesentlich weniger von deiner Arbeit als wenn du für 50 oder 60 Euro die Stunde arbeitest. Ein Stundensatz ist außerdem nur dann einer, wenn Kunden bereit sind, ihn zu zahlen. Dafür müssen Sie deine Arbeit zu schätzen wissen oder keine andere Wahl haben, als Dich zu beauftragen. Aber wenn Du zum Beispiel der einzige Texter bist, der über ein bestimmtes Medizingerät schreiben kann. Aber wenn Du auf einer Textbörse nur einer von vielen anonymen Autoren bist, der über Hosen oder Computer schreibt, musst du dich nach dem Durchschnitt richten.

Du kannst Dich natürlich auch mit Deinem Schreibstil hervor tun und darüber Deinen Wert als Freiberufler erhöhen. Es kommt dabei aber darauf an, welche Zielgruppe Du ansprichst. Wenn Du mit besonderen Schreibfähigkeiten Punkten willst, brauchst Du auch Kunden, die gute Sprache zu schätzen wissen. Erfahrungsgemäß sind das Kunden, die selbst schreiben oder viel Erfahrung mit Textern haben. 

Ein Merkmal eines erfolgreichen Texters kann auch sein, dass er sich in eine ganze Reihe Themen verliebt und eingearbeitet hat. Das wissen besonders Agenturen zu schätzen. Auch auf diesem Weg kannst Du Dich als Lieblingstexter profilieren und immer besser von Deiner Arbeit leben.

Wie gelingt der Start?

Um von Beginn an vom Texten zu leben, brauchst du entweder einen tollen Kunden oder Partner, der Dich mit Aufträgen versorgt, oder Du beginnst mit kleinen Schritten, wie hier beschrieben. 

Im Nebenjob kannst Du auch anfangen – Dein Ziel sollte aber sein, bald vom Texten zu leben. Texter zu sein geht schwer nebenbei, wenn Du zum Beispiel erschöpft von Deinem Job nachhause kommst. Kunden telefonieren gern – am liebsten tagsüber –und das Schreiben geht besser mit einem frischen Kopf.

Fazit:

Wenn Du wirklich Texter werden willst, schaffst Du es – mit Übung und Hartnäckigkeit. Ein Jahr Aufbau-Arbeit solltest Du zur Sicherheit einplanen: Du lernst Menschen kennen, feilst an Deinen Fähigkeiten, baust Deine Website und Profile, findest Wege zu Aufträgen, bis Du von Deinen Texten leben kannst.

Freier Texter im Nebenjob: Wie baue ich mir als Autor einen Nebenverdienst auf?

Ob hauptberuflich oder als Nebenjob, der Weg als freier Texter ist steinig. Kunden akquirieren, netzwerken, Auftraggeber zufriedenstellen – die Aufgaben als freiberuflicher Texter sind vielfältig. Hinzu kommen unliebsame Verpflichtungen wie die Steuererklärung und Kalkulationen.

Hier bekommst Du hilfreiche Tipps für Deinen Werdegang als freier Texter; auf dass ein paar der Steine auf Deinem Weg verschwinden.

Wie komme ich als Texter an Aufträge?

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Zusammengefasst: Die vier Wege zu Texter-Aufträgen

  • Der einfachste Weg: Textbörsen
    • Vorteil: Kaum Akquise-Aufwand
    • Nachteil: Du bist einer von vielen, niedriger Verdienst, bis Du Dir einen Namen gemacht hast bei einem anspruchsvollen Kundenkreis
    • Erster Schritt: Anmelden, passende Themen auswählen, regelmäßig online sein und Aufträge schnappen
    • Perfekt für: Erste Euros mit Texten, erste Erfahrungen mit Auftraggebern, zum Üben, für erste Erfolgserlebnisse
  • Der schöne, aber langwierige Weg: Netzwerk aufbauen
    • Wo sind die Kunden? Grafiker, größere Agenturen, andere Unternehmer, die komplementär zu Dir passen.
    • Erster Schritt: Jetzt wo anrufen und anfangen, mit den Leuten zu sprechen
    • Vorteil: Besser bezahlte Aufträge und verbindlichere Zusammenarbeit wahrscheinlicher. Macht eine Menge Spaß, wenn Du gute Kontakte findest und knüpfst.
    • Nachteil: Höherer Aufwand zu neuen Aufträgen
    • Perfekt für: Aufgeschlossene Köpfe, die gerne und leicht neue Leute kennenlernen. Du hast ein Themengebiet oder eine besondere Fähigkeit, die für den Netzwerkpartner und seine Kunden interessant sind. Wichtig: Du hast den Kopf frei, denn hier entwickeln sich komplexere Aufträge, die nach einem vollen Arbeitstag eher schwer fallen dürften.
  • Der harte Weg: Akquise
    • Welche Kunden brauchen mich? Wer ist Ansprechpartner?
    • Mein Tipp: Anrufen und persönlichen Eindruck hinterlassen
    • Wo kann man akquirieren? Per Telefon, E-Mail, Xing und Linked, unterwegs (wenn Du die Zeit hast)
    • Vorteil: Im besten Fall suchst Du Dir Deine Auftraggeber aus und kannst eine Vorauswahl treffen, worüber Du schreibst
    • Größere Aufträge, höherer Verdienst möglich
  • Der schwierige, aber nachhaltige Weg: Website und Blog aufbauen
    • Vorteil: Nach erfahrungsgemäß 1-2 Jahren kannst Du mit Deinem Blog mögliche Kunden ansprechen und zeigen, was Du kannst
    • Viele Angebote sind für die Katz (such Dir ein Tool, mit dem Du die Angebote schnell erstellst)
  • Ziel: Stammkunden aufbauen
    • Was sind Deine Lieblingsaufträge, wo kannst Du am meisten helfen? Mit welchen Kunden willst Du arbeiten?
    • Erster Schritt: Viele kleine Schritte gehen, im Netzwerk oder mit eigener Akquise, Stammkunden und Partnerschaften lassen sich kaum planen und entwickeln sich auf persönlicher Ebene.
    • Vorteil: Du brauchst keine neuen Kunden zu akquirieren neben Deinem Job und kannst Deine Zeit besser planen, vorausgesetzt, Du hast laufende Aufträge, die Du also über längere Zeit planen kannst.
    • Tipp: In unserem Online-Kurs zum Lieblingstexter lernst Du, wie Du schnell zahlungskräftige Stammkunden gewinnst. Darin stellen wir Dir auch eine extra für Texter entwickelte Akquise-Methode vor und geben Dir Vorlagen und bewährte Textbausteine für Deine Akquise.

Außerdem wichtig für den Start:

  • Angebote schreiben, kleines Vertriebs-1×1 für Texter
  • Spezialisierung entwickeln
  • Persönliche Grenzen im Nebenerwerb kennen und respektieren

Links im Video:

Achtung: Beachte die rechtlichen Bedingungen für Kaltakquise. Mehr Infos: https://www.impulse.de/recht-steuern/kaltakquise-verboten/2071289.html

Journalist werden als Quereinsteiger: Der Weg von Katja Kraft

Traumberuf, Journalistin: Das steht für Katja schon in der zweiten Klasse fest. Katja schafft schließlich das, wovon viele junge Menschen träumen: Sie ergattert ein Volontariat. Nicht erst nach dem Studium, sondern direkt nach dem Abitur. Heute ist sie Redakteurin beim Münchner Merkur. Wie sie das geschafft hat, liest Du in diesem Interview.

Mit Begeisterung klappt fast alles

Katja Krafts Worte treffen immer. Ein bisschen wie bei Karla Kolumna, nur besser – also nicht ganz so schrill. Was beide neben ihrem kräftigen Namen und den tiefschwarzen Haaren eint, ist die unermüdliche Begeisterung für den Beruf. Und die sieht man Katja an, sobald das Wort Journalismus fällt. Ihre aparte Körperhaltung scheint stets zu sagen: Ok, gib mir die nächste Story!

Wie Katja das Schreiben für sich entdeckte

„Als ich begriffen hatte, dass meine Texte Menschen begeistern, wollte ich das natürlich wieder und wieder tun,“ erzählt uns die heute 28-Jährige. In einem Wirtshaus am Hirschgarten in München sitzt sie uns mit vom Regen durchnässten Sneakers und legerem Kapuzenpulli gegenüber – und erzählt, wie sie als festangestellte Redakteurin beim Münchner Merkur landete. Sie, die Münsteranerin, für die Bayrisch am Anfang wie eine exotische Fremdsprache klang.

Katjas erste Geschichte landete gleich in der Schülerzeitung

Das erste Mal begeisterte Katja mit einer Geschichte in der Grundschule. Wie wohl alle Zweitklässler in Deutschland, musste sie als Hausaufgabe den Text zu einem Bildercomic erfinden – Thema: Vater und Sohn beim Fischen. Katja erzählte die Geschichte allerdings aus der Sicht des Fisches.

