„Ich bin Texter. Wir schreiben Texte für Websites.” So eine langweilige Erklärung wäre mir nie eingefallen, als ich mich 2009 selbstständig gemacht habe. Die letzten Jahre ging mir diese öde und nichtssagende Beschreibung erschreckend oft über die Lippen. Ich hatte vergessen, warum ich vor über acht Jahren gestartet war. Und die letzten Jahre hatte ich nicht zufällig das Gefühl, das etwas fehlt. Dass ich nicht weiß, worauf ich zusteuere mit der Wortliga. Eine kleine Erinnerung für mich und jeden, der seinen Job mit Leidenschaft und Überzeugung machen will.

Spoiler:

Wir beschäftigen uns damit, was Menschen lieben. Wir wollen etwas schaffen, das Menschen lieben. Weil es sie inspiriert, berührt und ihnen weiterhilft. Wir recherchieren und schreiben Texte fürs Online-Marketing, um Menschen zu begeistern.

Diese Umschreibung kommt dem schon näher, wofür mein Herz als Unternehmer schlägt. Aber was ist überhaupt passiert, dass ich daran wieder erinnert werden musste? Es ist das passiert, was vielen Unternehmen geschieht, die erste Erfolge feiern. Der Erfolg wird wichtiger als der Grund, warum wir die Dinge tun.

Das verloren gegangene WARUM

Warum bin ich Unternehmer? Früher wäre ich nie auf die Idee gekommen, mir diese Frage zu stellen. Es war so offensichtlich: Ich brannte. Lichterloh! Ich arbeitete wie verrückt und hatte laufend neue Ideen, lief enthusiastisch mit meiner Kündigung durch München und erzählte am Telefon aufgeregt einer Freundin von meinem Plan, mich selbstständig zu machen. Von meiner Freude, endlich frei zu sein. Sie ließ ich dabei kaum zu Wort kommen und so brachte sie nur ein, „ja, toll” heraus. Wahrscheinlich dachte sie, ich spinne. Wer konnte sich so darüber freuen, dass sein Ex-Arbeitgeber am Ende war und ihn vor die Tür setzte?

Ganz einfach: einer, der schon lang zuvor während seiner zahlreichen Überstunden das künftige Firmenlogo gekritzelt hatte und seit Monaten fieberhaft über den Namen seiner künftigen Firma nachgedacht hatte.

München, 2008. Tram 16 Richtung Hauptbahnhof. Sollte eigentlich mal „Die deutsche Wortliga“ heißen. Ich entschied mich dann für „Wortliga Redaktionsbüro“, weil mir Wortliga allein zu nackt klang. Schon damals dachte ich daran, wie gut es wäre, wenn an Wortliga ein „GmbH“ dran hinge.

So einer fragt sich nicht, warum er es macht. Er will es unbedingt. Ich sprühte vor Begeisterung für meine Vision einer großen, bedeutsamen Kreativ-Firma und die Wortliga sollte der erste Streich sein.

Mit diesem Elan ging ich – nein: rannte ich – durch die ersten Jahre meiner Selbstständigkeit und es ergab sich jede Menge. Bald stand ich zu „Texter München“ auf Platz 3 der Google-SERPS und machte zusätzlich zu meinen ersten Aufträgen ein Vollzeit-Praktikum in einer SEO-Agentur, mitten in einem Gemeinschaftsbüro voller kreativer Unternehmen, außerdem Geburtsort und Brutstätte von Jameda.

Anfänglicher Erfolg lenkte mich von meinem WARUM ab

Ich registrierte jeden Tag eine neue Domain, weil ich mit meinem eigenen Online-Verlag viel vor hatte. Und arbeitete mit einem Fotografen und David bald an einem Foto-Magazin. Das machte überraschend schnell Fortschritte und wir wurden gelesen. Sammelten immer mehr SEO-Erfahrung; Content sprieß aus dem Boden, Ideen für neue Formate, eine Community wuchs, angezogen von einem wöchentlichen Foto-Wettbewerb.

Umsatz, mehr Umsatz!

Eines kam zum anderen, und nach zwei Jahren stand der erste Großauftrag vor der Tür. Bald war die Wortliga GmbH geboren. Alles drehte sich jetzt um Skalierbarkeit, um Standardprodukte, um Umsatz. Ich liebte das viele Geld auf meinem Konto. Wir waren weiter fieberhaft damit beschäftigt, unsere Selbstständigkeit voran zu bringen, aber jetzt mit mehr Druck.

Zu Beginn bewahrte ich mir noch meine Einstellung, mich selbst und alles nicht sooo ernst zu nehmen. Aber ich arbeitete und überlegte mit immer mehr Ernsthaftigkeit, mit immer mehr Zielen und Zwangssvorstellungen, wie es zu laufen hatte. Wir gründeten eine zweite Firma. Hatten mehr Ideen. Ich wollte reich werden. Ich sah das viele Potenzial, und ich arbeitete wie ein Gestörter.

Sinn, mehr Sinn!

