Besser schreiben lernen:

Wie Du Ausdruck, Stil und Inhalt Deiner Texte verbesserst. Übungen, Videos, Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene.

Über den Autor – Gidon Wagner

Ich bin Spezialist für verständlichen Aufbau von Inhalten und Geschäftsführer der WORTLIGA. Seit 2005 arbeite ich als Journalist und Texter. In Seminaren und meinem Online-Kurs schule ich verständliches Texten für Journalismus, Online-Marketing und Kommunikation.

Kostenloser Online-Schreibkurs: Schreibstil verbessern in 60 Minuten

Was Du in diesem Schreibkurs lernst:

  • Besser schreiben mit den vier Prinzipien der Verständlichkeit
  • Deinen Schreibstil verbessern, für klare und überzeugende Texte
  • Deine Leser persönlich ansprechen und ihr Interesse wecken
  • Besser formulieren: nicht nur für Texte

Vorwort | Schreibstil verbessern: Vergiss diese Mythen – und Menschen lesen Deine Texte

Wir stehen stundenlang im Laden und suchen nach passenden Schuhen. Aber wie oft fragen wir uns, ob wir in einer passenden Sprache schreiben und sprechen? In einer Sprache, die zu uns passt. Und wie entwickeln wir so eine Sprache?

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Die vier Prinzipien für verständliches Schreiben

Wir kennen vier Prinzipien für verständliche Sprache – auf ihnen stehen alle weiteren Regeln. Sie sind die einfache wissenschaftliche Grundlage dieses Kurses. Wenn Du sie kennst und verinnerlichst, bekommst Du einen inneren Kompass für gute Texte. Du entscheidest Dich öfter für Deine Leser, ihr Lesevergnügen und Verständnis.

Die vier Faktoren kurz erklärt

Die vier wichtigsten Zutaten für verständliche Texte sind:

  • Einfachheit – Dinge einfach sagen, statt kompliziert
  • Gliederung und Ordnung – Ein Gedanke pro Satz
  • Kürze und Prägnanz – Geschwafel weglassen, besser kurze Sätze, besser kurze Wörter
  • Anregende Zusätze – Trotz aller Kürze muss die Sprachmelodie und Abwechslung bleiben

Diese vier Grundregeln kommen aus der Kommunikationspsychologie. Wissenschaftler wie Friedemann Schulz von Thun, Reinhard Tausch oder Inghard Langer haben Verständlichkeit in diese Grundzutaten gegliedert. Alle Ratschläge auf dieser Seite basieren auf diesen wissenschaftlichen Errungenschaften.

Die einfachsten Regeln für verständliche Texte per Tool sicherstellen

  • Schreibe keine zu langen Sätze, keine Schachtelsätze und wenig Nebensätze (neun bis 15 Wörter sind ein guter Wert im Durchschnitt)
  • Schreibe keine zu langen Wörter (bis zu drei Silben)
  • Verwende Wörter, die Dein Leser kennt (gebräuchliche statt ungewöhnliche Wörter)
  • Schreibe aktiv und nicht passiv
  • Vermeide die Zeitform perfekt
  • Sprich den Leser persönlich an (Du statt man)
  • Schreib Wörter wie Kilometer oder Stunden aus (statt Km/h oder Std.)
  • Langweile den Leser nicht mit Phrasen (macht den Text schwammig)
  • Lass Füllwörter weg, wo sie nicht zum Verständnis oder Klang beitragen
  • Schreib nicht im Nominalstil (Verbessern statt Verbesserung)

Diese Regeln prüft die WORTLIGA Textanalyse ab und hat damit schon über 200 000 Nutzern geholfen, verständlich schreiben zu lernen und Texte zu verbessern. Wenn Du möchtest, probier das Tool gleich jetzt aus: https://wortliga.de/textanalyse/

Ziel: Den Text hinter dem Inhalt verschwinden lassen

Darum geht es beim verständlichen Schreiben, besonders bei Web-Texten. Nutzer nehmen sich wenig Zeit, um Texte zu lesen. Wenn Sie verstehen, ohne dass der Text Mühe macht, bist Du ein guter Online-Autor. Wenn Du ausschließlich Texte fürs Web schreibst, empfehle ich Dir meine Checkliste für Content-Qualität. Darin geht es nicht nur um Verständlichkeit, sondern um nutzerfreundliche Texte. Inhalte, die Google-User und Besucher Deiner Website gerne benutzen, gerne wieder besuchen.

In diesem Artikel bleiben wir bei der reinen Verständlichkeit von Texten, was Dir auch für Print-Texte oder Texte für Apps weiterhilft.

Es gibt keine Regel für gute Sätze. Es gibt Sätze, die beim Leser ankommen und es gibt Sätze, die ihre Wirkung verfehlen.

Ein Gedanke pro Satz ist eine gute Regel – aber ich empfehle Dir, die Regeln zu brechen, wenn das dem Zweck dient. Verständlich schreiben ist mehr eine psychologische Kunst, weniger eine mathematische. Es gibt Ausnahmen. Merk Dir also: Mein Text muss beim Leser ankommen. Du bist die erste Prüfstelle, ob das so ist. Dafür musst Du Deinen Text mit Abstand noch mal lesen. Am besten lässt Du ein bis zwei Tage verstreichen, dann liest Du mit frischem Blick. Für alles andere gibt es Lektoren und unsere Software für verständliche Texte, die WORTLIGA Textanalyse.

Übrigens: Nutzer unserer Software erzählen uns, dass sie mit unserer Software besser schreiben lernen. Wenn Du mit der Textanalyse arbeitest, achtest Du bald von selbst darauf, keine zu langen Sätze zu formulieren. Du entwickelst ein Gefühl für verständliche Texte. Dieses Gefühl sollst Du mit meinen hier vorgestellten Grundregeln ebenfalls entwickeln.

Besser kurze als lange Sätze

Warum sind zu lange Sätze schlecht für Deine Leser? Und warum sind zu viele kurze Sätze auch nicht gut? Das erkläre ich Dir im Video. Außerdem lernst Du, wie Du Texte optimal mischst – mit längeren und kurzen Sätzen. Dabei hilft Dir die WORTLIGA Textanalyse.

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Weder zu lang, noch zu kurz schreiben

Gute Texte sind prägnant, frei von verschachtelten Sätzen. Aber auch zu viele kurze Sätze ohne Abwechslung lassen den Leser stolpern. Deswegen sollten wir kurze und mittellange Sätze abwechseln. Mit ausgewogenen Satzlängen entsteht eine angenehme Sprachmelodie. Wie Dir WORTLIGA Textanalyse dabei hilft, siehst Du im nächsten Video.

Wie ausgewogen klingt mein Text? Die WORTLIGA Textanalyse gibt Hinweise mit der Funktion Sprachmelodie.
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Wird schnell eintönig: Vorsicht bei zu viel kurzen Sätzen

Knackig Texten gehört zum guten Stil, den wir aus dem Journalismus kennen. Auch Werbetexter haben gelernt, sich kurzzufassen; kurz kommt an, lautet der Grundsatz beim Schreiben. Kurze Sätze helfen der Verständlichkeit, helfen dem Leser, aber zu viel Kürze macht Texte schwer lesbar, langweilig und monoton. 

Wir empfehlen Dir: Wechsle ab! Ein guter Richtwert sind 15 Wörter im Durchschnitt. Den Überblick über Deine Sprachmelodie behältst Du nun mit der Wortliga Textanalyse. Das Tool misst die durchschnittliche Länge Deiner Sätze und zeigt Dir an, ob Dein Stil eher lang, eher kurz, sehr kurz oder ausgewogen ist. Überschriften zählt das Tool nicht in die Statistik. 

Verlass' Dich auf Dein Sprachgefühl
Wie immer gilt: Ein Tool kann Dir helfen, am Ende entscheidest aber Du, ob Dein Text verständlich ist und angenehm klingt. Tipp: Lies Deinen Text laut Korrektur, dann hörst Du, ob Deine Sätze langatmig, holprig oder ausgewogen sind.

Die optimale Satzlänge für Texte ist also: Abwechseln. Hier übst Du das Kürzen von Sätzen an einigen Beispielen

Besser kurze als lange Wörter

Ein langes Wort macht noch keinen schlechten Text – aber viele lange Wörter machen den Lesefluss kaputt. Such die knackigen Wörter, lass überflüssige Wortteile weg oder verwende Bindestriche – Deine Texte sehen damit besser aus, lesen sich angenehmer und Dein Publikum dankt es Dir.

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Besser aktiv als passiv schreiben

Der Passiv ist der Tod des lebendigen Textes – und damit tabu in verständlichen Texten. Denn nur lebendige Texte aktivieren den Leser und helfen ihm, zu verstehen.

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Sätze zusammenhalten statt auseinanderreißen

Das Passiv und die Zeitform-Perfekt reißen Sätze auseinander – oft so weit, dass wir sie zwei oder drei mal lesen müssen, um zu verstehen. Wenn Du verständliche Texte schreibst, hältst Du Deine Sätze also besser zusammen und führst einen Gedanken nach dem anderen aus – wie in einer guten Geschichte.

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Leser persönlich ansprechen

Wer sich nicht angesprochen fühlt, verliert schnell das Interesse und hört nicht mehr zu. Ein guter Text trifft aber seine Zielgruppe und hält das Interesse aufrecht. Klingt logisch und kannst Du Dir leicht merken: Deine Leser fühlen nur sich dann angesprochen, wenn Du sie persönlich ansprichst.

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Weniger abkürzen, mehr ausschreiben

Abkürzungen sind umständlich, denn unser Gehirn muss sie erst in echte Sprache übersetzen, bevor wir verstehen können. Deswegen schreiben wir in guten Texten Dinge wenn möglich aus.

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Frische Sprache statt staubiger Phrasen

„Mein Herz pochte wie ein Dampfhammer“ – wenn ich diese Phrase noch einmal lesen muss, schlafe ich ein! Deswegen solltest Du sie in Deinen Texten nicht benutzen – und auch keine der anderen totgeschriebenen Redewendungen. Weg damit, her mit der frischen Sprache, frei von aufgeblasenen Worthülsen!

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Knackige Sätze mit weniger Füllwörtern

Was meint Chefredakteur und Journalist Andreas Quinkert, wenn er sagt: „Es gibt keine Füllwörter, sondern nur Erfüllwörter“? Der Redaktionsleiter von GrowthUp.de findet: Ein und dasselbe Wort kann einen Text kaputt machen oder verbessern. Das finde ich auch und ich zeige Euch mit Andreas Zitat, was wir meinen.

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Starke Verben statt Nominalstil und Amtsdeutsch

Schluss mit Amtsdeutsch und toter Sprache – statt Nominalstil benutzen wir starke Verben, damit unsere Leser mit lebendiger Sprache mehr erfahren und verstehen.

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Werde ein ausgezeichneter Online-Texter mit Zertifikat:

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WORTLIGA-Online-Kurs:

ZERTIFIZIERTE/R ONLINE-TEXTER/IN  

Texter-Ausbildung und Weiterbildung von Gidon Wagner – Texter, Journalist & WORTLIGA-Gründer

Du willst Dich als Autor weiterentwickeln, Deine Fähigkeiten auffrischen und Dein Können schriftlich anerkennen lassen? Starte jetzt den Online-Kurs der WORTLIGA: ZERTIFIZIERTE/R ONLINE-TEXTER/IN.

Das lernst und vertiefst Du mit Gidon Wagner:

  • Leserfreundlich und verständlich schreiben
  • Schreibstil verbessern und weiterentwickeln
  • Empathisch für Zielgruppen texten
  • Das Hamburger Verständlichkeitsmodell anwenden
  • Texte strukturieren und für Suchmaschinen optimieren
  • Die Aufmerksamkeit von Lesern halten

Mehr Tipps & Videos für Deinen Schreibstil

Was ist ein guter Text?

Ein guter Text ist gut für den Leser. Er gibt dem Leser das, was er sucht. Er hilft dem Leser bei einem Problem oder befriedigt sein Bedürfnis.

  • Information
  • Orientierung
  • Unterhaltung
  • Angenehmes Schriftbild (Layout)

Dank Suchmaschinen fehlt es niemandem mehr an Information. Deswegen sollte Dein Text Orientierung bieten, wenn Du einen Sachtext schreibst. Wiederhole in Deinem Text nicht das, was der Leser überall findet, sondern sei so hilfreich wie möglich. In Marketing und Journalismus sprechen wir dann auch vom Nutzwert. 

Unabhängig vom Inhalt ist ein Text nur gut, wenn leicht zu lesen ist. Stell Dir beim Schreiben die Frage: Macht es Spaß, meinen Text zu lesen? Alle angenehmen Emotionen helfen dem Leser, zu verstehen und die Aufmerksamkeit zu halten. Denn anregende Informationen festigen sich besser im Hirn als trockene Information.

Ein guter Merksatz:

„Einer muss sich plagen, der Schreiber oder der Leser“

Da hatte Wolf Schneider recht, doch was meinte er damit genau?

Einer muss sich immer plagen, sonst leidet das letzte Glied der Konsumkette. Wenn sich der Koch keine Mühe gibt, plagt sich der Restaurantgast durch ein ungenießbares Essen. Legt der Schreiner ein mangelhaftes Engagement an den Tag, plagt sich der Stuhlkäufer – spätestens, wenn sein Hintern auf dem Boden landet.

So universal anwendbar das Zitat auch erscheinen mag, Wolf Schneider meinte etwas anderes damit. Im Gespräch mit Miriam Rossius bezieht er sein Zitat auf mangelhafte Korrekturschleifen. Schreiber gehen seiner Meinung nach davon aus, die Arbeit wäre getan, sobald Rechtschreibung und Grammatik stimmen. Doch das ist ein Irrtum.

Ein guter Text entsteht in den Korrekturschleifen

Dass ich selbst meinen Text verstehe, heißt noch lange nicht, dass mein Leser das auch tut – geschweige denn ihn gern liest. Was Wolf Schneider mit Plage meint, ist nicht das Schreiben an sich. Es sind die Korrekturschleifen, die den Text lesergerecht machen. Weil dieser Prozess meist vernachlässigt wird, plagt sich der Leser.

Der Koch hat also kein ungenießbares Essen zubereitet. Sondern ein köstliches Steak, das jedoch so dick ist, dass der Gast es nicht schneiden kann. Hier sind Texter im Vorteil: Wir können unsere Texte beliebig oft nachbearbeiten, bevor sie beim Leser auf dem Teller landen.

Laut Wolf Schneider tun das zu wenige Schreiber. Es entstehen Texte für die Tonne, die nicht an ihrem Inhalt, sondern ihrer Aufbereitung gescheitert sind.

Video: Steckt genug Energie in Deinen Texten?

Leser wollen Energie aus Deinen Texten ziehen. Sonst sind sie schnell wieder weg. Wolf Schneider fasst es gut zusammen, wenn er sagt: „Einer muß sich plagen, der Schreiber oder der Leser“. Und Werner Hadulla: „Die Mühe muss beim Schreiber, nicht beim Leser liegen“.

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Darunter leiden Leser, wenn der Autor sich nicht genug müht:

  • Sätze mehrmals lesen
  • Den Sinn erraten
  • Sich durch Textwüsten quälen
  • Beim Lesen müde werden

Das passiert, wenn Du genug Energie in Deine Texte steckst:

  • Sätze lassen sich flüssig lesen
  • Leser versteht alles sofort (und kann über den Inhalten nachdenken)
  • Lesen ist angenehm oder macht sogar Freude
  • Leser ist wach, angeregt, inspiriert

Vier Symptome von Texten mit negativer Energie-Bilanz:

  • Lange Sätze
  • Verschachtelte Sätze (Der Sachbuchautor, der sich als „meistgelesener Stillehrer des deutschen Sprachraums“ vorstellt, lehrt leicht verständliches Deutsch.)
  • Überflüssige Nebensätze (Das zu sagen, ist richtig)
  • Komplizierte Wörter (fokussieren)

Fünf Merkmale guter Texte

1. Dein Text ist ein wertvolles GUT für Deine Leser

Ein Text ist zum Beispiel ein wertvolles Gut, weil er subjektiv der Zielgruppe gefällt. Er löst ein Problem oder befriedigt ein Bedürfnis. Er stimmt den Leser zuversichtlich, unterhält ihn und hilft ihm dabei, eine konkrete Sache zu tun. Versetze Dich in Deine Leser und frage Dich, wie Du ihnen am besten weiterhelfen kannst. So entsteht wahrscheinlicher ein Text, den Deine Leser auch als gut wahrnehmen. Ein Text, der für Deine Leser ein wertvolles Gut ist, wird wahrscheinlich auch für Dich zu einem Gut, das Dich bekannter, reicher, zufrieden macht. Dich inspiriert. Mehr zum Thema im Abschnitt über zielgruppengerechtes Schreiben.

Übrigens: Wenn Du Schüler bist, ist Deine wichtigste Zielgruppe der Lehrer – seine Anforderungen an Deine Texte sind die Richtschnur. Was Du privat schreibst, steht auf einem anderen Blatt.

2. Deine Leser verstehen ihn

  • Vermeide lange Sätze und lange Wörter
  • Setze Adjektive sparsam ein
  • Benutze kein Passiv und kein Amtsdeutsch in Deinen Texten
  • Fasse Dich kurz, aber schreibe in angenehmer Sprachmelodie
  • Vermeide Fremdwörter, erkläre sie, wenn Du nicht ohne Fachsprache auskommst
  • Reiße keine Satzteile auseinander
  • Strukturiere Deine Texte:
    • Ein Gedanke pro Satz
    • Gliedere mit Zwischenüberschriften
    • Gestalte Deine Absätze nicht zu lang (acht Zeilen pro Absatz sind ein guter Richtwert, schau aber auf Dein Layout und was darin gut aussieht. Auch auf dem Smartphone muss sich der Text angenehm lesen.)
    • Wenig Schachtelsätze, viele Hauptsätze
    • Bringe das Wichtigste zuerst ins Gespräch (das gilt für jeden Satz und auch für den Text insgesamt)

Tipp 1: In meinem kostenlosen Online-Kurs lernst Du, besser zu schreiben und zu formulieren.

3. Ein guter Text bedient unterschiedlich tiefe Interessen am Thema

Manche Leser wollen nur das Wichtigste zum Thema wissen, andere wollen sich tiefer einlesen. Du kannst beide zufriedenstellen, indem Dein Text im oberen Teil dicht gedrängt viele Aspekte behandelt, weiter unten konzentrierst Du Dich ausgiebiger mit Details.

4. Ein guter Text passt zur Situation und zum Medium des Lesers

Wenn Du mit Teig an den Händen nach Tipps für Deinen Kuchen suchst, willst Du nicht erst etwas über die Geschichte des Backens lesen. Wer sich geschnitten hat, braucht im Text sofort Hilfe. Und generell will niemand allgemeine Philosophie über das Thema, wenn er über Google etwas Konkretes sucht. Manche Themen sind auch nichts für einen Text sondern verlangen nach einem anderen Format – zum Beispiel Vorlagen bei Bewerbungsschreiben oder Videos bei einem Tutorial. Siehe dazu meinen Artikel zum Thema zielgruppengerechtes Schreiben im Punkt: Hol den Leser in seiner Situation ab.

5. Es macht Dir Freude, ihn zu schreiben

Dieser Punkt kommt oft zu kurz: Die besten Texte entstehen mit Freude und Enthusiasmus. Denkst Du beim Schreiben schon an die vielen zufriedenen Menschen, denen Du damit einen guten Dienst erweist? Hast Du richtig Bock auf das Thema? Willst Du einen geilen Text schreiben, oder willst Du einfach nur das Blatt vollkriegen? Deine Einstellung und Deine Lust aufs Thema unterscheidet Deinen Text von anderen. Auch, wenn es naiv klingt: Hab Freude beim Schreiben und schreibe nicht, wenn Du dabei keine Freude empfindest. Dann werden Deine Texte nicht nur gut, sondern besser – wertvolle Güter für Deine Leser.

Was ist ein guter Schreibstil?

Guter Schreibstil geht auf die Bedürfnisse der Leser ein. Der Autor ist konkret, verständlich, spricht die Sprache der Leser und erspart ihnen aufgeblähte Texte. Hier bekommst Du Anregungen, wie Du die Grundsätze für guten Stil befolgst.

Lass das Fachjargon weg

Daniel M. Oppenheimer widerlegte einen bei Studenten weitverbreiten Mythos darüber, welches Vokabular Professoren am meisten beeindruckt. Das Ergebnis: Es ist ein Anzeichen geringer Intelligenz und Glaubwürdigkeit, wenn man geläufige Ideen in einer hochtrabenden Sprache formuliert.

Das empfinden also sogar Professoren so, die mit dem entsprechenden Fachjargon vertraut sind. Wie negativ wirken sich komplizierte Formulierungen dann erst auf Deine normalen Leser aus?

„Adäquate Aphorismen affirmieren Deine Aussage.“

Nein, das ist die Alliteration nicht wert. Stattdessen lieber:

„Geflügelte Worte eignen sich gut, um Deine Aussage zu verstärken.“

Nur ein sehr beschränkter Geist ließe sich mit der ersten Version beeindrucken. Es ist sehr frustrierend, in einem Satz jedes dritte Wort nachschlagen zu müssen; nur um festzustellen, dass man die Aussage sofort verstanden hätte, wäre sie gehirngerecht verpackt gewesen. Dieser Umstand wird keinen Leser von der Kompetenz des Autors überzeugen.

Mach konkrete Aussagen

Gegeißelt von der Angst, mit spezifischen Aussagen Leser zu vergraulen, flüchten sich Autoren in ein allgemeines Blabla.

Du kennst wahrscheinlich Shazam. Die App erkennt Musik in kurzer Zeit und zeigt Dir Interpret und Titel des jeweiligen Liedes an. Nehmen wir an, Shazam hätte noch nicht über eine Milliarde Downloads. Welcher Satz würde Dich mehr überzeugen?

„Shazam erkennt in kurzer Zeit fast jeden Musiktitel.“

Oder

„Shazam erkennt sogar Progressive Viking Metal aus der norwegischen Underground-Szene und liefert Dir in Sekundenschnelle Titel und Interpret.“

Zugegeben, der zweite Satz ist viel länger. Aber ein anderer Trugschluss geht damit einher: dass er sich nur an Hörer von norwegischem Progressive Viking Metal richtet. Doch das Gegenteil ist der Fall. Fans von anderen Musikrichtungen werden denken: „Okay, wenn Shazam sogar das erkennt, dann erkennt es auch meine Nische!“

Konfrontierst Du die gleichen Menschen mit der ersten Aussage, denken sie womöglich: „Na super, und ich gehöre mal wieder zu dem Fast-Teil, dessen Musik nicht von Shazam erkannt wird.“

Obwohl sich die konkretere Aussage auf eine viel kleinere Gruppe bezieht, fühlen sich mehr Menschen davon angesprochen. Eine allgemeine Aussage hingegen ist oft zu abstrakt, um ihre Wirkung zu entfalten. Arbeite deshalb mit expliziten Beispielen.

Schaffe Vertrauen und Nähe mit Umgangssprache

Deine Marketingtexte sind keine Doktorarbeit. Umgangssprache verringert die Distanz zwischen Autor und Leser und macht Deine Texte prägnanter.

Ein einfaches „So geht’s“ ist eingängiger als ein umständliches „Das bewerkstelligst Du folgendermaßen“. Dosiere die Umgangssprache in Deinen Texten sorgfältig, aber beachte ihre Vorteile. Denn zu oft fürchtet man nur ihre vermeintlichen Nachteile.

Auch Verkürzungen wirken oft umgangssprachlich, haben aber einen positiven Effekt.

„Mit der folgenden Methode erzielst Du bessere Ergebnisse:“

Lieber einfach nur:

„Besser:“

Dein Leser wird Dir die Umgangssprache verzeihen, wenn sie ihm unnötige Lesestrapazen erspart. Nutze sie als Stilmittel, um mit Deinem Leser auf Augenhöhe zu kommunizieren und um Deine Texte zu vereinfachen.

Spare Adjektive

Nicht alle Adjektive sind schlecht, aber für viele Schreiber sind sie das Maggi Fix in ihren Texten – rein damit, dann schmeckt’s den Lesern schon einigermaßen.

Doch wer einen toten Text mit Adjektiven belebt, bekämpft nur Symptome und keine Ursachen.

Nicht immer sind Verbalkonstruktionen das Allheilmittel: Wenn Du über einen roten Tisch schreibst, wird er nicht dadurch lebendiger, dass er rot angestrichen wurde.

Aber wenn ein Wanderweg gefährlich ist, hat die Aussage Luft nach oben: Was ist passiert, dass der Wanderweg das Attribut verdient? Unzählige Wanderer haben Knochenbrüche erlitten, weil sie auf dem brüchigen Untergrund ausgerutscht sind.

Die Aussage ist konkreter geworden und liefert einen höheren Mehrwert. Möglicherweise weil das Adjektiv hinterfragt wurde. Mehr zum Thema Adjektive erfährst Du im Abschnitt Wer die Adjektive weglässt, schreibt bessere Texte – Storytelling-Tipps von Christoph Seidl (ABP).

Video zum Thema Adjektive: Was kann ich statt ‚gut‘ sagen? Abgenutzte Adjektive sparen statt langweilen

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Wäge jedes Füllwort ab

Ein Text ganz ohne Füllwörter ist ein unverdaulicher Klumpen aus Buchstaben. Doch ein Text mit zu vielen Füllwörtern wirkt aufgebläht und ungenau. Einige Füllwörter relativieren die Aussage und vermitteln den Eindruck, dass der Autor sich seiner Sache nicht sicher ist. Andere Füllwörter verstärken die Aussage, und auch das kann unnötig sein.