Ihre Klassenlehrerin war von so viel kindlicher Phantasie begeistert und reichte die Geschichte für den Jahresbericht ein. Seitdem arbeitete Katja an der Schülerzeitung mit.

Später radelte sie einmal in der Woche nach der Schule direkt zu einem kleinen Hörfunksender, um dort an Beiträgen zu feilen. Heute winkt sie bei diesen Passagen ihres Werdegangs schmunzelnd ab. Trotzdem: Das meiste hat sie sich selbst beigebracht.

Katja Kraft beim Interview mit Howard Carpendale

Schülerjob: Zeitung machen statt Zeitung austragen

Während Gleichaltrige damals Zeitungen austragen, schreibt Katja mit 14 Jahren bereits für die Jugendseite der Allgemeinen Zeitung Coesfeld. „Die Schule war dann nur noch zweitrangig“, erinnert sie sich und lacht.

„Als ich in der zwölften Klasse war, habe ich einmal nach der Hälfte der Zeit meine Englisch-Klausur abgegeben, weil ich zu einem ‚wichtigen’ Interview musste. Obwohl ich mit dem Aufsatz noch gar nicht fertig war.“

Einzige Voraussetzung für ein Volo: Abitur

Das Abi schaffte Katja aber trotzdem und zog mit 19 Jahren ins schöne Bayern, das sie von Familienurlauben kannte. Dort ergatterte Katja ein Volontariat in der Lokalredaktion vom Starnberger Merkur.

Zwar ging es Katja dort oft für ihren Geschmack zu ruhig zu, andererseits bekam sie am nächsten Tag direktes Feedback von den treuen Lesern. In einer kleinen Redaktion lernt man am meisten. Klar, du berichtest zwar auch darüber, warum jetzt die Seegänse in diesem Jahr am anderen Ufer nisten und nicht wie gewohnt am südlichen, aber man bekommt unheimlich viel mit. Einem wird mehr zugetraut.“

Werde zum Experten auf deinem Lieblingsgebiet

Nach dem Ende des Volontariats war Katjas nächstes Ziel das Studium. Zumindest hatten ihr das die Kollegen empfohlen. Hamburg sollte es sein und etwas, was nichts mit Kommunikationswissenschaften oder Journalismus zu tun hatte.

„Du sollst schließlich zu einem Experten auf deinem Gebiet werden. Journalismus ist ein Handwerk. Wie leere Rezepte, aber was nützen die dir, wenn der Inhalt fehlt?“

Sie entschied sich für Kinder- und Jugendpsychologie, hielt es jedoch in Hamburg nicht lange aus. „Eine herrliche Stadt, aber das Wetter hat mich wahnsinnig gemacht.“ Kurz entschlossen zog sie nach einem halben Jahr zurück ins sonnenverwöhnte Bayern und schloss ihr Studium in Augsburg ab.

Gut, zugegeben – ganz kurz hatte sie Zweifel. Wollte Sie wirklich Journalistin werden? Immerhin hatte sie das seit so vielen Jahren nicht wirklich hinterfragt. Katja: „Die Idee, Kinder- und Jugendpsychologin zu werden, war ein bisschen wie eine Affäre. Die war aber nach einem halben Jahr vorbei und ich bin dem Journalismus treu geblieben.“ 

Rapper Sido mit Katja Kraft beim Interview für den Münchner Merkur

Ganz nach oben: Interviews mit Sido, Herbert Grönemeyer und Howard Carpendale

Ihr Studium finanzierte sich Katja als freie Journalistin. Währenddessen kamen die ersten Kontakte zur dpa. „Gerade wenn man auf diesen Promi-Veranstaltungen ist, kennt man die anderen Presseleute irgendwann. Und so hat mich eine Kollegin von der dpa damals angesprochen, sie seien gerade auf der Suche.“ Direkt nach dem Studium fing Katja also an, ihre Texte parallel zu verwerten. „Für den Münchner Merkur schrieb ich eine News über das Event und ein Interview mit einem VIP, für die dpa setzte ich eine ‚People Meldung’ über einen anderen Promi auf.“

Mehrfachverwertung: Aus einem Event mach drei bezahlte Stories

Die Angst, als freie Redakteurin zu wenig zu verdienen, kam der 1,76m-Frau nie in den Sinn. Im Gegenteil: „Gerade als Freie konnte ich mir genau das aussuchen, worüber ich schreiben wollte. Meine Freunde amüsierten sich schon alle über mich und fragten, ob das, was ich da mache, überhaupt Arbeit genannt werden kann.“ Oft waren es Abendveranstaltungen, Eröffnungen oder Premieren – Katjas Spezialgebiet ist Film- und Kulturkritik und seit ihrem Studium natürlich alles, was mit Kindern zu tun hat.

Und jetzt?

„Tja, ich bin genau dort, wo ich sein wollte. Als feste Redakteurin schreibe ich die Kulturseite im Münchner Merkur“, sagt Katja keck – und man kann sich vorstellen, mit welchem Charme sie Herbert Grönemeyer oder Sido Interessantes entlockte. Wir sagen: viel Spaß und Erfolg weiterhin.

Über Katja Kraft:

Mit 19 Jahren kam die Münsteranerin nach München und ist seitdem mehr Münchner Kindl, als manche Einheimische. Heute arbeitet Katja Kraft im Kultur-Ressort des Münchner Merkurs als Redakteurin.

Ein Artikel von Ronja Lotz

Bilder © Katja Kraft

Fünf Tipps für Deine ersten Jahre als Texter

Wenn ich damals gewusst hätte, was ich heute weiß, würde ich jetzt nicht dauernd denken: „Wenn ich damals gewusst hätte, was ich heute weiß.“

Erspare Dir den Teufelskreis des Gewusst-Habens. Lerne schon heute die Dinge über die Arbeit als Texter, von denen Du sonst eines Tages sagen wirst: „Wenn ich damals gewusst hätte, was ich heute weiß.“

Tipp 1: Verkaufe Dich nicht unter Wert

Niemand möchte sich zu Beginn seiner Karriere ein zu hohes Preisschild anheften – am Ende bleiben die Aufträge aus. Aber wenn Du gutes Feedback zu Deiner Arbeit erhältst, solltest Du Deinen Tarif schnell erhöhen.

Viele Texter steigern ihren Stundensatz bereits in den ersten Wochen oder Monaten um 50 bis 100 Prozent und machen gute Erfahrungen damit.

Es ist nachvollziehbar, wenn Du am Anfang noch einen vergleichsweise geringen Stundensatz von beispielsweise 20 Euro einforderst. Traue Dich dann allerdings schnell, diesen zu steigern. Wenn Du das nicht tust, wirst Du es wahrscheinlich im Nachhinein bereuen.

Ich habe in den ersten Jahren meiner Selbstständigkeit fast jeden Job angenommen, um über die Runden zu kommen. Die Honorare waren aber vollkommen lächerlich und rückblickend erniedrigend und wenig wertschätzend. Das hätte ich mir am liebsten erspart. Allerdings: Ich habe dadurch auch gelernt, zügig zu arbeiten – Patrick Schröder aus dem Autorenpool der WORTLIGA; zum kompletten Interview gelangst Du hier

Tipp 2: Sei skeptisch gegenüber Texter-Gruppen

Du suchst nach Aufträgen, und auf Facebook frohlockt das gelobte Land: In der großen WORTLIGA-Texter-Studie 2021 gaben immerhin 29 % der Befragten an, Neukunden über Texter-Gruppen auf Facebook zu akquirieren.

Aber diese Gruppen führen selten zu den Jobs, die Du Dir wünschst. Stattdessen prügeln sich hier oft zu viele Texter um zu wenige Aufträge. Das führt leider meist zu unterbezahlten Texten und viel Frust auf Deiner Seite. Einem zu geringen Ertrag steht ein viel zu hoher Aufwand gegenüber.

Tipp 3: Bau Dir ein Netzwerk auf

Etabliere von Anfang an ein Netzwerk mit anderen Textern. Tausche Dich regelmäßig mit Deinen Kollegen aus, und alle werden profitieren:

Wie gestalten andere Texter ihre Preise? Was kann man von der Arbeitsweise anderer Autoren für sich adaptieren?

Oft ergeben sich hieraus sogar Aufträge, weil ein Schreiber gerade zu ausgelastet ist oder ein aktueller Auftrag eher zu Deinem Fachgebiet passt.

