Portrait von Krishna-Sara Helmle

In diesem Interview sprechen wir mit Frau Krishna-Sara Helmle über das Thema Einfache Sprache.

Frau Helmle ist Inhaberin von Textöffner®, einem Büro für Leichte und für Einfache Sprache mit Sitz in Tübingen. Sie arbeitet als Trainerin und Übersetzerin für Leichte und für Einfache Sprache. In ihrer Freizeit engagiert sie sich als Stadträtin im Tübinger Gemeinderat.

Liebe Frau Helmle, vielen Dank, dass Sie dieses Interview mit uns führen. Sie sind eine Expertin für die Themen Leichte Sprache und Einfache Sprache. Können Sie unseren Leserinnen und Lesern sagen, wie Sie dazu gekommen sind, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen?

Sehr gern. Ich habe von 2008 rund zehn Jahre lang regelmäßig in meiner Freizeit als Schreibassistenz gearbeitet. Schreibassistenz bedeutet, ich habe eine Frau, die im Rollstuhl sitzt, bei ihrer Schreibarbeit unterstützt. Dazu gehörte auch das Vereinfachen von Texten. Damals wussten wir beide noch nicht, dass es sowas wie „Leichte Sprache“ gibt. Wir haben einfach intuitiv gearbeitet.

2013 gab es in Tübingen beim traditionellen Bücherfest auch eine Lesung in Einfacher Sprache. Da sind wir zusammen hingegangen und danach habe ich beschlossen, mich mit diesem Thema selbständig zu machen.

Ich habe dann eine Schulung bei der Universität Hildesheim besucht und dann ging es los.

Mit welchen Themengebieten befassen Sie sich in Ihrer Arbeit?

Bei uns kommen Texte aus ganz verschiedenen Themengebieten rein. Das kann aus dem kulturellen Bereich sein, zum Beispiel Museumstexte. Vieles kommt aus dem sozialen Bereich, beispielsweise Beratungsstellen oder Träger der freien Wohlfahrtspflege. Aber es melden sich auch regelmäßig Stadtverwaltungen oder Behörden, die sich eine Übersetzung ihrer Webseitentexte wünschen. Nächstes Jahr sind wieder Wahlen, da wird das eine oder andere Wahlprogramm dabei sein.

Für die meisten Menschen wäre es wahrscheinlich hilfreich, wenn auf Fachsprache verzichtet wird. Gibt es Gebiete, in denen Fachsprache unverzichtbar ist?

Das stimmt, es ist tatsächlich hilfreich, wenn man auf Fachsprache verzichtet und sich statt dessen leicht verständlich ausdrückt. Es ist mir sowieso schleierhaft, warum man hier in Deutschland immer noch als besonders kompetent gilt, wenn man sich besonders unverständlich ausdrücken kann.

Prinzipiell kann man alles auch leicht verständlich, also in Leichter oder in Einfacher Sprache, ausdrücken. Das soll aber kein Plädoyer dafür sein, dass man nun generell immer auf Fachsprache verzichten sollte. Es ist durchaus manchmal sinnvoll, Fachsprache zu benutzen, beispielsweise, wenn Fachleute untereinander sprechen.

Wenn Fachsprache dazu dient, einen Sachverhalt präzise zu benennen, ist es durchaus sinnvoll, einen Fachbegriff zu benutzen. Es ist nur wichtig, sich bewusst zu sein, dass man Fachsprache benutzt und man sollte in der Lage sein, sich einfacher auszudrücken, wenn man mit Fachfremden spricht.

Birgt schwer zu verstehende Sprache nicht auch Gefahren für unsere Gesellschaft?

Ja, natürlich. Nehmen wir als Beispiel eine Anleitung für eine Maschine in einem Betrieb. Wenn diese Anleitung schwer zu lesen und zu verstehen ist, werden die Mitarbeitenden im Zweifel darauf verzichten, sie zu lesen. Je nachdem, was für eine Maschine das ist, besteht erhebliche Verletzungsgefahr.

Ein weiteres Beispiel ist die politische Mitbestimmung. Wenn Texte, die mich über meine Rechte als Bürgerin einer Stadt oder eines Staates informieren sollen, schwierig zu verstehen sind, lese ich sie wahrscheinlich nicht. Dann kann ich meine Rechte vielleicht nicht wahrnehmen oder mich nicht am politischen Willensbildungsprozess beteiligen. Und das ist auf jeden Fall schlecht für die Gesellschaft.