Eine ausführliche Liste und einen Versuch, diese Wörter in sinnvolle Gruppen einzuteilen, findest Du im Abschnitt Füllwörter vermeiden: Blinddarm Deiner Texte oder Salz in der Suppe?.

Mache nicht den Fehler, Füllwörter pauschal zu verteufeln. Dennoch lohnt sich ein genauer Blick, denn ihre Verwendung haben wir uns über Jahre antrainiert:

„Manchmal bist Du etwas unfreundlich“ geht uns leichter über die Lippen als „Du bist unfreundlich“. Die Relativierung erleichtert es uns, hinter der Aussage zu stehen. Gleichzeitig verringert sie den Lerneffekt, denn manchmal etwas ist noch kein Problem, oder?

Betrachte die Füllwörter in Deinem Text daher einzeln und genau: Welche liefern einen Mehrwert für die Bedeutung oder sind der Sprachmelodie zuträglich? Widme Dich dieser Frage erst im Lektorat, damit Dein Schreibfluss nicht gehemmt wird.

Motivation für Autoren mit wenig Übung: „Ich kann nicht schreiben“ – stimmt nicht!

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Jeder kann texten, sobald er seine Stimme findet.

Auf dem Weg dorthin schütteln wir das ab, was wir in Schule, Studium und in der Ausbildung gelernt haben – außer, wir hatten Glück und Lehrer, die auf guten Stil mehr Wert legten als auf „anspruchsvolle Sprache“. Diese sogenannte anspruchsvolle Sprache ist nichts als Ballast, wenn wir wollen, dass Leser unsere Texte wahrnehmen.

Schreiben ist 80 Prozent Handwerk, 20 Prozent Talent

Wenn wir das Texten lernen, verlernen wir schlechten Stil, den uns die Gesellschaft beigebracht hat. Dafür legen wir Gedanken wie „Ich kann nicht schreiben“ ab und merken beim täglichen Üben, wie wir besser werden. In vielen kleinen Schritten, die alle Autoren gehen mussten.

Wie kann man als Einsteiger einen guten Text schreiben?

1. Lege Dir einen Kernsatz zurecht

Ein guter Text hat den oft erwähnten roten Faden. Du schweifst nicht ab, sondern bleibst bei dem Thema, das den Leser interessiert und wegen dem er mit dem Lesen begonnen hat. Dein Kernsatz hilft Dir dabei. Frag Dich bei jeden Satz, ob er den Kernsatz unterstreicht, oder ob Du Dich vom Thema entfernt hast. 

Ein Kernsatz ist zum Beispiel: „Gute Texte gefallen dem Leser und lösen sein Problem. Einen professionellen Autor interessiert das Bedürfnis des Lesers.“

2. Kürze so viel wie möglich 

Alles überflüssige in deinen setzen und absetzen muss weg. Schreib deswegen nicht im Stakkato Stil. Hier findest du mehr zum Thema Sprachmelodie und über den Spagat zwischen zu lang und zu kurz. 

3. Lass den ersten Absatz weg

Ein guter Praxis Tipp: im ersten Absatz schreiben wir oft allgemeine Aussagen, die den Leser nicht interessieren. Texte werden oft besser, wenn sie mit dem zweiten Absatz einleiten. Der ist meist schon mitten im Thema, das den Leser umtreibt.

4. Schreib verständlich

Benutze dafür unsere Software. Hier fährst du die Grundregeln für verständliche Texte

5. Denk an den Leser

Stell Dir beim Schreiben den Leser vor und wie Du ihn mit Deinem Text berätst oder unterhältst. So machen es auch Moderatoren im Radio. Das hilft Dir, Dich empathisch auf Deine Zielgruppe einzustellen.

6. Hab Spaß beim Schreiben

Dein Text wird nur dann gut, also hilfreich für den Leser, wenn es dir Spaß macht. Wenn Du keine Freude beim Schreiben hast, ändere etwas. Such Dir andere Themen oder finde heraus, zu welchen Tageszeiten Dir das Schreiben leicht fällt.

7. Benutze aussagekräftige Zwischenüberschriften

Leser müssen Deinen Text überfliegen können. Wenn Du dabei ihr Interesse weckst, werden sie viel häufiger lesen. Sie können auch leichter zu Stellen springen, die für sie besonders relevant sind. Du kannst aus drei Arten von Zwischenüberschriften wählen. Hier lernst Du mehr.

8. Mach Pausen

Wenn du Abstand von Deinen Texten gewinnst, siehst du Schwachstellen leichter und nimmst selbst die Sicht des Lesers ein. Das hilft Dir, Deine Texte noch besser in Form zu bringen.

9. Überarbeite Deinen Text

Kein Text ist mit dem letzten Tastendruck fertig. Neben dem oben erwähnten Kürzen wirst du Absätze umstellen müssen, Zwischenüberschriften verbessern, Aspekte verdeutlichen, an Deiner Sprache feilen. Wenn Du dann genug Pause machst und mit frischem Blick Deinem Text in den letzten Schliff gibst, arbeitest du wie ein Profi.

10. Lass das Fazit weg

Die meisten Fazits sind überflüssig. Wiederhole nicht das, was du im Text ohnehin schon gesagt hast. Deinen Kernsatz solltest Du an jeder Stelle des Textes durchscheinen lassen und ihn mit Aspekten und Beispielen belegen. 

Für Menschen mit wenig Zeit sollte der Einstieg Deines Textes so aussagekräftig sein, dass nach einer Minute alles klar ist. Viele Nutzer blättern in langen und langweiligen Texten ganz nach unten, um dort Kernaussage zu finden. Ein guter Text verleitet dazu nicht sondern fesselt die Aufmerksamkeit des Lesers so lang wie nötig.

Checkliste für gute Texte

Bewerte schnell, ob Dein Text gut ist; mit unserer Checkliste für Text-Qualität: Mit einem Klick herunterladen

Was bedeutet es, professionell zu schreiben?

Professionell Schreiben hat nichts damit zu tun, was wir in der Schule und meistens auch im Studium lernen. Komplizierte Sprache muss weg. Fachausdrücke haben in Deinen Texten nur etwas zu suchen, wenn der Leser damit etwas anfangen kann. Wenn Dein Publikum danach verlangt. 

Das ist auch schon der Kern des professionellen Schreibens: Ein professioneller Autor richtet sich nach seinem Publikum und ist sich seiner Zielgruppe bewusst. Er kann so kommunizieren, dass er diese Menschen erreicht. Er gibt ihnen mit Sprache das, wonach sie verlangen. 

Texte kürzen: 5 Wege zu knackigen Sätzen

Kürzen ist eine der kniffligsten Aufgaben beim Schreiben. Die folgenden Tipps fürs Kürzen helfen fast immer. Mit der Checkliste zum Ausdrucken denkst Du an die wichtigsten Aufgaben beim Kurz-fassen. Viel Erfolg!

1. Frage Dich: Brauche ich den Satz?

Streiche überflüssige Gedanken und Details.

Beispiel:

Jeder, der schon einmal Opas schwere Spiegelreflexkamera in der Hand halten durfte, wird zustimmen, dass das ein komplett anderes Gefühl ist, als mit dem eigenen Smartphone seine Schnappschüsse zu schießen. Die klassische Spiegelreflexkamera, die sich nach wie vor hervorragend im Marktumfeld schlagen kann, hat allerdings große Konkurrenz bekommen. Nachfolgend soll einfach und verständlich geklärt werden, inwieweit sich Spiegelreflexkameras, Systemkameras, Bridge- und Kompaktkameras unterscheiden und welches System das richtige für deine individuellen Bedürfnisse ist.

Gekürzt:

Opas Spiegelreflexkamera ist ein echter Knochen im Vergleich zu Smartphone und moderner Digicam. Bridge-, System-, Kompaktkamera, iPhone und Co.: Alle machen gute Fotos – brauche ich also noch eine große Kamera? Wann Du welches Gerät für Deine Fotos benutzen solltest, liest Du hier.

2. Gibt es ein kürzeres Wort?

Achtung an Wissenschaftler, Marketer und Menschen in Behörden und Verwaltung – hier geht es vor allem um Eure Texte. Besser gesagt, um Eure Wörter.

Beispiele:

Zielsetzung —> Ziel

sämtliche —> alle

Entscheidungsträger —> Entscheider

Aufgabenstellung —> Aufgabe

Vielfältigkeit —> Vielfalt

Danksagung —> Dank

sicherstellen —> sichern

Ambitionen —> Ehrgeiz

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Springe über folgenden Link zur Checkliste fürs Kürzen von Texten (zum Ausdrucken)

2.1 Unnötige Hauptwörter (Nominalstil)

Diese überflüssigen Wörter und Satzteile gehen uns allen leicht über die Lippen und wir müssen uns bemühen, den Amtsstuben-Stil wieder loszuwerden. Der Nominalstil kann in den meisten Fällen raus aus dem Text.

Beispiele:

Möglichkeit haben —> können

zum Ausdruck bringen —> sagen

Gültigkeit haben —> gelten

mit der Bitte um Rückgabe —> bitte zurückgeben

Wörter kürzen: so geht’s

Brich mit der deutschen Tradition des Wortzusammensetzens

Der deutsche Wortschatz ist unglaublich groß. Sollte man meinen, doch eigentlich leben wir nur im Land der Dichter, Denker und Wortzusammensetzer. Ein Beispiel: Kartoffelbrei ist ein eigenes Wort im Deutschen. Auf Italienisch oder Französisch sagt man „Brei aus Kartoffeln“, im Englischen sagt man mashed potatoes, also pürierte Kartoffeln. Die deutsche Sprache hingegen verheiratet Brei und Kartoffeln zu einem neuen und längeren Wort.

Das ist für den Kartoffelbrei und seinen Leser nicht besonders tragisch. Das Wort ist geläufig und nicht außergewöhnlich lang. Doch betrachten wir einen wahren Bandwurm, den wir in den letzten Monaten viel zu häufig getroffen haben: die Ministerpräsidentenkonferenz.

Da läuft es einem gleich kalt den Rücken runter. Ich gebe zu, das liegt nicht nur an der Länge des Wortes, sondern auch an seiner Bedeutung. Aber schöner wird das Wort durch seine Länge nicht. Auch eine Wasserrutschengeschwindigkeit ist nicht der Stoff, aus dem die Träume der Leser sind.

Verben als Gegengift für unnötig lange Wörter

Wie beseitigen wir also die Ministerpräsidentenkonferenz? Keine Angst, es geht nur um das Wort. Konferenz der Ministerpräsidenten? Ministerpräsidenten-Konferenz? Das ist beides schon besser als zuvor. Aber gibt es keine elegantere Lösung?

Am Freitag fand die Ministerpräsidentenkonferenz statt

Wird zu

Am Freitag trafen sich die Landeschefs (zu ihrer Konferenz)

Der positive Nebeneffekt: aktiver Stil

Aus den Ministerpräsidenten wurden die kürzeren Landeschefs und aus der Konferenz ein aktiver Vorgang. Durch die Beseitigung des Bandwurms haben wir zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Neben einem zu langen Wort wurde der unschöne Nominalstil vermieden.

Bindestrich und Genitiv-Konstruktionen können, wie oben erwähnt, ebenfalls helfen. Sie sollten allerdings nicht Deine erste Wahl sein. Ausnahme: Du möchtest beispielsweise ein geflügeltes Wort beibehalten (siehe oben: der Stoff, aus dem Leser-Träume sind).

Hier kannst Du Dich entscheiden: Du bleibst bei der Variante mit Bindestrich oder Du löst die Konstruktion mit einem Genitiv auf (der Stoff, aus dem die Träume der Leser sind).

Oder Du formulierst das Ganze aktiv und trennst dich vom geflügelten Wort (auch von einer Wasserrutschengeschwindigkeit liest niemand gerne). Wenn Du lange Wörter in Deinen Texten infrage stellst, sorgt das in jedem Fall für ein besseres Gesamtergebnis.

Technik zum Kürzen langer Sätze mit vielen Informationen – Fragen stellen:

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3. Sätze kürzen

3.1. Füllwörter streichen

Nicht alle Füllwörter sind schlecht. Sie machen Sinnzusammenhänge klarer und können die Sprachmelodie verbessern. Wäge also ab, welche Füllwörter Du brauchst und welche Du in Deinem Text streichen willst.

Video zum Thema: Füllwörter zu Erfüllwörtern machen

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Beispiele für Füllwörter:

aber, irgendwie, anscheinend, ausdrücklich, keineswegs, demgegenüber

3.2. Nebensätze weglassen 

Viele Nebensätze schreiben wir unüberlegt sind, sie sind aber Ballast für unsere Texte. Unsere Leser danken es uns, wenn wir jeden Nebensatz abwägen.

Beispiele für gestrichene Nebensätze:

„Ich gehe einkaufen, um morgen noch etwas zum Essen im Kühlschrank zu haben.“

—> Ich gehe für morgen etwas zum Essen einkaufen.

„Um ein guter Texter zu werden, brauchst Du viel Übung.“

—> Mit viel Übung wirst Du ein guter Texter.

„Ist es möglich, dass Du mir das Zertifikat per E-Mail zusendest?“

—> Sendest Du mir das Zertifikat per E-Mail?

„Das zu sagen, stimmt nicht.“

—> Das ist falsch.

So trennst Du lange Sätze

Lange Sätze entstehen meist, weil Du als Autor Deinen Gedanken zu Ende bringen willst. Du möchtest eine Begründung oder Folge des Gesagten gleich mitliefern. Denn für Dich gehören die beiden Aspekte zusammen – doch oft überfordern wir damit den Leser.

Ein Gedanke pro Satz ist eine gute Grundregel, aber bedenke dabei: Eine Begründung oder andere Ergänzung ist nicht Teil des ursprünglichen Gedankens. Mehr zum Thema Sätze kürzen erfährst Du im Artikel Texte kürzen: Tipps, Tools und Übungen.

Besonders tückisch: Für den Leser erschließt sich die Bedeutung des Satzes erst mit dem Verb. Doch Relativsätze schieben sich oft zwangsläufig zwischen Subjekt und Prädikat des Satzes. Das macht sie zu unnötigem Ballast, der an eine andere Stelle gehört.

Ein Relativsatz ist ein Nebensatz, der ein Nomen näher beschreibt. Er wird mit einem bestimmten Artikel (der, die, das) eingeleitet. Hier steht der Relativsatz am Ende des Satzes (der ein Nomen näher beschreibt). Somit verwirrt er den Leser nicht. Bezieht man ihn allerdings auf das erste Nomen im Satz, ist das Ergebnis nicht zielführend: Relativsätze, die ein Nomen näher beschreiben, sind Nebensätze. Das „sind Nebensätze“ lässt zu lange auf sich warten und macht den Satz schwerer verständlich.

Schlüssige Inhalte durch getrennte Sätze

Kompliziert gesagt:

Der Leser, der den Text ja von vorne nach hinten liest, weiß erst, wenn er auf das Verb stößt, worauf der Satz hinausläuft.

Hier muss sich der Leser gleich zweimal durch zusätzliche Informationen kämpfen, bevor er zum Kern der Aussage gelangt. Die Begründung (Leser lesen von vorne nach hinten) erfolgt zu früh. Nämlich vor der eigentlichen Aussage. Auch die Bedingung im zweiten Teil (wenn er auf das Verb stößt) schiebt sich verwirrend in den Hauptsatz.

Besser wäre stattdessen:

Der Leser liest den Text von vorne nach hinten. Worauf der Satz hinausläuft, weiß er erst, wenn er auf das Verb stößt.

Oder:

Der Leser weiß erst, worauf der Satz hinausläuft, wenn er auf das Verb stößt. Der Grund: Er liest den Text von vorne nach hinten.

Positiver Nebeneffekt des Kürzens: Du wechselst in den aktiven Stil

Wer Sätze aufteilt, betrachtet den Inhalt dadurch genauer. Im letzten Beispiel fällt dem Autor möglicherweise auf: Es besteht (noch) kein kausaler Zusammenhang zwischen den beiden Aussagen. Beides stimmt, aber das eine ist nicht der Grund für das andere. Es fehlt ein Puzzlestück:

Ja, man liest von vorne nach hinten. Doch das ist eine allgemein bekannte Tatsache und keine Begründung – zumindest nicht für das Verb-Problem des Lesers. Sein Problem entsteht, weil das Verb im Satz zu lange auf sich warten lässt. Das wiederum passiert durch Einschübe wie Relativsätze. Auf den als Begründung getarnten Zusatz (Leser lesen von vorne nach hinten) hätte man von Anfang an verzichten können.

Du siehst: Sätze trennen macht nicht nur den Inhalt schlüssiger. Manchmal entlarvst du dadurch sogar unnötigen Text-Ballast.

Wie Du kurze Sätze in Deinen Texten richtig dosierst, erfährst Du im Abschnitt Kurze Sätze als Stilmittel: So entfalten sie ihre Wirkung.

4. Passiv-Formulierungen streichen

Das Passiv ist in der trockenen Amtssprache zuhause. Meist können und sollten wir darauf verzichten.

Beispiele:

„Er wurde von den Helfern zum Unfallort gebracht.“

—> Die Helfer brachten ihn zum Unfallort.

„Es wurde um Unterstützung gebeten.“

—> Wir baten um Hilfe.

„Der Mond wird durch die Erde angezogen.“

—> Die Erde zieht den Mond an.

„Es handelt sich um Beispiele.“

—> Es sind Beispiele.

Achtung: Abkürzungen machen Texte kompliziert

Texte mit Abkürzungen haben zwar weniger Zeichen, aber sie lesen sich komplizierter. Verzichte deswegen auf Abkürzungen wie „Bsp.“, Km/h oder usw. (usw. zu schreiben ist sowieso eine Unart, weil schwammig. Besser zählen wir zwei, drei Wörter auf und machen klar, dass es Beispiele sind).

5. Überflüssige Adjektive streichen

„Der Hund bellt aufgeregt.“

—> Der Hund kläfft.

„Das Wetter ist schlecht.“

—> Es regnet.

Mehr Tipps zum sparsamen Einsatz von Adjektiven

Übung: So schweifst Du nicht mehr vom Thema ab

Schritt eins: Schreibe einen Kernsatz, der die Aussage Deines geplanten Textes auf den Punkt bringt.

Schritt zwei: Erweitere diesen Satz und schreibe eine Zusammenfassung des Themas (50-100 Wörter). 

Schritt drei: Erweitere die Zusammenfassung. Ergänze den Text mit Beispielen, Erzählungen, Details und einer kurzen Einleitung. 

Welche Tools und Programme fürs Kürzen von Texten gibt es?

Alle oben genannten Punkte prüfst Du mit der Wortliga Textanalyse. Das Tool nimmt Dir ab, wo Du kürzt, sondern markiert lange Sätze, lange Wörter, Passiv-Formulierungen, Adjektive oder Füllwörter. Damit fällt Dir das Kürzen leichter.

Texte automatisch kürzen – geht das?

Tools wie Resoomer werben damit, Texte aufs Wesentliche zu reduzieren. Bei meinen Tests der Software gingen wichtige Details des Textes verloren. Solche Tools können uns hilfreiche Anregungen geben, welche Teile unserer Texte entbehrlich sind. Verlassen sollten wir uns nicht auf die Ergebnisse. Aber teste es doch selbst – hier geht’s zu Resoomer.

Kurze Sätze als Stilmittel: So entfalten sie ihre Wirkung

Im Abschnitt und Video über die optimale Satzlänge zeige ich, wie Du Deine Texte ausgewogen schreibst – weder langatmig noch abgehakt. Zu viele kurze Sätze versteht zwar jeder, aber der Leser verliert schnell das Interesse am holprigen Stil. Hier geht es darum, wie Du kurze Sätze als Stilmittel richtig einsetzt.

Würze für Deine Texte

Ein kurzer Satz kann etwas betonen, den Punkt klarer machen, die Haltung des Autors herausstellen – und ein kurzer Satz klingt gut. Auch zwei, drei kurze Sätze hintereinander können dem Leser Genuss verschaffen und wirken wie kleine Pausen oder Höhepunkte des Absatzes. Sie können wie Gewürze in einer raffinierten Speise Akzente setzen. Und so sollten wir sie auch einsetzen, wie ein Gewürz. Kurze Sätze allein können Deinen Text niemals tragen. Dein Text fußt auf dem Zusammenspiel zwischen längeren und kürzeren Sätzen.

Regeln für den Einsatz kurzer Sätze als Stilmittel

  • Bringe kurze Sätze nach längeren Sätzen – sie wirken als kurze Pause für den Leser. Auch andersrum entsteht Melodie (erst kurz, dann lang)
  • Anstatt viele kurze Sätze hintereinander zu schreiben, nutze alle Satzzeichen: Gedankenstriche, Semikolons, Doppelpunkte
  • Ein Punkt ist ein kleiner Abschluss, ein Ende. Trenne Deine Gedanken mit Punkten und vermische nicht zu viele Gedankengänge in einem Satz. Miteinander verwandte Aspekte kannst Du auch mit Kommas trennen, sei aber sparsam mit Nebensätzen; sie sind der Stoff, aus dem die gefürchteten Schachtelsätze gemacht sind, wie das Beispiel dieses Satzes zeigt.
  • Kurze Sätze haben Kraft. Außer, Du übertreibst es damit. Dann fallen sie gar nicht mehr auf. Sie wirken eher monoton. Das wollen wir nicht. Wirklich nicht. Punkt.
  • Oft kaschieren Autoren mit vielen kurzen Sätzen, dass sie wenig zu sagen haben. Wenn Du das bei Dir wahrnimmst, lohnen sich ein paar Milligramm Hirnschmalz für einen gehaltvolleren, längeren Satz. Musik bringst Du mit einem kurzen Abschluss rein. Oder Du lässt es. Zu viel von einem Stilmittel lenkt vom Inhalt ab.

So nutzt Du kurze Sätze als Stilmittel richtig

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In diesem Beitrag lernst Du die Kunst des Kürzens. Die Beispiele und Übungen sind ein Wegweiser für Deine eigenen Texte. Viele der folgenden Punkte prüfst Du mit Tools wie der WORTLIGA Textanalyse. Andere Tipps gehen noch tiefer und brauchen mehr Übung. Die beste Nachricht: Wenn Du nur die Hälfte umsetzt, sind Deine Texte prägnanter als die meisten anderen.

Checkliste für kürzere Texte zum Ausdrucken

Lade hier unsere Checkliste für kürzere Texte herunter, drucke sie aus und denke immer an die wichtigsten Schritte fürs Texte kürzen.

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Übungen für das Umschreiben und Kürzen von Sätzen

Kürze die folgenden Sätze und gib Ihnen mehr Prägnanz. Klicke auf die Links darunter für einen Lösungsvorschlag.

Übung 1: Dass-Sätze umschreiben

  • Beispiel 1: Dass der Vorsitzende zustimmt, ist dafür nicht nötig.
  • Beispiel 2: Es ist bekannt, dass die Sprache ein Spiegel des Verstandes ist.
  • Beispiel 3: Dass hier eine Veränderung einsetzt, zeigt die wachsende Zahl von Plattformen, auf denen wir gebrauchte Waren kaufen.

Zu den Lösungen von Übung 1

Übung 2: Sätze kürzen und aufteilen

  • Beispiel 1: „Deshalb haben sich die Mitarbeitenden von Unter den Arkaden, dessen Träger der Verein Euro-Trainings-Centre ist, intensiv mit dem Thema Teilhabe beschäftigt.“
  • Beispiel 2: „Interessierst du dich für ein Produkt, findest aber vor der Kaufentscheidung nicht alle Antworten, dann scheue dich nicht, Fragen zu stellen.“
  • Beispiel 3: „Man machte sich auf die Suche nach publizistischen Zugpferden, denen man einen Jahresverdienst zahlt, unabhängig davon, ob das Projekt erfolgreich sein würde.“

Zu den Lösungen von Übung 2

Übung 3: Hauptsätze statt Relativsätze

  • Beispiel 1: Jeder Text, den ein Tool aus bestehenden Texten produziert, enthält ein Muster.
  • Beispiel 2: „Was wir wollen, ist, einen dörflichen Charakter inmitten der Großstadt zu schaffen.“
  • Beispiel 3: Ich behaupte, dass das der Urgrund des Schreibens junger Autoren ist.

Zu den Lösungen von Übung 3

Lösungen

Lösungen zu Übung 1: Dass-Sätze umschreiben

Beispiel 1:

Dass der Vorsitzende zustimmt, ist dafür nicht nötig.

Lösungsvorschlag:
Der Vorsitzende muss nicht zustimmen.

Beispiel 2:

Es ist bekannt, dass die Sprache ein Spiegel des Verstandes ist.

Lösungsvorschlag:
Die Sprache ist ein Spiegel des Verstandes – das ist bekannt.

Beispiel 3:

Dass hier eine Veränderung einsetzt, zeigt die wachsende Zahl von Plattformen, auf denen wir gebrauchte Waren kaufen.

Lösungsvorschlag:
Eine Veränderung setzt ein – das zeigt auch die wachsende Zahl von Plattformen für gebrauchte Waren.