Heute ziehe ich schneller die Reißleine, wenn ich merke, dass ich mit einem Kunden nicht harmoniere oder er sich einen anderen Stil vorgestellt hat, und vermittle lieber einen Kollegen, der eher zu ihm passt – Sabine Hutter aus dem Autorenpool der WORTLIGA; zum vollständigen Interview gelangst Du hier

Tipp 4: Investiere in einen Steuerberater

Erspare Dir schlaflose Nächte und sichere Dir viele Vorteile in Bezug auf die Steuer. Das Geld, das Du in einen Steuerberater investierst, ist wirklich gut angelegt.

Investiere Deine geistige Energie lieber in Texte als in Gedanken über Deine Vorsteuerabzugsberechtigung. Die Fachkraft wird ohnehin die bessere Lösung für Deine Situation finden.

Tipp 5: Nutze die Vorteile der Künstlersozialkasse (KSK)

Viele Texter erfahren erst viel zu spät von ihrer Existenz. Die KSK schützt Dich als selbstständigen Texter in erster Linie davor, zu hohe Sozialabgaben oder Versicherungsbeiträge zu leisten.

Spare viel Geld und informiere Dich jetzt auf der Internetseite der KSK.

Hilfreiche Tipps, wie Du Deine Fertigkeiten als Schreiber ausbaust, erhältst du übrigens im Artikel Wie wird man ein guter Schreiber?

Bild: geralt

„Was mich als Texter erfolgreich macht?“ Drei Profis teilen ihre Erfahrungen

Über den Genuss am Schreiben und was einen Texter erfolgreich macht

Du willst einfach drauf los schreiben, aber das leere Word-Dokument lacht Dir hämisch entgegen? Du möchtest deine Fähigkeiten als Texter verbessern, aber Dir fehlt der richtige Input? Gestandene Profis verraten Dir hier, was sie inspiriert und welche technischen Hilfsmittel sie verwenden. Außerdem geben sie Dir Tipps für eine erfolgreiche Karriere als freiberuflicher Texter.

Unsere Interviewpartner im Portrait:

Sarah Kreilaus liebt die Vielseitigkeit von Content – und ihres Berufs. Von SEO bis PR, Blogartikel bis WhitepaperMedizin bis Finanzen: In elf Jahren Freiberuflichkeit hat sie die unterschiedlichsten Texte für verschiedenste Kunden verfasst. Texten versteht sie als Handwerk, bei dem der Kontext genauso wichtig ist wie das kleine Detail auf Wortebene.


Sabine Hutter ist seit 14 Jahren freiberufliche Texterin und Onlineredakteurin. Sie betreut mehrere Blogs und Magazine, betextet neue und bestehende Websites oder bringt Fakten in spannenden Whitepapers in die richtige Form. Ihr Fokus liegt auf dem gesamten Bereich der Unternehmensführung, von der Existenzgründung über HR und Steuerrecht bis hin zu Marketing und Software.

Patrick Schroeder ist freier Journalist und PR-Berater aus Köln. Er schreibt seit 2006 für Magazine, Zeitungen, Unternehmen und Agenturen – meist über Technik, IT und Industrie 4.0.

Was ist für Dich das Schönste am Schreiben?

Sarah: Das Schönste am Schreiben ist für mich die Zeitunabhängigkeit: Es ist egal, wie viel Zeit ich benötige. Ich kann gründlicher nachdenken und recherchieren, an der Formulierung feilen und so Texte verständlicher und überzeugender machen, als ich es verbal könnte. Und zugleich kann sich der Leser so viel Zeit nehmen, wie er möchte. Und das zu dem Zeitpunkt, an dem er es möchte.

Sabine: Ganz klar: die Vielseitigkeit. Ich kann zu viel Routine nicht ertragen – das treibt mich selbst bei der schönsten Arbeit früher oder später in die Flucht. Ich liebe es, mich immer wieder in neue Themen einarbeiten zu dürfen, Neues kennenzulernen und in spannender Form zu Papier (oder auf den Bildschirm) zu bringen. Ich bin zwar auf bestimmte Themen spezialisiert, schreibe aber auch mit Vorliebe über Bereiche, von deren Existenz ich vorher nicht einmal wusste. Das reizt mich fast mehr als Themen, über die ich schon viele Male geschrieben habe.

Patrick: Im Flow zu sein, das Gefühl zu haben, dass plötzlich alles zusammenpasst: Inhalt und Stil. Dieser Zustand stellt sich allerdings nicht automatisch ein. Vorarbeit ist gefragt. Bevor ich schreibe, konzentriere ich mich zu 100 Prozent auf den Inhalt. Ich versuche, alle Informationen zu sammeln, zu verstehen und in Relevanz für den Leser zu übersetzen. Sobald ich weiß, was ich sagen will, tauche ich ins Schreiben ein und nehme nur den Stil in den Fokus. Wenn dann die Zahnräder Inhalt und Stil ineinandergreifen, ist das für mich am Schreiben das Schönste. Außerdem: Ständig neue Welten, Technologien und Menschen kennenlernen und mit der Zeit ein Wissensnetz spinnen. Routine stellt sich nie ein.

Was ist für Dich das Wichtigste an einem Text?

Sabine: Jeder Text sollte das Bedürfnis des Lesers nach Information decken. Das hört sich vielleicht platt an, ist aber tatsächlich das zentrale Ziel. Ich überlege mir zu Anfang immer: Welches Problem könnte ein Mensch gerade haben, der das Hauptkeyword des Textes in eine Suchmaschine tippt? An diesem Punkt hole ich den Leser ab und führe ihn zur Lösung – und das am besten ohne lange Umwege. Selbst der umfangreichste Text, der ein Thema komplett beleuchtet, geht an der Zielgruppe vorbei, wenn er deren Probleme nicht löst.

Sarah: Das Wichtigste an einem Text ist für mich, dass er die Hoffnungen und Bedürfnisse des Lesers erfüllt. Ob das Problemlösung, Unterhaltung, Bildung oder Perspektivwechsel ist, ist egal. Aber ein Text sollte das Leben des Lesers zumindest ein ganz kleines bisschen besser machen, indem er erfüllt, was dieser sucht.

Hast Du Erfahrung mit Schreibblockaden und wie gehst Du damit um?

Sarah: Weniger als zu meiner Studienzeit, aber gelegentlich begegnen sie mir noch. Ich quäle mich erst ein bisschen rum und dann analysiere ich, woran es liegt.

Meistens ist es einer von zwei Gründen: Entweder ich will es zu gut machen – dann befreie ich mich bewusst von dem Anspruch, dass der erste Entwurf sitzen muss. Ich werde den Text später sowieso noch einmal überarbeiten. Es ist einfacher, dann aus etwas Vorhandenem etwas Besseres zu formen als direkt einen Volltreffer zu erwarten. Der zweite Grund ist, dass ich einfach noch nicht genug weiß. Dann recherchiere ich weiter oder frage bei Unklarheiten im Briefing noch mal nach.

Sabine: Die meisten Texter sehen sich früher oder später mal einer Schreibblockade gegenüber – da nehme ich mich selbst nicht aus. Manchmal betrifft das nur einen einzelnen Text oder einen bestimmten Auftrag, zu dem ich den Zugang nicht so recht finde. Da hilft es mir, einfach in der Mitte anzufangen statt am Anfang. Dann kommt der Rest oft ganz von selbst.

Ich kenne auch Phasen, in denen gefühlt einfach „nichts“ geht. Dann nehme ich mir gezielt ein, zwei Tage Auszeit, an denen ich überhaupt nichts mit Texten mache. Danach geht es wieder wie gewohnt weiter.

Patrick: Nein, Schreibblockaden im Technikjournalismus sind mir noch nicht begegnet. Das Gebiet ist sehr rational und berechenbar. Wenn ich einen schlechten Tag habe und mir nichts Kreatives wie eine schöne Metapher einfällt, bleibe ich einfach bei meinem Steckenpferd: Komplizierte Technologien und Sachverhalte in eine einfache Sprache verpacken und den Nutzen auf den Punkt bringen. Das ist nicht poetisch und gelingt eigentlich immer. Anders beim Songwriting in meiner Freizeit. Hier habe ich quasi schon seit zehn Jahren eine chronische Schreibblockade, weil die Texte poetischer sind und mich nie wirklich zufriedenstellen. Flow kenne ich da kaum.

Benutzt Du Tools zur Textanalyse?

Patrick: Ja, nach einigen Stunden schreiben bin ich besonders bei Flüchtigkeitsfehler wie Begriffsdopplungen betriebsblind. Hier benutze ich seit Jahren die Software Papyrus Autor, die Dopplungen sofort sichtbar macht. Außerdem verwende ich das Textanalyse-Tool der WORTLIGA. In puncto Stilanalyse ist das Tool wirklich super. Es zwingt mich immer wieder dazu, prägnant zu schreiben. Der Lesbarkeitsindex gefällt mir auch sehr gut. Das Tool ist allerdings auch unbestechlich und herausfordernd.

