Sind E-Books der langsame Tod gedruckter Bücher auf digitalen Sohlen?

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In der Musikindustrie haben wir eine derartige Entwicklung schon erlebt. CDs oder Schallplatten werden kaum noch verkauft, ein Großteil des Geschäfts findet digital statt. Droht eine solche Entwicklung auch gedruckten Büchern?

Der rückläufige Trend von Printmedien in Zahlen

Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/72084/umfrage/verkaufte-auflage-von-tageszeitungen-in-deutschland/

Die Statistik zu den Verkäufen der deutschen Tageszeitungen spricht eine klare Sprache: In den letzten zehn Jahren ist der Absatz um über 35 Prozent zurückgegangen.

Weil sich viele Menschen News über das Internet holen, haben die Tageszeitungen ihr Online-Angebot angepasst: Für einen fixen monatlichen Betrag erhalten die Leser exklusive Artikel. Doch diese Angebote fangen die Umsatzeinbußen nicht vollständig auf.

Die Umsatzzahlen des deutschen Buchmarkts hingegen sind seit Jahren konstant. Allerdings nimmt der Anteil an E-Books am Gesamtumsatz stetig zu. Noch sind es erst um die 6 Prozent, aber wenn sich der Trend fortsetzt, erwarten uns möglicherweise Anteile, wie wir sie heute schon von Zeitschriften kennen:

Der Spiegel verkaufte 2020 knapp 17 Prozent seiner Ausgaben als E-Paper. Bei der Wirtschaftswoche sind es bereits über 38 Prozent. 2018 hingegen lag dieser Wert noch bei 25 Prozent. [1]

Werden wir in den nächsten Jahren den gleichen Trend bei Büchern beobachten?

E-Books – ein Segen für Autoren und Verbraucher?

Oft ist die Produktion von E-Books deutlich günstiger – insbesondere der Farbdruck kostet im Vergleich zu einer digitalen Version viel mehr. Das ermöglicht es Autoren, die digitalen Bücher günstiger anzubieten. Eine Win-Win-Situation für Verbraucher und Autoren?

Man sollte meinen, dieser Umstand führe zu mehr Veröffentlichungen, doch das Gegenteil ist der Fall. Jedes Jahr sinkt die Zahl der Erstauflagen in Deutschland, und gleichzeitig fiel der Durchschnittspreis für E-Books zwischen 2012 und 2019 von 10,71 Euro auf 6,32 Euro. [2]

Gleichzeitig entwickelt sich ein Streaming-Markt für Bücher. Für einen Fixpreis im Monat können E-Books beim Anbieter geliehen werden. Was bedeutet das für Autoren? Wie viel Geld bleibt bei einer Leihe noch für den Urheber übrig? Der Verdacht liegt nahe, dass sich das Streaming-Geschäft eher für etablierte Autoren lohnt.

Wohin führt uns also die Reise? Sterben gedruckte Bücher komplett aus? Übernimmt der Streaming-Dienste eines Tages nahezu vollständig den Markt, so wie wir es bei der Musikindustrie beobachten konnten?

Was meinst Du? Sind gedruckte Bücher dem Untergang geweiht? Schreibe uns Deine Meinung in die Kommentare!

Quellen:

[1] https://www.ard-werbung.de/fileadmin/user_upload/media-perspektiven/pdf/2020/0620_Vogel.pdf

[2] ▷ eBooks werden in Deutschland immer beliebter – neue Chancen für den Buchhandel | Presseportal

Bild: Myriams-Fotos

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