Lösungen zu Übung 2: Sätze kürzen und aufteilen

Beispiel 1:

„Deshalb haben sich die Mitarbeitenden von Unter den Arkaden, dessen Träger der Verein Euro-Trainings-Centre ist, intensiv mit dem Thema Teilhabe beschäftigt.“

Deshalb haben sich die Mitarbeiter von Unter den Arkaden intensiv mit dem Thema Teilhabe beschäftigt. Träger ist der Verein Euro-Trainings-Centre.

Beispiel 2:

„Interessierst du dich für ein Produkt, findest aber vor der Kaufentscheidung nicht alle Antworten, dann scheue dich nicht, Fragen zu stellen.“

Wenn Du Fragen zu einem unserer Produkte hast, schreibe uns oder rufe uns an.

Beispiel 3:

„Man machte sich auf die Suche nach publizistischen Zugpferden, denen man einen Jahresverdienst zahlt, unabhängig davon, ob das Projekt erfolgreich sein würde.“

Der Verlag spekulierte auf Erfolg des Projekts und heuerte publizistische Zugpferde mit einem Festgehalt an.

Lösungen zu Übung 3: Hauptsätze statt Relativsätze

Beispiel 1:

Jeder Text, den ein Tool aus bestehenden Texten produziert, enthält ein Muster

Lösungsvorschlag:
Jeder automatisch generierte Text enthält ein Muster

Beispiel 2:

„Was wir wollen, ist, einen dörflichen Charakter inmitten der Großstadt zu schaffen.“

Lösungsvorschlag:
Wir wollen einen dörflichen Charakter inmitten der Großstadt schaffen.

Beispiel 3:

Ich behaupte, dass das der Urgrund des Schreibens junger Autoren ist.

Lösungsvorschlag:
Das bringt junge Autoren zum Schreiben.

Übung 4

Verbessere den folgenden Wikipedia-Text über Dampfmaschinen

Die Anwendungen der ersten funktionsfähigen Dampfmaschine von Thomas Newcomen fanden sich ab Anfang des 18. Jahrhunderts im Steinkohlebergbau zur Wasserhaltung, wo sie zunächst ältere mechanische Kraftquellen wie z. B. Wasserräder ergänzten und später auch ersetzten. Nach allmählichen Verbesserungen des Wirkungsgrades lohnte es sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts, sie ebenfalls in der wachsenden Textilindustrie zum Antrieb von Textilmaschinen einzusetzen und sie verbreiteten sich schließlich auch in weiteren Industriebranchen, wo sie ebenfalls Wasser- und Windmühlen ergänzten.

Lösungsvorschlag:

Die ersten funktionsfähigen Dampfmaschinen stammten von Thomas Newcomen. Sie wurden ab Anfang des 18. Jahrhunderts eingesetzt, um Grundwasser aus Bergwerken zu pumpen. Zunächst ergänzten sie mechanische Kraftquellen wie z.B. Wasserräder; später ersetzten sie diese komplett. Gegen Ende des 18. Jahrhundert wurden die Maschinen immer effektiver. Deshalb verwendete man sie ab dann auch in der wachsenden Textilindustrie und schließlich ebenfalls in weiteren Industriebranchen.

Anmerkungen zum Lösungsvorschlag:

Man könnte darüber streiten, ob im Lösungsvorschlag essenzielle Informationen vernachlässigt wurden:

  • Ist es wichtig, dass es sich bei den Bergwerken um Steinkohle-Bergwerke handelte?
  • Sollte man erwähnen, dass in den weiteren Industriebranchen der gleiche Prozess wie in den Bergwerken vorging? (Ergänzung von Wasser-/Windmühlen)

Kann man alles machen. Was man aber dringend tun sollte:

  • Lange Sätze aufteilen/kürzen
  • „Wasserhaltung“ anders beschreiben (was ist das überhaupt?)
  • „allmähliche Verbesserung des Wirkungsgrades“ auflösen (das heißt nichts anderes als die Maschinen wurden effektiver)

Das Textanalyse-Tool der WORTLIGA erkennt lange Sätze und Wörter und hilft Dir so, diese zu prüfen. Überzeuge Dich selbst und erziele bessere Ergebnisse mit Deinen Texten.

Füllwörter: Blinddarm Deiner Texte oder Salz in der Suppe?

Die verbreitete Annahme, dass der Blinddarm beim Menschen keine Funktion erfülle, wurde durch Studien widerlegt. Doch Füllwörter sind meist unnötiger Ballast für Deine Texte. Solltest Du sie deshalb alle pauschal vermeiden? Die entscheidende Frage ist: In welchen Fällen liefern sie einen Mehrwert?

Hier erhältst Du eine ausführliche Liste in verschiedenen Kategorien. Von den schlimmsten Blähwörtern bis zur unverzichtbaren Abrundung für Deinen Text – die großen Füllwort-Charts.

Kategorie 1: Latente Leserbeleidiger

Füllwörter dieser Kategorie solltest Du auf jeden Fall vermeiden. Sie hören auf Namen wie

  • Fraglos
  • Freilich
  • Gewiss
  • Natürlich
  • Offenkundig
  • Selbstredend
  • Selbstverständlich
  • Zweifellos
  • Zweifelsohne

Warum ist diese Kategorie besonders fatal?

Für Dich als Autor ist der Zusammenhang „selbstverständlich“, aber nicht automatisch für Deinen Leser. Wenn es für jeden selbstverständlich ist, kannst Du Dir das Wort oder vielleicht sogar den ganzen Satz sparen. Dein Leser kommt dabei nicht gut weg: Entweder Du unterstellst ihm, dass man ihm eine selbstverständliche Sache trotzdem erklären muss. Oder er unterstellt Dir, dass Du ihn mit einer überflüssigen Begründung nervst.

Führende Textologen bezeichnen die Latenten Leserbeleidiger auch als „Parasitäre Phrasen“. Denn sie ernähren sich von der Aufmerksamkeit und Freude Deiner Leser, ohne etwas zurückzugeben.

Wie vermeidest Du Latente Leserbeleidiger?

Erstmal gar nicht. In Deinem eigentlichen Schreibfluss sollten Dich keine Paranoia hemmen, irgendjemandem auf den Schlips zu treten. Aber in Deinen Korrekturschleifen solltest Du ein besonderes Augenmerk auf diese Art Füllwörter richten. Finde sie und setze sie auf Deinen persönlichen Index unangebrachter Blähsprache.

Kategorie 2: Bedeutungsleere Blähwörter

Angehörige dieser Kategorie stellen den Großteil des Füllwortbestandes. Sie kommen unschuldiger daher als die latenten Leserbeleidiger, sind aber meist ebenfalls Schädlinge für Deine Artikel. Unter folgenden Namen treiben sie ihr Unwesen in Deinen Texten:

  • Anscheinend
  • Eigentlich
  • Einmal
  • Einigermaßen
  • Etwa(s)
  • Fast
  • Ganz
  • Gelegentlich
  • Gewissermaßen
  • Gewöhnlich
  • Halt
  • Häufig
  • Hier (und da)
  • Im Prinzip
  • In der Regel
  • In gewisser Weise
  • In vielen Fällen
  • Letzten Endes
  • Letztendlich
  • Manchmal
  • Meist(ens)
  • Möglicherweise
  • Oft(mals)
  • Praktisch
  • Prinzipiell
  • Relativ
  • Schon
  • Sozusagen
  • Unter Umständen
  • Vergleichsweise
  • Wahrscheinlich
  • Weitgehend
  • Wohl
  • Ziemlich

Was zeichnet diese Kategorie aus?

Bedeutungsleere Blähwörter schleichen sich unauffällig in Deine Texte. Unter Tränen beteuern ihre Urheber: „Aber die sind doch nicht alle schlecht!“ Das ist zwar richtig, aber die Geschichte hat uns gelehrt, dass diese Aussage zur Gegenthese verleitet: „Aber meistens schon!“ – und das stimmt auch.

Diese Phrasen relativieren Deine Aussage und dieser Umstand ist mit Vorsicht zu genießen, denn gleichzeitig sinkt damit die Prägnanz. Als guter Schreiber solltest Du explizit und konkret schreiben. Relativierte Aussagen wirken gegenteilig und sollten daher mit Bedacht eingesetzt werden.

Wie vermeidest Du bedeutungsleere Blähwörter?

Ähnlich wie bei den latenten Leserbeleidigern sollte Dein Schreibfluss nicht unter Präventivmaßnahmen leiden. Im Gegensatz zu den Latenten Leserbeleidigern musst Du im Lektorat eine Auslese vornehmen: Befördert die Relativierung die Bedeutung Deines Satzes; und welchen Eindruck macht das auf den Leser?

Beantworte diese Fragen im Zweifelsfall lieber mit „Nein/einen negativen“ und suche eine andere Lösung. Nicht umsonst werden Füllwörter im rhetorischen Zusammenhang auch Verlegenheitswörter genannt. Diese Wirkung haben sie auch auf Deinen Text.

Die WORTLIGA Textanalyse jagt sie alle für Dich. Lehn Dich im Hochsitz zurück und entscheide, welche Füllwörter Du entfernst, nachdem das Tool die Suche für Dich durchgeführt hat.

Kategorie 3: Verzichtbare Verstärker

Diese Gattung tummelt sich in jeder Niederschrift – und das manchmal nicht zu Unrecht. Im Lektorat solltest Du sie begutachten und einer strengen Auslese unterziehen. Ihre häufigsten Erscheinungsformen sind:

  • Ausnahmslos
  • Bei weitem
  • Besonders
  • Bestenfalls
  • Bestimmt
  • Endlich
  • Erheblich
  • Fortwährend
  • Ganz und gar (und andere ganz-Konstruktionen)
  • Genau
  • Gerade
  • Gewiss
  • In Wahrheit
  • Kaum
  • Keines(-falls/-wegs)
  • Maßgeblich
  • Ohne Zweifel
  • Regelrecht
  • Sehr
  • Seltsamerweise
  • Sicher(lich)
  • Unbedingt

Wirkung und Einsatz von Verzichtbaren Verstärkern

Wie der Name schon sagt, bekräftigen Verzichtbare Verstärker eine Aussage; im Gegensatz zu den Bedeutungsleeren Blähwörtern, die Aussagen relativieren. Sie eignen sich daher, um an bestimmten Stellen Akzente zu setzen.

Trotzdem solltest Du sorgfältig abwägen, ob sich das Füllwort lohnt. Das machst Du wie in allen anderen Kategorien während Deiner Korrekturschleifen.

Kategorie 4: Markante Mehrwertlieferanten

Auch sie gibt es – oder sind sie doch ein Mythos? Die Einhörner unter den Füllwörtern sind ebenso selten wie schwer zu einzuordnen. Deshalb gibt es für sie auch keine Liste. Markante Mehrwertlieferanten entstehen aus dem Kontext. Sie runden Texte in ihrer Sprachmelodie ab und liefern gleichzeitig einen inhaltlichen Mehrwert; machen Zusammenhänge und Verhältnisse deutlicher.

Gleich dem hässlichen Entlein ist aus Verzichtbaren Verstärkern und sogar aus Bedeutungslosen Blähwörtern schon ein wunderschöner Füllwort-Schwan entstanden. Aber wir dürfen ihnen keine festen Namen geben, denn die teilen sie sich mit ihren überflüssigen Brüdern – und die müssen wir aus unseren Texten verjagen.

Denn so brüllte es schon der Jäger ins Gesicht seines warmherzigen Sohnes, der sich weigerte, dem unnötigen Füllwort einen Gnadenschuss zu geben: „ICH HAB GESAGT, DU SOLLST IHM KEINEN NAMEN GEBEN!“

Wie soll ich meinen Text anfangen? Tipps für bessere Einleitungen

Was jeder weiß, will niemand lesen. Gute Fragen, interessante Fakten, Humor, Wissenswertes – nichts anderes soll in Deiner Einleitung stehen. Ich kürze einen typischen Text einer Teilnehmerin und zeige, wie Du Deine Einleitungen veredelst.

Nicht zu viel nachdenken: Fang Deinen Text spontan an und bring dann Struktur in die Einleitung – kürze, veredle, vertausche Sätze. Wie Du dieses Rezept für interessante Einstiege anwendest, siehst Du an diesem Beispiel von Kurs-Teilnehmerin Julia.

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Wer die Adjektive weglässt, schreibt bessere Texte – Storytelling-Tipps von Christoph Seidl (ABP)

Die meisten Wie-Wörter sind Worthülsen, weil wir sie zu oft gelesen haben. Ein „wunderschöner“ Mensch ist langweilig, wenn der Text nicht sagt, was genau an ihm so besonders ist. Wenn wir Adjektive weglassen und stattdessen konkret beschreiben, erleben Empfänger unsere Texte hautnah – und lieben sie öfter. Das gilt nicht nur für Geschichten, sondern für jeden Text: sogar für Newsletter. Christoph Seidl ist Journalist und ABP-Dozent. Mit ihm gehen wir auf Adjektive-Jagd und finden ein einfaches System für Texte, die im Kopf bleiben.

Christoph Seidl von der Akademie der Bayerischen Presse
  • Newsletter können auch spannend sein. Zum Beispiel dank einer kleinen Geschichte am Anfang (mit möglichst wenig Adjektiven).
  • Texte brauchen spannende Momente statt langweilige Adjektive
  • Erfolgsformel für interessante Texte: Streiche möglichst viele Adjektive und beschreibe stattdessen genau und konkret.
  • Anstatt zu schreiben, dass etwas „spannend“ war, lass im Kopf Deines Publikums 2-3 spannende Momente aus Deinem Erlebnis ablaufen. Adjektive stören da nur, weil Sie keine Kraft haben.
  • Christoph stellt eine einfache Technik vor, wie Du auf diese Momente, Bilder und Details kommst und damit Deine Texte lebhafter machst.
  • Besonders starke Sätze kommen mit drei bis vier einfachen Wörtern aus und lösen Kopfkino aus
  • Zu erzählen statt Adjektive zu benutzen, darf nicht zu Lasten von Prägnanz gehen
  • In Interviews erfahren wir Geschichten, wenn wir die selbe Frage dreimal stellen und dabei immer genauer werden. Auf die erste Frage antworten Gesprächspartner meist mit einem Adjektiv. Die zweite Antwort ist schon konkreter. Und die dritte Antwort ist dann die Geschichte, die den Leser interessiert.
  • Vor einer Kamera öffnen wir uns weniger, weil die Kamera ablenkt. Der Text kann viel authentischer schildern.
  • Warum es in einem guten Fußball-Text gar nicht um Fußball gehen muss

Lebendig schreiben: Übungen für Texte, die Leser aktivieren

In Hänsel und Gretel steht geschrieben:

Vor einem großen Walde stand die Behausung eines armen Holzhackers und seiner Familie. […] Sein Einkommen war gering und einmal, beim Auftreten einer landesweiten Teuerung, spitzte sich die Situation hinsichtlich des täglichen Broterwerbs weiter zu. Beim abendlichen Gedankenmachen und Herumwälzen im Bette begann er ein Gespräch mit seiner Frau: „Was soll aus uns werden? Wie gewährleisten wir die Sicherstellung bezüglich der Versorgung unserer Kinder trotz eigenem Nahrungsmittelengpass?“

Natürlich steht das so nicht in Hänsel und Gretel und diese Darstellung ist selbstverständlich übertrieben. Aber: Wäre Dir bereits beim ersten Satz aufgefallen, dass er zu unlebendig geschrieben ist?

Es stimmt ja: Vor dem großen Wald steht die Behausung der Familie. Vor allem aber wohnen dort der Holzhacker und seine Familie. Du möchtest und solltest Dich schließlich nicht mit dem Haus identifizieren („Oh, was für ein sympathisches Haus; es steht am Rande des Waldes und beherbergt eine Holzhackerfamilie“). Als Leser nimmst Du automatisch weniger am Geschehen teil.

Der nächste Satz dreht sich um das Einkommen des Holzhackers. Auf Faktenebene mag es keinen Unterschied machen. Aber da Du den Leser involvieren möchtest, solltest Du nicht über das Gehalt sprechen, sondern darüber, wie viel ein Mensch verdient. Sind das nicht wundervolle Texter-Kalendersprüche: „Es gibt keine geringen Einkommen, nur Menschen, die wenig verdienen!“

Überzeuge den Leser, indem Du ihn involvierst

Hänsel und Gretel haben uns gezeigt: Mit Verben beziehen wir den Leser stärker in unsere Texte ein. Das ist für Marketingtexte noch wichtiger als in einem Märchen. Schließlich erwartest Du hier mehr vom Leser, nämlich dass er etwas tut. Du willst dem Leser ein Produkt verkaufen oder ihn von Deiner Marke überzeugen. Dafür muss er in Deine Texte eintauchen.

Es macht einen Unterschied zu schreiben: „Stell Dir eine dunkle Gasse vor“ oder „Stell Dir vor, Du gehst durch eine dunkle Gasse“. Mit dem Verbalstil erreichst Du, dass der Leser am Geschehen teilnimmt, anstatt neutraler Beobachter zu bleiben. Du schaffst eine Situation, die er fühlt, statt einem unzugänglichen Szenario.

Lebendig schreiben: So gehst Du vor

Wie bekämpfst oder vermeidest Du Nominalmonster? Ob Du nun einen fremden Text redigierst oder weniger Nominalstil verwenden möchtest, während Du selbst schreibst: Mach Dir immer klar, was der Satz aussagen soll und formuliere dann aktiv. Ganz ohne Substantive kommst Du schließlich auch nicht zurecht. Im Originaltext von Hänsel und Gretel kommt beispielsweise auch das Wort „Teuerung“ vor. Allerdings zog sie dort ins Land und es ist nicht von ihrem „Auftreten“ die Rede.

Du siehst: Nicht immer stört das auffälligste Ung-Wort Deines Textes am meisten. Aktiviere Deine Leser, indem Du Dir klar machst: Was möchte ich mit meinem Text aussagen und wie ziehe ich den Leser mit hinein? Richte den Blick bei Deiner Jagd auf Nominalmonster also zunächst immer auf die Aussage, die Du treffen möchtest!

Formuliere in einen ansprechenden Stil um – Übungen

Mache die folgenden Sätze lebendiger, indem Du in den Verbalstil umformulierst:

Beispiel 1: Der Schlüssel zur Verbesserung Deiner Texte liegt in der Erhöhung ihrer Verständlichkeit.

Beispiel 2: Deine Konzentration sollte dem Vermeiden von Fehlern gelten.

Beispiel 3: Die regelmäßige Veröffentlichung von Artikeln sorgt für eine höhere Zufriedenheit Deiner Leser.

Lösungsvorschlag 1: Verbessere Deine Texte, indem Du verständlicher schreibst.

Lösungsvorschlag 2: Konzentriere Dich darauf, Fehler zu vermeiden.

Lösungsvorschlag 3: Veröffentliche Deine Artikel regelmäßig – Deine Leser werden es Dir danken.

Anschaulich schreiben: Wie Du Deine Texte zuspitzt

Abstraktes Denken ist eine Fähigkeit – abstraktes Schreiben eine Unfähigkeit; die Unfähigkeit, Dinge beim Namen zu nennen, sich festzulegen, Leben in den Text zu bringen. Wir dringen mit abstrakten Texten schwer zum Leser durch. Frag Dich oft: Welche Details machen den Satz konkreter? Die folgenden Stilmittel helfen Dir dabei.

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12 Stilmittel und Formate für bildhafte Texte

1. Anschauliches Thema, anschaulicher Text: Wähle ein konkretes Thema und Dein Text wird von selbst anschaulicher. Nicht: 10 Tipps für den nächsten Urlaub. Sondern: 10 Tipps für Deinen Urlaub in Rom. Oder: Warum Du in Rom zuerst [Sehenswürdigkeit] besuchen solltest. Oder: Was ist die beste Zeit für einen Urlaub in Italien?

2. Schreib in der Einzahl: In der Realität geht es immer um ein Auto, um einen Urlaub, um ein Ding nach dem anderen. Wenn ich schreibe „10 Tipps für Deine nächsten Urlaube in Rom“, wirkt es gleich weniger interessant, weil allgemeiner. Siehst Du das anders? Tausch Dich mit mir und anderen Autoren im WORTLIGA-Forum dazu aus.

Welche Wörter und Verben sind anschaulich?

Anschauliche Wörter kennt der Leser aus seinem Alltag; er kann sie anschauen, vor seinem inneren Auge entsteht also ein Bild beim Lesen. Anschauliche Sprache entsteht außerdem durch Verben; wenn Menschen in unseren Texten etwas tun. Siehe dazu den folgenden Punkt: Lass Menschen handeln

3. Lass Personen handeln, erzeuge Kopfkino: In der Realität tut immer jemand was. Kein Unternehmen steigert seinen Umsatz. Es sind die Mitarbeiter der Unternehmensberatung, die Kunden mehr Stunden verkauft haben. Die Software verbessert nicht die Texte des Autoren. Der Autor gibt seinen Text in die Software ein und folgt den Hinweisen des Programms. Die Baustelle wurde nicht schneller fertig. Die Arbeiter haben drei Wochen lang in Extraschichten Stahlbeton gestemmt, damit die Bewohner rechtzeitig ins Seniorenheim einziehen können.

4. Benutz Beispiele, am besten aus dem Alltag deiner Zielgruppe: Wenn Du jemandem etwas erklärst, starte am besten mit einem Beispiel. Das gilt in Texten wie in Gesprächen. Wenn mich jemand fragt, was mein Job ist, und ich antworte: Ich habe eine Text-Agentur, schauen mich die meisten erst mal fragend an. Was ist das? Machen die was mit Zeitschriften? Wenn ich aber antworte: Ich habe eine Text-Agentur, unsere Autoren schreiben zum Beispiel die Seminar-Texte für den TÜV Nord, dann ist alles klar. Hoffe ich. Noch besser wäre es als Beispiel aus dem Alltag: Wenn Du nächstes Mal ein Seminar über Arbeitsschutzfachliche Kenntnisse gemäß RAB 30 Anlage B beim TÜV Nord buchst, liest Du einen Text aus der Feder unserer Autoren.

5. Begnüge dich damit, den Aspekt eines Themas anzuschneiden anstatt alles sagen zu wollen. Das Beispiel oben mit dem Stahlbeton macht es vor – der Leser weiß, was gemeint ist und bekommt einen Eindruck von der harten Arbeit – darauf kommt es an. Keiner will eine vollständige Liste der erledigten Arbeiten auf der Baustelle durcharbeiten, aber die abstrakte Schilderung Baustelle schneller fertig langweilt gleichermaßen.

6. Allgemeine Infos und Tipps braucht niemand: Google spuckt zu fast jedem Suchbegriff einen übertieben großen Haufen Informationen aus. Leser brauchen keine Infos, sie brauchen Orientierung.

7. Das Große im Kleinen entdecken: Du musst keine Nische finden, du musst nur genauer hinschauen als die anderen: Was tust Du als selbstverständlich ab, das Leser vielleicht brennend interessiert? Beispiel: Wenn wir bei der WORTLIGA ein allgemeines Webinar für bessere Texter-Briefings halten, wird es sicher eine aufschlussreiche Stunde Vortrag. Wenn wir stattdessen über die fünf größten Schwachstellen in Briefings sprechen, wissen Interessenten schon genauer Bescheid. Und wenn wir nur darüber sprechen, wie Auftraggeber ihre Zielgruppe in Briefings so präzise beschreiben, dass Texter bessere Arbeit abliefern, ist für alle Beteiligten noch mehr drin. Denn die Webinar-Teilnehmer dürfen sich einen konkreten Nutzen davon versprechen – bessere Texte – durch eine sofort umsetzbare Anleitung mit überschaubarem Aufwand.

8. Denk es für den Leser fertig: Die meisten Anleitungen hören bei 80 Prozent auf. Begleite den Leser bis zum Ende seines Wegs. Liefere ihm nicht nur Tipps, sondern alle nötigen Schritte zum Ziel. Beschreibe nicht nur den Eco-Pro-Modus des neuen BMW, sondern zeige, wie der Fahrer ihn einschaltet. Erwähne, dass der Fahrer den Knopf manchmal zweimal drücken muss. Schildere Deine Erfahrung mit dem Modus auf der Autobahn, beim Überholen auf der Landstraße, in der Stadt im zäh-fließenden Verkehr. Dann weiß der Leser, ob der Modus was für ihn ist.

9. Gib Erfahrungen wieder oder hole sie bei Interview-Partnern ein, keine Theorie!

10. Schreib die Einleitung zum Schluss: Die meisten Einleitungen sind allgemeines Geplänkel, mit dem sich der Autor warmläuft, warmschreibt, ins Thema reindenkt. Den Leser interessiert dieses laute Denken aber nicht und so blättern die meisten Nutzer online runter, hoffen, dass es im Text bald losgeht. So verlieren wir Leser.

Video zum Thema: Langatmige Einleitungen kosten Leser

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11.Erzähle Geschichten – Beispiele sind fast immer kleine Geschichten: Wenn sich der Leser mitten im Geschehen wiederfindet, ist der Text anschaulich. Gutes Storytelling ist eine Kunst für sich. 

12. Lass die Floskeln raus: Niemand interessiert sich noch dafür, weil wir sie so oft lesen. Wie umschiffen wir Floskeln? So: Nervige Floskel: Wir haben langjährige Erfahrung mit interner Server-Infrastruktur. Ohne Floskel: Wir haben in den letzten zehn Jahren über 3000 Server in Räumen unserer Kunden aufgesetzt.