Sabine: Normalerweise eher nicht. Ehrlich gesagt stört es mich, wenn ein Tool jede Passivkonstruktion, jedes Füllwort und jeden langen Satz herauskorrigiert. Für mich gehören die – wohldosiert – zur natürlichen Sprache dazu. Insgesamt verlasse ich mich da ganz auf mein Sprachgefühl. Wenn der Kunde bestimmte Anforderungen im stilistischen Bereich stellt, nutze ich natürlich schon kleinere Tools, um den Flesch-Index oder die Satzlängen eines Textes zu analysieren.

Seit einiger Zeit arbeite ich fest mit einer Lektorin zusammen, die so ziemlich jeden Text gegencheckt, ehe er an den Kunden rausgeht. Das nimmt bei mir einiges an Druck raus – beim eigenen Lektorat übersieht man schon einmal etwas.

Sarah: Ich benutze Papyrus Autor und das WORTLIGA-Tool. Sie machen mich beide auf unterschiedliche Schwächen aufmerksam. Das WORTLIGA Tool hilft mir bei der Übersicht sehr. Wenn ich Kategorien auswähle, kann ich zudem eine bestimmte Schwäche des Textes konzentriert verbessern. Das Ampelsystem als Gamification-Element zieht bei mir: Es ist für mich immer Motivation, hier und da noch einmal etwas zu verbessern. Papyrus Autor zeigt mir genauer an, welche Absätze nicht lesbar genug sind und hat den Duden Korrektor an Bord. Außerdem kreidet mir das Programm schwache Adjektive an.

Auch Profis setzen auf Selbstkontrolle durch Tools oder ein professionelles Lektorat. Das WORTLIGA Textanalyse-Tool hilft vielen von ihnen bei ihrer täglichen Arbeit.

Welche Bücher, Videos, Artikel oder Kurse haben Dir dabei geholfen, ein besserer Texter zu werden?

Sarah: An Wolf Schneider kommt niemand vorbei, der sich gründlich mit seinem eigenen Stil auseinandersetzen möchte. Deutsch für Profis ist wohl der Klassiker. Es hat auch mich zur Reflektion angeregt und mir dabei geholfen, sprachliche Konventionen zu hinterfragen, die eigentlich niemandem nutzen. Und stattdessen Einfachheit in der Sprache nicht nur zuzulassen, sondern anzustreben.

Die Reporterfabrik veröffentlicht kurze Tutorials und Podcasts zu unterschiedlichen journalistischen Skills. Kluge Köpfe, interessante Meinungen und Tipps für gar kein oder wenig Geld und ein überschaubarer Zeitrahmen je Thema überzeugen mich immer wieder von diesem Projekt. Ich arbeite zwar nicht als Journalistin, aber Recherche, Interviewtechniken aus dieser Perspektive zu sehen, hilft mir im Alltag dennoch weiter. Und die Kurse zur Textqualität sind natürlich ebenfalls hilfreich.

Ich glaube, dass ich von Wirkstoff Werbetext von Albert Heiser ebenfalls sehr profitiert habe, gerade was Überschriften angeht. Die Kreativtechniken sind auch super.

Sabine: Obwohl ich schon seit mehr als 13 Jahren als Texterin arbeite, habe ich mich nie eingehender mit der Theorie des Schreibens auseinandergesetzt. Ich lese am ehesten mal Blogs von anderen Textern und SEO-Profis, dann aber gezielt mehrere Artikel zu einem bestimmten Thema, bei dem ich vorwärtskommen möchte. Kurse und Videos spielen für mich gar keine Rolle.

Die Textarbeit besteht für mich aus zwei Faktoren: Talent und Handwerkszeug. Das eine hat man eben – oder nicht. Und das andere erwirbt man sich am besten durch learning by doing. Je mehr jemand schreibt, desto besser wird er – wenn er Feedback von anderen annimmt und bereit ist, immer und immer wieder an seinem Stil zu arbeiten.

Ich forsche zum Beispiel regelmäßig nach, was Kunden an meinen Texten verändern, ehe sie sie online stellen – oder was meine Lektorin schon vor der Auslieferung ändert. Das zeigt mir ganz nah an der Praxis, woran ich noch arbeiten sollte.

Patrick: Am meisten geprägt haben mich die Bücher des Klartext-Experten Thilo Baum. Ich habe vor Jahren angefangen mit 30 Minuten für besseres Schreiben. Später habe ich dann Komm’ zum Punkt gelesen. Diese Bücher haben mir wirklich die Augen geöffnet und waren wegweisend für meine heutige Arbeit. Sie haben mir gezeigt, wie klare Sprache und Perspektivwechsel funktionieren. Empfehlenswert ist außerdem das Buch Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben von Roy Peter Clark. Ein Werkzeugkasten für eine Sprache, die barrierefrei und unterhaltsam ist.

Was hättest Du gerne zu Beginn Deiner Freiberuflichkeit gewusst?

Sabine: Ich hätte meinen Wert gerne schon früher gekannt. Ich bin mit 22 Jahren eher zufällig in die Selbstständigkeit gerutscht und hätte damals schon viel von der Ruhe brauchen können, die ich heute habe. Die kam erst mit der Zeit, als ich vieles mit etwas mehr Abstand habe betrachten können. Dazu gehört es auch, dass man nicht jedem Kunden alles recht machen kann. Heute ziehe ich schneller die Reißleine, wenn ich merke, dass ich mit einem Kunden nicht harmoniere oder er sich einen anderen Stil vorgestellt hat, und vermittle lieber einen Kollegen, der eher zu ihm passt.

Sarah: Ich hätte gerne gewusst, dass es viel schöner, gesünder und vor allem möglich ist, eine Trennung zwischen Arbeitszeit und Freizeit zu etablieren.

Patrick: Ich habe in den ersten Jahren meiner Selbstständigkeit fast jeden Job angenommen, um über die Runden zu kommen. Die Honorare waren aber vollkommen lächerlich und rückblickend erniedrigend und wenig wertschätzend. Das hätte ich mir am liebsten erspart. Allerdings: Ich habe dadurch auch gelernt, zügig zu arbeiten.

Ausbildung & Weiterbildung

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Brauche ich eine Ausbildung, um Texter zu werden? In unserer Texter-Studie gab über die Hälfte der Befragten an, keine dezidierte Qualifikation als Texter zu haben. Doch obwohl es keine offizielle Ausbildung zum Texter gibt – es gibt viele Möglichkeiten, sich weiterzubilden und die eigenen Kompetenzen zu erweitern.

Hier stellen wir Dir einige vor.

Kurse, Seminare und Ausbildungen für Texter: Mit diesem Vergleich entscheidest Du Dich leichter

Welcher Textkurs ist der richtige für Dich? Einsteiger und etablierte Schreiber, die ihre Kenntnisse auffrischen wollen, stehen vor dem gleichen Problem: Weil es eine offizielle Ausbildung zum Texter nicht gibt, unterscheiden sich die Angebote stark. Diese Übersicht hilft Dir bei Deiner Entscheidung:

Schnupper- und Auffrischungskurse

Kosten: ca. 300–400 Euro

Geeignet für: Neueinsteiger, geübte Schreiber

Diese Kurse sind meistens Webinare oder andere Online-Formate. Solltest Du einen Berufseinstieg erwägen, verschaffen sie Dir einen guten Einblick in Dein künftiges Tätigkeitsfeld. Achte in diesem Fall besonders darauf, dass sie viele Übungen enthalten. Denn die geben Dir Aufschluss darüber, ob Du für einen Job als Texter geeignet bist.

Manche Anbieter spendieren Dir auch einen kostenlosen Einblick in Form einer Teaser-Lektion; oder Du erhältst eine Kapitelübersicht vom Kurs. Diese Informationen helfen Dir vor allem als Auffrischer, schnell zu erkennen, ob sich der Kurs für Dich lohnt.

Präsenzseminare (über 1–2 Tage)

Kosten: ca. 1.200–1.500 Euro

Geeignet für: Inspirationssuchende Texter, Marketer

Dieses Format erstreckt sich meist über zwei intensive Tage. Die jeweils acht Stunden Präsenzunterricht konzentrieren sich meist auf das Werbe-Texten. Gestandene Profis fordern Dich mit Praxisbeispielen heraus und liefern Dir neue Ansätze für den kreativen Prozess. Falls Du schon professioneller Texter bist oder im Marketing viel mit Textern zusammenarbeitest, können Dir diese Seminare wertvollen Input geben.

Erwarte allerdings nicht in zwei 8-Stunden-Schichten das komplette Texthandwerk zu erlernen. Aufgrund dessen sind solche Seminare für Berufsanfänger eher ungeeignet.

