Sprachmelodie

Sprache und Texte sind mehr als nur aneinandergereihte Wörter. Um verständlich zu sein und eine bestimmte Wirkung beim Publikum zu erzielen, ist die richtige Sprachmelodie eine wichtige Voraussetzung. 

Wenn Du eine Präsentation oder eine Ansprache vor Publikum planst, solltest Du Dir vorab Gedanken über Deine Sprachmelodie machen. Ansonsten kann es passieren, dass der Funke nicht auf Deine Zuhörer überspringt. Auch wenn alle Informationen, die Du vermittelst, fachlich korrekt und gut recherchiert worden sind.

Was ist eine Sprachmelodie?

Ansprechende Texte bzw. Vorträge kannst Du guten Gewissens mit einer gelungenen musikalischen Komposition vergleichen. 

Ein klassisches Meisterwerk von Beethoven oder Mozart wird Dich fesseln. Es wird Dich emotional berühren, entspannen, traurig oder fröhlich machen. Vieles davon passiert unterbewusst, aber es passiert. Wie kommt das?

Ausschlaggebend sind die verschiedenen Elemente einer Sprachmelodie:

  • Langsames oder schnelles Tempo
  • Tiefe bis hohe Modulation
  • Leise oder laute Stimmstärke
  • Emotionale Färbung (zum Beispiel fröhlich, traurig, erregt oder warnend)
  • Verwendung oder Nichtverwendung von Pausen

Was macht eine gute Sprachmelodie aus?

Als Texter möchten wir Bilder im Kopf unserer Leserinnen und Leser generieren. Wir möchten Emotionen vermitteln, zum Nachdenken, Schmunzeln oder zum Betroffensein animieren.

Texte mit einer guten Sprachmelodie bieten anregende Zusätze, sorgen für Abwechslung, überraschen und halten die Leser bei der Stange. Sie sind lebendig, werden leicht verstanden und bleiben in Erinnerung.

Wie erreiche ich eine passende Sprachmelodie in meinen Texten?

Wissenschaftler fanden heraus, dass bereits Säuglinge im Alter von sieben Jahren die deutsche und die englische Sprache auseinanderhalten können, ohne ein Wort zu verstehen. Möglich wird dies aufgrund des unterschiedlichen Rhythmus und der unterschiedlichen Intonationen der beiden Sprachen. 

Überlege Dir, welche Emotionen Du bei Deinem Publikum hervorrufen möchtest. Dann passe Wortwahl, Satzlänge, Betonung und die Verwendung von Pausen in unterschiedlichen Abschnitten entsprechend an.

Wie kann ich meine Sprachmelodie verbessern?

Führe Dir die Wichtigkeit der Sprachmelodie vor Augen und beachte diese Punkte, um verständliche Texte mit einer bestimmten Sprachmelodie zu formulieren:

  • Satzlänge: Zu viele kurze Sätze wirken abgehackt. Gut ist eine Mischung aus langen, mittellangen und kurzen Sätzen, denn das sorgt für Abwechslung und Spannung.
  • Betonung: Bestimme Deine eigene Sprachmelodie und Dein Image durch Tonart, Takt und Phrasierung. Wie etwas gesagt wird, ist mindestens genauso wichtig wie was gesagt wird.
  • Setze Punkte und mache Pausen. Senke Deine Stimme am Satzende. Das wirkt souveräner, ruhiger und selbstbewusster. Dein Publikum kann Dir leichter folgen.
  • Beachte die vier Kriterien des Hamburger Verständlichkeitsmodells und hier insbesondere die anregenden Zusätze, die durch lebendige Beispiele bestimmte Gefühle ansprechen.  

Sprachmelodie und Textverständlichkeit

Bei der WORTLIGA legen wir großen Wert auf eine ansprechende Sprachmelodie und Textverständlichkeit. Wir sind davon überzeugt, dass Deine Zielgruppe gute Texte verdient hat, die auf den Punkt kommen und einfach zu verstehen sind. Denn das Leben ist zu kurz für schlechte Texte. 
Weitere Grundregeln für verständliches Schreiben findest Du auch in diesem Artikel.  Wir empfehlen Dir, unsere WORTLIGA© Textanalyse auszuprobieren. Dieses praktische Tool analysiert neben Deiner Sprachmelodie auch viele weitere Aspekte Deiner Texte wie deren Struktur, persönliche Ansprache und Einfachheit.