Was macht für Dich einen Text anschaulich? Hast Du eigene Beispiele und Verbesserungen? Tausch Dich mit uns und anderen Autoren in der WORTLIGA Community aus, im Thread zum Artikel: https://wortliga.de/community/besser-schreiben-news/anschaulich-schreiben-wie-bringen-wir-mehr-konkretheit-in-unsere-texte/

Lesefluss verbessern: Zu-Konstruktionen streichen

Was liest sich flüssiger für Dich? Mit Zu-Konstruktion: Diesen Text zu schreiben, macht mir Freude. Oder ohne Zu-Konstruktion: Ich schreibe diesen Text aus Freude.

Die sperrige Form mit zu kommt meist zuerst aus unserem Kopf, fließt in die Finger und legt sich bleischwer in unsere Texte. Verzichte auf Zu-Konstruktionen, wann immer Du kannst. Sie stehen wie eine faulende, eingefallene Hütte zwischen Dir und dem Leser. Sperrig, hässlich, nutzlos.

Tipps für den Abriss, für schlanke Sätze und flüssige Texte:

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Zwischenüberschriften finden und formulieren – Muster und Beispiele

Ein guter Bekannter von mir ist Schatzsucher und Sammler. Mit einem Metalldetektor bewaffnet gräbt er ehemalige Handelsrouten und Schlachtfelder um – immer auf der Suche nach alten Silberlingen und Kanonenkugeln. Dementsprechend sieht es in seinem Wohnzimmer aus: In der einen Ecke häufen sich alte Münzen und Speerspitzen, in der anderen Ecke lehnt ein Bajonett an einem Kaffeebohnenspender aus den 1950er-Jahren.

So gerne ich in diesem Sammelsurium herumstöbere – wäre dieses Zimmer ein Webtext, wäre ich längst abgesprungen. Es fehlt eine klare Struktur und die brauchen Deine Leser. Wie Du die Schätze in Deinem Text durch Zwischenüberschriften zur Geltung bringst, erfährst Du hier.

Vier Gründe, die Zwischenüberschriften unverzichtbar machen

Struktur – Deine Leser können sich orientieren

Durch Zwischenüberschriften weiß Dein Leser immer, wo er sich im Text befindet. Ohne diese Struktur ist das Lesen wie Autofahren ohne Google Maps: So richtig funktioniert das nur in der Heimat (Deinem eigenen Text).

Außerdem erleichtert die Struktur den Wiedereinstieg in den Text. Jeder kennt die negative Erfahrung, ohne Lesezeichen oder Eselsohr die Stelle im Buch zu finden, an der man gestern unterbrochen hat. Viele Inhalte werden auf mobilen Geräten abgerufen, beispielsweise auf dem Weg in die Arbeit. Das führt automatisch zu mehr Unterbrechungen im Lesefluss. Mit Zwischenüberschriften kann sich Dein Leser auch nach der Fahrscheinkontrolle schnell orientieren und am richtigen Punkt fortfahren.

Auflockerung – Oasen in der Textwüste

Mach Deinen Text genießbar! Stell Dir vor, dieser Text hier hätte keine Zwischenüberschriften. Wie das aussehen würde, erkennst Du auf dem Bild rechts. Würdest Du diesen offensichtlich schwer verdaulichen Brocken gerne lesen? Mehr zu diesem Thema und eine Übung findest Du im Artikel Oasen in der Textwüste: Binde Deine Leser mit Absätzen und Zwischenüberschriften.

Scannbarkeit – Deine Leser bekommen genau, was sie wollen

Mach Dich frei von dem Irrglauben, dass alles in Deinem Text für jeden Leser relevant ist. Je ausführlicher Dein Text ist, desto wahrscheinlicher ist auch: Manche Leser benötigen nur einen Teil der enthaltenen Informationen.

In diesem Artikel interessieren sich manche Leser vielleicht nur für die Muster für Zwischenüberschriften oder die Übungen. Sie werden dann direkt zu dem Punkt springen. Das mag Deine Schreiberehre kränken; aber es ist besser als ein Absprung nach sieben Zeilen, die für den Leser irrelevant waren.

SEO-Effekte – Die vierte Fliege mit einer Klappe?

Es ist schon richtig: Wenn Google-Bots massenweise Texte im Netz durchsuchen, haben Überschriften eine etwas höhere Bedeutung als der Fließtext. Muss deshalb jeder H-Tag mit Keywords vollgestopft werden? Kurze Antwort: Nein. Lange Antwort: 6 verbreitete Irrtümer über guten SEO-Text. Dieser Artikel handelt nicht nur von Überschriften im SEO-Text, aber natürlich kannst Du gemäß der Scannbarkeit auch hier direkt zu diesem Punkt springen.

Drei Muster für gelungene Zwischenüberschriften

Daniela Rorig beschreibt in ihrem Buch „Texten können“ drei Rezepte für passende Zwischenüberschriften:

Methode 1: Der Ausblick

Der Klassiker unter den Zwischenüberschriften: Du fasst zusammen, was der jeweilige Abschnitt beschreibt.

+ Dein Leser kann sich gut orientieren.

– Dein Leser liest möglicherweise nur die Zwischenüberschriften, aber nicht den Rest.

Tipp: Sei spezifisch, aber lass dem Leser einen Anreiz, weiterzulesen.

Beispiele:

5 Tipps fürs Wäschewaschen – damit Deine Kleidung strahlt wie am ersten Tag

Wie Du Deinen Energieverbrauch reduzieren kannst, ohne neue Geräte zu kaufen

4 Gründe, die Zwischenüberschriften unverzichtbar machen

Methode 2: Das Highlight

Such Dir einen besonders prägnanten Satz aus dem Abschnitt und setze ihn als Zwischenüberschrift.

+ Weckt die Neugier Deiner Leser.

– Bietet weniger Orientierung beim Lesen.

Tipp: Repräsentiert das Highlight wirklich den Abschnitt, oder wirkt es willkürlich? Versuche, die Leserbrille aufzusetzen und diese Frage nicht nur aus Deiner Sicht zu beantworten.

Beispiele:

85 % aller Autofahrer machen den gleichen Fehler: unregelmäßiger Ölwechsel

Textbörsen: Open Orders einstellen und gute Texter herauspicken

Methode 3: Die Story

Ähnlich wie beim Ausblick vermittelst Du dem Leser, worum es gehen wird. Allerdings gibst Du die Kernbotschaft bereits in den Zwischenüberschriften wieder und ermöglichst so ein noch präziseres Scannen.

+ Dein roter Faden ist auch in den Zwischenüberschriften erkennbar.

– Die Gefahr, dass der Leser nur die Überschriften und nicht den Rest liest, ist sehr hoch.

Tipp: Plane Story-Überschriften immer im Voraus.

Beispiel (aus dem oben genannten Buch):

82 Prozent aller Bauherren bereuen es hinterher

Die Grundstückssuche: eine Katastrophe

Die Bauunternehmen: unzuverlässig

Desinteressierte Handwerker machen Fehler

Das nächste Mal wird alles besser: nur noch mit unabhängiger Bauberatung

Finger weg von diesem Zwischenüberschriften-Fail

Fazit, Zusammenfassung und Co. sind inhaltsleere Floskeln. Lass es einfach. Wenn ich in einem Artikel ein Fazit sehe, lese ich nur genau das und erspare mir den Rest. Oder ich lese gar nichts, weil es klingt wie eine 08/15-Baukasten-Erörterung aus der zehnten Klasse.

Wenn das Fazit allerdings schöner verpackt mit einer prägnanten Schlussfolgerung dargestellt ist, weckt das meine Neugier. Ich möchte wissen, wie der Autor zu diesem Urteil kommt, und lese den Artikel.

Das Thema Zwischenüberschriften wird auch im WORTLIGA-Online-Kurs ZERTIFIZIERTE/R ONLINE-TEXTER/IN vertieft. Hol dir jetzt Einblicke mit dem kostenlosen und unverbindlichen Schnupper-Tag!

Von Awareness bis Zoom-Meeting: Wie viel Anglizismus verträgt die deutsche Sprache?

Seit 2010 wird der Anglizismus des Jahres [1] gewählt. Wenig überraschend gewann 2020 der Lockdown. Doch wie viele Anglizismen brauchen unsere Texte wirklich?

Denglisch begegnet uns in seiner heiligen Dreifaltigkeit mit folgenden Kategorien:

Kategorie 1: Es gibt kein deutsches Pendant

In dieser Kategorie befinden sich nur Wörter, für die es keinen gleichwertigen Ersatz gibt. Um dasselbe auszudrücken, müsste man sie durch eine längere Beschreibung ersetzen. Das rechtfertigt ihren Gebrauch und führt dazu, dass sie sich schnell in der deutschen Sprache etablieren.

Gängige Beispiele hierfür sind:

  • Interview
  • Live
  • Comeback
  • Manager
  • Babysitten
  • Layout
  • Ersatz für englische Unikate: erfolgreiche und gescheiterte Versuche

    Oft hat man versucht, deutsche Alternativen für neu eingeführte Anglizismen zu entwickeln. Manchmal scheiterte der Versuch, in anderen Fällen entstanden gebräuchliche Wörter:

    Als Flugzeuge erfunden wurden, gab es das entsprechende deutsche Wort noch nicht. Airplanes wurden als Aeroplane ins Deutsche adaptiert. Erst einige Zeit später erschuf ein findiger Schreiber das Wort Flugzeug, das sich letztendlich durchsetzte.[2]

    Der Airbag ist ein sehr gängiger Anglizismus. Die Aktion Lebendiges Deutsch sagte ihm den Kampf an, aber konnte sich mit ihrem Vorschlag Prallkissen nicht durchsetzen. Manche sehen darin bis heute eine verpasste Chance. Denn mit einem deutschen Begriff könne man die höhere Wertigkeit deutscher Airbags/Prallkissen betonen.

    Auch das Brainstorming war der Aktion Lebendiges Deutsch ein Dorn im Auge:

    „Statt brainstorming empfehlen wir Denkrunde; Daten der Umfrage: 4.426 Teilnehmer machten 10.380 Vorschläge. Nur zu gern hätten wir der Öffentlichkeit ein Dutzend deutscher Wörter für brainstorming vorgeschlagen – aber mehr als eins hat keine Chance, populär zu werden, und durchsetzen soll es sich ja vor allem bei denen, die in der Wirtschaft, in der Werbung, in der Presse das Gripstreffen (so eine der 3805 Ideen) häufig betreiben. Tüftelrunde, Grübelplausch, Denkgewitter, Gedankenquirl – sind das nicht ebenfalls pralle Prägungen? Oder Neuronenfeuer, Phantasiegalopp! Und wie wäre es, wenn man sich zum Rumspinnen oder Kreativeln träfe? Hirnhatz hieß der kürzeste Vorschlag, Lösungsansatzsammlungsgenerierung (10 Silben) der längste – wahrscheinlich nicht ganz ernst gemeint, so wenig wie das Gedankenkotzen oder das Bullshit Bingo (kein sehr deutsches Wort, aber ein so treffendes, dass man es den Engländern statt ihres abgenutzten Hirnstürmens glatt vorschlagen könnte). Die schönsten Ideen sind natürlich immer die, die man nicht ernstlich erwägen kann: plattdeutsch Klugschietermarkt, hochdeutsch Heureka-Treff, Alzheimer-Prophylaxe oder Synapsen-Tango“ [3]

    Kategorie 2: Der Anglizismus wirkt besser geeignet

    Angehörige dieser Kategorie haben bedeutungsgleiche deutsche Pendants. Dass man trotzdem gerne zur denglischen Alternative greift, hat verschiedene Ursachen:

    Wenn Anglizismen kürzer sind

    Ein Flop ist ein Misserfolg in kürzerer Ausführung. Er reiht sich ein in eine lange Tradition knapperer Formulierungen, die ihre deutschen Konkurrenten verdrängt haben:

    clever, Clown, fair, Fan, Flirt, Hobby, Party, Sex, Slip, Steak, Team oder Training, um nur einige zu nennen.

    Weil diese Anglizismen so kompakt und gebräuchlich sind, würde es länger dauern, sie mit anderen Worten treffend zu umschreiben – ähnlich wie in Kategorie 1. Man kann sie also bedenkenlos benutzen.

    Wenn Anglizismen spezifischer sind

    Ein Meetingkönnte man auch als Treffen bezeichnen. Allerdings ist das Meeting spezifischer, denn es hat einen klaren Bezug zur Arbeit. Ein Arbeitstreffen wiederum ist eine unnötig lange Umschreibung. Eine Sitzung wäre ein denkbarer Ersatz für das Meeting, ist aber möglicherweise auch zu unspezifisch.

    Ob das der einzige Grund für den überverhältnismäßigen Gebrauch des Wortes Meeting ist, sei an dieser Stelle dahingestellt. Der Verdacht liegt jedoch nahe, dass hippe Leute zu Meetings gehen und nicht zu Betriebsversammlungen. Geht ja ums Business.

    Wenn Anglizismen trendiger sind

    Das Briefing definiert Wikipedia als Kurzeinweisung oder Kurzbesprechung. Gängig seien auch Begriffe wie Unterrichtung oder Einweisung. Warum werden diese nicht verwendet? Spezifischer sind sie schließlich nicht. Im Gegenteil: die „Kürze“ als Teil der Bedeutung fällt weg.

    Unterrichtung klingt nach Schule und Einweisung nach Klapse? Wirkt auch wie eine fadenscheinige Ausrede. Man könnte zu dem Schluss kommen, dass das Briefing auch hier wieder einfach nur cooler ist als das deutsche Pendant.

    Kategorie 3: Anglizismen, die man verbieten sollte

    Wer sie verwendet, begeht versuchten Mord an der deutschen Sprache. Denn die Angehörigen dieser Kategorie liefern weder einen Mehrwert in der Bedeutung noch sind sie kürzer oder in anderer Weise besser als ihre deutschen Pendants.

    Viele dieser Unwörter haben ihren Ursprung im Online-Marketing:

    Beim Kunden (wenn er nicht schon zum Customer erklärt wurde) soll Awareness geschaffen werden. Man könnte auch von Bewusstsein sprechen. Aber das könnte vom Kunden missverstanden werden, rechtfertigen sich die Urheber. Denn es gibt ja auch das Bewusstsein, das man bei einem starken Schlag auf den Hinterkopf verliert. Vermutlich fand besagter Schlag eher auf dem Kopf der Urheber statt.

    Zeitlupe wird zu Slow Motion und selbst Spezialeffekte werden zu Special Effects. Den Content kannst Du downloaden statt herunterladen, aber bitte mit Mouse und Keyboard, nicht mit Maus und Tastatur. Hier haben wir es definitiv mit einer Kategorie zu tun, wo es nur darum geht, möglichst Englisch statt Deutsch zu schreiben.

    Was ist Dein liebstes (Un-)Wort unter den Anglizismen? Schreibe uns Deinen Favoriten in die Kommentare!

    Quellen:

    [1] Anglizismen des Jahres: http://www.anglizismusdesjahres.de/

    [2] Prof. Walter Krämer vom Verein Deutsche Sprache e.V. im Podcast von Achgut Media https://www.youtube.com/watch?v=cOhDetilzb0

    [3] Seite 11 des Artikels https://d-nb.info/1125947373/34

    Bild von libellule789

    Texte umschreiben: Tipps für bessere Formulierungen

    Mit einem Klick macht das Tool Smodin aus dem Satz Gute Texte liegen mir am Herzen den Satz Gute Texte sind mir wichtig. Aber können wir mit Programmen ganze Texte umschreiben? Mein Fazit: Algorithmen verderben den Brei. Schreib Texte lieber um, indem Du sie sinnvoll verbesserst. Ich zeige Dir, wie ich dabei vorgehe.

    Texte umschreiben: Was können wir von Programmen erwarten?

    Einen längeren Satz schreibt Smodin zum Beispiel wie folgt um – Ausgangstext:

    Mit 16 Jahren legte ich die Grundsteine für meine Karriere als Schreiber. Hier gebe ich Dir Erfahrungen und Tipps für Deinen Weg zum guten Autor.

    Software-Vorschlag:

    Mit 16 Jahren legte ich den Grundstein für meine Karriere als Schriftsteller. Hier vermittle ich Ihnen die Erfahrung und die Fähigkeiten, um ein guter Schriftsteller zu werden.

    Hier unterscheiden sich Ursprungssatz und Software-Kreation schon weniger als im Beispiel der Einleitung. Das Funktionsprinzip wird klarer: Die Software findet Synonyme und ändert zum Beispiel die Ansprache von Du auf Sie. Rein technisch ist der Satz also nicht neu, aber etwas anders.

    Wem das Ergebnis reicht, ist mit solchen Tools gut bedient. Allerdings dürften wir hier noch im Bereich eines Plagiats sein – ein neuer Text entsteht nicht. Auch mit den inneren Werten des Textes schaut es nicht gut aus:

    Nach dem Umschreiben per Software Smodin sind die Werte meines Satzes schlechter. Auch mit bloßem Auge erkennst Du, dass der Satz länger wurde.

    Im oben genannten Beispiel hat das Tool einiges verschlimmbessert:

    • Aus einem Hauptsatz macht das Tool einen Relativsatz: … um ein guter Schriftsteller zu werden
    • Synonym Schriftsteller statt Schreiber: Mag manchmal passen, ich bin aber alles andere als ein Schriftsteller
    • Ansprache von Du auf Sie geändert – von dieser förmlichen Ansprache haben wir uns auf Wortliga.de bewusst abgewandt

    Natürlich kann das Ergebnis auch mal andersrum ausfallen und besser werden durchs Umschreiben per Programm. Beispiel: Wenn der Ausgangstext langatmig ist, findet das Tool eventuell kürzere Synonyme.

    In Einzelfällen kann Software zum Umschreiben unterstützen

    Mein Tipp: Probiere Smodin oder ähnliche Tools ruhig einmal aus, aber erwarte Dir nicht einen vollständig umgeschriebenen Text. Die Sprache der Sätze ändert sich etwas. Ein ganzer Absatz oder gar Text braucht aber mehr Fürsorge, um eine neue Kreation zu sein. Eine Masterarbeit oder einen Artikel mit diesen Tools umzuschreiben, dürfte als Plagiat auffallen – zurecht. Wo bleibt die künstlerische, urheberische Leistung, wenn ich solche Programme benutze?

    SEO: Duplicate Content ist es auch, wenn die Wörter leicht verändert werden

    Google dürfte solche Tricks schnell erkennen, auch wenn das Tool damit wirbt, dass die synthetische Umschreiberei beim SEO hilft. Wer sich auf solche Tools beim Optimieren für Suchmaschinen-Besucher verlässt, tut dem Nutzer nichts Gutes, steht vermutlich in einer rechtlichen Grauzone und ist nicht legal. Und wenn ein simples Tool Deine SEO-Texte einmal durchschüttelt und Lesern alten Wein in neuen Schläuchen serviert, erkennt Google das Muster vermutlich schnell.

    Der Startseitentext von Wortliga.de per Programm umgeschrieben – kein neuer Text entsteht.

    Sei besser – mach Deinen eigenen Text daraus

    Mehr Erfolg beim Umschreiben verspricht eine andere Methode: Mach den Ausgangstext einfach besser. So einfach wie die zwei Klicks in Smodin, text-online-umschreiben.de und Konsorten ist das zwar nicht, aber Du machst Dir das Leben damit leichter – egal, was Du mit Deinem Text vorhast.

    Tipps für sinnvolles Umschreiben

    • Tools schaffen nichts Neues und können uns bloß zu Ideen anregen
    • Wenn Du einen ganzen Text umschreiben willst, musst Du auch seine Gliederung verändern
    • Kürzen macht einen Text fast immer besser
    • Sätze aufteilen und umstellen; ein Gedanke pro Satz
    • Relativsätze in einfache Hauptsätze umformen
    • Teile die Absätze neu auf und schreibe neue Zwischenüberschriften
    • Passiv-Sätze aktiv formulieren – nie andersrum

    Beispiel für einen sinnvoll umgeschriebenen Text:

    In diesem Beispiel habe ich mit der WORTLIGA Textanalyse den üblichen trockenen Stil eines Wikipedia-Eintrags über Akazienmäuse verfrischt. Ich habe ihn dabei so umgeschrieben, dass er sich besser liest und mit Sicherheit kein Plagiat ist.

    In der ersten Phase habe ich nur die zu langen Sätze gekürzt und leicht umformuliert.

    Im zweiten Schritt habe ich den Text wärmer, erzählend formuliert. Der Text liest sich anregender und bringt die Fakten über die Maus ganz nebenbei rüber.

    Leitfaden Texte redigieren zum Download

    Leitfaden zum Redigieren von Texten: Mit einem Klick herunterladen

    Marketing-Texte schreiben: Ohne Floskeln hören Dir mehr Menschen zu

    Nach einem halben Jahrzehnt als Marketing-Texter hatte ich die Nase voll von immer wieder denselben Texten über meine Kunden. Diese Persönlichkeiten und Organisationen waren und sind doch alle anders, also sollen sie sich auch anders lesen. Ich warne vor gängigem Marketing-Slang – er aktiviert den Werbefilter der Leser und senkt die Aufmerksamkeit.

    Ich veränderte also meine Text-Sprache – schrieb direkter, führte mehr Interviews, streute mehr O-Töne in die Inhalte. Manchen Kunden gefiel das, andere wollten den typischen Marketing-Slang. Aber was wollen die Nutzer? Sie – wir! – lesen am liebsten leichtfüßige Information, die schnell und anregend zum Ziel führt. Kein Blabla. Hier lernst Du, Texte zu schreiben, die ansprechen und mit Substanz überzeugen.

    Floskeln vermeiden und mehr Leser erreichen

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    Marketing-Texte schreiben lernen: Video zusammengefasst

    • Sprache muss unsere Kunden beflügeln, dann sind sie positiv gestimmt, eher zu Kooperation bereit.
    • Wie schaffen wir es, unsere Texte von anderen abzuheben? Durch eigenen Stil, der geht nicht mit Floskeln, die jeder schon hundertmal gelesen hat.
    • Der Kunde muss sich sofort angesprochen fühlen, schon nach einigen Worten. Deswegen sind anregende Sprache und Inhalt ohne Worthülsen besonders wichtig.
    • Auch technische Texte müssen menschlich klingen, also die Menschen hinter der Technik erkennen lassen; die Menschen hinter der Industrieanlage, hinter den Werkzeugen, hinter den Leistungen und der jahrzehntelangen Erfahrung. Dann fühlen sich auch andere Menschen angesprochen.
    • Wenn Kopf und Bauch des Kunden ja sagen im Laufe der Lektüre, haben wir als Texter einen guten Job gemacht. Floskeln und Sätze voller Worthülsen machen höchstens Kopfschmerzen und liegen flau im Magen.
    • Welche Floskeln sollten wir nicht mehr in unseren Marketing-Texten benutzen? Beispiele zeige ich im Video.
    • Frage Dich bei jedem Text: Hat das mein Kunde vielleicht schon öfter gelesen? Kann ich es anders sagen, konkreter, frischer, interessanter? Beispiele, wie wir Floskeln vermeiden: im Video ab Minute 06:00.
    • Setz die Wir-Brille ab und schreibe über die Situation Deiner Kunden. Liefere Fakten, wie Du diese Situation verbessern kannst und nicht, wie toll Du bist.
    • Wer wird Deinen Text lesen, welche Person ist das? Schreibe für diesen Menschen, nicht für eine abstrakte Vorstellung. Wenn Du den Text im Auftrag schreibst, sollte diese Information (Wer ist der Leser?) aus dem Briefing ergehen.
      • Hilfreiche Frage: Welche drängenden Bedürfnisse hat der Kunde, der Leser, und welche davon löse ich? Das muss im Text klar werden.
    • Modalverben: Alles kann, könnte, würde – nichts passiert! Ohne Modalverben überzeugen wir mehr. Schreibe „Wir bauen“, anstatt „Wir können bauen“. Der Kunde interessiert sich nicht dafür, was Du theoretisch kannst, sondern dafür, was Du für ihn tust, löst, verbesserst.
    • Schaffe keine Distanz zum Leser, die schadet im Marketing und Vertrieb. Schreibe nicht zu oft in dritter Person über Dein Unternehmen: Statt „Mustermann GmbH baut für Kunden …“ schreibst Du besser: „Wir bauen für Sie …“

    Prüfe Deine Texte kostenlos auf Floskeln, Füllwörter und umständliche Formulierungen: Mit der Wortliga Textanalyse. Hier gehts zum Tool: https://wortliga.de/textanalyse

    Website-Texte auf der Startseite: Einzigartigkeit verständlich herausstellen (inklusive Beispiel)

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    Inhalt von Video 2:

    • Wie wird mein Text auf der Startseite unverwechselbar?
    • Beispiel für typischen Marketing-Text und Tipps für bessere Formulierung
    • Welche Floskeln verstecken sich in Marketing-Sprache und verspielen Potenzial, Dich von anderen Seiten abzuheben?
    • Bedürfnisse der Zielgruppe ansprechen durch Weglassen von Floskeln – Nutzen verständlich formulieren
    • Lange Sätze auf der Startseite kürzen

    Du möchtest Deine Marketing-Texte lieber von einem spezialisierten Texter schreiben lassen? Dabei helfen wir Dir in der WORTLIGA Textagentur
    nimm Kontakt zu uns auf.

    Zielgruppengerecht schreiben: 6 Grundsätze

    Du willst in Deiner Laufbahn als Texter immer den richtigen Ton treffen? Hier lernst Du zielgruppengerechtes Schreiben. Mit den folgenden Grundsätzen bringst Du Deine Botschaft rüber.