Einen anschaulichen Einblick in ein solches Seminar erhältst Du hier:

https://www.zeit.de/karriere/beruf/2013-11/selbstversuch-schreibkurs-werbetexter

Texterschulen

Kosten: ca. 3.000 Euro

Geeignet für: Alle, die eine vollständige Ausbildung im Textbereich anstreben

Die mit Abstand ausführlichste Art eines Textkurses ist der Besuch einer Texterschule. Die Ausbildung dauert in der Regel 10–18 Monate. Die Inhalte werden Dir in Wochenlektionen vermittelt, für deren Bearbeitung Du jeweils einen ganzen Tag brauchen wirst.

Außerdem solltest Du währenddessen unbedingt ein Vollzeitpraktikum als Texter machen; üblicherweise in einer Werbeagentur. Das ist wichtig, denn zum einen sollst Du das Gelernte direkt in der Praxis anwenden und außerdem ist ein Praktikum meist der erste Fuß in der Firmen- oder Agenturtür.

Online-Kurse der WORTLIGA

Berufswunsch Texter? Wenn Du es ernst meinst, findest Du hier eine Auswahl unserer Online-Kurse. Ob für Anfänger oder Fortgeschrittene: Wer seinen Schreibstil verbessern möchte, findet in den Kursen der WORTLIGA Inspiration, Übungen und technisches Know-how.

Online-Kurs: Zertifizierte/r Online-Texter/in

Du willst Dich als Autor weiterentwickeln, Deine Fähigkeiten auffrischen und Dein Können schriftlich anerkennen lassen? Starte jetzt den Online-Kurs der WORTLIGA: ZERTIFIZIERTE/R ONLINE-TEXTER/IN.

Online-Kurs für prägnante Werbetexte: Slogan-Schöpfer

Eva Laspas führt Dich in diesem Online-Kurs durch den Prozess des prägnanten Schreibens. Du entwickelst einen Slogan für Dein Unternehmen und lernst, Emotionen in Texten zu transportieren. Hier geht’s zum Online-Kurs Slogan-Schöpfer

Online-Kurs für Akquise und erfolgreiche Selbstständigkeit als Texter

Lieblingstexter haben treue Kunden, schreiben über ihre Lieblingsthemen und arbeiten für steigendes Honorar. Dieser Kurs bringt Dich diesem Ziel näher – als Berufseinsteiger oder Fortgeschrittener. Entwickelt mit führenden Text-Agenturen und Auftraggebern. Weiter: Kurs zum Lieblingstexter

Der richtige Bildungsträger für Deine Bedürfnisse

Einzelne Anbieter zu bewerten ohne die entsprechenden Kurse besucht zu haben, wäre sicherlich unfair. Vergleichen kann man allerdings die verschiedenen Formate. Das eine Modell passt zu Deiner Situation, das andere weniger.

Orientiere Dich bei der anschließenden Auswahl Deines Bildungsträgers beispielsweise an Zertifizierungen:

Vielleicht brauchst Du auch gar keine Ausbildung zum Texter. Hol Dir zu dieser Frage etwas Rückenwind von unserer Umfrage:

Gehalt und Stundensatz als Texter

Was verdient ein selbstständiger Texter?

Wie viel sollte ich für meine Texte verlangen? Gerade zu Beginn der Karriere treibt diese Frage viele Texter um. Hier erfährst Du, wie Du Deine Preise gestaltest und an welche Faktoren Du sie knüpfen solltest.

Was kann man als Texter verlangen? So kalkulierst Du Dein Honorar

Preiskalkulation ist für Freiberufler ein Wanderung auf Messers Schneide: Wer zu teuer ist, erhält die Zusage für Aufträge nicht. Oder er riskiert, dass er Auftraggeber an die günstigere Konkurrenz verliert. Wer zu günstig ist, arbeitet entweder unrentabel oder hetzt sich durch die Aufträge, worunter die Qualität schnell leidet.

Wenn Du Deine Preise optimal kalkulieren willst, sind also zwei Merkmale entscheidend: Was Du verdienen musst und was Du verdienen kannst. Das ist die Preisspanne, in der Du Dich bewegen wirst. Du solltest sie kennen, um Deine Preise so zu gestalten, dass sie Deinen Lebensunterhalt decken. Und damit Du genügend Zeit hast, hochwertige Inhalte zu verfassen.

Auch Auftraggeber sollten die Preisspanne kennen. Denn zum einen wollen sie sicherlich nicht zu viel bezahlen. Es ist jedoch ebenso wichtig, dass freie Autoren gute Arbeitsbedingungen haben, um hervorragende Qualität liefern zu können. Und weil Geld bekanntlich Zeit ist, funktioniert das nur mit fairer Bezahlung.

Herausfinden, was Du als Texter verdienen musst: Eine Beispielrechnung

Eine Preiskalkulation hast Du optimalerweise schon vor dem Beginn Deiner Selbstständigkeit durchgeführt. Es schadet jedoch nicht, die Rechnung von Zeit zu Zeit zu wiederholen. Du findest hier noch einmal die notwendigen Schritte:

Produktive Arbeitszeit berechnen

Zuerst musst Du Deine Arbeitszeit berechnen. Dazu ziehst Du alle Feiertage und Wochenenden ab. Reserviere Dir auch Krankentage und Urlaub. Rund zwei Wochen für Krankheit einzuplanen, ist durchaus sinnvoll. Möglicherweise willst Du auch Zeit für Kurse, Messen oder andere Maßnahmen haben, die Dich nach vorne bringen. Je nachdem, wie viel Urlaub Du dir „nimmst“, landest Du bei rund 190 bis 220 Arbeitstagen.

Im zweiten Schritt musst Du festlegen, wie viel Deiner Arbeitszeit pro Tag tatsächlich „produktiv“ ist. Als Selbstständiger bist Du auch für die Verwaltung, Akquise und Co. verantwortlich. Als Faustregel gilt, dass Du rund 50 Prozent deiner Arbeitszeit tatsächlich fakturieren kannst.

Kosten beachten

Dein eigenes kleines Büro, Dein Notebook, die Berufsversicherung oder Werbung: Als Freiberufler hast Du jährliche Kosten, die für Deine Honorarberechnung eine Rolle spielen.

Bruttozielgehalt bestimmen

Du musst festlegen, welches Gehalt Du als Freiberufler verdienen willst. Beachte dabei, dass Du Dein Gehalt nicht zu niedrig ansetzt, damit Du einen fairen Lohn erhältst. Für ein Unternehmen wärst Du oft nämlich noch deutlich teurer: Versicherungen, Arbeitsplatz, Altersvorsorge, Schulungen und Co. zeigen sich nicht bei der Gehaltsabrechnung.

Mindeststundensatz bestimmen

Nun addierst Du Dein Bruttogehalt und Deine Betriebskosten. Dann teilst Du diesen Betrag durch die Anzahl an Stunden, die Du im Jahr produktiv arbeitest. Damit hast Du deinen Mindeststundenlohn berechnet.

Du liegst unter dem errechneten Mindeststundenlohn? Dann solltest Du als freier Autor oder Werbetexter die Preise erhöhen. Denn Du tust dir zum einen selbst keinen Gefallen, wenn Du für weniger Geld arbeitest, als Du benötigst. Zum anderen schadest Du damit aber auch dem Markt, was wiederum auch anderen Textern die Existenzgrundlage entzieht.

Rechne aus, was Du verdienen kannst – mit unserem Honorar-Rechner

Einzuschätzen, wie sehr Du Deine Preise erhöhen kannst, ist nicht ganz einfach. Denn hier spielt der Markt eine bedeutende Rolle. Du musst deswegen die Preise anderer freier Texter kennen.

Die gute Nachricht: Viele Unternehmen sind bereit, die Zeit von freien Textern auch fair zu entlohnen. Auch wenn der Stundenlohn auf den ersten Blick hoch erscheint, ist das Outsourcing dieser Arbeit oftmals deutlich günstiger und risikoärmer als die Festanstellung.q

Um herauszufinden, was ein fairer Preis für Deine Leistung ist, kannst Du unseren Honorar-Rechner für freie Texter nutzen. Wir haben für die Datengrundlage Texter nach ihrem Honorar befragt, sodass Du einen guten Vergleich hast. Der Texter-Rechner hilft Dir zudem, wichtige Merkmale wie Länge und Vorkenntnisse einzupreisen. So kannst Du direkt erkennen, welcher Betrag für einen bestimmten Text angemessen ist.

Du hast bemerkt, dass Du deutlich günstiger bist als der Durchschnitt? Natürlich solltest Du Deine festen Auftraggeber nicht mit satten Preiserhöhungen überraschen. Eine kleine Anhebung gehen jedoch viele mit. Außerdem kannst Du zwischen Neukunden und Bestandskunden unterscheiden und so schrittweise Deine Preise erhöhen, ohne ein zu hohes Risiko einzugehen.

