Probetext

Probetexte sind ein geschriebenes Vorstellungsgespräch. Auftraggeber wollen sehen, ob Du als Texter zu ihnen und ihrem Projekt passt. 

Deshalb sollte der Probetext in allen Anforderungen dem eigentlichen Auftrag entsprechen. Auftraggeber wollen über den Probetext mehrere Dinge abgleichen:

  • Deine Fähigkeiten bei der Recherche 
  • Deine Fachexpertise
  • Deinen Sprach- und Schreibstil
  • Deine Zuverlässigkeit
  • Deine Fähigkeiten zum Storytelling für eine bestimmte Zielgruppe

Andersherum findest Du über einen Probetext heraus, ob Du dieses Thema bearbeiten kannst und willst.

Selbst erfahrene Autoren investieren in einen Probetext meist viel Zeit und Aufwand. Schließlich müssen sie sich mit neuen Themen und einem neuen Kunden vertraut machen. Ziel ist es, sich über den Probetext den gesamten Auftrag sowie mögliche Folgeaufträge zu sichern. Dieses Ziel sorgt jedoch für viele Missverständnisse rund um den Wert eines Probetextes.

FAQ Probetexte – darauf kommt es wirklich an

Der Begriff Probetext klingt nach Appetithäppchen und Sample. Deshalb denken viele Auftraggeber (und unerfahrene Autoren), dass er kostenlos sein sollte. 

Sollte ein Probetext kostenlos sein?

Niemals. Wie jeder andere Text ist ein Probetext ein kreatives Stück Unique Content. Für das bringen Autoren genauso viel Zeit und Erfahrung auf wie für einen normalen Auftrag. Durch den erhöhten Aufwand bei Recherche und Einarbeitung ist ein Probetext sogar rechnerisch teurer. 

Nehmen wir das Beispiel einer Gratisscheibe Wurst beim Metzger: Wird eine Scheibe verschenkt, kann der Rest der Wurst immer noch verkauft werden. Ein kostenloser Probetext lässt sich jedoch nicht noch einmal verkaufen.

Welchen Preis sollte ich für einen Probetext nehmen?

Lass Dich nicht runterhandeln, nur weil Probe auf dem Text steht. Probetexte verschwinden nicht in einer Schublade, sondern werden veröffentlicht. Darum kalkulierst Du für den Einzeltext ebenso viel wie für einen vergleichbaren Normalauftrag. So kann der Kunde auch direkt abgleichen, ob Preis und Leistung zu seinen Vorstellungen passen. 

Wenn Du beim Kalkulieren Hilfe benötigst, nutze unseren Honorar-Rechner für Autoren.

Was muss im Briefing zum Probetext stehen?

Ein detailliertes Briefing ist bei einem Probetext unverzichtbar. Mit den Angaben siehst Du schnell, wohin die inhaltliche und sprachliche Reise gehen soll. Frage beim Auftraggeber im Zweifelsfall nach:

  1. Textart und -sorte: Informativ, überzeugend, erklärend, beratend etc.?
  2. Textform: FAQ, Ratgeber mit W-Fragen, Fließtext, Listicles etc.?
  3. Thema inklusive Spezialisierung und Fokus
  4. Zielgruppe mit eventuellen Personas (Zielgruppenbeschreibungen)
  5. Tonalität inklusive Ansprache, Sprachniveau und Corporate Language
  6. Umfang inklusive Mindest- und Maximallänge
  7. Vergleichbare Texte vergleichbarer Wettbewerber
  8. SEO-Vorgaben inklusive Keywordrecherche
  9. Recherchequellen oder spezifischen Unterlagen
  10. Dos & Don’ts sowie spezielle Wünsche

Je genauer Du weißt, was der Kunde will, desto schneller kannst Du den Probetext erfolgreich umsetzen.

Sollte ich mich bei einem Probetext auf die Folgeaufträge konzentrieren?

Manche Auftraggeber wollen Dich mit der Aussicht locken, dass der (kostenlose) Probetext weitere Aufträge nach sich zieht. Anbeißen? Nein.

Niemand garantiert Dir, dass der Kunde mehr als einen Text in petto hat. Auf der anderen Seite würdest Du keinen Probetext schreiben, wenn Du nicht an Folgeaufträgen interessiert wärst. Erkläre dem Kunden, dass Dein Text für sich steht und dementsprechend vergütet werden muss.

Wie intensiv sollte ich den Probetext bearbeiten?

Im besten Fall sichert Dir ein hervorragender Probetext einen treuen Kunden auf Jahre. Darum ist es besonders wichtig, dass alles sitzt. Die Erfahrung zeigt, dass neue Auftraggeber kleine inhaltliche Schnitzer eher verzeihen als schlecht geschriebene Texte.

Rechtschreibung und Grammatik sollten tadellos sein. Beim Redigieren optimierst Du Deinen Text zusätzlich mit unserem Textanalyse-Tool. Hier findest Du typische Fehler wie Schachtelsätze oder unpersönliche Sprache auf einen Blick.

Was mache ich, wenn der Probetext abgelehnt wird?

Jeder Auftrag zu einem Probetext ist ein Vertrag. Solange Du die Vorgaben erfüllst und keine objektiv schlechte Qualität lieferst, ist der Kunde zur Abnahme verpflichtet. Natürlich auch zur Bezahlung. Zumindest, nachdem er Dir die Gelegenheit zum Nachbessern gegeben hat.

Sollte kein Auftrag zustande kommen, lerne aus den Kommentaren des Kunden. Nimm es außerdem nicht persönlich – nicht jeder Auftraggeber mag Deinen Stil. 
Du möchtest einmal für uns einen Probetext schreiben? Gern! Nimm mit uns Kontakt auf und bewirb Dich um Aufnahme in unseren Autorenpool.