    1. Zielgruppengerechte Ansprache: Keine allgemeine Einleitung

    Fast alle Autoren lassen sich zu allgemeinen Einleitungen verleiten. Wenn ich aber einen Bericht über die besten DSLR-Kameras suche, will ich in der Einleitung nicht mit Infos darüber belästigt werden, was eine DSLR-Kamera ist. Ich will sofort finden, was ich suche. Das gilt auch für Texte, die nicht in der Suchmaschine auftauchen: Eine Info-Broschüre über Mutter-Kind-Kliniken muss in der Einleitung nicht die Definition einer solchen Klinik bringen – die Interessentin weiß schon, was sie will.

    Beispiel für eine schwache, weil allgemeine Einleitung:

    Quelle: https://www.minimed.at/medizinische-themen/gesundes-kind/gesundes-essen-in-der-schwangerschaft/

    Vorschlag mit spezifischer Zielgruppenansprache:

    Suchwort: „Gesund essen in der Schwangerschaft“ – Natürlich weiß eine werdende Mutter, dass gesundes Essen jetzt besonders wichtig ist. Der Satz darunter ist als Einleitung viel aussagekräftiger und würde die Leserinnen vermutlich mehr interessieren. Hier als Fotomontage zum Vergleich:

    Mehr Beispiele für gelungene Einstiege

    Quelle: https://www.gesund-ins-leben.de/fuer-familien/fit-durch-die-schwangerschaft/essen-und-trinken-in-der-schwangerschaft/

    Die Einleitung ist zwar allgemein, aber bringt einen neuen Gedanken ins Spiel: die Schwangerschaft als Gelegenheit, gesünder zu essen.

    Quelle: https://www.chefkoch.de/magazin/artikel/1944,0/Chefkoch/Ernaehrung-in-der-Schwangerschaft.html

    Eine ungewöhnliche Art, ins Thema einzusteigen. Sehr gelungen: Der Text spricht die Leserin direkt an. Zwar bekommt sie in den ersten Zeilen keine neuen Informationen, dafür wird sie aber dort abgeholt, wo sie gedanklich jetzt steht. Und das auf eine sympathische Weise. Das vermittelt: „Ja, genau, hier bin ich richtig. Gleich geht’s los mit den Informationen, die ich suche.“ Diese gekonnte Einleitung geht auch auf den Mensch als emotionales Wesen ein: Viele Menschen entscheiden mit dem Bauch, ob sie Deinen Text lesen.

    2. Dich in den Leser reindenken und einfühlen

    Du suchst Ideen für einen guten Text? Empathie hilft. Auch Befragungen der Zielgruppe geben Dir Wissen an die Hand, was Deine Leser denken und was sie wissen wollen.

    • Schreibe nicht aus Deiner Sicht, sondern überlege, was der Leser wissen will oder was in ihm vorgeht.
    • Schreibe nichts, was sich die Zielgruppe selbst denken kann. Viele Artikel fangen an wie Schulaufsätze: Erst definiert man dort den Gegenstand, über den man schreibt, dann folgt eine weitschweifige Hinleitung zum Hauptteil, dann kommt endlich der Kern des Textes. Ein Zielgruppen-freundlicher Text leitet auf interessante, ansprechende Weise ein und liefert schnell, was der Leser erfahren will.

    Es hilft, die Zielgruppe zu definieren, bevor Du schreibst. Wenn jemand anders Deinen Text schreibt, gibst Du ihm im Briefing ein Bild Deiner Zielgruppe. Aber auch für Dich selbst lohnt es sich, die Leser in wenigen Sätzen zu definieren. Hier liest Du, welche Fehler dabei passieren und wie Du am besten vorgehst.

    Übung für mehr Empathie beim Schreiben:

    Stell Dir vor, der Leser sitzt vor Dir und Du schreibst Deinen Text nur für diesen einen Menschen. Vielleicht kommst Du von dieser Vorstellung während des Schreibens wieder ab; hole Dich immer wieder zurück in diese Visualisierung; wer ist das, für den Du da schreibst? Was will er wissen? Was für Fragen hat sie?

    3. Hol den Leser in seiner Situation ab

    Wo sitzt, steht oder liegt Deine Zielgruppe, wenn sie den Text liest? Wo willst Du Dein Publikum erreichen?

    • Befriedige die Suchintention: Wenn Du den Text auf Deiner Website veröffentlichst und Besucher von Google haben willst, muss Dein Text dem Nutzer das liefern, was er mit seiner Suche bezweckt. Was will der Nutzer, dem Du diesen Text anbietest? Was kann Dein Text dazu beitragen? Will er etwas erfahren, wissen? Will er etwas kaufen und sucht Orientierung?
    • Sei interessant, vom ersten Wort an: Vielleicht soll Dein Text auch über einen Newsletter versendet werden oder bei Facebook erscheinen. In welcher Situation werden Deine Leser darauf stoßen? Was weißt Du über sie, um ihr Bedürfnis anzusprechen und Aufmerksamkeit im Bus, bei der Abendlektüre auf dem Sofa, im Büro bei der Mittagspause zu bekommen?

    Beispiel: Podcast Zielgruppengerecht gestalten

    Mein Podcast-Kollege Olaf Kopp und ich bemühen uns, unseren Content-Marketing-Podcast nicht länger als 50 Minuten aufzunehmen. Eigentlich ist auch das zu lang für viele Hörer, denn viele hören unsere Sendungen auf dem Arbeitsweg. Was sagt uns das außerdem? Unsere Themen sollten so eingängig sein, dass Hörer nicht Stift und Notizblock herausholen müssen, um sich alles zu merken. Denn das geht schlecht, wenn ich gerade mit der ersten Kaffee-Infusion in der Hand im schaukelnden Bus sitze.

    4. Text übersichtlich gestalten

    Jede Zielgruppe mag Übersicht. Mach es Nutzern einfach, Deine Kernbotschaften schnell zu überblicken. Dann fühlt sich Deine Zielgruppe schnell angesprochen und kann mit gutem Gefühl den Text von oben bis unten lesen; oder auch mal nur den Ausschnitt, der sie besonders anspricht.

    5. Zielgruppengerechte Sprache: Einfach oder anspruchsvoll schreiben?

    Schreib einfach, aber nicht banal! Egal für welche Zielgruppe. Professoren-Gehirne mögen einfache, gut klingende Sprache genauso gern wie Programmierer, Lehrer, Astronauten oder Verkäufer. Ausnahme: Menschen mit schlechten Deutschkenntnissen, Menschen mit Behinderung oder anderen Herausforderungen – hier hilft leichte Sprache.

    Die Verständlichkeitsforschung hat untersucht, was Texte verständlich macht. Diese Regeln gelten für alle Zielgruppen. Auch unsere Textanalyse-Software baut auf diesen Regeln auf.

    Informationen zielgruppengerecht aufbereiten

    Wir können alles kompliziert sagen, das ist keine große Kunst und hinterlässt auch keinen besonderen Eindruck auf Leser. Eine Quelle für unnötig komplexe Sprache ist Wikipedia. Beispiel:

    Verständlichkeit ist im kommunikativen Handeln eine Grundbedingung dafür, dass etwas verstanden werden kann. Sie ist bei einem Sprechakt erfüllt, wenn die vom Sprecher beabsichtigte Mitteilung einem Hörer in solcher Form übermittelt wurde, dass der sie verstehen konnte.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Verst%C3%A4ndlichkeit

    Vorschlag für eine verständlichere Alternative:

    Verständlichkeit ist die Bedingung dafür, dass Menschen erfolgreich kommunizieren und sich verstehen. Verständlich ist Sprache, wenn die Botschaft den Hörer und Leser wie gewünscht und gemeint erreicht.

    Zu banal? Die meisten Zielgruppen brauchen Sprachmelodie

    Jeder Mensch liest gern einfache Texte, also: gehirngerechte Texte. Banal sollten Texte deswegen aber nicht sein. Siehe das folgende Beispiel. Das Tool zeigt zwar noch „leicht“ an, die Sprachmelodie der Satzlängen „Zu kurz“ ist aber ein Hinweis darauf, dass der Text sich langweilig oder stockend liest. Nur kleinen Kindern oder Menschen mit Verständnisschwierigkeiten können solche Texte beim Verstehen helfen:

    Bildschirmfoto unserer Software für Nutzer-freundliche Texte

    Was bedeutet zielgruppengerecht?

    Wird Dein Text der Zielgruppe gerecht, geht also auf ihre Bedürfnisse ein? Dann ist er zielgruppengerecht. Da gibt es die inhaltliche und die sprachliche Ebene. Fachbegriffe erklärst Du bitte, wenn Du kein Fachpublikum als Leser hast. Und zur Sprache sei gesagt: Wenn Du ein Kinderbuch schreibst, muss Dein Text Kindern gerecht werden – dann wäre der oben gezeigten Text richtig. Für Erwachsene gilt: Arbeite nach den Regeln der Verständlichkeitsforschung:

    Deine Texte sollen einfach, übersichtlich gegliedert, prägnant und anregend sein.

    6. Mit den Suchbegriffen deiner Zielgruppe arbeiten 

    Die meisten Themen finden wir auch als Suchbegriffe bei Google – an der Art, wie Menschen diese Themen bei Google formulieren, erkennst Du, was Sie wissen wollen. Ich kam auf das Thema für diesen Artikel durch Googles verwandte Suchbegriffe.

    Zielgruppengerecht schreiben: Die Sprache Deiner Zielgruppe verwenden

    Auch wenn Du Experte zu einem Thema bist und es besser weißt als Deine Kunden: Spring über Deinen Schatten und verwendet die Sprache Deiner Kunden. Ein guter Text passt sich an die Zielgruppe an. Die Leser bekommen den Eindruck, dass sie hier richtig sind und müssen nicht umdenken. Wie man das eigentlich sagt kannst Du Deiner Zielgruppe später noch immer vermitteln. Jeder kommt es vor allem drauf an, dass sie sich mit Deinem Text schnell identifizieren und eine Beziehung zu Dir aufbauen.

    Googles Verwandte Suchanfragen bringen uns auf neue Ideen und zeigen, was die Zielgruppe zu einem Thema noch interessiert.

    Wo finde ich mehr Keywords?

    Das habe ich die WORTLIGA-Expertenrunde zum Thema SEO-Texte hier gefragt. Dort findest Du auch spannende Antworten auf die Frage, wie die SEO-Experten mit Suchbegriffen im Text arbeiten.

    SEO-Texte schreiben: So textest Du für Google und andere Menschen

    Als SEO-Texter musste ich seit 2009 oft Unsinn produzieren – Texte für die Tonne, die den Algorithmus zufrieden machen sollten. Der Leser mit seinen Bedürfnissen war egal. Google ist heute anders, Auftraggeber sind anders. Zum Glück! Mit meinen Blogs, vielen Tausenden Besuchern und in meinem Podcast mit Olaf Kopp lernte ich schließlich das meiste über SEO und SEO-Texte. Wie produzieren wir etwas, das der Rede und des Rankings Wert ist? Hier lernst Du, wie Deine Texte bei Suchmaschinen und Nutzern punkten.


    Schnellhilfe: Häufig gestellte Fragen über SEO-Texte

    Kann ich SEO-Texte generieren?

    Nein. Wie die Spezialisten unserer SEO-Text-Expertenrunde bestätigen, müssen SEO-Texte einen Nutzen haben. Generierte Texte sind höchstens denkbar bei Wetterberichten, Sportergebnissen und ähnlichen Fällen; dort, wo Programme menschlichen Schreibern durch Geschwindigkeit überlegen sind und es nicht auf textliches Geschick ankommt.

    Welche Länge brauchen SEO-Texte?

    Eine optimale Länge gibt es nicht, zumindest ist sie unter Experten umstritten. Eine Tendenz zeichnet sich aber ab. Hier liest Du die Antworten meiner Interview-Partner zum Thema SEO-Text-Länge

    Was ist ein SEO-Text?

    Die Antwort überrascht: Nach Meinung der Experten gibt es keine SEO-Texte mehr. Nicht mehr so, wie wir sie uns noch vor ein paar Jahren vorgestellt haben. Peer Wandiger, erfolgreicher Blogger und Betreiber von Selbstständig im Netz sagt, „dass jeder Text, den ich schreibe, Google-Traffic bekommen soll. Ich wüsste nicht, warum das mal nicht gewünscht sein sollte“. Das zeigt: Jeder Text kann bei Google erscheinen, wenn wir ihn auf die Bedürfnisse der Google-Nutzer ausrichten.

    Welche Tools helfen bei Schreiben von SEO-Texten?

    Neben Tools wie der WORTLIGA Textanalyse helfen Tools zum Beispiel bei der Recherche von passenden Suchbegriffen und Themen für Deine Texte. Hier geben meine Interview-Partner preis, welche Tools sie bei SEO-Texten und der Keyword-Recherche einsetzen.

    Wie sollte ich einen SEO-Text für die Startseite schreiben?

    Wie oben erwähnt, kann jeder Text bei Google erscheinen und reine SEO-Texte gibt es nicht mehr. Wenn Du mit Deiner Startseite bei Google erscheinen willst, brauchst Du dort Inhalte zu den wichtigsten Begriffen und Bedürfnissen, die Deine Nutzer bei Google formulieren. Aber Google listet auch Seiten und Texte, die das Suchwort gar nicht enthalten. Die Suchmaschine wird immer intelligenter. Für den Text auf Deiner Startseite gilt vielleicht noch stärker als für alle anderen Texte:

    • Hol‘ den Nutzer sofort ab und führe ihn auf Deine Angebote und Inhalte.
    • Gestalte den Text übersichtlich und prägnant – fasse Dein Unternehmen, Dein Projekt ansprechend zusammen (dabei hilft Dir unser Kurs für kurze Texte, in dem Du einen Slogan entwickelst und lernst, schnell auf den Punkt zu kommen)
    • Arbeite mit Zwischenüberschriften
    • Beherzige die Tipps auf dieser Seite ganz besonders für Deinen Startseiten-Text. Ihn lesen die meisten Menschen, die mit Deiner Seite in Kontakt kommen.

    Merke: Google mag Texte, die Menschen gefallen

    Niemand weiß genau, wie der Google-Algorithmus funktioniert. Deshalb sind die folgenden Punkte als Empfehlung aus Erfahrung zu verstehen.

    Das Beste: Selbst, wenn Google einzelne der folgenden Punkte nicht so stark gewichtet (oder gar ignoriert), sind sie Pflicht für Texter. SEO ist mehr Optimierung für den Nutzer als für Algorithmen.

    SEO ist Optimierung für den Google-Nutzer! Das sagen auch meine Interview-Partner in der Expertenrunde über SEO-Texte

    Früher konnten Schreiber den Nutzer außen vor lassen und sich ganz auf die Algorithmus-Pflege und vermeintliche SEO-Gesetze konzentrieren. Heute sind technisch optimierte, aber wenig ansprechende Texte Gift für Deine Seite, weil Du das Publikum damit vergraulst. Bleib beim Schreiben also bei den Bedürfnissen Deiner Nutzer, egal, was Tante Google vermeintlich will oder nicht will.

    Wie gute Texte Deine Website in Google nach vorn bringen

    Neben guten Inhalten und Reputation im Netz brauchst Du beim SEO-Texten für eigene Projekte vor allem Geduld. Klassischerweise lässt Du Deine Texte eine Nacht liegen, um verborgene Fehler zu finden und Deinen erfrischten Augen die Leser-Brille aufzusetzen. Genauo brauchen SEO-Texte Zeit, einen langen Atem, ja, Liebe. Sei fürsorglich, eine Stütze für Deine Leser. Sie werden es Dir danken. Schreibe Texte, die ihnen beim Suchen und Finden helfen, anstatt bloß auf Rankings zu schielen. Die kommen von selbst, wenn Du oder Dein Texter einen guten Job abliefern.

    SEO-Texten heißt, Dir Freunde zu machen bei Google und Nutzern.

    Vier Prinzipien für den Start, einfach erklärt:

    1. Mach Dich nützlich bei Meister Google

    Gute Texte helfen dem Leser. Und genau solche Inhalte will Google in seinen Ergebnissen anzeigen. Google möchte, dass seine Nutzer zufrieden sind; wenn dieser Fall eintritt, sprechen wir von einer guten Search Experience. Die Search Experience ist eine Form der User Experience. Dein Ziel als SEO-Texter sollten also Nutzer sein, die zufrieden mit Deinen Inhalten sind, die sie auf Google finden. Jedes Element im Text, das Deinem Publikum weiterhilft, stärkt den Stand Deiner Seite in der umkämpften Suche.

    Soweit die Theorie. Der Algorithmus ist nicht perfekt, deswegen verbesserst Du Deinen Text manchmal, ohne dass sich am Ranking was verändert. Aber das ist in Ordnung – Deine Leser sollen unabhängig von Google zufrieden mit Deinen Inhalten sein. Unzufriedene Besucher sind genauso schlecht für Dich wie keine Besucher.

    2. Nutzer kleben an Deinen Lippen und Google klebt Dir ein Fleißbienchen ins digitale Heft

    Wenn Deine Texte die Bedürfnisse Deiner Zielgruppe stillen, bleiben die Menschen länger auf Deiner Seite. Das ist ein Signal für Qualität an den Google-Algorithmus und gibt Deinen Inhalten Pluspunkte.

    3. Besucher werden Deine Freunde und wählen Dich in die Sieger-Mannschaft

    Suchmaschinen versuchen, die Realität abzubilden – die beliebtesten Seiten zum jeweiligen Thema sollen auch in den Ergebnissen oben stehen. Wenn Menschen Deine Seite gerne immer wieder besuchen, wirst Du in den Augen der Suchmaschine zu einer vertrauenswürdigen Quelle. Das dauert ein paar Jahre und geht nicht ohne Erwähnungen Deiner Seite auf anderen Websites. Einen bleibenden Eindruck im Algorithmus hinterlassen Links auf Deine Inhalte. Sei mit Deinen Texten also die Quelle, auf die andere Autoren mit ihren Links gerne verweisen. Das geht meistens nur, wenn diese Menschen Dich nicht als Konkurrenz sehen.

    4. Deal! Gib Besuchern die Hand und lass Google einschlagen

    Wenn Deine Texte alle Fragen zum Thema beantworten, haben Menschen keinen Grund, nach Deiner Seite noch weitere Suchergebnisse anzuklicken. Je mehr Menschen Deine Produkte kaufen, Inhalte herunterladen und mit Deiner Seite interagieren, als desto hilfreicher beweist Du Dich.

    Liefere keine halben Sachen – keine halbgaren Texte – und begleite Menschen bei ihren Fragen so weit wie Du kannst. Lass Nutzer nicht mit offenen Fragen oder Wünschen zurück. Überlass anderen Seiten nicht den Rest der Arbeit, also Nutzern weitere Antworten zum Thema zu liefern. Verlinke, wenn nötig, in Deinen Texten auf verwandte Inhalte aus Deiner Feder. Werde zum Wegweiser im Google-Hochhaus und Du bekommst mit deinen Texten immer öfter einen Platz in der Chefetage.

    Wie vereinbare ich SEO und lesbare Texte?

    Früher lasen sich SEO-Texte oft so: Ein guter Anwalt? München ist eine Stadt, in der Sie einen guten Anwalt schnell finden werden. Anwalt und München presste der Texter in diesem Text so oft es geht irgendwie zusammen. Auch dann, wenn es für den Leser zur Qual wurde. Und Google arbeitete ähnlich primitiv: die Suchmaschine prüfte, ob der Suchbegriff Anwalt München in einem Text vorkam – je öfter, desto gewichtiger musste dieser Text sein.

    Natürlich wusste Google, dass die beliebteste Seite nicht die war, auf welcher der Begriff am häufigsten vorkam. Aber irgendwie musste man im Hause Google mit dem Bewerten von Inhalten anfangen. Die Häufigkeit eines Suchbegriffs in einem Text war eine einfache Metrik. Und so stopften SEO-Texter im Auftrag ihrer Ranking-geilen Kunden Texte mit Suchbegriffen voll. Da musste Anwalt München zehnmal oder öfter im 300-Wort-Text vorkommen. Koste es, was es wolle.

    Texte, die keiner liest, existieren nicht lange

    Aber wer liest solche Texte? Und wer vertraut einer Suchmaschine langfristig, die solchen Schrott als Ergebnisse liefert? Da hätte man den Text auch gleich weglassen und nur das Kontaktformular anzeigen können, darüber 20 Mal Anwalt München schreiben – und ja, auch das haben Webseitenbetreiber in den frühen Zeiten von SEO-Texten getan. In weißer Schrift auf weißem Grund natürlich, um nicht zu verwirren. So verstanden SEO-Menschen damals Nutzerfreundlichkeit.

    Google wird immer menschlicher – menschelt es in Deinen Texten?

    Aber Menschen wollen lesen. Sie wollen erst Informationen und Eindrücke sammeln und dann handeln. Deswegen muss Google gut lesbare, hilfreiche Texte belohnen. Die Suchmaschine muss erkennen, ob ein Text wirklich relevant ist, oder ob er nur so tut; nach dieser Art: Anwalt München, bla bla bla, Anwalt München, bla bla bla, Anwalt München.

    Und bei dieser Aufgabe wird Google besser: menschlich zu werden; zu verstehen, ob ein Text seine Aufgabe erfüllt. Es gibt heute im Gegensatz zur Anwalt-München-Zeit immer weniger Gegensätze zwischen Leser und SEO-Texter. Nutzer wollen sich informieren, eine gute Zeit haben, etwas verstehen. Und SEO-Texter liefern gefälligst den Text für diese Bedürfnisse! Sonst fliegen die Inhalte, Seiten, die Marke raus aus dem Index – früher oder später.

    Das müssen Deine Texte leisten, um gut lesbar und hilfreich für Google-Nutzer zu sein

    Zeige der Suchmaschine und dem Nutzer, dass der Text relevant ist für das Thema, den Suchbegriff 

    • Benutze die Sprache Deiner Leser, aber sei dezent und belästige niemanden.
    • Häufe Wörter nicht künstlich auf, sondern spiele mit Suchbegriffen und Synonymen.
    • Zeige den Lesern, dass es hier um ihr Thema geht. Angefangen bei einer griffigen Überschrift, die das Thema beim Namen nennt.
    • Strukturiere Deine Texte mit kurzen Absätzen und Zwischenüberschriften, Bildern, Tabellen – kurz: mit allem, was passt, damit Besucher den Inhalt einfach verstehen können.
    • Mache den Text scanbar. Hilf ungeduldigen Nutzern, zur passenden Stelle zu springen – mit Überschriften, griffigen Absätzen, einem Inhaltsverzeichnis mit Ankerlinks, wenn technisch möglich.
    • Gliedere Deinen Text logisch mit Überschriften-Tags. Beispiel: H1 ist die Hauptüberschrift, H2 ist eine Zwischenüberschrift, H3 ist ein Unterpunkt davon und so weiter.
    • In Deinen Überschriften darf der Suchbegriff sehr gerne vorkommen! Das zeigt Google, worum es im Text danach geht, und hilft dem Nutzer, sich zu orientieren. Denke daran: Er hat gerade diesen Begriff gegoogelt. Wenn er ihm auf Deiner Seite sofort ins Auge sticht, signalisiert das dem Menschen hinterm Bildschirm: Hier bin ich richtig.

    Liefere dem Nutzer schnell eine Antwort und einen Überblick

    • Zögere Antworten nicht hinaus, zum Beispiel mit einer langgezogenen Einleitung. Die will keiner lesen und geübte Nutzer überscrollen sie ohnehin.
    • Google und Benutzer wollen dasselbe: In möglichst kurzer Zeit soll Dein Text eine Antwort liefern. Aber trotzdem sollen sich Deine Besucher angesprochen und wohl mit Deinem Text fühlen. Finde die Balance zwischen Geschwätzigkeit, ausschweifenden Erklärungen und kalter, blanker Information. Komm zum Punkt, aber sprich auch den Bauch Deiner Leser an, damit sie interessiert bleiben. Ein keine Geschichte am Anfang oder eine interessante Frage – sowas reicht manchmal schon, um den Inhalt schmackhaft zu machen.
    • Sei das beste Suchergebnis zum Thema und schweife nicht ab. Erlaubt sind thematische Ausflüge, wenn Du die wichtigsten Fragen und Aspekte für die Nutzer geklärt hast.

    Bau den Text hierarchisch auf

    • Siehe auch weiter oben: H1, H2, H3.
    • Ganz oben sind dicht gedrängt die wichtigsten Infos für den Nutzer zum Thema, zum Keyword.
    • Weiter unten geht es um Unterthemen, spezielle Fragen, Aspekte, die nicht jeden Nutzer interessieren.
    • Jeder Nutzer hingegen findet seine Antworten oben. Er kann nach einigen Absätzen aufhören zu lesen, der Rest des Textes ist Zusatz, Vergnügen. Dieses Prinzip kennen wir aus dem Journalismus (das Wichtigste zuerst).

    Bau keine Einbahnstraßen

    • Verlinke auf verwandte Inhalte; eigene oder fremde Texte, die dem Leser weiterhelfen.
    • Begleite den Nutzer beim nächsten Schritt mit weiterführenden Links. Schlage ihm vor, wie er sich weiter informiert. Wo er jetzt hin navigiert. Was er noch lesen oder ansehen sollte. Wenn der einzig denkbare Schritt ein Kauf eines Deiner Produkte ist, bring ihn in den passenden Shop-Bereich. Wenn der Leser Dich anrufen oder Dir eine E-Mail schreiben soll, bau Nummer, E-Mail oder Formular in den Text ein.