Honorar-Rechner für Texter

Schritt 1: Finde Deinen Stundensatz

Wie viel soll ich für meinen Text verlangen? Und welches Honorar kann ich als Texter ansetzen? Der Honorar-Rechner der WORTLIGA empfiehlt Dir einen Preis. Die Ergebnisse sind Anregungen! Was Du für Deine Texte nimmst, entscheidest Du mit Deiner Zielgruppe.

Die üblichen Stundensätze von deutschsprachigen Textern haben wir uns nicht ausgedacht, sondern in der WORTLIGA Texter-Studie und in Umfragen erhoben.

Aus Deinem gewählten Stundensatz errechnet das Tool anschließend einen realistischen Preis für Deinen Text. Die zwei Leitfragen: Wie lang wirst Du für den Text erfahrungsgemäß brauchen? Und was sind übliche Preise am Markt, je nach Qualifikation und Aufwand des Autors? Der Rechner fußt auf unserer Erfahrung als Texter und Agentur – aus hunderten Projekten.

Wenn Du einen Fehler findest oder Deine persönliche Erfahrung von den Preisen abweicht, schreib uns gerne an kontakt@wortliga.de.

Viel Erfolg mit Deinem Angebot und Deinen Projekten!

Übliche Stundensätze

Abhängig von Deiner Erfahrung als Texter

0-1 Jahre1-2 Jahre2-3 Jahre3-4 Jahre4-5 Jahre5-6 Jahre6-7 Jahre7-8 Jahre8-9 Jahre9-10 JahreÜber 10 Jahre
25 Euro30 Euro40 Euro45 Euro55 Euro60 Euro70 Euro80 Euro85 Euro90 Euro100 Euro

Schritt 2: Berechne den Preis Deines Textes, erhalte Honorarempfehlungen

Dein Stundensatz

Wie groß ist der Umfang des Auftrags in etwa?

Wie viel Recherche/Vorbereitung erfordert das Thema?

Wie viel Erfahrung hast Du mit dem Thema?

Preisvorschlag:

100 €

Die Erfahrung bestimmt, was Du als Texter verlangen kannst

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Ebenso entscheidend wie die Höhe Deiner Preise ist die Art, wie Du abrechnest. Nicht jeder Auftraggeber zahlt gerne nach Stunden. Doch ergibt ein Wort- oder Zeichenpreis Sinn für den Texter? Unsere Texter-Studie zeigt: Die am meisten verbreitete Methode abzurechnen ist der Pauschalpreis.

Hier erfährst Du, wie Du zwischen Stundenlöhnen, Wortpreisen und Pauschalangeboten umrechnest und welche Art der Abrechnung am sinnvollsten für Dich ist.

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Webinar zum Thema: Texter-Honorar: Bezahlung pro Wort in der Texterstellung – Wissen für Auftraggeber

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Als Texter Geld verdienen mit Deinem Blog

Du willst mit Deinem Blog Geld verdienen, aber hast so viele unbeantwortete Fragen: Ab wann lohnt sich ein Werbeprogramm? Welche Werbung passt zu meinem Blog? Wie binde ich Werbung ein? Und wie beginne ich damit am besten, ohne meine Leser gleich wieder zu verjagen? Wir haben mit dem Berufsblogger Peer Wandiger gesprochen, um Antworten auf all diese Fragen zu bekommen. Peer ist der Betreiber des erfolgreichen Blogs “Selbstständig im Netz”. Dort schreibt er über seine Erfahrungen als selbstständiger Web-Entwickler und Webseiten-Betreiber und erreicht inzwischen an die 250.000 Leser im Monat.

Kann man mit Bloggen reich werden?

Einen Blog nur deshalb zu starten, um damit reich zu werden, hält Peer für Unsinn: „Man kann das so machen, wenn man von Beginn an professionell arbeitet. Aber um einen Blog groß zu machen, muss man sehr viel Arbeit, Leidenschaft und Durchhaltevermögen reinstecken. Das Ziel, damit Geld zu verdienen, sollte deshalb nicht die Motivation für die Neugründung eines Blogs sein. Das geht meistens schief.” Peer rät Einsteigern, immer im Kopf zu behalten, dass sie mit ihrer Leidenschaft auch Geld verdienen können. Einnahmen sollten nur nicht der einzige Grund sein, damit anzufangen.

Ab wann lohnt sich Werbung?

Das sei die häufigste Frage, die er gestellt bekommt, sagt Peer. Aber dafür gäbe es leider kein Patentrezept. Wie gut die verschiedenen Monetarisierungsprogramme funktionieren, hängt sowohl von Blog-Art als auch vom Zeitpunkt ab. Sein Tipp ist, weder zu früh noch zu spät mit dem Einbau von Werbung zu beginnen. Die erste Zeit sollte Dein Blog werbefrei bleiben, bis Du einige Stammleser gewinnst. Danach kannst Du zunächst eher unscheinbare Werbung einbauen. Das schreckt weniger ab und gewöhnt Deine Leser an die Werbung. Im weiteren Verlauf solltest Du immer wieder testen, was für Deinen Blog funktioniert und was nicht.

Tipp: Mach Dir erst über Werbung Gedanken, wenn Du mindestens 1000 Leser pro Monat erreichst.

Welche Werbung passt zu Deinem Blog?

Es gibt verschiedene Einnahmequellen für Blogs. PPC (Pay Per Click)-Programme, Affiliate Marketing oder das Veröffentlichen von bezahlten Artikeln ist für den Start am besten. Hier sind einige Vor- und Nachteile der verschiedenen Einnahmequellen im Überblick:

PPCAffiliate MarketingBezahlte Artikel
KurzbeschreibungDer Blogger erhält einen Geldbetrag gutgeschrieben, wenn ein Leser auf eine Werbung geklickt hatDer Blogger erhält einen Geldbetrag gutgeschrieben, wenn ein Leser auf eine Werbung geklickt hat und ein Produkt des Werbepartners kauft.Der Blogger schreibt im Auftrag einer Firma einen Artikel beispielsweise über ein Produkt und erhält dafür Geld
Vorteile– schneller Einbau
– danach keine weitere Pflege mehr nötig
– kann zu Beginn zurückhaltend eingesetzt werden und sich dann steigern (erst Werbelinks, später Banner)
– Einnahmen sind meist deutlich höher als bei PPC
– Man bekommt einen festgelegten Fixpreis ausbezahlt
– Keine Banner, Links, etc. nötig
– Für Mischblogs geeignet
Nachteile– ohne Optimierung, sehr geringe Einnahmen
– wenig Einfluss auf die Werbung
– Beim am häufigsten verwendeten PPC-Programm Google AdSense, ist man von Google abhängig
– stark themenabhängig– Gefahr der Schleichwerbung (illegal!)
– Gerade zu Beginn eher abschreckend

Achte bei der Auswahl einer Einnahmequelle besonders auf Deine Zielgruppe und Deine Bloginhalte! Als Faustregel gilt: Wer einen Produktbezug in seinen Inhalten hat (z.B. Mode, Technik), ist häufig mit Affiliate Marketing gut beraten. Wer eher newsbezogen schreibt (z.B. Gaming), hat mit einem PPC-Programm wahrscheinlich mehr Erfolg.

Wer sich schon eine Stammleserschaft aufgebaut hat, kann überlegen ob er auch eigene Produkte anbieten will.  Dieser Weg ist eher nichts für Einsteiger. Denn man muss über einen langen Zeitraum – teilweise Jahre – Vertrauen beim Leser aufbauen, bis er eigene Produkte kauft.

Das Geld kommt nicht von alleine

Das wichtigste, um auch langfristig Einnahmen zu erzielen, ist ständiges Testen und Optimieren. Peer erzählt, dass Blogger oft unterschätzen, wie hoch der Arbeitsaufwand für die Pflege der Werbung ist. Nur Werbung, die an Zielgruppe und Reichweite des Blogs angepasst ist, lohnt sich auf Dauer. Peer rät außerdem dazu, mehrere Werbestrategien nebeneinander zu haben. “Nur so kann man das Potenzial ausschöpfen und ist gleichzeitig nicht so abhängig von einzelnen Strategien.”

An dieser Stelle sei aber erwähnt, dass in manchen Fällen auch weniger Werbung die Lösung ist. Wenig, aber zielgerichtete Werbung ist wirksamer als eine Werbeflut. Die kann nämlich selbst Stammleser schneller vergraulen, als du Geldeinnahmen sagen kannst.

Wer mit seinem Blog Geld verdienen möchte sollte nicht von Null auf Hundert einsteigen, sondern zunächst kleine Schritte gehen und sich dann steigern. Dass Du ständig auswertest und optimierst, ist unerlässlich!