Es gibt noch viele weitere Beispiele, die alle dafür sprechen, dass schwer zu verstehende Sprache viele Gefahren für die Gesellschaft, aber auch für jede und jeden Einzelnen birgt.

Sie haben mit Textöffner® ein eigenes Büro und arbeiten als Trainerin und Übersetzerin für Leichte Sprache. Kann man auch ohne Tool leicht verständliche Texte schreiben oder ist der Mensch in seiner subjektiven Wahrnehmung zu stark gefangen?

Tools für die Überprüfung von Übersetzungen oder von Texten, die man leicht verständlich schreiben will, finde ich sehr sinnvoll. Es weist einem ganz objektiv nach, wo man schon gut war und wo man noch weiterarbeiten sollte.

Bei Ihrem Tool gefällt mir gut, dass Sie mit verschiedenen Farben arbeiten und klare Hinweise für eine mögliche Verbesserung des Textes geben. Seitdem ich es entdeckt habe, erwähne ich es immer wieder bei Seminaren, weil es gerade für Anfänger*innen auf dem Gebiet wertvolle Hinweise gibt.

Ich nutze Prüftools wie Ihres oder auch TextLab vom CommunicationLab auch gern dafür, um dem Kunden objektiv nachweisbar zu zeigen, wie sich sein Text durch unsere Bearbeitung verbessert hat.

Vielen Dank für das Interview!

Leser:innen, die nicht klicken, konvertieren nicht. Aus Marketingsicht gleicht das einer Katastrophe. Denn schließlich möchtest du mit deinen Website-Inhalten überzeugen. Und du möchtest deine interessierten Leser:innen in Kund:innen verwandeln. Wie das geht? Mit textstarken Calls-to-Action, die zum Klicken bewegen und die Conversion-Rate verbessern. Gastautorin Petra Jahn-Firle beschreibt, worauf es beim Texten von Buttons und Links ankommt.

Was ist eigentlich ein Call-to-Action?

Ein Call-to-Action (kurz CTA) bezeichnet im Online-Marketing eine klare Handlungsaufforderung, die in der Regel am Ende eines Werbetextes auf einer Webseite platziert ist. Meist besteht der CTA aus einem einleitenden Satz oder einem ganzen Textabschnitt und einem Button-Text (oder auch einem Text-Link). Mit Hilfe des Button-Texts soll die Leserschaft also zu einer bestimmten Handlung bewegt werden: sich beispielsweise für einen Newsletter registrieren, ein eBook herunterladen, ein Angebot anfordern oder ein Produkt kaufen.

Die Stunde der Wahrheit – warum Button-Texte so wichtig sind

Bild eines Einkaufswagens auf Tastatur

Der Call-to-Action ist der krönende Abschluss eines relevanten Inhalts, den deine Leser:innen konsumiert haben. Nun, nachdem alles soweit überzeugend war, ist dies der Punkt der Entscheidung, die Sekunde der Wahrheit.

Denn innerhalb kürzester Zeit bevorzugt es dein Websitebesucher bzw. deine Websitebesucherin, anstatt auf den Button zu klicken, einen Schritt zurückzugehen oder das Browser-Fenster ganz zu schließen. Und schon ist die Chance verpasst, eine Konversion ist nicht zustande gekommen.

Button-Texte solltest du also mit Bedacht wählen. Denn sie sind das Zünglein an der Waage. Bist du mit deinem Text zu kurz, nicht konkret genug oder der Kontext passt irgendwie nicht ganz zusammen, fühlt sich die Leserschaft nicht richtig angesprochen. Bist du zu aufdringlich, fühlt sie sich gegängelt. Und ist der Text zu langweilig, kommen deine Leser:innen nicht in die Pötte. Denn wer nicht überzeugend aufgefordert wird, bleibt lieber bequem im Sessel sitzen. Es scheint dann nicht ganz so wichtig zu sein. „Schau ich mir lieber noch ein weiteres Angebot an.“, denkt sich da der ein oder die andere.

