Ein Gastbeitrag von Andreas Graap.

Wer deinen Newsletter abonniert, interessiert sich für das, was du zu sagen hast. Doch das reicht nicht: nur jeder vierte Newsletter wird überhaupt geöffnet – und manchmal nur zum Löschen.

Damit das nicht passiert, musst du deine Leser von der ersten Sekunde an in den Bann ziehen. Neben einer ansprechenden und scanbaren Gestaltung ist dafür der erste Satz entscheidend.

Deswegen zeige ich dir heute 10 Techniken, wie du schon im ersten Satz das Interesse und die Aufmerksamkeit deiner Zielgruppe steigern kannst.

Persönlicher Bezug

Zugegeben: Die persönliche Ansprache ist kein Geheimtipp, sondern eher eine Grundlage. Wenn du Newsletter versendest, solltest du jeden Empfänger mit seinem Namen ansprechen. Tipp: Es lohnt sich, die Adressdatenbank auf offensichtliche Verdreher von Vor- und Nachnahme zu durchforsten. Denn „Hallo Graap“ ist nur halb so charmant wie „Hallo Andreas“.

Statistiken

Zahlen und Statistiken wecken die Neugierde der meisten Menschen. Und sie geben deinen Aussagen mehr Gewicht. Je überraschender, desto besser. Wenn das nicht geht: Nutze Statistiken, die sehr relevant für deine Leser sind und Probleme beschreiben, die sie haben.

Beispiel: „Nur jeder vierte Abonnent öffnet deinen Newsletter. Du willst wissen, wie du das änderst?“

Persönliche Statistik

Noch besser als allgemeine Statistiken funktionieren persönliche Statistiken. Wenn du Nutzerdaten zuordnen kannst, nutzt du damit die Aufmerksamkeit deiner Abonnenten optimal.

Beispiel: „Hallo Andreas! Du hast im letzten Monat durch unseren Service 53 Minuten Zeit gespart. Die folgende neue Funktion ermöglicht es dir, diesen Wert noch zu steigern.“

Fragen

Fragen können Leser besser in den Text ziehen als Aussagen. Sie lassen den Leser ins Grübeln kommen oder führen dazu, dass er sich verstanden fühlt („Kennst du das …?”). Außerdem wollen Leser die Antwort zur Frage kennen.

Deswegen funktionieren sogar sehr einfache Fragen wie „Was gibt es Neues in unserem Unternehmen?“ deutlich besser als „Bei uns hat sich in den letzten Wochen viel getan“. Ein weiterer großer Vorteil: Fragen benötigen nicht viel Kreativität. Im Zweifel formulierst du das Thema deines Newsletters als Frage und hast schon etwas mehr Neugierde geweckt. Optimal funktionieren Fragen, wenn du mit Ranglisten arbeiten möchtest.

Beispiel: „Welcher ist der beste Wein unter 10 Euro? Wir stellen dir 10 günstige Weine vor, die Sommelière begeistern.”

Zitate

Zitate und Sprichwörter eignen sich aus verschiedenen Gründen gut, um damit zu werben. Sie bieten oft eine Erkenntnis, die von der Allgemeinheit als wahr und interessant angesehen wird. Du startest also mit einer Aussage, der fast jeder zustimmen wird. Zugleich stärkst du deine Autorität, wenn du dich auf bekannte Persönlichkeiten berufst.

Beispiel: „«Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen, kann ebenso seine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen«, sagte bereits Henry Ford. Doch auch Marketingabteilungen bekommen die Finanzkrise zu spüren. Von uns erfährst du heute die besten drei Möglichkeiten, wie du ein gekürztes Werbebudget abfedern kannst.”

Provokation

Provokation kann nerven und abschrecken. Deswegen hängt es von deiner Zielgruppe und deinem Branding ab, wie weit du gehen solltest. Provokationen funktionieren jedoch oft so gut, dass sie das Risiko wert sind.

Beispiel: „Ich wette, du machst mindestens einen dieser Fehler in deiner Einkommensteuererklärung:“

Testimonials

Testimonials sind interessant für Leser, weil sie besonders glaubwürdig sind. Leser können ihre eigenen Erfahrungen mit deinem Unternehmen mit denen echter Kunden abgleichen. Oder Interessenten haben ähnliche Probleme, die sie lösen möchten.

Beispiel:

„«Durch euch konnten wir endlich das Problem der Ausfallzeiten kostengünstig lösen und unsere Zuverlässigkeit steigern«, schreibt uns Unternehmen XY. Wie wir das geschafft haben?“

Aufgreifen von aktuellen Nachrichten

Wenn du mit aktuellen Nachrichten arbeitest, greifst du Themen auf, die Menschen interessieren. Denn gerade die Top-Themen haben einen großen Nachrichtenwert und beschäftigen viele. Die Herausforderung ist natürlich, dass nichts so alt ist wie die Zeitung von gestern. Deswegen musst du tagesaktuell arbeiten.

Beispiel:

„Vollständig Geimpfte sollen ohne Test und Quarantäne in die EU einreisen dürfen – doch gilt das auch für Kinder? Heute erfahrt ihr im Newsletter, wie ihr als Familie in diesem Jahr unbeschwert reisen könnt.“

Witze/Scherzfragen

Branchenspezifische Witze eignen sich als Einstieg deswegen gut, weil sie Neugierde wecken, positiv stimmen und optimal in dein Thema einleiten. Die typische Witzstruktur macht neugierig und wird von den meisten Lesern direkt erkannt.

Beispiel:

„«Herr Ober, auf meinem Schnitzel liegt ein Hörgerät!«

«Was haben Sie gesagt?«

Heutzutage sind Hörgeräte so bequem, dass Sie kaum noch bemerken, ob Sie eines tragen.“

Probleme benennen und Problemlösungen versprechen

Deine Newsletter-Abonnenten wollen von dir wissen, welche Probleme du mit dem Newsletter löst.

„Laufende Nase, Niesattacken, juckende Augen – wir nehmen die häufigsten rezeptfreien Mittel gegen Heuschnupfen unter die Lupe und sagen dir, welches das Beste für dich sein könnte.“

Fazit: Beim Texten für Newsletter ist der erste Satz entscheidend

Im ersten Satz geht es nur darum, den Leser in deinen Text zu ziehen. Am besten funktioniert das, wenn du seine Neugierde weckst. Dafür steht dir ein ganzer Werkzeugkasten zur Verfügung, weil du zum einen auf Klassiker des Journalismus und der Werbepsychologie zurückgreifen kannst. Zum anderen hast du durch Newsletter-Tools vielfältige Möglichkeiten der Personalisierung. So kannst du die Relevanz für den Empfänger unterstreichen und Lesezeit sowie Klickrate erhöhen. Den ersten Satz gründlich zu durchdenken ist ein wichtiger Schritt, damit Abonnenten deinen Newsletter lesen.

Über den Autor:

Andreas Graap ist Gründer und Geschäftsführer von acquisa, dem Online-Magazin für E-Commerce, Marketing und Vertrieb. Erklärtes Ziel von acquisa ist es, auch komplexe Themen verständlich und nachvollziehbar aufzubereiten und somit neue Erkenntnisse für die Praxis zu vermitteln.

Andreas ist Online-Marketing-Enthusiast sowie Internet-Unternehmer seit 1997. Er hat bereits mehrere Online-Unternehmen gegründet und erfolgreich an meist börsennotierte Gesellschaften verkauft.

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