Checkliste: In 7 Schritten Geld mit Deinem Blog verdienen

  • 1. Schritt: Schreib, was das Zeug hält, und gewinne Stammleser. Geld sollte am Anfang noch keine Rolle spielen.
  • 2. Schritt: Ab mindestens 1000 Lesern monatlich kannst Du mit Werbung beginnen.
  • 3 Schritt: Entscheide Dich für ein Monetarisierungsprogramm.
  • 4. Schritt: Teste und optimiere Deine Strategie. Gegebenenfalls musst Du Deinen Plan ändern.
  • 5. Schritt: Schalte vorsichtig immer mehr Anzeigen, um mehr zu verdienen.
  • 6. Schritt: Setze auf verschiedene Standbeine (also zum Beispiel sowohl PPC als auch Affiliate Marketing), um nicht von einer Werbestrategie abhängig zu sein.
  • 7. Schritt: Werte dauerhaft und zuverlässig die Statistiken aus, um die Werbung auch auf lange Sicht zielgruppengerecht zu gestalten.

Wie wird man ein guter Texter?

Mit 16 Jahren legte ich die Grundsteine für meine Karriere als Schreiber. Hier gebe ich Dir Erfahrungen und Tipps für Deinen Weg zum guten Autor.

Schreiben und Ohrfeigen meiner Mentoren

In meiner Ausbildung zum Redakteur sagte mir einmal jemand aus der Akademie-Leitung:

Gidon, vielleicht ist das mit dem Journalismus nichts für Dich. Vielleicht solltest Du mehr in die Belletristik gehen; es als Buch-Autor versuchen.

Ich war kurz gekränkt. Ihren Rat empfand ich nicht als Tipp, sondern als Beleidigung, als Versuch, mich zu entmutigen. Ich wollte nunmal Journalist werden. Also schrieb ich weiter, jetzt erst recht. Ich wollte besser werden. Ich versuchte mich an Reportagen, Nachrichten, Kommentare, Überschriften, und ich kaufte mir Bücher von den bekannten Journalismus-Vordenkern. Ich schrieb, schrieb, schrieb.

Irgendwann war ich dann so weit, dass mir Menschen sagten, Gidon, das liest sich professionell. Und ich wusste, ich war meinem Ziel nähergekommen. Durch das Schreiben und durch Ohrfeigen meiner Mentoren

Zum Glück schlugen meine Mentoren mich nicht wirklich, aber ihre Kritik fühlte sich oft so an. „Na, Gidon, das schreiben wir nicht so“ – Elke färbte meinen Textentwurf für eine Pressemitteilung mehrmals rot, und ich ging in mein Büro zurück und fing von vorn an.

Nach einigen Versuchen und mehr roter Farbe nickte Sie dann langsam, während sie konzentriert meinen Text durchlas. Diese PR-Titanin mit locker 20 Jahren mehr Berufserfahrung hatte mir mit kleinen Bemerkungen, wie meine Texte ankamen und wie sie wirken sollten, viel beigebracht darüber, wie ich Worte gezielt einsetze. So, dass ich eine bestimmte Wirkung bei meinen Lesern erziele. Und das wollen wir alle, wir, die sich Autoren und Schreiber nennen:

Wir wollen wirken!

Nicht irgendwie, sondern so, wie wir es uns vorstellen.

Der einzige Weg zum guten Schreiber: Ausprobieren, Kritik abholen, neu schreiben

Ob in meiner Akademie, im ersten Job oder in meinen ersten Jahren als Selbstständiger, immer habe ich am meisten gelernt durch:

  • Ausprobieren
  • Die Reaktionen von erfahrenen Profis einholen
  • Text anpassen, weiter schreiben

Wer den nächsten großen Roman zustandebringen und sich als Künstler verewigen will, nennt mich vielleicht einen Opportunisten. Soll der Text nicht ein Ausdruck meiner edlen Autorenseele sein? Wenn der Künstler nur das macht, was das Publikum will, ist er dann noch ein Künstler?

Ich halte dagegen, was ich in meiner journalistischen Ausbildung gelernt habe: Der Autor ist ein Treuhänder des Lesers. Ich sehe mich von meinen Lesern beauftragt, ihnen zu dienen. Und das will ich in einer Sprache tun, die die Zeit des Publikums vergoldet und nicht zur Mühe macht. Und das will ich auf eine Weise, in einer Struktur tun, die den Moment des Lesers zu einem Aha-Moment macht. Viele Texte lesen sich wie Schulbücher – ein guter Autor schreibt einen Sachtext, der sich angenehm, vielleicht sogar spannend wie ein Roman liest und der fast so ergiebig ist, als würde der Leser die Erfahrung des Autors selbst machen.

Eines meiner Lieblingsbücher der Journalismus-Mentoren schenkte ich einmal einer Freundin und gestaltete dazu dieses Geschenkpapier. Darauf viele hilfreiche Zitate, was es heißt, ein guter Autor zu sein (PDF mit einem Klick aufs Bild herunterladen):

Wie lernt man, gute Texte zu schreiben? 12 Dinge, die mir geholfen haben

  • Schreiben, Kritik einholen, weiter schreiben
  • Such Dir Mentoren, von denen Du etwas lernen kannst
  • Vorbilder suchen und nachahmen (also Texter und Texte, die Dir gut gefallen. Der Mensch lernt, wie Tiere, vor allem durch Imitation. Keine Angst, Deinen eigenen Stil entwickelst Du von selbst. Such Dir die Filetstücke in fremden Stilen und mach Dein eigenes Ding daraus.)
  • Bücher von Vorbildern lesen – Bücher, die Dir helfen: mehrmals lesen! (Zum Beispiel bei mir: Associated Press-Handbuch. Journalistisches Schreiben von Rene J. Cappon, 2005) Mehr Buch-Empfehlungen findest Du in meinem Online-Kurs
  • In Sachen Marketing: Einen eigenen Blog starten, um zu sehen, was zum Beispiel bei SEO wirklich funktioniert
  • Über viele verschiedene Themen schreiben und dabei deine Lieblinge herausarbeiten
  • Nie, nie, nie mit dem Schreiben aufhören!
  • Offen bleiben und den Stil immer weiterentwickeln, sonst machst Du Rückschritte. Weiterentwickeln heißt: Deine eigenen Texte mit einigen Tagen, Wochen oder Monaten Abstand lesen und Dich fragen: Was will ich daran künftig besser machen? Dann diese Punkte in neuen Texten umsetzen.
  • Dich mit Psychologie beschäftigen. Ich liebe zum Beispiel die Vorträge von Vera F. Birkenbihl auf YouTube über Gehirngerechtes Lernen und Kommunikation. Gefressen habe ich auch die Kommunikationspsychologie und die Verständlichkeitsforschung von Friedemann Schulz von Thun und seinen Kollegen Inghard Langer und Reinhard Tausch.
  • Mich empathisch in meine Leser einfühlen und reindenken (ich stelle mir vor, wie die Person vor mir sitzt, für die ich schreibe)
  • Die Engpasskonzentrierte Strategie (eine Management-Methode, bei der Du lernst, Dich auf die Bedürfnisse einer spezifischen Zielgruppe zu konzentrieren. Neben Empathie spielt hier auch eine Rolle, mit Deiner Zielgruppe zu sprechen; sie also zum Beispiel zu fragen, was sie an einem Thema am meisten interessiert. Oder, was ihr größtes Problem im Hinblick auf das Thema ist).
  • Und erst ganz spät, in den letzten Jahren: Software zur Textanalyse benutzen (ich dachte lange Zeit, dass ich eh schon viel zu gut bin, um unsere eigene Software zu benutzen. Als ich das Tool dann zu Demo-Zwecken benutzte, merkte ich, dass meine Texte besser wurden. Denn ich rief durch das Tool das Texter-Wissen in mir stärker ab und setzte es häufiger ein.