Es ist schon erstaunlich: Viele Texte, ob Produkttexte für Online-Shops, Werbetexte auf Landingpages oder Startseitentexte von Dienstleistern, besitzen eine bildhafte Sprache, untermauern mit Beispielen und bringen gekonnt die wichtigsten Facts auf den Punkt. Dann aber, wenn es darauf ankommt, mündet der Text in einen regelrecht unterdurchschnittlichen Call-to-Action. Dann liest du plötzlich nur noch „mehr erfahren“, „jetzt kaufen“ oder „Infos herunterladen“. Schade um den fehlenden Trigger und den passenden Abschluss. Warum nicht ein wenig originell sein? Es ist gar nicht so schwer, wenn du dir ein paar Tipps zu Herzen nimmst.

„Das muss ich haben“ – 5 Text-Tipps für überzeugende CTA

Button-Texte und Links, die deine Leserschaft zum Klicken bewegen (sollen), erfüllen bestimmte Kriterien. Wenn du die folgenden Tipps beherzigst, werden interessierte Leser:innen gar nicht anders können, als deiner Aufforderung nachzukommen.

Tipp 1: Fasse dich möglichst kurz.

Du erinnerst dich sicher an die Tipps für modernes Schreiben im Web von Benjamin Brückner? Kurzfassen bedeutet aber nicht, dass es mit einem Wort getan ist. Manchmal passt es, oft reicht das aber nicht aus. Ein kurzes „Jetzt“ oder ein langweiliges „hier“ sind meist nicht der richtige Trigger. Dabei gibt es keine perfekte Wortanzahl für Button-Texte. Empfehlungen reichen von ‚nicht länger als 60 Zeichen‘ über ‚nicht mehr als 4-5 Wörter‘ bis hin zu ‚maximal 2 Silben pro Wort‘.

Bild: Überlege dir Textstarke CTAs

Tipp2: Sei spezifisch.

Wenn du beispielsweise dein Angebot mit konkreten Zahlen untermauern kannst, könntest du dies in deiner CTA benennen. Etwa so: „Spare 20 % mit einem Jahresabo“.

Tipp 3: Schreibe prägnant.

Eine aktive Sprache mit starken, aussagekräftigen Verben überzeugt eher als ein „Du kannst, wenn du magst, hier klicken.“ Ein zu blumiger Text mit zu vielen Adjektiven lenkt zudem vom eigentlichen Ziel ab. Aber du möchtest in diesem Augenblick, dass deine Leser:innen nicht noch einmal über die ganze Sache nachdenken, sondern gleich klicken. Und je prägnanter du textest, umso eher klickt deine Zielgruppe.

Tipp 4: Wecke positive Emotionen.

Du kennst deine Zielgruppe. Und du weißt, wie sie spricht und denkt. Unabhängig, ob es sich um ein zurückhaltendes, sachliches Publikum handelt oder deine Zielgruppe Jugendliche sind, die eher einen umgangssprachlichen Ton pflegen: Texte so, dass sich deine Zielgruppe in diesem entscheidenden Augenblick angesprochen fühlt. Und nicht nur das. Mit bestimmten Power-Wörtern verstärkst du das positive Gefühl deiner Leser:innen, das sie haben, wenn sie sich vorstellen, was nach der Handlung passiert.

Tipp 5: Bleibe konsistent.

Button-Texte stehen nie isoliert irgendwo auf einer Webseite. Berücksichtige immer den Kontext zum Inhalt davor. Hier beschreibst du dein Angebot oder erklärst etwas und hast inhaltlich bis zum Call-to-Action bereits überzeugt. Es folgt „nur“ noch der letzte Anstupser. Nach einem sachlichen Text folgt auch ein passender, aber starker Button-Text. Emotional verfasste Inhalte dürfen dagegen im CTA weiter emotionalisieren. Aber Vorsicht: Wer übertreibt und es beispielsweise mit brutaler Marketingsprache versucht, verscherzt es sich möglicherweise mit der Zielgruppe. Wähle deine Worte also immer sehr sorgsam.

Der Text ist nicht alles…(aber ohne den richtigen Text ist alles nichts.)

Textstarke Calls-to-Action sind also oft genug das Zünglein an der Waage. Richtig ist aber auch: Ein Button-Text allein gewinnt noch keinen Krieg. Es hängt von weiteren, entscheidenden Kriterien ab, ob die Leserin oder der Leser konvertiert, also klickt.

