Schreibstil

Der Schreibstil ist die handwerkliche Visitenkarte jedes Autors und ein Maß für die Textqualität. Er setzt sich aus der individuellen Stilistik des Autors und objektiven Faktoren zusammen. Zu den objektiven Faktoren zählen unter anderem:

Die persönlichen Faktoren des Schreibstils sind schwieriger zu kategorisieren. Hier geht es um den individuellen Sprachgebrauch des Autors. Dazu gehören zum Beispiel:

Ein unverwechselbarer Schreibstil lässt sich nicht konstruieren. Er ist das Ergebnis von Übung, Erfahrung und Selbstkritik. 

Schreibstil verbessern – Tipps und Fallstricke

Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen Anfängern und erfahrenen Autoren ist der Einsatz von Stilmitteln und dekorativen Satzelementen:

Unerfahrene Texter neigen dazu, einen Satz mit Adjektiven zu überladen. Oder sie wollen über Schachtelsätze und die Satzlänge ihre Fähigkeiten demonstrieren.

Alte Hasen arbeiten genau andersherum: 

Ihre Sätze sind möglichst kurz und möglichst präzise. Jedes Satzelement hat eine Funktion, Wörter werden nach ihrer Prägnanz ausgewählt. 

Ähnlich verhält es sich mit Fremdwörtern, Fachbegriffen oder Synonymen. Sie sollten nur sparsam eingesetzt werden. Drei Beispiele:

  • In den meisten Texten ergibt es keinen Sinn, von der Diktion eines Menschen zu sprechen. Die Ausdrucksweise ist viel verständlicher. 
  • Genauso wenig wird ein Produkttext besser, wenn die Kunden etwas erwerben statt kaufen sollen.
  • Häufig werden Zitate mit Wendungen wie „…“, lacht er oder „…“, betrauert er gekennzeichnet. Das soll dem Zitat mehr Lebendigkeit verleihen. Doch niemand lacht Sätze, niemand betrauert Sprache. Vielmehr sagt er Dinge mit einem Lächeln, mit Bedauern in der Stimme.

Zu einem guten Schreibstil gehört auch, sich von überflüssigen Textelementen zu verabschieden. Die drei folgenden Beispiele tauchen beim Redigieren immer wieder auf. Sie werden ersatzlos gestrichen:

  1. Inhaltliche Einleitungen 

Im Auftrag des Storytellings werden Abschnitte oder Fakten mit Konstruktionen wie Wir sprechen nun darüber, dasseingeleitet. Oder: Das hat den Vorteil, dass … 

Sie haben jedoch keinen Mehrwert. Der Vorteil sollte aus der Information oder der Produkteigenschaft hervorgehen. Das Thema eines Kapitels muss durch die Überschrift oder den Inhalt selbst klar werden. Die Maxime lautet generell: Show, don’t tell!

  1. Offensichtliches

Steht in einem Text über Wasserkocher, dass Wasserkocher Wasser kochen? Das zeugt von einem mangelnden Vertrauen in die Fähigkeit, Dinge zu erklären. Bei solchen Sätzen fühlen sich Leser für dumm verkauft. Frage Dich, ob ein Leser auf eine Information mit „Ach nee, sag bloß …“ antworten würde. Falls ja, streiche sie raus.

  1. Leere Sätze

Jeder Satz enthält eine Information oder erfüllt eine Funktion – zum Beispiel als Übergang zwischen zwei Gedankenkomplexen. Ist das nicht der Fall, fliegt dieser Satz raus. Willst Du auf eine bestimmte Wortzahl kommen, führe einen bereits genannten Fakt etwas tiefer aus. Oder finde eine neue Information. Wiederholungen bereits genannter Fakten sind ebenfalls leere Sätze.

Darüber hinaus gibt es weitere Faktoren eines guten Schreibstils, die Du mit unserem Textanalyse-Tool optimieren kannst. Neben einem Übermaß an Adjektiven sind es Modalverben oder unnötige Nebensätze, die Deinen Text behindern. Doch keine Sorge: Mit Übung und Engagement wird jeder talentierte Texter zu einem Autor mit einem unverwechselbaren Schreibstil!