Grundtechniken und Tipps für gute Texte im Journalismus, PR-Texte, Instagram-Texte oder Newsletter

  • Lass die Floskeln weg: Lies dazu diesen hervorragenden Artikel unserer Gastautorin Claudia Aschour: Floskeln vermeiden: Diese 11 inhaltsleeren Phrasen haben auf Deiner Homepage nichts verloren.
  • Mach Pausen: Wenn Dir nichts Gutes mehr einfällt oder Du nicht weiter kommst, mach Dir ’nen Kaffee, geh eine Runde mit dem Hund raus oder schau etwas aus dem Fenster. Steh auf! Wenn der Kopf in den Leerlauf kommt, arbeitest Du unbewusst weiter am Problem. Die richtige Idee für den nächsten Absatz, die nächste Überschrift, den richtigen Satz kommt oft aus dem Nichts.
  • Mach Dir erst eine Gliederung, dann fang mit dem Text an. Dein Text bekommt dadurch von selbst einen roten Faden. Du kannst auch einen Kernsatz entwickeln. Wie das geht, erzählt mein Interview-Partner Christian Deutsch in diesem Podcast.
  • Fass Dich kurz, kürze Deinen Text immer so weit wie möglich. Kurze Texte sind meistens besser als ausschweifende Texte. Tipps fürs Texte-Kürzen. Außerdem hier eine Checkliste fürs Kürzen von Texten.
  • Nimm Dir viel Zeit für die Überschriften Deiner Texte – sie entscheiden, ob jemand Deine Texte liest.
  • Benutze (starke) Verben statt langweiligem Nominalstil (Nicht „die Bekanntmachung erfolgt“ sondern: „Er/Sie verkündet / sagt / schreibt vor …“).
  • Sprich Deine Leser persönlich an.
  • Wechsle mittellange und kurze Sätze ab. Sprachmelodie! Wenn die Sätze Deines Textes durchschnittlich rund 15 Wörter haben: sehr gut.
  • Schreibe kurze Absätze und gliedere sie mit Zwischenüberschriften.
  • Erzähle eine kurze Geschichte, so wie ich zu Beginn dieses Textes. Knackig erzählte Geschichten lesen sich immer interessant und motivieren Deine Leser, dranzubleiben.
  • Deine Einleitung sollte in wenigen Sekunden (also in ca. zehn Wörtern) klar machen worum es geht und was der Leser hier bekommt; was hat er davon, weiterzulesen?

Gute Texte schreiben für Webseiten

Texte für Websites sind etwas Besonderes: Nutzer sind ungeduldig, wollen schnell einen Überblick haben und kommen meistens von Suchmaschinen wie Google. Die Regeln für gute SEO-Texte gehören also auch noch in den Kopf eines erfahrenen Texters.

Nutzerfreundlichkeit – Gute Texte brauchen klare Struktur und augenfreundliches Design

Nutzerfreundlichkeit spielt in Texten für Websites eine riesige Rolle. Dein Text ist mehr als ein Text; er ist ein Teil der Website, der einfach zu bedienen sein muss. Damit Dein Kopf nicht platzt, habe ich diese Checkliste für Content-Qualität geschrieben. Sie führt Dich Schritt für Schritt beim Überprüfen, ob Deine Website-Texte gut und nutzerfreundlich sind. Außerdem wichtig: Lass Deinen Text nicht irgendwie enden und baue keine Einbahnstraßen – lass den Leser wissen, was er jetzt tun soll und gib ihm Links für den nächsten Schritt.

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Kundenfreundliche Texte: Drei Regeln für Deine Kommunikation

Schreibe verständlich, interessant und empathisch – dann freuen sich Deine Kunden, dann sind Deine Texte kundenfreundlich. In diesem Artikel erfährst Du die Schritte zur kundenfreundlichen Kommunikation, frei von abschreckenden Elementen und Formulierungen.

Interessant bleiben: Dem Kunden mit Text das Einkaufserlebnis möglichst angenehm machen

Kann ich kundenfreundliche Texte über Produkte wie Mülleimer oder Schränke schreiben? Unser Kunde KAISER+KRAFT kann das: Der Online-Händler belästigt Kunden nicht mit Platzhalter-Texten der Gattung Was ist ein Mülleimer. Die Firma setzt auf:

Erstens: Informieren, wenn Kunden Rat suchen. Keine Datenblätter in Texte gießen, sondern beim Kauf beraten.
Zweitens: Unterhalten, wo das Produkt sich von selbst erklärt und jede Erklärung in Bla-Bla münden würde.

Unterhaltung muss nicht in Witzen münden. Ich meine kurzweilige Kommunikation, die Kunden gerne lesen. Wie die Musik im Supermarkt oder ein guter Duft in der Drogerie sollen unterhaltende Texte Kunden mit einem angenehmen Gefühl durch den Kaufprozess begleiten.

Wo Beratung nötig ist, übernimmt Text die Rolle des Verkäufers, der mir die Vorteile verschiedener Produkte erklärt. Bei seinem Rat geht er ruhig und empathisch auf meine Situation ein, bringt mich aber auch in absehbarer Zeit zu einer Kaufentscheidung.

Das Ziel von KAISER+KRAFT mit diesen kundenfreundlichen SEO-Texten: Die Reichweite des Online-Shops erhöhen. Mit Kommunikation, die die Besucher weiterbringt.

Verständlichkeit fördert Verkäufe: Kundenfreundlich schreiben mit diesen 7 Tipps

  • Kundenfreundlich schreiben ist einfach. Du musst nur die richtigen Wörter weglassen (frei nach Mark Twain). Zum Beispiel die Floskeln, die wir alle nicht mehr hören können und die beim Lesen langweilen. Willkommen auf unserer Website, im Mittelpunkt stehen Ihre Wünsche, Qualität ist uns wichtig – diese Sprüche gehören in die Tonne. Deckel drauf, nie wieder rausholen. Lies dazu den reichhaltigen Ratgeber gegen Floskeln unserer Gastautorin Claudia Aschour.
  • Kundenfreundliche Formulierungen sind freundlich, positiv und schlank, versperren dem Besucher aber nicht den Weg zur Information. Wenn etwas nicht auf den ersten Blick relevant erscheint, verschwinden Besucher schnell wieder. Merke: Online-Nutzer suchen immer Information. Freundliche Kommunikation ist wichtig, erfolgt aber parallel zur Information.
  • Lange Schachtelsätze sind so förderlich wie ein Verkäufer, der am liebsten sich selbst reden hört. Lass den Kunden verschnaufen. Wenn jemand deine Texte zwei-, dreimal lesen muss, wirkt die Werbung nicht.
  • Das Gegengift langweiliger Floskeln ist anregende Sprache. Erzähle Geschichten wie ich von KAISER+KRAFT am Anfang des Textes, dann fällt es Besuchern leichter, Dir zu folgen. Beschreibe Situationen und Produkte bildhaft, statt mit zu oft gebrauchten Adjektiven die Fantasie des Kunden abzutöten. Einen spannenden Ratgeber für anregende Sprache mit weniger Floskeln findest Du in diesem 40-minütigen Podcast-Interview mit Journalismus-Dozent Christoph Seidl: Wer die Adjektive weglässt, schreibt bessere Texte
  • Lass alles weg, was Du aus Behördenschreiben, Polizei-Pressemitteilungen oder Reden von Politikern kennst: Passiv-Formulierungen, den Nominalstil, unpersönliche Sprache (man).
  • Sei möglichst prägnant, sag erst das Wichtige und teile Deine Sätze nach dem Grundsatz auf: Ein Gedanke pro Satz.
  • Gliedere Deinen Text in kurzen Absätzen, nicht mehr als acht Zeilen pro Absatz. Überschreibe wichtige Absätze mit aussagekräftigen Überschriften. Hier kannst Du auch mit Keywords arbeiten. In meinem Interview SEO-Expertenrunde geben SEO-Profis Tipps zum Einsatz von Keywords in Texten.

Empathisch schreiben: Auf die Bedürfnisse Deiner Zielgruppe eingehen

Deine Zielgruppe hat Bedürfnisse, Wünsche, Probleme: Je besser Du sie kennst, desto genauer kannst Du Deine Texte auf Kunden ausrichten.

  • Leite einen Text mit einem häufigen Problem, einer Situation ein, die Dein Kunde kennt. Stelle möglichst früh eine Lösung in Aussicht, damit sich das Weiterlesen in den Augen Deiner Kunden lohnt.
  • Stell Dir Deinen Kunden vor, während Du Deinen Text schreibst.
  • Frage Dich immer wieder, ob Du mit Deinem Text langweilst oder anregst. Überforderst Du den Kunden? Würdest Du hier weiterlesen? Stellst Du das Produkt, die Leistung interessant dar? Würdest Du das verstehen? Eine neutrale Hilfe kann unser kostenloses Textanalyse-Tool sein – denn unsere Gedanken wirken auf andere oft komplizierter als wir glauben. Eine unabhängige Analyse deckt umständliche Formulierungen und schwere Sätze auf.
  • Lass Deinen Text mindestens eine Nacht liegen, um ihn selbst besser einschätzen zu können, oder beauftrage ein Lektorat.

Bild von pasja1000 auf Pixabay

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Texter-Ausbildung und Weiterbildung von Gidon Wagner – Texter, Journalist & WORTLIGA-Gründer

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Das lernst und vertiefst Du mit Gidon Wagner:

  • Leserfreundlich und verständlich schreiben
  • Schreibstil verbessern und weiterentwickeln
  • Empathisch für Zielgruppen texten
  • Das Hamburger Verständlichkeitsmodell anwenden
  • Texte strukturieren und für Suchmaschinen optimieren
  • Die Aufmerksamkeit von Lesern halten