  • Die Inhalte vor dem entscheidenden CTA müssen ebenso überzeugend sein wie der Button-Text selbst.
  • Auch auf die Optik kommt es an – nur gut lesbare, grafisch hervorgehobene Calls-to-Action werden mit einem Blick als klickbare Buttons wahrgenommen. Achte auch auf Farbe, Kontrast, Whitespace und Größe.
  • Überlege dir gut, an welcher Position du deinen CTA platzierst. Generell gilt: Der Call-to-Action kann umso weiter oben stehen, je einfacher und verständlicher das Produkt oder die Dienstleistung ist.
  • Verwende passende Icons zu Beginn oder am Ende des Buttons. Bilder bzw. Icons werden schneller erfasst und zugeordnet. Sie verschaffen also Orientierung und helfen dabei, sich schneller zu entscheiden.
Konzeptionelles Bild einer Website

Kreative CTA – mit diesen Taktiken kriegst du sie alle

  • Schreibe nutzerorientiert.

Erkläre vor dem Button den Nutzen, den deine Zielgruppe von deinem Angebot hat. Eine unmittelbare Belohnung, wie zum Beispiel „Erhalte jetzt das kostenlose eBook“, erhöht die Klickwahrscheinlichkeit.

  • Wechsle die Perspektive.

Wechsle beim Texten deiner Call-to-Action in die erste Person – so, als ob du nun die Zielgruppe bist. Ein Button mit dem Text „Ja, ich will das“ beschreibt das, was der Leser bzw. die Leserin denken. Das mit einem Klick zu bestätigen, liegt nah.

  • Verknappe dein Angebot.

Wir alle kennen es von Online-Shops: Wenn das gewünschte Kleidungsstück nur noch 1x verfügbar ist, überlegt man einmal mehr, ob man nicht gleich zuschlägt, bevor es zu spät ist. Aus psychologischer Sicht fühlen sich Leser:innen unter Druck und entscheiden sich schneller. Verwende diese Taktik aber behutsam, denn einige Nutzer:innen werten dies als Drängelei und wenden sich eher ab.   

  • Biete Alternativen an.

Angenommen, du verkaufst hochpreisige Software. Deine Zielgruppe könnte vor den hohen Kosten zurückschrecken. Alternativ könntest du anbieten, zunächst mit einer 10-tägigen Testversion zu starten. Oder eine Demo anzufordern.

  • Benutze Social Proof.

Du hast schon fleißig positives Kundenfeedback gesammelt? Dann nutze diese Kundenstimmen und untermauere neben oder unter deinem Button-Text, dass schon xy Personen zufrieden dein Produkt verwenden. Das bestärkt deine Zielgruppe, auch dazugehören zu wollen. Dein Button-Text könnte lauten: „Sei auch du dabei!“

  • Schreibe unterhaltsam.

Klar, wer bevorzugt nicht auch Unterhaltung gegenüber einem sehr sachlichen Ton? Unterhaltsam schreiben muss aber nicht zwangsweise in einer, na sagen wir „Voice of Germany – Sprache“ münden. Oft genügt schon ein passendes, originelles Wort einzubinden, das sich in den Kontext einfügt.

Zugegeben, der Zwischentitel „…kriegst du sie alle“ klingt vielleicht etwas überheblich. Und natürlich springt nicht jede Leserin bzw. jeder Leser auf diese Taktiken an. Sie ermöglichen dir jedoch, abwechslungsreich zu texten und zu experimentieren. Denn ein Patentrezept für DEN perfekten Button-Text gibt es nicht.

Ohne Fleiß keinen Klick – vergiss nicht zu analysieren & zu testen

Die obigen Tipps und Taktiken helfen dabei, überzeugende Calls-to-Actions zu texten. Lege Wert auf diese kurzen Aufforderungen. Denn sie sind der Schlüssel zu konversionsstarken Webseiten. Überprüfe am besten regelmäßig mit Hilfe von Analysetools wie beispielsweise Google Analytics, welche deiner CTA am meisten geklickt werden. Auch A/B-Tests eignen sich hervorragend, um sich seinen eigenen (fast) perfekten und textstarken Button-Texten zu nähern.