    Arbeite mit Quellen, um dem Text Gewicht zu geben

    • Wenn Du gute Quellen nennst und verlinkst, schaffst Du Mehrwert über Deinen Text hinaus.
    • Du machst Deinen Text zu einem starken Glied in der Kette der vielen verschiedenen Inhalte, die Deine Zielgruppe liest.
    • Ein Link ist manchmal besser als ein Absatz. Verlinke lieber, anstatt den roten Faden im Text zu verlieren.

    Arbeite wie ein Designer, wie ein Architekt an Deinem Text

    • Google liefert Nutzern nicht nur Texte, sondern auch Videos, Bilder, Daten. Nimm Dir daran ein Beispiel für Deine Texte.
    • Nutze, wenn hilfreich, Tabellen, Grafiken, Vorlagen, Dokumente zum Download.
    • Du kannst programmieren oder kennst einen Entwickler? Du hast eine Idee, wie ein kleines Tool Deinem Leser weiterhilft? Bau es! Nützliche Tools machen Besucher zu Fans.

    Sei spezifisch: Allgemeine Texte gibt es genug.

    • Spezifische Texte sind rar und bekommen mehr Klicks. Sie gehen auf ein Bündel besonderer Fragen eingehen und liefern umsetzbare Antworten. Ich muss mich als Nutzer nicht durch Wüsten unnützer, weil allgemeiner Informationen kämpfen. Google versteht besser, was Dein Text bringt und schickt Dir die passenden Besucher (Anfragen mit Long Tail Keywords).
    • Am Anfang keinen allgemeinen, niemand-interessierenden Unsinn schreiben wie Was ist eine Hundehalter-Haftpflichtversicherung, wenn der Nutzer doch bereits danach sucht.

    Nicht zuletzt: Texte gut lesbar nach den Regeln der Verständlichkeit (Textanalyse benutzen)

    • Anregend schreiben, damit das Lesen Freude macht und leicht fällt (das ist Usability-Optimierung in Reinform).
    • Einfach schreiben (zum Beispiel: Satzlängen durchschnittlich bei 12–15 Wörtern halten, lange Wörter vermeiden, kein Passiv, viele Verben benutzen statt Nominalstil).
    • Alles klar gliedern, Sätze, Absätze, den ganzen Text logisch aufbauen. Dazu zählt auch, es dem Nutzer einfach zu machen, schnell zum relevanten Teil im Text zu kommen. Das wurde bereits oben, aber noch nicht oft genug erwähnt!
    • So prägnant wie möglich schreiben, nicht länger als nötig, aber eine wohlklingende Sprachmelodie herstellen.

    Was muss rein in meinen Text? Was ist zu viel und wo höre ich auf?

    Mir hilft, mich auf die Leser (Kunden, Nutzer) zu konzentrieren. Ich frage mich: Was will der Besucher wissen? 

    Antworten gibt eine Kundenbefragung, das ist aber meistens zu aufwändig, wenn es um einzelne Texte geht. Aber auch online können wir viel über die Nutzer und ihre Interessen herausfinden.

    Ein Blick auf den Google-Index kann helfen. Wir geben einen passenden Suchbegriff ein und betrachten die Themen, Seiten und Formate auf Googles Ergebnisseite. Sind das Videos? Shop-Seiten? Was steht in den Inhalten drin, welche Themen, Meinungen, Produkte finden wir? Das grenzt ein und gibt uns Anhaltspunkte, welche Inhalte die Menschen bevorzugen. Google schiebt die weniger passenden Inhalte auf die hinteren Seiten. Natürlich spielen dabei auch Beliebtheit und Vertrauenswürdigkeit der jeweiligen Website und andere Faktoren eine Rolle. Was aber auf Googles Seite 1 steht, ist fast immer relevant.

    Relevant heißt: Die Ergebnisse treffen die Bedürfnisse der Menschen, wenn sie diesen Suchbegriff eingeben. Und so verrät uns Google viel über den IST-Zustand, was Menschen also zu diesem Suchbegriff wissen, tun, kaufen wollen.

    Das haben mein Podcast-Kollege Olaf Kopp und ich ausführlich in dieser Aufnahme besprochen:

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    Je nach Thema hilft ein Blick in eines der verbleibenden Web-Foren. Was fragen und diskutieren die Leute auf Facebook, Gutefrage.net oder einem Branchenforum? Ein Beispiel für so ein Branchentreff ist das Foto-Forum fototalk.de.

    Die verwandten Suchbegriffe und Vorschläge von Suchmaschinen wie Google oder Amazon helfen uns, die Interessen unserer Zielgruppe zu verstehen.

    In der Regel interessieren sich Nutzer sowohl für DSLR- als auch Systemkameras. Das zeigen die verwandten Keywords ganz unten bei Google, wenn ich eine Suche nach „DSLR“ starte.

    Wenn Du DSLR eingibst, schlägt Dir Google weitere Begriffe vor, die Nutzer eingeben. Dabei helfen auch Tools wie Hypersuggest. Solche Programme lesen Googles Vorschläge systematisch aus. Andere Tools analysieren die verwendeten Begriffe auf den Webseiten, die zum Suchbegriff erscheinen – sogenannte WDF-IDF-Tools.

    Im Gegensatz zu den verwandten Begriffen ganz unten verraten uns Googles Vorschläge oben, dass viele Nutzer eine DSLR als Webcam nutzen wollen:

    Hypersuggest liest das systematisch aus und ich entdecke den Begriff „dslr für einsteiger“. Will ich diese Zielgruppe erreichen, ist das ein toller Hinweis. Dann könnte ich diesen Begriff wieder googlen und mir ansehen, was die bestplatzierten Seiten schreiben. 

    Tools wie Hypersuggest oder answerthepublic lesen Googles Vorschläge systematisch aus. Du bekommst mehr Durchblick bei der Analyse Deines Themas und Deiner Suchbegriffe. Hier zu sehen: Hypersuggest (Ausschnitt).
    Keyword-Tools helfen uns, auf Fragen der Nutzer zu kommen. Bei Hypersuggest zu finden unter dem Punkt „WH-Questions“ (Ausschnitt).
    Das sehen wir, wenn answerthepublic die Lupe auf den Suchbegriff „DSLR“ hält (Ausschnitt).

    Versuche gar nicht erst, einen Text über ein so mächtiges, allgemeines Keyword wie DSLR zu schreiben. Ausnahme: Der Kunde will es. Dann sollte sich der Text aber auf einen oder mehrere spezifische Aspekte konzentrieren. Sonst wird daraus ein Buch, wenn Du das Projekt ernsthaft angehst.

    Klar, du kannst eine kleine Definition einer DSLR bei Wikipedia abschreiben – aber wer will das lesen? Welche Lücke schließt Du? Und mit wie vielen allgemeinen Definitionen muss sich Dein Text dann messen! Also: Du schreibst nicht für Spiegel.de oder ein anderes Schwergewicht? Dann wird die tausendste Nebensächlichkeit à la Was ist eine DSLR-Kamera in den Tiefen des Internets verschwinden.

    Bei allgemeinen Begriffen wie DSLR oder Kamera bekommen wir über Online-Analysen mehr Infos, als wir in einem Text verarbeiten können. Irgendwo müssen wir anhalten und eingrenzen. Was davon sind Begriffe und Themen meiner Zielgruppe? Und was für Informationen schaffen es auf Googles Seite eins? Ein gutes Beispiel ist der oben genannte Begriff „dslr für einsteiger“.

    Wie finde ich heraus, was meine Zielgruppe sucht und wissen will?

    Beim Konzipieren und Schreiben müssen wir die Perspektive des Nutzers einnehmen. Mir helfen dabei diese Fragen aus dem 3×3-Konzept nach Winfried Ruf – aus dem Buch Praxishandbuch Ratgeber-/Nutzwertjournalismus (leicht abgewandelt):

    • Wer ist die Zielgruppe? Welche Probleme und Bedürfnisse haben diese Menschen?
    • Welche Aspekte interessieren die Nutzer besonders?
      • Das zeigen uns unter anderem die Suchbegriffe der Leser
    • In welcher Form nutzt der Text dem Leser am meisten? Wie muss der Text dafür beschaffen und aufgebaut sein?
    • Was will ich vermitteln? Siehe dazu: Kernsatz schreiben, damit Du beim Texten nicht vom Thema abkommst. Dabei hilft Dir die Übung im folgenden Video zum Kürzen von Texten (ab Minute 5:44):
    YouTube player

    Wenn wir Fragen beantworten, grenzen wir damit unseren Text ein und machen ihn interessanter. Wenn wir nicht mehr über Produkte schreiben, sondern Antworten liefern, steht der Rahmen – „Wie viel soll ich schreiben?“ – von selbst fest.

    Wie schreibe ich SEO-Texte, die Kunden ansprechen und im besten Fall zum Kauf verleiten?

    Die Kurzformel lautet: AIDA (Attention, Interest, Desire, Action). Diese Formel kommt aus der Werbung und wir können sie für Überschriften anwenden, für Text-Einstiege, für einzelne Absätze. Immer wieder gilt: 

    A: Aufmerksamkeit des Nutzers erzeugen (erregen!)

    I: Interesse schaffen und beantworten

    D: Vorteile und Problemlösungen dabei zeigen, damit Verlangen entsteht (Produkt, Aktion, am Thema dran bleiben und so weiter)

    A: Zum Handeln motivieren!

    Aber wie? Als Texter haben wir begrenzt Einfluss. Aufforderungen wie „Kaufen Sie jetzt“ gehen links rein, rechts raus, sind aber besser als nichts.

    Mit Konkretheit sprechen wir Nutzer an. Ein absichtlich übertriebenes Beispiel: Wenn Sie als Einsteiger Fotos wie die Profis machen wollen (auch unter Wasser) und wenig Zeit für aufwändige Nachbearbeitung haben, weil Sie so gerne tauchen gehen, ist diese Kamera die richtige für Sie.

    Auch das Layout spielt eine Rolle

    Ist Dein Text leicht zu überfliegen und macht er Lust auf mehr? Oder ist er so anstrengend zu überblicken, dass der Nutzer die Seite schnell wieder verlassen will? Lädt das Erscheinungsbild des Textes zum Lesen ein?

    Verständliche Texte schaffen Vertrauen – Vertrauen fördert Verkäufe

    Verständliche Texte schaffen Vertrauen, regen an und sind deswegen bessere Verkaufstexte. Benutze also die Wortliga Textanalyse – auch für kürzere Verkaufstexte.

    Kenne die verkaufspsychologischen Prinzipien

    Die hat Robert Cialdini erforscht und in einem tollen Buch erklärt: Die Psychologie des Überzeugens. Die Prinzipien sind: Reziprozität, Sympathie, Soziale Bewährtheit, Autorität, Verknappung, Commitment und Konsistenz. Mit diesen Prinzipien können wir auch in Texten arbeiten. Beispiele: 

    Reziprozität: Ich gebe Dir tolle Tipps in einem Kategorie-Text, Du schenkst mir dafür Vertrauen.

    Sympathie: Ein ehrlich klingender, nicht zu förmlicher Schreibstil schafft Sympathie bei einer jungen Zielgruppe. 

    Soziale Bewährtheit: Warum nicht eine zufriedene Kundin des Online-Shops interviewen und O-Töne von ihr in den Kategorie-Text einbauen?

    Autorität: Wenn diese Kundin auch noch Expertin für das Thema oder das Produkt ist: perfekt! Mehr Autorität verleihst Du Deinem Text auch, wenn Du passende, bekannte Quellen zitierst: ein staatliches Institut etwa oder einen Experten. Den Expertenstatus bekommt er durch Ausbildung, Anstellung, Titel, Lehrstuhl, und so weiter.

    Verknappung: Hier haben wir als reine Texter nur Einfluss, wenn das Marketing mitspielt und wir ein Produkt haben, das knapp ist. Wenn Du selbst der Inhaber bist, kannst Du Dir überlegen, ob Du Dein Angebot verknappst und im Text drauf eingehst.

    Wir müssen nicht jedes verkaufspsychologische Prinzip im Text befolgen. Hauptsache, Du schreibst nicht, dass das Produkt ohnehin bei vielen Händlern, an jeder Ecke zu haben ist. Das wäre das Gegenteil von Verknappung und würde den Wert in den Augen der Kunden mindern.

    Commitment und Konsistenz: Wir neigen zu Dingen und Taten, die unserem Standpunkt entsprechen. Nutzer, denen ein niedriger Preis nicht so wichtig ist wie Qualität, sollten wir als solche ansprechen. Zum Beispiel: Sie wollen keine Kompromisse machen und wünschen sich eine Kamera, die Ihnen jahrelang erhalten bleibt? Dann empfehlen wir Ihnen Modell X.

    Was hat Verkaufspsychologie mit SEO zu tun?

    Bin ich hier in einem Verkaufsseminar gelandet? Was hat das mit SEO-Texten zu tun?

    Texte, die Benutzer zum Abschluss bringen, sind gute Texte. Wenn Du etwas mit Deinem Text verkaufen willst, ist es nur ein SEO-Text, wenn er aktiv verkauft. Berate Deine Leser, mache ihnen das Produkt oder die Leistung schmackhaft, kläre ihre Fragen.

    Dein Text ist ein virtueller Verkäufer. Niemand braucht einen Verkäufer, der nur plaudert und keine Abschlüsse sammelt.

    Google braucht Texte, Inhalte, Websites, die Nutzer zum Ziel führen. Wenn das Ziel ein Kauf ist, muss Dein SEO-Text auch verkaufen! Alle anderen Punkte dieses Ratgebers zu Suchbegriffen, Struktur und Leser-Ansprache gelten davon unberührt.

    SEO-Texten heißt, die Bedürfnisse von Lesern zu stillen oder eine Lösung überzeugend in Aussicht zu stellen. Das geht nur durchs Menschen-nahe Informieren und Beraten. Und dasselbe gilt für Online-Verkaufstexte.

    Was ist die richtige SEO-Textlänge?

    In einem unscheinbaren Raum im Google-Hauptquartier sitzt der wichtigste Mitarbeiter für uns SEO-Texter: Seine Aufgabe treibt die ganze SEO-Branche um. Auf einem großen Monitor überwacht er die eine Stelle im Code der Suchmaschine, die festlegt, wie lang ein SEO-Text sein soll. 

    Er darf auf keinen Fall einen zu hohen oder zu niedrigen Wert eintragen, denn schließlich haben die Google-Nutzer eine ganz bestimmte Vorliebe, wie lang ein SEO-Text sein darf. Und unser Job als Texter ist es, herauszufinden, welche Zahl dieser ausgefuchste Google-Mitarbeiter heute wieder eingetragen hat.

    Nur komisch: Vor zehn paar Jahren galten noch 300 Wörter als Mindestlänge. Dann, so etwa 2013, waren es 500 Wörter. Inzwischen sprechen renommierte SEO-Experten davon, dass es schon 5000 Wörter sein sollten, um Google von einem Text zu überzeugen.

    Noch komischer: Aus allen Ecken hören wir gleichzeitig, dass wir alle immer weniger Zeit haben und das Leben immer hektischer wird. Warum zur Hölle wollen alle dann immer längere Texte auf Google lesen?

    Kleine Denkaufgabe, die Dich zum perfekten SEO-Text führen wird

    Google als Suchmaschine hat es geschafft, das Vertrauen fast aller Internet-Nutzer zu gewinnen. Fast jeder weiß und glaubt: Hier bekomme ich die besten Suchergebnisse.

    Drei einfache Fragen:

    • Hast Du schon mal gedacht: Heute will ich den längsten Text zum Thema finden?
    • Würdest Du Dir beim Googeln nach einer schnellen Antwort lieber einen 5000-Wort-Text statt einen 400-Wort-Text durchlesen?
    • Würdest Du Google weiterhin benutzen, wenn Du dort nur noch so lange Texte finden würdest?

    Ich hoffe, dass Deine Antwort auf alle drei Fragen nein war. Denn wenn nicht, bist Du ein Außerirdischer oder eine Maschine, nicht von dieser Welt und ich möchte Dich gerne sofort kennen lernen – zu Forschungszwecken. Schreib mir dann bitte sofort eine E-Mail.

    Wenn Deine Antworten jeweils nein waren: Kannst Du Dir erklären, warum es den oben genannten Google-Mitarbeiter gibt, der den ganzen Tag über die perfekte Textlänge nachdenkt? Kannst Du nicht? Gut so! Es gibt diesen Mitarbeiter zum Glück nicht. Ich habe ihn erfunden, um die Absurdität einer SEO-Textlänge klar zu machen.

    Die optimale SEO-Textlänge gibt es nicht!

    Die optimale oder die minimale Textlänge ist eine Erfindung von Menschen, die nicht bei Google arbeiten. Aber niemand kennt den Google-Algorithmus. Niemand kennt die Mindestlänge für SEO-Texte. Und Du wirst Sie niemals erfahren. Weil so eine Mindestlänge gar keinen Sinn macht.

    Richte Dich nach DEINEN Lesern, nicht nach Google

    Klar, wenn man der Suchmaschine viele Daten liefern will, ist lang besser als kurz. Aber wer hat gesagt, dass viel auch viel hilft? Geht es am Ende nicht darum, dass Deine Nutzer Deinen Text auch lesen? Damit etwas machen? Darin etwas klicken? Dich anrufen? Deine Produkte kaufen? Dir vertrauen? Gerne Deine Website benutzen? Wie willst Du das schaffen, wenn niemand Deine Texte liest, weil sie 50 000 Wörter lang sind?

    Nie vergessen:
    Du bist nicht Wikipedia. Wenn Du eine bekannte Marke hast oder in der Lage bist, Inhalte gut genug zu strukturieren, dann kannst Du auch 5000-Wort-Artikel veröffentlichen, die Nutzer lesen. Wenn sie glauben, dass es sich lohnt, werden sie deine Texte lesen. Das ist aber noch lang keine Garantie, dass Du mit diesen Texten SEO-Erfolg haben wirst.

    Merksatz: Es kann sein, dass Dein Thema nach einem 5000-Wort-Text verlangt. Überleg Dir aber gut, ob Deine User so einen umfangreichen Inhalt wollen und brauchen.

    Was gibt denn dann eine Garantie für SEO-Erfolg?

    Menschen weiterhelfen, nützlich sein!

    Google will, dass seine Nutzer tolle Suchergebnisse angezeigt bekommen. Sonst sind die Nutzer weg und Google verdient mit seinen Anzeigen kein Geld mehr.

    Früher konnten wir mit Tricks wie der Keyword-Dichte dafür sorgen, dass Google uns für ein passendes Ergebnis hielt. Dass die Keyword-Dichte funktioniert hat, war trotzdem nur eine Beobachtung: Wir kennen den Code nicht!

    Dann haben diese Tricks aufgehört zu funktionieren. Weil Google schlauer wurde. Weil Google sein Produkt Suchmaschine ständig verbessern muss und will. Denn wer würde auf Dauer schon eine Suchmaschine benutzen, in der schlechte Seiten ganz oben stehen, weil sie einfach die besten Tricks drauf haben?

    Manipulation kann nie lang funktionieren

    Klar, es ist kein Getrickse, Texte künstlich in die Länge zu ziehen – es ist keine Manipulation, Texte aufzublasen und über alles und jeden darin zu informieren, was uns nur einfällt. Aber es ist auch kein Service am Nutzer. Denn der Nutzer verlang meistens nach eine ganz speziellen Antwort. Es ist nicht nutzerfreundlich, nicht kundenfreundlich. Und damit doch sowas wie Tricksen. Google will eben nutzerfreundliche Suchergebnisse anzeigen, weil nur dann die Nutzer bleiben und wiederkommen.

    Was ist die richtige SEO-Textlänge?
    So kurz wie möglich! Mach Dir beim Punkt Textlänge folgenden Gedanken: Wie kann ich den Text so kurz wie möglich halten, damit mein Nutzer möglichst wenig Arbeit hat und trotzdem alles erfährt, was er wissen will?

    Wie gehe ich sicher, dass Nutzer auf meine Texte finden?

    • Wenn Du immer bessere Inhalte entwickelst, die es tatsächlich verdient haben, bei Google zu erscheinen, dann bist Du im Team! Dann bist Du auf der Seite der Suchmaschine.
    • Was heißt es, immer bessere Inhalte zu entwickeln? Es heißt, Deinen Nutzern mit Deinen Inhalten immer besser weiterzuhelfen. Zu inspirieren. Zu begeistern. Ganz einfach.
    • Frag Dich bei Deinem nächsten Text also: Was muss ich tun, damit der Text Klicks bei Google verdient hat? Was muss ich produzieren, damit Google mich zu diesem Keyword zu Recht listet? Was muss ich tun, damit Menschen meinen Text gerne lesen und drauf bleiben und wiederkommen?
    • Und die wichtigste Frage: Was muss ich schreiben und recherchieren, damit Menschen auch ohne Google zu meinen Inhalten finden? Weil sie sich auf allen anderen Kanälen verbreiten, weil meine Leser über mich reden und mich weiterempfehlen!

    SEO-Texte: Expertenrunde 2021

    So arbeiten die Profis an ihren Texten für bessere Rankings

    Text und Interview: Gidon Wagner

    SEO lebt vom Testen. Fabian Auler, Johannes Beus, Marco Janck, Olaf Kopp, Kai Spriestersbach, Robert Weller und Peer Wandiger haben in vielen Jahren viel ausprobiert – und sind heute erfolgreich. Sie leiten kleine und mittlere Agenturen, gut besuchte Blogs, sie beraten global tätige Unternehmen. Manche von ihnen richten bekannte Branchen-Events aus, andere entwickeln sogar eigene SEO-Software mit Tausenden Nutzern. Die Tipps und Ratschläge der SEO-Expertenrunde weiten Deine Perspektive und inspirieren bei der harten, aufregenden und hoffentlich ertragreichen Arbeit an Deinen Texten.

    Die SEO-Experten im Kurzportrait

    Fabian Auler

    Fabian Auler ist seit 2013 in der Welt der Suchmaschinenoptimierung und des Content Marketing zu Hause. Als Fachautor, Blogger und Referent teilt er sein Wissen mit allen Interessierten. Zudem ist er Gründer und Co-Owner der SEO-Agentur Farbentour.

    Johannes Beus

    Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer des Seo-Tools sistrix.de. Vor über zehn Jahren war Johannes als SEO-Consultant an guten Google-Rankings vieler Firmen beteiligt, als er merkte: SEO-Erfolg muss transparent und messbar für alle werden. Damit war die Inspiration für die Entstehung von SISTRIX geboren.

    Marco Janck

    Marco Janck beschäftigt sich seit 2000 mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung und Content Marketing. Er ist CEO des SUMAGO Network. Bestehend aus der SEO- und Content Marketing Agentur SUMAGO (www.sumago.de ), der Eventserie CAMPIXX (www.campixx.de) und dem 3D Motion Graphics Studio Wylder (www.wylder.de ). Mit seinem eigenen WAYNE Podcast (https://www.marco-janck.de/podcast/) beleuchtet er die emotionale Welt des Online-Marketings und der Agentur-Welt.

    Olaf Kopp

    Olaf Kopp ist Co-Founder, Chief Business Development Officer (CBDO) und Head of SEO der Aufgesang GmbH. Im Fokus seiner Untersuchungen, Ideen und Arbeiten stehen die Themen digitaler Markenaufbau, Online- und Content-Marketing-Strategien entlang der Customer Journey und semantische Suchmaschinenoptimierung. Sein Blog zählt laut diversen Fachmedien und Branchenstimmen zu den besten Online-Marketing-Blogs in Deutschland. Er ist Mitveranstalter des SEAcamps und Moderator des Podcasts Content-Kompass.

    Kai Spriestersbach

    Kai Spriestersbach ist Inhaber und Chefredakteur von SEARCH ONE. Als freier Mitarbeiter übernimmt die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern von Online-Marketing-Agenturen und den Fachabteilungen größerer Unternehmen. Dort führt er regelmäßige Schulungen, Seminare und Workshops durch, um das Fachwissen der Mitarbeiter auszubauen. Daneben berät Kai Spriestersbach Unternehmen in Technologie- und Marketing-Fragen und ist als Affiliate Publisher tätig. Außerdem produziert und vermarketet er eigene Onlinekurse zur beruflichen Weiterbildung.

    Robert Weller

    Robert Weller ist Content Experience Consultant, Autor und Speaker. Auf seinem Blog toushenne dreht sich alles um die Synergieeffekte von Content, Design und Marketing. Er ist Autor des Buchs Content Design, erschienen 2021 im Carl Hanser Verlag.

    Peer Wandiger

    Peer Wandiger ist selbständiger Blogger, Autor und Affiliate. Er lebt von seinen Blogs und Websites und nutzt dafür viele nützliche Ressourcen. Peer schreibt seit mehr als 14 Jahren über seine Selbstständigkeit auf Selbständig im Netz.

    Experten-Interview

    Wie gehst Du einen Text an, der Google-Traffic bekommen soll?

    Fabian Auler: „Die Keywords bzw. Keyword-Sets, die in der Keyword-Recherche ermittelt wurden, bilden die Ausgangsbasis für die jeweiligen Texte. Das Keyword gibt also das Thema vor. In der Keyword-Recherche haben wir außerdem ermittelt, was der Search Intent für das entsprechende Keyword ist. Was für Inhalte ranken in den TOP 5 zum jeweiligen Keyword? Was will der Google-User hier für Informationen haben?

