Heinz Mittler bringt seinen Schülern das Ankommen bei: Ankommen beim Personaler mit einem Bewerbungsschreiben. Ankommen beim Schriftverkehr mit Kollegen, Chefs, Untergebenen. Wer klar und verständlich kommuniziert, hat bessere Job-Chancen und macht bessere Arbeit. Fürs Üben setzen er und seine Schüler auf viel Austausch und persönliches Feedback im Unterricht. Außerdem trainieren die Azubis ihre Schreibfähigkeiten mit der Wortliga Textanalyse.

Besser schreiben für bessere Job-Chancen

Heinz, warum ist verständliche Sprache für Dich und Deine Schüler so wichtig?

Meine Schüler und Azubis sollen sich in der geschäftlichen Korrespondenz so ausdrücken, dass Prozesse schlank laufen. Missverständnisse führen zu Nachfragen und provozieren Fehler. Die Schüler, die im Bewerbungsschreiben eine aktive Rolle vermitteln, erzielen nachweislich mehr Vorstellungsgespräche.

Passiv ist unpersönlich – Passivsätze sind das Gegenteil von Motivation.

Wie setzt Du die WORTLIGA Textanalyse im Unterricht ein?

Die Schüler und Azubis schreiben ihre Texte und tauschen sie untereinander aus.

Danach stelle ich drei Fragen:

1.) “Lieber Absender, zu welcher Handlung wollten Sie den Empfänger motivieren?”

2.) “Lieber Empfänger, was hat das Schreiben in Ihnen ausgelöst und was werden Sie jetzt machen?”

3.) “Liebe Azubis, weiß einer von Ihnen, was der andere denkt?”

Die dann folgende Aufstellung “gewollt/erzielt” und die Diskussion bilden den Startpunkt für das Tool. Die Azubis wissen zwar, dass es kein Allheilmittel ist, erkennen jedoch Vorteile für sich:

a) Gemeinsamer Nenner

b) Kürzerer Text: weniger schreiben

c) Ich kann das Tool 24 Stunden am Tag nutzen, habe also immer jemanden, den ich fragen kann und der mich weder auslacht, noch manipuliert (Zitat)

Resultat: Schüler und Azubis erhalten jetzt Einladungen zu Bewerbungsgesprächen.

Was ist für Dich beim Schreiben wichtig?

Mir ist wichtig, dass ich klar und verständlich kommuniziere. Ich bin verantwortlich, meine Information und Ziele beim Empfänger so zu platzieren, dass er damit arbeiten kann. Und zwar in dem Sinne, wie ich es mir wünsche. Das klingt egoistisch? Meine Botschaft ist gleichzeitig die Antwort auf drei wichtige Fragen des Empfängers: “Was will der Absender von mir? Was sollen mir diese Zeilen sagen und: Was habe ich davon?”

Arbeitest Du noch mit anderen Tools, die beim Schreiben oder Verbessern helfen? Wenn ja, welche Tools sind das?

Ich nutze mittlerweile fast nur noch das Tool der Wortliga, weil es einfach und bequem anwendbar ist. Für meine Zielgruppe passt das Tool am besten. Gut empfinde ich auch die Tools LanguageTool sowie Schreiblabor.

Was genau lernen junge Menschen bei Dir?

Ich habe eine wunderbare Aufgabe, in der ich als Betriebswirt und Coach Menschen bei deren Entwicklung helfe. Wir finden gemeinsam heraus, was jeden einzelnen ganz besonders auszeichnet. Ich bilde Jugendliche und junge Erwachsene zu Kaufleuten für Büromangement aus. Menschen, die bisher noch nicht die Chance auf eine Ausbildung nutzen konnten.

Die dreijährige Berufsausbildung findet in einer außerbetrieblichen Einrichtung statt, dem Berufsbildungszentrum der Arbeiterwohlfahrt. Mir helfen meine Erfahrung aus 13 Jahren Einkaufsabteilung in Deutschland bei einem großen amerikanischen Computer-Distributor sowie meine Erfolge als Coach und Mediator. Das ist hier allerdings nur deshalb von Wert, weil mir meine Schüler und Azubis vertrauen und meine praxisorientierte, unkonventionelle Art der Ausbildung schätzen. Mit 56 Jahren ein wunderschönes Kompliment und Energie-Aufladung für meine Motivation.

Bild von loufre auf Pixabay

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