Wie Du Deine Einleitung interessanter machst

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Eine gute Einleitung ist vor allem kurz. Studien[1] zeigen: Die Wahrscheinlichkeit, dass Leser abspringen, ist in den ersten beiden Absätzen am höchsten. Daher sollte Dein Leser schnell zu den Informationen gelangen, die für ihn relevant sind. Mit den 8 Archetypen erreichst Du dieses Ziel leichter.

Video: Wie Du Deine Einleitung interessanter machst

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Beispiel-Text (Video): Steuer Go

Nutze bewährte Teaser-Techniken für Deine Einleitung

Teaser begegnen Dir oft in Newslettern oder auf Startseiten. Sie sollen Dich dazu verleiten, einen bestimmten Artikel zu lesen, oder bringen Dich zum angeteaserten Produkt.

Die Einleitung verfolgt ein ähnliches Ziel: Sie soll den Leser in den Hauptteil locken. Es bietet sich daher an, ähnliche Köder zu verwenden. Aber: Vermeide es, Dich in Teaser und Einleitungstext zu wiederholen, denn niemand möchte innerhalb kürzester Zeit mit dem gleichen Inhalt konfrontiert werden.

Diese acht Archetypen können Dir als Basis für Deine Einleitung dienen:

Archetyp 1: Die Story

Geschichten schaffen Nähe und konkretisieren. Dein Leser identifiziert sich eher mit einem Protagonisten als mit einer Problemstellung – und genau das willst Du erreichen.

Vorsicht: Fasse Dich kurz. Schnell schweift man in Geschichten ab, weil alle Details relevant erscheinen. Brich Deine Geschichte auf die Quintessenz herunter und kürze so viel wie möglich, um den Leser nicht zu verlieren.

Archetyp 2: Das Versprechen

Dass Du Dir über den Benefit Deines Textes im Klaren bist, ist immer die Grundvoraussetzung beim Schreiben. Dann kannst Du diesen Mehrwert auch in der Einleitung versprechen. Sei hierbei möglichst konkret, denn nur dann bist Du glaubhaft. „Besser werden“ ist meist kein gutes Versprechen. In was besser werden? Wodurch besser werden?

Vorsicht: Mama hat gesagt, versprich nichts, dass Du nicht einhalten kannst. Mama hatte recht.

Archetyp 3: Die Statistik

Es gibt eine Statistik, die das Problem Deines Lesers auf den Punkt bringt? Ab in die Einleitung damit! Konkrete Zahlen machen Dich glaubwürdig und steigern die Relevanz Deiner Inhalte.

Vorsicht: Gib Deine Quellen an und verwende nur Statistiken, die unmissverständlich mit Deinem Thema zusammenhängen.

Archetyp 4: Die Frage

Mit Fragen beziehst Du Dein Gegenüber ein. Außerdem versprichst Du implizit, dass Du diese Fragen beantworten wirst. Wenn die Frage also ein konkretes Problem des Lesers adressiert, liest er weiter, um zur Antwort zu gelangen. Er will sein Problem ja schließlich lösen.

Vorsicht: Stelle offene Fragen. Fragen, die man mit ja oder nein beantworten kann, haben einen abschließenden Charakter und erschweren den Zugang zu Deinem Text.

Archetyp 5: Das Zitat

Zitate schaffen Glaubwürdigkeit. Wenn Du sie passend einsetzt, gewinnst Du einen prominenten Fürsprecher, der Deine These(n) untermauert. Allerdings brauchst Du meist noch eine kurze Überleitung, um das Zitat mit Deinem Text zu verbinden.

Vorsicht: Es muss auch wirklich passen. Nicht zu jeder These gibt es ein passendes Zitat, und der Leser merkt, wenn der Zusammenhang an den Haaren herbeigezogen ist.

Archetyp 6: Die Herausforderung

Menschen sind ehrgeizig – nicht alle, aber viele. Der Leser hat auf Deinen Artikel geklickt, also hat er zumindest den Ehrgeiz, sein Problem zu lösen. Die Herausforderung folgt ähnlichen Gesetzen wie das Versprechen, spricht den Leser aber offensiver an.