    Auch, wenn der Text noch so gut ist – wenn er nicht die Suchintention befriedigt, wird dieser nicht bei Google ranken. Der Search Intent gehört also ebenfalls in das Texter-Briefing.

    Fabian Auler

    Im nächsten Schritt analysieren wir, welche Fragen im Zusammenhang mit dem Keyword für die User wichtig sind, und fassen diese für den Texter zusammen.

    Wichtig: Damit die Rankingchancen steigen, sollte der Text natürlich keine Kopie der Top 5 bei Google sein, sondern er sollte neue, interessante Informationen liefern. Im Bereich YMYL (Your Money Your Life) müssen Seiten einen E-A-T-Filter bei Google passieren. Daher sollten Aussagen immer mit entsprechenden Quellen (Links) belegt werden, um die Glaubwürdigkeit zu stärken.

    In den Google-Guidelines wird sehr gut zusammengefasst, was ein Text alles haben muss, damit dieser rankt
    (Übersetzung auf OnlineMarketing.de (Link))“

    Johannes Beus: „Erstens: Keyword/Themen-Recherche. Für welche Suchbegriffe möchte ich mich bewerben, welche Keywords gehören zu einem Themen-Cluster und werden zusammen auf einer Seite behandelt, ab wo werden neue Seiten erstellt?
    Zweitens: Festlegen des Content-Formats. Welches Format eignet sich für dieses Thema am besten? Brauche ich Texte, Diagramme, Bilder, Videos, Audio? Wenn ja, in welcher Länge und mit welchem Fokus?
    Drittens: Erstellen der Inhalte. Umsetzung von 1. und 2.
    Viertens: Tracking/Optimierung. Dauerhaftes Nachverfolgen des Erfolgs: erreichen wir unsere Ziele? Wenn nein: Anpassen der Inhalte. Ebenfalls: Prüfung, ob sich die Suchintention für das Thema verändert.“

    Marco Janck: „Als erstes suche ich mir ein passendes Thema aus und versuche, dafür zwei Haupt-Keywords zu fixieren. Dann fange ich an zu recherchieren und ein Gefühl für das Thema zu bekommen. Was schreiben andere zu dem Thema? Wie gut ranken welche Texte? Welche Suchintention scheint aktuell den Hauptfokus in den Ergebnissen auszumachen?

    Dann geht es an die Perspektiven. Für wen ist dieses Thema interessant bzw. wer hat in dem Thema die größten Problemstellungen? Altersgruppen, soziale Unterschiede, technische und emotionale Blickwinkel. Für jeden Bereich versuche ich als erstes einen emotionalen Trigger-Text zu verfassen. Danach schreibe ich zu jedem Bereich 5 Fragen heraus, die beantwortet werden sollten.

    So kommen bei 5 Personas oder Zielgruppen schnell 5 Fragen zusammen. Neben der Einleitung versuche ich, jede Frage mit ca. 300 Worten Antwort zu betexten. Sind also 25 x 300 Worte = 7.500 Worte plus Einleitung. Wenn es weniger sein soll, dann nehme ich weniger Personas mit rein. Diese Wortmenge macht aber nur Sinn, wenn ein informationsorientiertes Such-Interesse angenommen werden kann.“

    Olaf Kopp: „Ich analysiere als allererstes die zum Thema passenden Keywords, bestimme daraus ein bis zwei Hauptkeywords und Nebenkeywords, meist nach Suchvolumen und Relevanz für das Unternehmen. Diese analysiere ich dann hinsichtlich der klassischen Suchintentionen (info, info-trans, trans-info, trans) und den Micro-Intent [Anmerkung WORTLIGA: Absicht des Nutzers]. Über den Micro-Intent kann ich dann eine Content-Art ableiten (z. B. Listicle, How-to, Defintion …). Auch die favorisierten Medienformate wie Bilder oder Videos kann ich über SERP-Analysen identifzieren.

    Zum Schluss mache ich eine TF-IDF-Analyse für das Hauptkeyword und los geht’s.“

    Mit irgendeinem Argument muss sich mein Artikel das Ranking verdienen.

    Kai Spriestersbach

    Kai Spriestersbach: „Je nachdem, ob das Thema oder gewisse Keywords die Vorgabe sind, beginne ich damit, einen Meta-Titel für die Keywords zu finden oder eben die relevanten Suchanfragen für das Thema.

    Dafür schaue ich mir die Top 10 bei Google an, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was Google für relevant hält und wo sich Chancen für eine Positionierung ergeben. Mit irgendeinem Argument muss sich mein Artikel ja das Ranking verdienen. Das kann beispielsweise sein, dass die Informationen in den rankenden Artikeln veraltet sind und ich mit aktuellen Zahlen und Fakten punkten kann. Manchmal gilt es auch, den umfangreichsten Beitrag zu verfassen oder einen extrem knackigen mit vielen Aussagen als eine Art von Checkliste etc. pp.“

    Peer Wandiger: „Also erstmal muss ich sagen, dass jeder Text, den ich schreibe, Google-Traffic bekommen soll. Wüsste nicht, warum das mal nicht gewünscht sein sollte.

    Meine Vorgehensweise ist deshalb eigentlich immer gleich. Ich suche mir ein spannendes Thema, das meine Leser interessieren könnte und zu dem ich was Interessantes beizutragen habe.

    Dann recherchiere ich, trage Ideen zusammen und baue so eine Struktur für den Artikel auf.

    Anschließend schreibe ich den Artikel und baue alle Infos ein, die ich dazu finden konnte bzw. für wichtig halte. Auch Beispiele.

    Danach überarbeite ich den Artikel, versuche, möglichst wenig Text-Fehler drin zu lassen, strukturiere ihn, ergänze Grafiken bzw. Fotos und optimiere die Headline.

    Natürlich optimiere ich den Text auch hinsichtlich SEO, ohne es dabei aber zu übertreiben.“

    Wenn der Suchende auf deiner Seite sein Ziel nicht erreicht, wird deine Seite nicht dauerhaft in den Top-10 von Google vertreten sein.

    Johannes Beus

    Definition: Was ist ein SEO-Text für Dich und welche Aufgaben erfüllt er?

    Fabian Auler: „Es gibt keinen SEO-Text (mehr). Wir schreiben ausschließlich Texte für Nutzer und optimieren auf deren Bedürfnisse. Es geht darum, mit einem Text Lösungen oder Unterhaltung anzubieten. Die Zeiten von sinnfreien Keyword-Schleuder-Texten sind einfach vorbei.“

    Johannes Beus: „SEO-Texte, wie es sie noch vor 5 Jahren gab, funktionieren heute in dieser Form nicht mehr. Google lässt sich nicht mehr durch möglichst günstige und lange Texte in die Irre führen, sondern versteht die Intention hinter der Suche. Wenn der Suchende dann auf deiner Seite sein Ziel nicht erreicht, wird deine Seite nicht dauerhaft in den Top-10 von Google vertreten sein. Daher ist Google-Optimierung heute Optimierung deiner Seite auf die Suchintention: nur, wenn du diese erfüllst, hast du Anrecht auf einen Platz auf der ersten Seite. Texte sind dabei, neben anderen Medien, weiterhin der wichtigste Baustein.“

    Marco Janck: „Es gibt keinen SEO-Text. Es gibt nur sinnvolle Texte für User. SEO kommt erst mit der Ausformung eines semantisch passenden Gesamtwortkörpers dazu. Der darf den Text aber nicht inhaltlich zerstören.“

    Olaf Kopp: „Beim Begriff SEO-Text bekomme ich Zuckungen. Ich weiß aber, was Du meinst. Nennen wir es einen suchmaschinenfreundlichen Text. Dieser ist darauf ausgerichtet, die Suchintention als Suchabsicht eines Nutzers zu bedienen. Landingpage folgt Suchintention.“

    Kai Spriestersbach:

    „Ein SEO-Text ist für mich im Grunde jeder Text, der in der Suchmaschine indexiert werden soll, um eine bestimmte URL zu einem Keyword(-Cluster) zum Ranken zu bringen.“

    „Natürlich muss jeder Webseiten-Text weitere Aufgaben erfüllen, also den Nutzer abholen, informieren, beraten, etwas verkaufen und so weiter. Ein Text sollte niemals nur geschrieben werden, um der Suchmaschine Futter zu bieten. Das wäre eine verschenkte Chance in Sachen Zielerreichung.“

    Peer Wandiger: „Reine SEO-Texte gibt es bei mir nicht. Ich versuche, möglichst interessante und hilfreiche Artikel für meine Zielgruppe zu schreiben. Das ist mir das Wichtigste.

    Dass man heutzutage diese Texte dann auch noch hinsichtlich Google optimieren muss, gehört dazu.“

    Welche Länge ist aus Deiner Erfahrung optimal? Gibt es die?

    Fabian Auler: „Nein! Ein Text für eine Über-uns Seite braucht nicht mehr als 100 Wörter zu haben. Ein Text über einen Autor wie Charles Bukowski sollte mindestens 3.000 Wörter haben – es gibt keine Schablone für die Textlänge.“

    Johannes Beus: „Es gibt keine perfekte Länge. Je nach Branche, Suchintention und Umfeld kann die erwartete Antwort nur ein Wort umfassen oder aber die Länge eines Buches annehmen.“

    „Wichtig ist es daher, im ersten Schritt das perfekte Content-Format zu definieren. Analysiere dafür die Google-Suchergebnisse für dein Thema: mit welchen Formaten und Längen sind andere bereits erfolgreich?“

    Marco Janck: „Bei informationsorientierten Suchanfragen zeigen Erhebungen, dass Wortmenge über 3.000 Worten zu besseren Rankings führen können. Ich orientiere mich immer sehr an der Wortmenge der Konkurrenz. Hier versuche ich 500 Worte über der höchsten Wortmenge in den TOP20 zu liegen, wenn möglich ist dennoch ein Mehrwert für den User zu generieren.“

    Olaf Kopp: „Es gibt keine optimale Länge. Ich habe bisher im Rahmen von SERP-Analysen noch nie eine Korrelation zwischen Textlänge und Rankings feststellen können. Ein Text ist so lang wie er sein muss, um die Suchintention zu erfüllen. Manche Themen benötigen 3.000 Wörter. Manche nur 400. Da Google aber eine bestimmte Textlänge benötigt, um Content semantisch zuzuordnen und bewerten zu können, würde ich schon 200 bis 300 Wörter als Mindestlänge empfehlen. Natürlich hat ein längerer Text mehr Potential, um im Longtail zu ranken als ein kürzerer.

    Kai Spriestersbach: „Optimal wofür? Es gibt keine optimale Länge aus SEO-Sicht und auch nicht aus anderen Perspektiven. Ich würde sagen: so lange wie nötig, so kurz wie möglich!

    Texte unnötig aufzublasen und die Informationsübermittlung dadurch unnötig in die Länge zu ziehen ist eine Unart, die wir Pro-Wort-Abrechnungsmodellen zu verdanken haben.

    Kai Spriestersbach

    Webseitentexte sind keine Prosa und nur in den seltensten Fällen Belletristik.“

    Robert Weller: „Die ideale Länge – oder sagen wir besser Umfang – kann nicht pauschal definiert sein. Studien suggerieren immer häufiger, dass long-form Content „die SERP dominiert“, aber welchen Impact hat das auf mein Business? Jeder muss das Ziel seiner Inhalte selbst definieren: Über Rankings und die dadurch generierte Sichtbarkeit in Suchmaschinen, die sich positiv auf die Markenbekanntheit auswirkt. Oder über Seitenaufrufe, die zum Beispiel durch Anzeigen monetarisiert werden. Oder eben über Conversions, die eine Transaktion im Sinne der Umsatzgenerierung beschreiben. Wieso sollten bspw. kürzere Inhalte nicht auch gut konvertieren können? Es gibt nur eine Antwort auf diese Frage: Teste es!“

    Peer Wandiger: „Lange Texte funktionieren oft schon besser, aber das ist nicht das Entscheidende. Der Text sollte so lang sein wie nötig. Ich möchte alle wichtigen Infos und Tipps unterbringen, die für den Leser interessant sind und die ich bieten kann.

    Wenn der Text nach 400 Wörtern damit fertig ist, ist das okay. Ich habe einige sehr gut performende kurze Texte. Wenn der Text allerdings 2.000 Wörter lang wird, ist das auch okay.

    Ich blähe meine Texte nicht künstlich auf, nur weil das nach Meinung einiger SEOs gerade besonders gut funktioniert.“

    Die Nutzung der richtigen Keywords resultiert automatisch aus der Themen-Recherche.

    Johannes Beus

    Wie arbeitest Du mit Keywords im Text?

    Fabian Auler: „So etwas wie Keyword-Dichte geben wir nicht vor. Der Texter soll so schreiben, dass der Leser sofort versteht, worum es in dem Text geht und welche Lösungen er zu erwarten hat. In der Regel wird das dann auch von Google positiv angenommen. Der Texter ist frei von strikten Vorgaben wie der Keyword-Dichte und kann durch diese Freiheit einen super Text für den Leser schreiben.“

    Johannes Beus: „Die Nutzung der richtigen Keywords resultiert automatisch aus der Themen-Recherche.“

    Marco Janck: „Ich nutze für die Textoptimierung das Tool TermLabs.“

    Ich halte Überschriften und Absatz-Anfänge für die wichtigsten Stellen im Text und würde die relevanten Keywords dort platzieren.

    Olaf Kopp

    Kai Spriestersbach: „Zunächst einmal schreibe ich meinen Text vollkommen losgelöst von irgendwelchen Keyword- oder Termanalysen. Mein Ziel ist es, den besten Artikel zu verfassen, der das gesetzte Ziel erreicht.

    Über Tools wie HyperSuggest und Termlabs arbeite ich in der Regel mit einer Liste von W-Fragen, die ich vorab recherchiert habe und deren Beantwortung ich für sinnvoll halte. An diesen hangle ich mich gerne entlang, greife interessante Aspekte aus bereits rankenden Artikeln auf und stricke daraus einen roten Faden, der sich durch den Beitrag zieht und eine nachvollziehbare Geschichte oder einen logischen inneren Aufbau besitzt.

    Dann und erst dann überprüfe ich die Termgewichtung mit dem Termlabs TF-IDF Data-Tool. Der erste Check ist immer, ob die Suchphrasen bzw. Keywords, für die der Artikel ranken soll, auch tatsächlich die dominantesten Terme sind. Konkret bedeutet das, dass in einem Text zum Thema „Marketing“ das Wort „Marketing“ den höchsten TF-IDF-Wert haben sollte.

    Oft liefert die Analyse der wichtigsten Terme in den rankenden Dokumenten weitere Terme, die für sinnvolle Aspekte stehen, die im Text einarbeite, falls ich dies für sinnvoll halte.“

    Peer Wandiger: „Natürlich versuche ich, wichtige Keywords des Artikels häufiger zu verwenden. Das aber nicht allein aus SEO-Gründen. Schließlich soll auch der Leser beim Scannen des Artikels schnell wissen, worum es geht.“

    Dem Nutzer muss sofort klar werden, um was es im Artikel geht.

    Kai Spriestersbach

    An welche Regeln hältst Du Dich beim Verwenden von Suchbegriffen?

    Fabian Auler: „Es gibt ein paar Basics, wie dass das Mainkeyword in der H1-Überschrift vorkommen sollte. Jedoch passieren solche Basics bei der Texterstellung oftmals ganz automatisch – ich finde es absolut schrecklich, dem Texter irgendwelche strengen Vorschriften zu machen.“

    Johannes Beus: „Auch wenn es abgedroschen ist: schreibe Texte für Menschen, nicht für Crawler.“

    Marco Janck: „Ich fokussieren mich auf die Welt der beiden oben genannten Hauptkeywords.“

    Kai Spriestersbach: „Dem Nutzer muss sofort klar werden um was es im Artikel geht. Daher verwende ich die relevanten Suchbegriffe im Seitentitel, der Überschrift H1 und meist nochmal im ersten und letzten Satz des Beitrags. Nach Möglichkeit sollte auch die URL den Hauptbegriff enthalten und natürlich die Meta-Beschreibung für eine verbesserte CTR (Click Through Rate).

    Ansonsten muss jeder Suchbegriff mindestens einmal, aber so oft wie sinnvoll im Artikel vorkommen. Die Keywords der anvisierte Suchphrase sollten die dominantesten Terme in der TF-IDF-Analyse sein. Proof-Keywords, also Terme, die in sehr vielen der rankenden Dokumente vorkommen, versuche ich ebenfalls zu berücksichtigen. Sie gehören zu einem wichtigen Aspekt, den ich berücksichtigen sollte.“

    Peer Wandiger: „Es nicht zu übertreiben, aber auch nicht zu vernachlässigen. Ich nutze das Yoast SEO Plugin bzw. das RankMath Plugin und die helfen dabei, nichts Wichtiges zu übersehen. Aber ich optimiere auch nicht auf diese Plugin-Anzeigen hin, sondern daraufhin, dass der Artikel für die Leser sehr gut lesbar und hilfreich ist.“

    Tools blicken nur in die Vergangenheit, wenn es um Suchvolumen geht.

    Marco Janck

    Wo findest Du Keywords?

    Fabian Auler: „Mit ganz verschiedenen Methoden, die wir meistens miteinander kombinieren – sei es über eine Konkurrenzanalyse mit SISTRIX, einer Keyword-Recherche mit dem kwfinder oder mit ahrefs. Das Keyword-Set erarbeiten wir bei der Keyword-Recherche, hierfür werden anfangs in einer Brainstorming-Runde alle wichtigen Begriffe des Kunden gesammelt, um später daraus mit unseren SEO-Tools die besten Keywords herauszufinden. Wir analysieren hierbei u.a. Suchvolumen, Konkurrenz, Search Intent und mehr.“

    Johannes Beus: „Es gibt nahezu kein Thema, zu dem es im Internet nicht schon Inhalte gibt. Und Google zeigt uns durch das Ranking deutlich, welche dieser Inhalte den Erwartungen der Nutzer entsprechen (die weit vorne) und welche nicht (die weit hinten). Daher schaue ich mir an, welche Begriffe, Synonyme, Themen und Formate die Inhalte nutzen, die bereits erfolgreich sind.“

    Marco Janck: „Grundsätzlich nutze ich den Google Keyword-Planer und SISTRIX für die Keywordrecherche. Jedoch nicht bei völlig neuen Themen. Die Tools blicken nur in die Vergangenheit, wenn es um Suchvolumen geht. Gerade Corona hat gezeigt, dass manchmal der Traffic eher in der Zukunft liegt. Hier muss man sich dann am Bauchgefühl und den Problemen der Menschen orientieren. Empathie hilft hier.

    Olaf Kopp: „Keyword-Planer, ahrefs, Termlabs, SERPs und Wettbewerber.¡

    Kai Spriestersbach: „Ich verwende ahrefs großartigen Keywords Explorer 2.0, den Google Ads Keyword Planner, HyperSuggest, Termlabs.io sowie die SISTRIX Toolbox um relevante Keywords zu finden und ggf. mit Daten angereichert zu clustern und zu priorisieren.“

    Keywords entdecke ich am liebsten im Gespräch mit der Zielgruppe oder durch ein Brainstorming.

    Robert Weller

    Robert Weller: „Keywords entdecke ich am liebsten im Gespräch mit der Zielgruppe oder durch ein Brainstorming. Daraus ergeben sich nämlich oft Begriffe, die noch gar keine klassischen “Keywords” sind, für die ich aber “als First-mover” eine Nachfrage generieren kann (so wie ich das beispielsweise vor einigen Jahren mit Content Design gemacht habe). Ansonsten nutze ich natürlich den Suchschlitz bei Google, YouTube oder auch mal eine Hashtag-Suche.

    SEMrush ist hilfreich, um den größeren Kontext zu definieren und answerthepublic.com eine nette Ergänzung, um Fragen zu identifizieren.

    Nachdem (!) ich einen Text geschrieben habe, mache ich dann auch gerne mal eine Termfrequenz-Analyse, derzeit über contentbird, um zu überprüfen, ob ich essenzielle Aspekte eines Themas ausgelassen habe – bewusst oder unbewusst. Die jüngste Ergänzung in meinem “Tech Stack” ist thruuu, das ich ein Stück weit zur Planung sowie abschließend zur Optimierung nutze.“

    Peer Wandiger: „Die meisten Keywords ergeben sich aus den Artikel-Ideen, die ich habe. Teilweise schaue ich dann noch in ein SEO-Tool, was wohl noch verwandte Begriffe sind oder nach welcher der Keyword-Varianten die Zielgruppe am häufigsten sucht.“

    Verkaufe ich Atom-U-Boote, reicht mir alle fünf Jahre der eine, richtige Besucher.

    Johannes Beus

    Wie entscheidest Du, ob sich ein Text zum Thema lohnt?

    Fabian Auler: „Das hängt von verschiedenen Faktoren ab und kann so pauschal nicht beantwortet werden. Das Suchvolumen, die Konkurrenz und das Potenzial, Leads über dieses Keyword zu generieren, sind wichtige Kriterien. Oft kann der Kunde zusätzliche Informationen aus seiner Datenanalyse beisteuern, diese fließen dann ebenfalls mit in die Analyse ein. Wir denken, dass es generell wichtig ist, unsere Ergebnisse immer eng mit dem Kunden abzustimmen.“

    Johannes Beus: „Das hängt stark vom jeweiligen Business-Case ab: verkaufe ich Atom-U-Boote, so reicht mir alle 5 Jahre der eine, richtige Besucher. Verkaufe ich Massenprodukte an Endverbraucher mit 0,3 Prozent Marge, brauche ich ganz andere Besucherzahlen. Daher ist das Suchvolumen auf den Keywords, für die ich ranken möchte, relevant. Aber mindestens genauso wichtig ist das mögliche Traffic-Potential:

    „Durch unterschiedliche SERP-Layouts gibt es Suchbegriffe, bei denen nur wenige Prozent der Nutzer überhaupt noch auf einen organischen Treffer klicken. Diese Fragen muss ich klären, bevor ich Inhalte erstelle.“

    Marco Janck: „Es gibt Texte, die schreibe ich nicht nach wirtschaftlichen KPIs, sondern aus dem Bauch heraus. Das sind dann oft Community-Themen. Aus wirtschaftlicher Sicht muss die Seite eine Möglichkeit haben, breit zu ranken. Es muss möglich sein, Traffic aus vielen Quellen zu generieren. Wenn Mitbewerber für 50 bis 100 TOP 10 und hunderte von TOP 100 Keywords ranken (Anm. d. Redaktion: Die gemeinte Metrik ist SISTRIX) und ein hoher prognostizierter Traffic Wert dahintersteht, dann gehe ich das Thema an.“

    Olaf Kopp: „Das Potential in Form von Nachfrage. Anders ausgedrückt durch die Summe der einzelnen Haupt- und Nebenkeywords.“

    Kai Spriestersbach: „Die Gründe hierfür können vielfältig sein. Mal ist das Thema aus strategischer Sicht so wichtig, dass ich darüber schreiben muss. Ein andermal habe ich einfach Sendungsdruck und will etwas loswerden.“

    „Aus SEO-Sicht ist ein Thema immer spannend, wenn es ausreichend relevanten Suchtraffic zu holen gibt oder ich mir damit Verlinkungen anderer Webseite oder Social Media Shares erhoffe.“

    Robert Weller: „Für mich ist das grundsätzlich eine strategische Frage. Wenn ich mich zu einem Thema positionieren will, dann komme ich grundsätzlich über die Story, nicht über die Keywords oder die Suchmaschine als einer von vielen Kanälen. Ich definiere also erstmal, warum ich mich mit dem Thema befasse, wieso ich das kann (Kompetenz, Leidenschaft etc.), inwiefern das für meine Zielgruppe relevant ist (Keywords, Fragen etc.) und wie ich mich differenzieren kann (z. B. durch meine Expertise, Erfahrung, Sichtweise etc.).

    Ob ich das in einem Text, einem Artikel oder einer Seite manifestiere, ist dann eher eine Frage der Iteration. Idealerweise fang ich erstmal klein an, um zu validieren, ob meine Story eine Resonanz erzeugt. Wenn die Weiterentwicklung zu einer eigenen Seite (Pillar Page o. Ä.) z. B. zum Zwecke besserer Rankings zielführend ist, dann mache ich das. Meine Erfahrung hat aber gezeigt: ein guter und gut gestalteter Artikel ist oftmals völlig ausreichend.“

    Peer Wandiger: „Wenn ich Lust auf den Artikel habe und ich auch das Gefühl habe, meine Leser interessieren sich für ein Thema, dann schreibe ich ihn. Ich bin Blogger und Autor in erster Linie und nicht SEO. Deshalb schreibe ich für Menschen und auch wenn ich teilweise natürlich schon Affiliatelinks etc. im Hinterkopf habe, muss ich den Artikel einfach gern schreiben wollen.“

    Müssen SEO-Texter auch Meta Title und Description schreiben können, oder ist das die Aufgabe eines SEO-Kollegen?