Über die Gastautorin Petra Jahn-Firle

Bild: Autorin Petra Jahn-Firle

Als Copywriter textet Petra Jahn-Firle für andere Selbstständige und KMU, damit diese online sichtbarer und erfolgreicher werden. Sie steht für textgeniale, sauber recherchierte Blogartikel und bevorzugt prägnante Websitetexte, die sie für ihre Kundschaft aus den unterschiedlichsten Branchen schreibt. Ihr Know-how in Sachen Webtexte & Online-Marketing zeigt sie gerne in Gastbeiträgen wie hier im WORTLIGA-Blog. Übrigens, Petra ist Gründungsmitglied von „Texter und Talente“ – ein Netzwerk, das sich für den Wert des geschriebenen Wortes einsetzt.

Foto: Petra Jahn-Firle

Bild: Gastautorin Maria Horschig

Sie wollen, dass Ihre Website-Besucher schneller erkennen, ob Sie der oder die Richtige sind? Dass Ihre Website-Texte nicht so beliebig klingen wie der langweilige „Einheitsbrei“ auf vielen anderen Seiten? Sondern lebendige Texte schreiben, damit Interessenten einen „echten“ Eindruck von Ihnen bekommen? In diesem Artikel erfahren Sie drei Möglichkeiten, um Ihren Website-Texten mehr Leben einzuhauchen.

Vertrauen aufbauen, noch bevor Interessenten Sie kennenlernen – ist das auch Ihr Wunsch für Ihre eigene Website? Wenn Sie so sind wie die meisten Solo-Selbstständigen, ist das so. Denn ums Verkaufen machen die meisten von uns Solo-Unternehmern lieber einen großen Bogen – es wäre schön, wenn Interessenten von allein anklopfen.

Ihr Ziel: endlich weniger im Kreis drehen

In Ihren Website-Texten wollen Sie sich wiederfinden und sich damit wohlfühlen. Gleichzeitig sollen sie aber auch offiziell genug klingen. Und genau deswegen bereitet Ihnen das Schreiben oft so viel Kopfzerbrechen.

Ich versichere Ihnen: Wenn Sie die richtigen Techniken kennen, werden Sie beim Schreiben weniger in Sackgassen laufen. Mit Texten, die seriös klingen und sich stimmig anfühlen, werden Sie schließlich mehr von den Kunden anziehen, mit denen Sie gerne zusammenarbeiten. (Und so endlich keine Bauschmerzen mehr haben, wenn Sie mit Ihren Kunden arbeiten.)

Den Eindruck von der Website mit ins Erstgespräch nehmen

 „Maria, deine Website war mir sofort sympathisch. Ich konnte mir direkt vorstellen, dir meine neuen Texte anzuvertrauen. Und dieser Eindruck hat sich im Erstgespräch bestätigt.“

Diesen Satz höre ich von vielen meiner Kunden. Und genau das ist doch, was wir wollen: Es soll keinen Bruch geben zwischen dem, was Interessenten auf unserer Website lesen und dem Menschen, den sie dann im ersten Gespräch kennenlernen.

Bevor ich nun gleich meine drei Techniken mit Ihnen teile, müssen wir nur noch kurz zwei andere Dinge besprechen …

Machen Sie sich frei von dem verstaubten Schreibstil aus dem Deutschunterricht

Sie wollen professionell und kompetent wirken – und das in jedem Fall unterstreichen. Das verstehe ich gut. Dennoch sollten Sie eines nicht tun: möglichst „hochgestochen“ formulieren. (Mir ging es früher genauso …)

Ich weiß – damals in der Schule war gerade dieser „standesgemäße“ Ausdruck das, was Ihre Deutschlehrer lesen wollten. Und genau das beschert Ihnen heute das Dilemma: Wenn Sie Ihre eigenen Website-Texte beginnen, ist das der Stil, an dem Sie sich orientieren. Doch Sie merken es selbst: Das klingt steif und fremd.

Hier kommt die Überraschung: Eine Studie der Princeton University aus den USA belegt, dass Sie sich mit zu steif formulierten Texten sogar ein Bein stellen. Die Forscher bewiesen: Sie werden sogar als weniger intelligent wahrgenommen werden, wenn Ihre Texte zu komplex und umständlich formuliert sind.

Wenn sich Ihre Texte dagegen leicht lesen lassen und gut verständlich sind, finden Ihre Leser Sie intelligenter und sympathischer. Es ist schon etwas suspekt – aber tatsächlich wissenschaftlich belegt.