Vorsicht: Die Herausforderung muss schwer genug sein. Wenn der Leser das Gefühl hat, sie auch ohne Deinen Text lösen zu können, wird er ihn nicht lesen.

Archetyp 7: Die News

Eine aktuelle Nachricht macht Deinen Content besonders relevant. Nutze Deine Einleitung, um darauf hinzuweisen. Das weckt das Bedürfnis des Lesers, der frühe Vogel zu sein und als Erster von Deinen Erkenntnissen zu profitieren.

Vorsicht: Ähnlich wie beim Zitat, sollte Dein Leser den Zusammenhang klar erkennen.

Archetyp 8: Die Auslese

„Nur sechs Prozent aller Texter verstehen die unschlagbaren Vorteile dieser Methode“ – Und schon möchtest Du zu diesem exklusiven Kreis gehören und liest weiter. Profitiere mit diesem Archetyp vom Ehrgeiz Deiner Leser.

Vorsicht: Diese Variante ködert nur ein Fachpublikum (hier: Texter). Idealerweise hat davor schon eine Auslese stattgefunden, so dass Du niemanden mit der Einschränkung vergraulst.

Verwende vielseitige Einleitungen – Erkenntnisse aus dem Deutschunterricht

In der zehnten Klasse hatte ich sie endlich gefunden: die perfekte Einleitung. Ein Garant für gute Noten, Ruhm und Ehre. Die Basis für meinen glorreichen Siegeszug bildete die Lektion meines damaligen Deutschlehrers. Er machte verschiedene Vorschläge, wie man gute Einleitungen und Schlussabschnitte bei einer Erörterung schreibt. Der „Rahmen“ sei besonders elegant, denn am Schluss wieder den Anfangsgedanken aufzugreifen, runde das Ganze schön ab.

Diese törichte Aussage sollte ihm noch zum Verhängnis werden, denn ich missbrauchte sie alsbald zu meinem Vorteil. Ein ganz bestimmter Rahmen ließ sich nämlich auf alle Themen anwenden – Einleitung: Blick in die Vergangenheit; Schluss: Zukunftsprognose. Jahrelang bekamen Deutschlehrer nichts anderes von mir zu lesen, und als die frohe Kunde sich verbreitete, war ihr trauriges Schicksal endgültig besiegelt. 90 Prozent der Klasse gab die exakt gleich gegliederte Schulaufgabe ab und traumatisierte den Lehrer mit unbarmherziger Redundanz.

Was lernen wir daraus? Deine Leser unterliegen nicht dem gleichen Zwang wie meine damaligen Deutschlehrer. Sie können sich auch dagegen entscheiden, Deinen Text zu lesen. Wenn du auf die oben genannten Archetypen zurückgreifst, birgt das automatisch eine Gefahr: Dein Leser kennt das Schema bereits.

Zwei goldene Regeln für die perfekte Einleitung

  1. Konkretheit schlägt alles andere! Durch konkrete Aussagen wirst Du glaubwürdiger und auch individueller. Du grenzt dich klar ab von überstrapazierten Floskeln, die Deine Leser in der Vergangenheit schon oft enttäuscht haben. Das kann ihnen bei Dir nicht passieren, denn Du kommunizierst klar den Mehrwert Deines Textes.
  2. Kombiniere die Methoden! Auch das individualisiert Deine Texte. Jeder kennt den Aufhänger mit dem Zitat und nicht jeder verbindet damit etwas Gutes. Wird das Zitat von einer Statistik untermauert, hat das schon einen höheren Seltenheitswert. Und vielleicht kannst du das Ganze auch noch mit einem Versprechen verknüpfen.

Übungen – und jetzt Du!

Schreibe eine Einleitung für den folgenden Text und orientiere Dich dabei an den vorgestellten Archetypen!

Schreib Deine Variante gerne in die Kommentare. Ich freue mich auf bessere Versionen als das Original.

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Quellen:

  1. Studie zum Absprungverhalten während der ersten zwei Absätze

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