    Fabian Auler: „Nein, müssen sie nicht. Es ist auch falsch zu denken, dass Title Tag und Description nur einmal vergeben werden und dann nie wieder geändert werden. Der Title Tag ist ein sehr wichtiger Rankingfaktor und sollte regelmäßig getestet und entsprechend verbessert werden.“

    Johannes Beus: „Ich bin kein Fan davon, Aufgaben und Verantworten in diesem Fall zu trennen. Wer auch immer eine Seite erstellt, ist für den Erfolg des Inhalts bei Google verantwortlich. Das reicht von der Recherche des Themas über die Definition des Content-Formats bis zum Erstellen des Inhalts inklusive aller notwendigen Metadaten.“

    Marco Janck: „Einen guten Titel zu schreiben ist Aufgabe eines guten Texters. Vielleicht sogar die Aufgabe eines extra genutzten Werbetexters. Es ist DER Schlüsselreiz, wenn es um Klick-Wahrscheinlichkeiten geht. Die Description ist auch wichtig, aber im Vergleich zum Titel untergeordnet.“

    Olaf Kopp: „In unseren Content-Briefings geben wir den Textern Vorschläge für Title und Description mit. Der Texter kann sich natürlich auch selbst ein Bild von den SERPs machen und dann diese gestalten, um sich abzuheben.“

    Kai Spriestersbach: „Es macht aus meiner Sicht absolut Sinn, wenn sich der Texter (der sich mit dem Thema ohnehin im Detail auseinandergesetzt hat) eine catchy Überschrift, einen optimalen Title und eine klickstarke Meta-Beschreibung dazu einfallen lässt. Der SEO-Kollege bzw. die SEO-Kollegin hat für mich hier eher die Aufgabe, dies zu kontrollieren und Hinweise für Verbesserungspotential zu geben.“

    Peer Wandiger: „Als Blogger oder Website-Betreiber sollte man heute sicher die Basics der Suchmaschinenoptimierung kennen und dazu gehören auch Meta Title und Description. Allerdings kaufe ich keine Texte ein, ich habe nur einen Mitautor in meinem Blog. Da optimiere ich teilweise die SEO-Angaben, aber die Texte sind schon sehr gut.“

    Eine Seite, ein Thema.

    Johannes Beus

    Konzentrierst Du Dich in SEO-Texten auf einen Begriff, oder auf mehrere?

    Fabian Auler: „Wir versuchen immer, um ein Main Keyword ein sogenanntes Keyword-Cluster zu bilden. Beispiel: „Bester Rasenmäher kaufen“ und „Bester Rasenmäher günstig kaufen“ sind sich so ähnlich, dass sie in einem Text beantwortet werden können.“

    Marco Janck: „Ich fokussiere mich immer auf zwei Einzelkeywords und hänge ein paar sinnvolle und suchvolumenstarke Mehrwortkombinationen dran. Dieses Set von maximal 10 Worten und Kombination packe ich ins Tages-Tracking meiner Tools.“

    Olaf Kopp: „Google rankt Inhalte und nicht Keywords. Von daher berücksichtigen wir Haupt- und Nebenkeywords und wollen dafür gefunden werden.“

    Kai Spriestersbach: „Wenn die Zielsetzung ein Single-Term ist, beispielsweise eine Kategorie-Beschreibung über „Marketing“, dann ist dies natürlich der Kern und das Zentrum des Textes. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich dabei andere Neben-Begriffe ignoriere.

    Jedes Thema, jeder Begriff muss durch Kookkurrenz relevanter Terme gestützt werden. Das bedeutet vereinfacht ausgedrückt, dass in einem Text zum Thema „Bank“ mit hoher Wahrscheinlichkeit auch „Geld, Kredit, Konto, etc.“ vorkommen, wenn das Kreditinstitut gemeint ist. Und „Park, Garten, Rasen, etc.“ wenn die Sitzgelegenheit gemeint ist. Das lässt sich aus Sicht der Suchmaschine statistisch berechnen und sollte daher auch bei der Erstellung eines guten Textes berücksichtigt werden.“

    Peer Wandiger: „Das hängt stark vom Thema ab. Schreibe ich ein Produkt-Review, dann geht es meist nur um ein Hauptkeyword, das Produkt eben.

    Aber es gibt auch viele Artikel, die umfangreichere Themen behandeln und da denke ich nicht in SEO-Grenzen. Wenn es Sinn macht für den Leser, mehrere Themen zu behandeln (z. B. zu vergleichen), dann mache ich das.“

    Einige Seiten unserer Kunden ranken auch zu Begriffen, die gar nicht direkt im Fließtext vorkommen.

    Fabian Auler

    Auf wie viele Begriffe konzentrierst Du Dich in Deinen Texten maximal? Gibt es diese Obergrenze für Dich?

    Fabian Auler: „In der Regel empfiehlt es sich, erst einmal auf ein Main Keyword zu konzentrieren und dann zu schauen, welche weiteren Keywords zum Text passen könnten.“

    Johannes Beus: „Generell: eine Seite, ein Thema. Je nach Thema kann es dort viele Begriffe aus dem Longtail um dieses Thema geben. Eine Durchmischung über mehrere Themen hinweg auf einer Seite (beispielsweise einen Glossar mit vielen Themen auf einer Seite) würde ich aber vermeiden.“

    Olaf Kopp: „Das hängt von der semantischen Breite des Themas ab. Du kannst mit einem Text teilweise für mehrere hundert Suchterme ranken.“

    Kai Spriestersbach: „Nein. Es muss in den Text, was zu dessen Zielerreichung notwendig ist. Die dafür sinnvollen Begriffe ergeben sich aus der Recherche, dem Wettbewerbsumfeld und der Termanalyse.“

    Peer Wandiger: „Nein, da gibt es keine feste Grenze, aber die meisten Artikel sind schon relativ fokussiert auf ein Thema.“

    Gibt es noch eine Frage, die ich zum Thema SEO-Texte stellen sollte und was ist Deine Antwort darauf?

    Fabian Auler: „Keine direkte Frage, aber ein Tipp am Ende noch: Wir sehen es immer wieder: ein Text kann auch zu hunderten von Begriffen ranken. Einige Seiten unserer Kunden ranken auch zu Begriffen die gar nicht direkt im Fließtext vorkommen. Google wird immer besser darin auch Synonyme zu erkennen. Wenn der Text eine hohe Qualität hat, rankt er oft automatisch ohne irgendwelchen zusätzlichen Textanalyse Tools, die die WDF/IDF Werte ermitteln. Wenn man mit solchen Tools arbeitet, kann sich die Problematik ergeben, dass man damit eine gute Kopie der TOP 10 erstellt, aber damit nichts neues mehr erstellt.

    „Google will, dass man Inhalte um neue Informationen erweitert.“

    Statt sich auf quantitative Keyword-Dichten zu konzentrieren, sollte man lieber versuchen, seine Texte mit Informationen anzureichern, die man sonst nirgendwo liest. Auch hier gilt: einmal einen Text erstellen und dann wird der schon irgendwie ranken, funktioniert oft nicht. Ein Text sollte stetig erweitert werden, um die Rankings zu halten und ggf. auszubauen.“

    Marco Janck: „Text ist nur ein Teil bei der Optimierung einer URL. Vergesst nie die Macht der Bilder und der Conversion-Elemente bzw. setzt gezielt auf Gamification, um die User inhaltlich zu begeistern. Die Kombination von Formaten ist der Schlüssel zum dankbaren User.“

    Olaf Kopp: „Warum nutzt Du den Begriff SEO-Text?“
    Gidon Wagner (Redaktion): „Weil viele Leser ihn verwenden und ich Dich stellvertretend für die Nutzer frage. Wenn daraus folgt, dass der Begriff sinnlos ist, ist auch das eine gute Erkenntnis für das Publikum.“

    Kai Spriestersbach: „Welchen Editor verwendest Du zum Schreiben?“ Hierauf habe ich ehrlich gesagt noch keine gute Antwort. Aktuell schreibe ich in meine Texte in Word. Aber ich wünsche mir einen richtig guten Editor! Am besten mit den TF-IDF-Daten von Termlabs, den W-Fragen aus HyperSuggest, der Lesbarkeitsanalyse der WORTLIGA und einer richtig guten Rechtschreib- und Grammatikprüfung. Wieso baut eigentlich niemand sowas?“

    Peer Wandiger: „Die Frage nach der langfristigen Sinnhaftigkeit von SEO-Texten finde ich spannend. Natürlich ist Schreiben Handwerk und auch SEO ist Handwerk. Dennoch habe ich teilweise bei SEO-Texten und SEO-Textern das Gefühl, dass hier nur noch nach Google geschaut wird. Da fehlt mir das Herzblut und die Leidenschaft für den Text.

    Und wenn Google dann in ein paar Jahren mal wieder ganz andere Schwerpunkte bei den Texten setzt, was ist dann mit den alten Artikeln?“

    Wie gehst Du mit Bildern, Videos, Tabellen oder anderen Extras im Text um? Mit welchen Elementen arbeitest Du gern und machst gute Erfahrungen?

    Fabian Auler: „Es kommt hier wirklich auf den jeweiligen Fall an – ist es ein Text für eine Shop-Kategorie oder ein Text für einen Blog oder Magazin? Hier bieten sich jeweils unterschiedliche Elemente zur Auflockerung an. Bilder, Videos, Tabellen und mehr sind mittlerweile Pflicht für ein gutes, modernes Content Design. Je besser der Text „optisch“ aufbereitet ist, desto mehr Menschen werden diesen auch lesen – und genau das belohnt auch Google früher oder später mit guten Rankings!“

    Johannes Beus: „Auch das hängt vom Umfeld ab: welche Medien und Content-Formate sind bereits erfolgreich, was erwarten die Nutzer? Es gibt keine pauschalen Wahrheiten. Für jedes Thema muss man eigene, richtige Parameter finden.“

    Marco Janck: „Bilder und Grafiken sind Pflicht, um eine Textwüste zu vermeiden. Videos sind aufwendig und neben der Gamification sicherlich die Content-Königsklasse.
    Bedenke: Die Produktion einer Holistischen Landingpage, die eine größtmögliche Tiefe und Breite für den User zeigt, kostet schnell mehrere tausend Euro.
    Aber das führt dazu, dass man sich verdammt viel Mühe gibt und das ist dann wohl die Geheime Zutat. Klasse statt Masse.“

    Olaf Kopp: „Generell entspricht ein guter Content den verschiedenen Konsumvorlieben eines Nutzers. Über die bereits angesprochenen SERP-Analysen lassen sich die favorisierten Medienformate für ein Keyword oder Thema identifizieren. Darüber bestimme ich die Mediendiversität, die ein Content haben sollte.“

    Kai Spriestersbach: „Ich bin ein absoluter Gegner davon, Medien in einen Artikel einzufügen, nur damit ein Bild, ein Video oder eine Tabelle im Beitrag ist. Wenn ich teilweise Kollegen sehe, die schlechte YouTube-Videos der Konkurrenz einbinden, nur um ein Video auf der Seite zu haben, frage ich mich, ob denen die Zielsetzung ihrer eigenen Webseite überhaupt klar ist.

    „Wenn es hingegen dem Leser hilft, etwas zu verstehen, zu illustrieren, aber auch um zu unterhalten oder aufzulockern, setze ich gerne Grafiken, Fotos, Videos und andere Elemente ein, die den Text in kleinere Häppchen gliedern oder Informationen über weitere Kanäle ins Gehirn meiner Besucher transportieren.“

    Sehr gute Erfahrungen habe ich mit der Erstellung sehr informativer YouTube-Videos gemacht. Diese verbessern die Seite, auf der sie eingebunden sind und können selbst Traffic und Views auf YouTube anziehen. Damit machen diese sich häufig doppelt bezahlt. Leider ist die Produktion von wirklich guten Videos sehr zeitintensiv.“

    Peer Wandiger: „Ich versuche, Screenshots, Grafiken und Bilder einzubauen, wenn es sich anbietet und einen Mehrwert für die Leser darstellt. Tabellen nutze ich hin und wieder, aber in Mobil-First-Zeiten sind Tabellen so eine Sache. Selbst,photzo wenn sie reponsive sind, sehen die auf dem Smartphone meist nicht sehr übersichtlich aus.
    Videos nutze ich bei ein paar Projekten stärker, aber ich bin eher der Autor. Ich schreibe lieber (lacht).“

    Wir bedanken uns bei unseren Interview-Partnern:

    Fabian Auler: Farbentour

    Johannes Beus: SISTRIX

    Marco Janck: SUMAGO

    Olaf Kopp: AUFGESANG

    Kai Spriestersbach: SEARCH ONE

    Robert Weller: toushenne

    Peer Wandiger: Selbständig im Netz

    Du hast eine Frage zum Thema SEO-Texte?

    Schreibe uns an kontakt@wortliga.de und wir bemühen uns, Deine Frage in die nächste Expertenrunde aufzunehmen.

    Kreatives Schreiben lernen

    Eine andere Sicht aufs kreative Schreiben

    Jeder Text ist auf seine Weise kreativ. Aber die wenigsten wirken, wie wir es uns vorstellen. Wie Du Dein kreatives Potenzial bündelst und gezielt einsetzt.

    Jeder ist kreativ beim Schreiben, jeder kre-iert, erzeugt dabei etwas. Der eine schafft eine neue Welt, beflügelnde Bilder im Kopf der Leser – Reportagen, Romane. Der andere schafft ein gähnendes Publikum – Gebrauchsanleitungen. Oder Ekel – deutsche Politiker-Reden. Oder Angst – Psycho-Thriller, Gesundheitsratgeber. Sie alle sind kreativ, erschaffen.

    Beim kreativen Schreiben denken wir an Romane, Gedichte oder Slogans. Niemand denkt an den Brief einer Versicherung, die Pressemitteilung vom Taubenzüchter-Verein oder eine Gebrauchsanleitung. Aber jedes Schreiben ist kreativ. 

    Ja, manche sind langweilig. Erschaffen Langeweile.

    Aber eine kreative Leistung könnte auch sein, den langweiligsten Urlaubsbericht der Welt zu schreiben. Sagen wir, aus satirischen Gründen. Der Autor müsste dafür die fadesten Formulierungen und Aspekte auflisten, vielleicht eine Umfrage machen, alle verbotenen, weil anregenden Stilmittel recherchieren, und dann – vielleicht schmunzelnd, vielleicht weinend – den Leser mit einem restlos vorhersagbaren Bericht einschläfern. 

    Kreativ sind nur Menschen – und zwar alle

    Ein halbwegs begabter Schreiber könnte dieses oben geschilderte Teufelswerk vollbringen, und er wäre mächtig kreativ dabei, er müsste nur konsequent sein Ziel verfolgen: bis an die Schmerzgrenze zu langweilen. 

    Aber selbst die schlauste künstliche Intelligenz wäre völlig unkreativ bei dieser Aufgabe. Maschinen können schneller und besser Informationen mischen, aber nicht erschaffen, nicht erfinden. Der menschliche Verstand aber ist immer kreativ. Er schafft etwas Neues aus sich selbst heraus. 

    Menschen nennen einen Text, einen Film, ein Bild am Ende kreativ, weil es sie überrascht, ihre Fantasie anregt. Weil es etwas Neues an sich hat.

    Jeder ist kreativ – aber die meisten setzen ihre Kräfte nicht bewusst ein

    Wenn Du zielgerichtet kreativ, neu, beflügelnd oder erschreckend schreiben willst, musst Du bewusst mit Texten wirken. Du musst lernen und üben, wie das geht. 

    Frag Dich immer erst: Was will ich erschaffen, erzeugen, bewirken? Bei wem? Wer sind diese Leser? Und dann greifst Du auf einen bewährten Werkzeugkasten aus Stilmitteln zurück, den ich Dir nun vorstelle:

    Kreative Grundwirkungen: Kreativität ist Macht, weil sie etwas mit Lesern macht

    Autoren, Künstler, Kreative haben mehr Macht als normale Menschen, weil sie mit ihrem Tun in anderen mehr bewirken – aber es gibt zwei Seiten dieser Macht. Die helle und die dunkle Seite. 

    Du kannst nur positiv wirken und beliebte Texte hervorbringen, wenn Du Deine kreative Macht bewusst einsetzt.

    Die helle Seite der Kreativität wirkt positiv. Etwa angenehm – in witzigen Einleitungen. In mutmachenden Erzählungen. Oder gewünscht-unangenehm – in einem Psycho-Thriller. Also: Gut, so, wie es der Leser gern hätte. Deine Kreativität ist ein Service für ihn.

    Zu positiver Wirkung gehören auch:

    • Inspirierend
    • Mutmachend 
    • Energie-gebend

    Die dunkle Seite der Kreativität wirkt negativ. Du saugst dem Leser Energie ab. Zum Beispiel wirkt sie unerwünscht-unangenehm – im langweiligsten, einfallslosesten Urlaubsbericht der Welt. Oder unpassend – bei der traurigen Ansprache auf einer Hochzeit. 

    Zu negativer Wirkung gehören auch:

    • Einschläfernd
    • Verstörend
    • Frustrierend
    • Abstoßend 

    Kreative Grundwirkungen bewusst einsetzen

    Beide Seiten der zielgerichteten Kreativität funktionieren mit denselben Grundwirkungen. Sie sind die grundlegenden Bausteine Deiner Texte. 

    Jede dieser Grundwirkungen hat einen umgekehrten Partner, ein Gegenstück – wie in der Physik die positiv und negativ geladenen Teilchen. 

    Ein Baustein ist zum Beispiel die Überraschung. In den meisten Texten wirkt sie positiv, zum Beispiel führt sie dazu, dass Menschen lachen oder sich inspiriert fühlen. Info rein, Mund auf, Leser staunt. Ihr Gegenteil ist die Vorhersagbarkeit.

    Meistens wirkt Vorhersagbarkeit im kreativen Sinne negativ, weil der Leser sein Interesse verliert. Info geht links rein, rechts raus, Leser schläft. Manchmal ist Vorhersagbarkeit aber auch kein Problem. Der Wetterbericht muss nicht überraschen. Die Nachricht über ein Krisengebiet muss nicht inspirieren. Sehr wohl darf aber eine ungeahnt transparente Anekdote im Brief der Versicherung den Kunden positiv überraschen. 

    Ob eine kreative Grundwirkung eintritt, hängt von Sprache, Zeitpunkt, Inhalt und Publikum ab. Beim Satz „Manche Frösche sind rot“ lachen Fünfjährige (Überraschung), Biologen warten oder langweilen sich (Vorhersagbarkeit) und Abiturienten staunen (Überraschung). 

    Für eine zusätzlich bildhafte Grundwirkung bräuchten alle drei Zielgruppen eine Paprika oder eine Ampel als Sinnbild: „Manche Frösche sind rot wie eine Paprika“.

    Die kreativen Grundwirkungen

    • Überraschung – Vorhersagbarkeit
    • Abwechslung – Gleichförmigkeit/Eintönigkeit
    • Verstehen/Schlüssigkeit/Annahme – Irritation/Ablehnung
    • Bildhaftigkeit – Nichtssagend
    • Prägnanz/Weglassung – Weitschweifigkeit
    • Schönheit – Hässlichkeit

    Ob so ein kreatives Element positiv oder negativ wirkt, kommt ebenfalls auf die persönliche Situation des Publikums und den Inhalt an. Eine traurige Rede über den verstorbenen Vater auf dem Geburtstag überrascht, aber zerstört den Moment. Wenn die Überraschung jedoch mit Abwechslung einhergeht, etwa mit inspirierendem Hauptteil – Er hat immer gesagt, dass es im Leben nur um die Einstellung geht – und dieser Überraschung ein witziges Ende folgt – Ich weiß, es ist eine langweilige Rede, aber das ist Einstellungssache – vergessen die Gäste den Abend nie mehr. 

    Und schnell haben wir eine Rede, die es so noch nie gab – und auch der Volksmund würde sagen: kreativ!

    Die voraussichtliche Wirkung auf das Publikum und Deine Absicht als Autor bestimmt, welches Element gerade angebracht ist. Auch entscheidet sich hier, ob der Autor seine kreative Macht zum Wohle oder zum Schaden des Lesers einsetzt.

    Lord Langeweile: Wie uns die dunkle Seite der Kreativität verführt:

    Es uns leicht machen

    Wir erschaffen mit unseren ungeahnten kreativen Kräften Langeweile, vielleicht sogar Ekel oder Ablehnung, wenn wir es uns beim Schreiben zu leicht machen. Ein paar Floskeln zum Beispiel bringen empfindliche Leser zum Kochen, während andere sich gelangweilt durch wie Dampfhämmer pochende Herzen, interessante Aspekte oder jeder kennt diese Situation kämpfen. Wenn Du sowas schreibst, bist Du der dunklen Seite der Kreativität verfallen und quälst uns – vermutlich ohne es zu wollen – mit Deinen Waffen aus nichtssagenden Worthülsen und Vorhersagbarkeit.

    Wenn jeder Deiner Sätze gleich klingt, bringst Du uns fast um mit Deiner Eintönigkeit. Wenn Du aber für jedes Wort ein Synonym findest, vergiftest Du uns mit einer Überdosis Abwechslung.

    Zu viel Ablenkung

    Wer seinen Text zwischen Sprachnachrichten, Chats und hämmernden Nachbarn schreibt, kommt vielleicht nie in den Fluss und auf Ideen. Er fängt an, hört auf. Fängt an, hört auf. Am Ende steht ein Text, der wirkt, aber ungezielt und irgendwie.

    Zu wenig Ablenkung

    Pausen, Irritationen, verrückte Kollegen, ein spontanes Schläfchen; solche Ablenkungen und Unterbrechungen können uns auch auf völlig neue Ideen bringen. Etwa, um den Leser mit einem neuen Bild oder einer ungewöhnlichen Aussage zu überraschen oder einen selten gehörten Aspekt zum Thema in die Geschichte zu mischen. Leider fehlen diese guten Ablenkungen – nennen wir sie Lebendigkeit im Text – in den meisten Home-Offices und sterilen Büros.

    Verkrampftes Arbeiten

    Wer sich zu wenig ablenken lässt, arbeitet wahrscheinlich zu verkrampft und zu ernst an seinem Werk. Dann übernimmt der rationale Verstand, der noch nie einen Text geschrieben hat. In diesem Zustand kann man ausgezeichnet Wikipedia- und andere enzyklopädische Artikel schreiben; die einzige Textform, die frei von Kreativität ist; von Humor und Liebe ganz zu schweigen. Hier schlägt die dunkle Seite der Kreativität oft zurück, wenn Du alles perfekt machen willst.

    Gefühl für Leser nicht trainieren 

    Wer sich über nichts außer sein Einkommen oder seinen Status als Autor Gedanken macht, ist beim Schreiben so gut wie ein Hirnchirurg mit Kättensäge. Er kann vielleicht was, tief in sich drin, aber er bringt den Patienten ganz sicher um. Versetz Dich in Dein Publikum hinein. Stell Dir wenigstens fünf Minuten vor, wie dies und jenes in Deinem Text wohl bei Deiner Zielgruppe wirken wird. Dann arbeitest Du schon empathischer als 80-90 Prozent aller Autoren. Die machen es sich lieber leicht.

    Zu viel Software

    Zu unnötiger Ablenkung führt auch übertriebener Einsatz von Software. Verführerisch ist dieser Weg zur dunklen Seite, weil Programme uns versprechen, alles leichter zu machen. Aber sie machen Texte tot, wenn sie unser Gehirn ersetzen. Benutze Programme als Hilfe, Leitplanke, Inspiration, nicht als Gehirnersatz. Das geht schief, wie bei Hirnchirurgen mit Kettensägen. 

    Wie die helle Seite in uns dennoch gewinnen kann 

    Der unbeugsame Wille zur Kürze und zum Detail

    Kürze in ausgewogenem Maß ist ein tolles Werkzeug für positiv wirkende Texte. Prägnanz kommt aber nur dann zu Stande, wenn der Autor den Inhalt auch in den kurzen Sätzen schlüssig rüberbringen kann. Beispiele und kurze Anekdoten helfen. Wer seinen Willen zur Kürze nicht ständig trainiert, verfällt wieder ins Sülzen und Ausschweifen. Nur Ausnahmen wie Goethe zeigen, dass es auch anders geht. Goethe, ein Ausnahme-Autor, schrieb prägnant und auf den Punkt, trotz ausschweifender Sätze.

    Ausdauer 

    Anregendes Schreiben ist Übungssache. Deine Kreativität wirkt positiv, wenn Du schnelle Erfolge nicht erzwingen willst.

    Selbstfürsorge (Ruhe, Sinn, Bewegung)

    Keiner kann gezielt kreativ sein, wenn er nicht Ruhe findet; um seine Gedanken fließen zu lassen und in sich hineinzuhören. 

    Ausstieg aus dem Normalbetrieb

    Besoffen schreiben und nüchtern überarbeiten oder nüchtern schreiben und besoffen überarbeiten – diese alte Autorenregel muss Dich nicht zum Saufen bringen. Sie sagt aber voraus, dass Du als Autor im 5-Tage-Woche-Großraumbüro-Trott nichts Außergewöhnliches zustande bringen wirst. Irgendwie musst Du in den Elfenbeinturm kommen, und wenn es nur für 10 Minuten ist. Musik, Ruhe, Aufenthalte in der Natur oder in ungewohnten Umgebungen können helfen. Verliebtsein soll auch funktionieren.

    Recherche und Zeit nehmen

    Sehr oft muss ein Autor lang lesen, zusehen, zuhören und mit dem Thema schwanger laufen, bis es aus ihm heraus aufs Papier sprudelt. Das ist ein gut erschlossener Weg zu großartigen Texten. 

    Abstand

    Abstand zum Schreibtisch tut nicht nur Extremsportlern, Piloten und Ballett-Tänzern gut, auch Kreative profitieren davon. Die großen Ideen kommen in der Dusche, beim Spazierengehen, beim Computerausmachen; in den Momenten, wo der Verstand locker lässt.

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