Mehr über die Studie der Princeton University lesen Sie auf meinem Blog: Warum „hochgestochene“ Texte Ihnen schaden

Unterscheiden Sie zwischen dem WAS und dem WIE

Für Sie heißt das Aufatmen: Sie müssen nicht möglichst steif formulieren, um Ihre Kompetenz zu unterstreichen. Sie dürfen „normale“ und verständliche Sätze schreiben. Ich meine hier explizit nicht, dass Sie auf Grundschulniveau formulieren und sämtliches inhaltliches Niveau herausstreichen sollen. Fachwörter zum Beispiel sollten Sie natürlich verwenden, wenn Sie sich in entsprechenden Kreisen bewegen.

Was die Sache vielleicht noch klarer macht: In Texten gibt es verschiedene „Ebenen“. Die inhaltliche und die äußere. Die inhaltliche ist das, was Sie schreiben. Und das darf natürlich hochkomplex sein. Die äußere Ebene aber ist das, wie Sie Ihre Gedanken dann formulieren. Und das sollte sich am Ende möglichst leicht lesen lassen.

Frei von den verstaubten Vorgaben von damals kommt hier nun meine erste Technik für Sie.

Technik 1: „Lassen Sie Verben tanzen“

Ich gestehe, diesen Ausdruck der tanzenden Verben habe ich mir vom „Deutschlehrer der Nation“, Wolf Schneider, geliehen. Denn er bringt brillant zum Ausdruck, worum es gleich geht.

Können Sie sich noch erinnern, wie Verben in der Grundschule genannt wurden? Okay, das ist schon eine Weile her … „Tu-Wörter“. Verben sind damit also der Inbegriff von Leben. Für Sie heißt das: Nutzen Sie in Ihren Website-Texten so viele Verben wie möglich. Vermeiden Sie Substantive so gut es nur geht.

Hier ein Beispiel aus der Beschreibung einer Software:

Zugriff auf unzählige Hersteller der Sanitärindustrie mit eigenständiger Aktualisierung.

Sie sehen es am Beispiel: Substantive lassen Ihre Website-Texte schnell stocksteif werden und wirken leblos.

Was wäre, wenn Sie stattdessen schreiben:

Sie erhalten Zugang auf unzählige Hersteller der Sanitärindustrie. Die Daten aktualisieren sich automatisch – Sie sind also immer auf dem neuesten Stand, ohne ständig Datenpakete herunterzuladen. 

Gleicher Inhalt, mehr Leben.

Und es gibt noch einen weiteren Weg, Ihre Texte aktiver und damit sofort lebendiger zu formulieren: Formulieren Sie Ihre Sätze im Aktiv statt Passiv.

Hier ein Beispiel:

Es sollte geklärt werden, wer der Ansprechpartner ist. 

Wer genau sollte das klären? Diese Frage bleibt hier offen.

Schreiben Sie einfach: Klären Sie, wer der Ansprechpartner ist.

Durch beide Techniken (weniger Substantive, Passivsätze vermeiden) werden Ihre Website-Texte automatisch lockerer und lebendiger.

Und damit sind wir direkt beim zweiten Punkt.

Technik 2: Sprechen Sie Ihre Leser an, so oft es geht

Es steckt ja bereits im Wort: Wollen Sie ansprechende (also lebendige) Website-Texte schreiben, dann sollten Sie Ihre Leser auch ansprechen. Tun Sie das nämlich nicht, werden Ihre Texte staubtrocken und vegetieren auf Ihrer Website dahin, weil sie niemanden „abholen“:

„Mit meinem Coaching kann man seinen ersten Online-Kurs in fünf Tagen erstellen.“

Dieser ist so ein Satz, der leblos wirkt, weil er niemanden anspricht. Und nein: „man“ ist keine Ansprache. (Noch heute höre ich den damaligen Chefredakteur meiner Lokalzeitung, für die ich in der Schulzeit als freie Mitarbeiterin arbeitete: „Wer ist ‘man‘?“)

Sagen Sie stattdessen: „Wie Sie Ihren ersten Online-Kurs in nur fünf Tagen erstellen – mit diesem Coaching wird Ihr Traum zu einem konkreten Plan.“

Ich weiß: Oft drücken wir uns um eine konkrete Ansprache, weil wir nicht wissen, ob wir unsere Leser duzen oder siezen sollen. Eine richtige Antwort auf diese Frage gibt es leider nicht. Der einzige Rat an dieser Stelle: Es muss zu Ihnen und Ihren Zielkunden passen.

