Ich will Dich ermutigen, verständlich schreiben zu lernen. Es ist viel Arbeit, aber es lohnt sich. Auch für mich, nach über zwölf Jahren als Berufstexter und Journalist. Das Wichtigste vorweggeschickt: Verständlich schreiben lernen kann jeder, der bereit ist, ständig am eigenen Stil zu feilen. Je mehr Du schreibst und übst, desto besser. In diesem Artikel gebe ich Dir meine bewährten Grundregeln an die Hand, mit denen ich Texte schreibe und redigiere.

Die vier wichtigsten Faktoren für verständliche Texte

Die vier wichtigsten Zutaten für verständliche Texte sind:

  • Einfachheit – Dinge einfach sagen, statt kompliziert
  • Gliederung und Ordnung – Ein Gedanke pro Satz
  • Kürze und Prägnanz – Geschwafel weglassen, besser kurze Sätze, besser kurze Wörter
  • Anregende Zusätze – Trotz aller Kürze muss die Sprachmelodie und Abwechslung bleiben

Diese vier Grundregeln kommen aus der Kommunikationspsychologie. Wissenschaftler wie Friedemann Schulz von Thun, Reinhard Tausch oder Inghard Langer haben Verständlichkeit in diese Grundzutaten gegliedert. Alle meine folgenden Regeln basieren auf diesen wissenschaftlichen Errungenschaften. Wenn Du tief ins Thema eintauchen willst, empfehle ich Dir Literatur von diesen Wissenschaftlern am Ende des Artikels.

Ziel: Den Text hinter dem Inhalt verschwinden lassen

Darum geht es beim verständlichen Schreiben, besonders bei Web-Texten. Nutzer nehmen sich wenig Zeit, um Texte zu lesen. Wenn Sie verstehen, ohne dass der Text Mühe macht, bist Du ein guter Online-Autor. Wenn Du ausschließlich Texte fürs Web schreibst, empfehle ich Dir meine Checkliste für Content-Qualität. Darin geht es nicht nur um Verständlichkeit, sondern um nutzerfreundliche Texte. Inhalte, die Google-User und Besucher Deiner Website gerne benutzen, gerne wieder besuchen.

In diesem Artikel bleiben wir bei der reinen Verständlichkeit von Texten, was Dir auch für Print-Texte oder Texte für Apps weiterhilft.

Es gibt keine Regel für gute Sätze. Es gibt Sätze, die beim Leser ankommen und es gibt Sätze, die ihre Wirkung verfehlen.

Ein Gedanke pro Satz ist eine gute Regel – aber ich empfehle Dir, die Regeln zu brechen, wenn das dem Zweck dient. Verständlich schreiben ist mehr eine psychologische Kunst, weniger eine mathematische. Es gibt Ausnahmen. Merk Dir also: Mein Text muss beim Leser ankommen. Du bist die erste Prüfstelle, ob das so ist. Dafür musst Du Deinen Text mit Abstand noch mal lesen. Am besten lässt Du ein bis zwei Tage verstreichen, dann liest Du mit frischem Blick. Für alles andere gibt es Lektoren und unsere Software für verständliche Texte, die WORTLIGA Textanalyse.

Übrigens: Nutzer unserer Software erzählen uns, dass sie mit unserer Software schreiben lernen. Wenn Du mit der Textanalyse arbeitest, achtest Du bald von selbst drauf, keine zu langen Sätze zu formulieren. Du entwickelst ein Gefühl für verständliche Texte. Dieses Gefühl sollst Du mit meinen hier vorgestellten Grundregeln ebenfalls entwickeln.

Die einfachsten Regeln für verständliche Texte per Tool sicherstellen

  • Schreibe keine zu langen Sätze, keine Schachtelsätze und wenig Nebensätze (neun bis 15 Wörter sind ein guter Wert im Durchschnitt)
  • Schreibe keine zu langen Wörter (bis zu drei Silben)
  • Verwende Wörter, die Dein Leser kennt (gebräuchliche statt ungewöhnliche Wörter)
  • Schreibe aktiv und nicht passiv
  • Vermeide die Zeitform perfekt
  • Sprich den Leser persönlich an (Du statt man)
  • Schreib Wörter wie Kilometer oder Stunden aus (statt Km/h oder Std.)
  • Langweile den Leser nicht mit Phrasen (macht den Text schwammig)
  • Lass Füllwörter weg, wo sie nicht zum Verständnis oder Klang beitragen
  • Schreib nicht im Nominalstil (Verbessern statt Verbesserung)

Diese Regeln prüft die WORTLIGA Textanalyse ab und hat damit schon über 200 000 Nutzern geholfen, verständlich schreiben zu lernen und Texte zu verbessern. Wenn Du möchtest, probier das Tool gleich jetzt aus: https://wortliga.de/textanalyse/

Ich werde diesen Artikel laufend aktualisieren und um Regeln ergänzen, damit Du eine möglichst vollständige Sammlung mit Hilfen für Deine Schreibarbeit bekommst.

Literatur über Verständlichkeit und Kommunikation

Wenn Du ein tolles Buch über Kommunikationspsychologie lesen willst, empfehle ich Dir „Miteinander reden“ von Friedemann Schulz von Thun. Darin geht es nicht ums Texten, aber um die Wissenschaft hinter der Verständlichkeit.

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