Irgendwo da habe ich – das sehe ich heute – mein WARUM verloren. Den echten Grund, warum ich Selbstständiger und Unternehmer geworden bin. Sogar den Grund, warum ich mich überhaupt für das Schreiben und für Journalismus entschieden hatte. Sogar den Grund, warum ich als Jugendlicher in Foren aktiv war und ehrenamtlich für Community-Seiten schrieb:

Ich will Dinge tun, die andere lieben. Nicht für mein Ego, sondern weil es das Beste in mir zutage fördert. Ich will ihnen als Lesern dienen. Als Zuhörern. Als Publikum. Ich will etwas Großartiges Schaffen, etwas Bedeutsames, das uns alle weiterbringt. Und das will ich auch mit meiner Firma schaffen.

Das habe ich vergessen. Stattdessen war da das abstrakte Ziel, reich zu werden.

Ich pendelte zwischen Vision und Wahnsinn. Wahnsinn, weil ich nur noch den Erfolg gesehen habe, aber nicht mehr das Warum.

So traf ich viele Entscheidungen, die nicht auf dieses ursprüngliche Ziel einzahlten. Ich war ein schlechterer Dienstleister, als ich es hätte sein können. Ein schlechterer Geschäftspartner. Ein schlechterer Freund. Ich traf aber auch Entscheidungen, die mir immer mehr die Frage aufdrängten, was der Sinn des ganzen Unterfangens sein sollte. Ich würde depressiv. Zum Glück. Denn die Notbremse war wichtig. Und die Selbsterforschung war und ist nötig, um auf Kurs zu bleiben. Um Menschen und Umstände anzuziehen, die zu meinem Ziel passen, etwas zu schaffen, das andere lieben. Das sie bereichert und begeistert. Das etwas zur Weiterentwicklung aller beiträgt.

Ich glaube: Marketing kann Menschen dauerhaft bereichern

Klar, ich spinne. Wir machen nur Marketing-Texte. Kommunikation. Und genau da will ich etwas bewegen. Kommunikation und Marketing können mehr, als Unternehmen weiterbringen. Die Content Marketing-Bewegung zeugt davon, dass es Menschen um die Inhalte geht. Und ich glaube, dass diese Inhalte mehr und mehr Sinn haben können, ihren Beitrag dazu leisten können, den Planeten zu einem freundlicheren und vernünftigeren und vielleicht sogar liebevollen Ort werden zu lassen.

Es geht uns allen ums Gleiche, wenn auch nicht ums Selbe. Ich liebe die Verbundenheit, die ich beim Schreiben fühle und dabei Dich als Leser vor Augen habe. Das ist mein Beitrag zu einer empathischeren und mitfühlenden Welt.

Vielleicht liest sich das, als würde ich übertreiben. Vielleicht spinne ich. Aber ich glaube an Marketing und Kommunikation, die Menschen etwas Unbezahlbares gibt: Inspiration, Freude und echte Hilfe. Wo Nutzer nicht nur zu Fans und Käufern werden und auch nur als solche behandelt werden, sondern wieder zu Menschen, die eine gute Zeit haben und begeistert werden wollen.

Was heißt das fürs Daily Business, sein Warum zu kennen?

Ganz einfach: wer weiß, warum er Dinge tut, der weiß auch besser, wie er diese Dinge tun will. Und dafür suchen wir die richtigen Kunden. Kunden, die wollen, dass Nutzer ihren Content lieben. Die wollen, dass der Content größer ist als nur Verkaufsmaterial. Content, der beim Leser einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Und wir suchen die richtigen Texter und Autoren. Kreative, die ihre Texte und Aufgabe lieben, dem Leser eine gute Zeit zu geben und ihn zu inspirieren.

Und es wird noch viel mehr bedeuten. Da bin ich mir sehr sicher.

Was mir geholfen hat, mein Warum wiederzufinden

Als Jugendlicher träumte ich davon, ein Agent für den Leser zu werden, ein journalistischer Diener im Auftrag des Lesers. Als jemand, der nicht nur für sich, sondern besonders für andere schreibt. Als Marketing-Texter verstehe und finde ich diese Rolle heute wieder. Ich habe – glaube ich – mein WARUM wiedergefunden. Den letzten Anstoß dafür hat mir wohl das Buch von Simon Sinek „Frag immer erst: warum“ gegeben, das ich jedem ans Herz lege, der nach seinem WARUM sucht. Der danach sucht:

Was ihn antreibt.

Was ihm nahezu unbegrenzte Energie gibt.

Was ihm neuen Mut gibt und Kleinigkeiten wie Stretereien und Ego-Probleme vergessen lässt.

Was ihm im Leben einen Kompass in die Hand gibt, mit dem er oder sie fast automatisch den richtigen Weg einschlägt; jeden Tag aufs Neue.

Nötig waren dafür aber auch viele Stunden der Selbstreflexion, unter anderem mit der Frage-Technik The Work. Sie hat mir gezeigt, dass Glaubenssätze wie „Ich will reich werden“ mich von meinem Ziel abhalten. Mich arm machen, statt zu einem wirklich und in jeder Hinsicht wohlhabenden Menschen zu machen. Denn wer „reich sein“ will, der kann es ja noch nicht sein, oder? Der fühlt sich arm. Und der hat auch nichts, was er anderen weitergeben kann.

Wer hingegen weiß, was ihm wirklich wichtig ist und danach handelt, der kann dieses Ziel sofort wieder anfangen zu verfolgen und so echten Reichtum in sein Leben bringen – davon bin ich überzeugt.

Danke, für die tollen Fotos:

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