Noch mehr dazu, wie Ihre Website-Texte lockerer klingen: Zwei wirksame Tipps gegen steife Website-Texte   

Kommen wir zur dritten und letzten Technik.

Technik 3: Schreiben Sie, wie Sie sprechen

Ja, Sie haben richtig gelesen: Schreiben Sie, wie Sie sprechen. Wenn es ein Erfolgsgeheimnis für lebendige Texte gibt, dann ist es wohl das. Schreiben Sie Ihre Texte, wie Sie sprechen würden, wenn Sie sich mit Ihrem Kunden unterhalten. (Natürlich ohne sämtliche „ähs“ und „hmhs“.)

Keine Sorge: Das klingt hinterher weder flapsig noch inkompetent. Das Gegenteil ist der Fall. Das Beispiel einer Coaching-Kundin zeigt das gut: „Ich möchte auch dann als kompetent wahrgenommen werden, wenn ich in einem lockeren Ton schreibe. Ich dachte immer, dass ich für Firmen anders schreiben muss. Mittlerweile habe ich verstanden, dass ich das gar nicht muss. Ich habe die Rückmeldung bekommen, dass es sehr persönlich ist, wie sie sich angesprochen fühlen.“

Wie auch Sie das hinbekommen? Stellen Sie sich vor, dass Sie Ihrem Kunden mündlich erklären, was Sie gerade schreiben wollen. Und dann: Schreiben Sie einfach los. Ohne sich zu korrigieren. Ohne auf den kleinen Kritiker in Ihrem Kopf zu hören, der schimpft, dass Sie das doch so nicht schreiben können.

Wortwiederholungen und Co. spielen erst einmal keine Rolle. Keine Sorge: Sie werden Ihren Text anschließend noch einmal überarbeiten und ihn polieren. In diesem Schritt gibt es nur eine Regel: Der Cursor darf sich nur nach rechts bewegen.

Dieses Vorgehen hat einen großen Vorteil: Sehr wahrscheinlich werden Sie sich beim Schreiben viel weniger blockieren (und das Schreiben mit einer positiven Erfahrung verbinden).

Sind alle Gedanken aus dem Kopf aufs Papier bzw. den Bildschirm geflossen, können Sie sich Ihren Text noch einmal vornehmen und in Ruhe Wortwiederholungen und Co. überarbeiten.

Wie Sie nun sicherstellen, dass Ihr Text lebendig klingt? Lesen Sie ihn laut vor (oder flüstern Sie ihn vor sich hin). Damit merken Sie sofort, ob es sich fremd oder noch zu steif anhört. Ist das der Fall, fragen Sie sich wieder: Wie würde ich es sagen, wenn mein Kunde jetzt vor mir stünde?

Hier noch eine Anleitung, wie Schachtelsätze endlich Geschichte sind: Wie Sie zu lange Sätze erkennen und vermeiden

Das Wichtigste: Trauen Sie sich, lockerer zu schreiben

Und das waren Sie: Meine drei bewährten Methoden, um lebendige Texte zu schreiben. Sie müssen nicht sofort alle umsetzen. Machen Sie es sich leichter und starten Sie mit einer Sache. Der wichtigste Schritt ist tatsächlich loszulassen, was Sie bisher geglaubt haben. Denn dass lockere Website-Texte eben nicht salopp klingen, wissen Sie ja jetzt.

Mehr dazu lesen Sie auch auf meinem Blog:

Auf meiner Website finden Sie zudem eine kostenfreie Checkliste für authentische Website-Texte, die Vertrauen bei den richtigen Kunden aufbauen: Checkliste kostenfrei herunterladen

Über Maria Horschig

Bild: Gastautorin Maria Horschig

Weil Sie sich nicht selbstständig gemacht haben, um sich mit Kunden aus der Hölle rumzuschlagen: Mein Name ist Maria Horschig und als Texterin unterstütze ich Solo-Selbstständige, die sich mit ihren eigenen Website-Texten im Kreis drehen. Dank meiner Systematik wird Ihre Website in Suchmaschinen gefunden, hebt Sie klar von Ihren Mitbewerbern ab und unterstützt Sie zuverlässig dabei, die Kunden zu gewinnen, mit denen die Zusammenarbeit Spaß macht. Ganz ohne das typische Marketing-Blabla.

https://www.maria-horschig.de/

Foto: Maria Horschig

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