Timo Schumacher ist seit 12 Jahren in der Touristikbranche und lässt Blogger an den Einnahmen seines Reiseportals teilhaben. Sein Unternehmen shakebox gründete er mit viel Begeisterung für Reisen und für Content – auch jetzt in der Krise steht die Redaktion von shakebox nicht still und wartet auf Deinen Beitrag. Wie Du Reiseberichte schreibst, wie viel Geld Du damit verdienen kannst und welche Arten von Reiseberichten es gibt, erfährst Du im Interview. Soviel vorab: Struktur ist bei einem Reisebericht alles. Deswegen setzt Timo auch auf die WORTLIGA Textanalyse und gibt Texten damit den letzten Schliff.

Reiseberichte schreiben – Lernen vom Profi Timo Schumacher

Timo, was fasziniert Dich so am Format Reiseberichte?

Ich bin schon viel in der Welt rumgekommen. Mich faszinieren die verschiedenen Arten, eine Reise zu erleben. Jeder Mensch ist individuell und will seinen Traumurlaub auf seine Art und Weise gestalten und erleben. Diese Individualität finde ich sehr spannend. In Reiseberichten kann man so Zielgebiete ganz neu entdecken. Außerdem bekommt man immer sehr gute Reisetipps und Inspiration. Egal, ob es um Hotels, Einreisen, Ausflüge oder Restaurants geht. Deswegen setzen wir bei shakebox auf Reiseberichte, hauptsächlich von anderen Reisenden, aus unserer Community.

Timo Schumacher, Gründer und Chef des Reiseportals shakebox

Was ist für Dich ein guter Reisebericht?

Ein guter Reisebericht ist für mich informativ und gut leserlich. Es macht Spaß, mehr von der Zielregion zu erfahren und die Empfehlungen in seinem Urlaub zu testen. Es gibt für mich zwei Arten von guten Reiseberichten.

1. Informative Reiseberichte. Sie sind oft ein bisschen zäher und länger zum Lesen, bieten dafür aber viel Mehrwert.

2. Lustige Reiseberichte. Wir haben einige Reiseblogs, die zwar nicht so informativ sind, in denen aber die Erlebnisse vor Ort detailliert und amüsant nacherzählt sind. Oft findet man sich in den gleichen Situationen wieder oder man sitzt einfach nur da und denkt sich: krass, ist das echt passiert? Ich lese solch persönliche Erfahrungen sehr gerne.

Welchen Aufbau empfiehlst Du für einen Reisebericht? 

Das Wichtigste ist eine gute Struktur. Artikel müssen leicht lesbar und Textpassagen schnell zu finden sein. Absätze und Überschriften sind daher unabdingbar. Von verschachtelten und langen Sätzen rate ich ab. Am Textanfang empfehlen wir eine kleine Übersicht zu schreiben. So erkennt der User sofort, um was es in diesem Reisebericht geht und welche Informationen er bekommt.

Reisebericht von Autorin travelamelie (https://www.shakebox.de/magazin/blog/westkueste-usa)

In welcher Zeitform schreibt man einen Reisebericht?

Wir empfehlen immer die Gegenwart. Im Regelfall schreibt ein Reisender einen Reisebericht im Urlaub oder kurz nach Ende des Urlaubes. Der „Ist-Zustand“ ist für den Leser wesentlich relevanter. Du möchtest schließlich auch wissen, ob ein Hotel vor Ort zu empfehlen ist und nicht, ob es zu empfehlen war.

Habt Ihr Vorlagen oder Beispiele, die Eure Autoren unterstützen?

Für die Blogger Storys haben wir keine Vorlagen im Moment. Wir erstellen aber derzeit eine Vorlage, die um User-Profil hinterlegt wird. Wir haben festgestellt, dass wir hochwertigere Berichte erhalten, wenn wir Tipps vorab dem User mitteilen.

Hier ein paar Tipps:

  • Mindestens 500 Wörter
  • Überschriften verwenden
  • Absätze verwenden
  • Du-Form und Gegenwart

Gibt es unterschiedliche Arten von Reiseberichten und wenn ja, wie unterscheiden sie sich?

Wie anfangs schon erwähnt, erleben wir zwei Arten von Reiseberichten. Informative Reiseberichte und lustige Reiseberichte. Wir selbst schreiben eher informative Artikel und verlinken diese dann mit unseren Trips. Versuchen aber auch hier immer mal wieder, ein paar lustige Parts zu integrieren. Zum Beispiel, wenn wir über die zehn abgefahrensten Hotels weltweit schreiben.

Als Blogger machst Du Dir hier einen Namen, wenn Du es schaffst, einen beliebten Bericht für die anderen Nutzer zu schreiben.

Kann man von Reiseberichten leben? Work and Travel, sozusagen? Was für Tipps hast Du?

Es gibt sicherlich einige Blogger oder Influencer, die davon leben können. Im Reise-Segment ist es aber sicherlich nicht einfach, komplett von Reiseberichten leben zu können. Hotels zahlen kaum bares Geld, sondern laden Dich eher zum Essen ein oder geben Dir ein paar Freinächte. Reiseberichte schreibst Du, weil es Dir Spaß macht und nicht weil Du damit einen Vollzeitjobs hast. Wenn Du gute Reiseberichte schreibst, kannst Du so zumindest ein paar Reisekosten sparen oder mal umsonst reisen. Wichtig ist eine gute und relevante Webseite. Eine eigene Community und dass Du dem Hotel einen Mehrwert lieferst. Entweder durch Sales oder Reichweite.

Wie baue ich Spannung in einem Reisebericht auf?

Vorab ist es wichtig, dem User zu zeigen, was ihn im Reisebericht erwartet. Kurze Einleitungen zu den Höhepunkten im Artikel sollten direkt am Anfang stehen. Dazu kann gerne auch ein Verweis auf die Auflösung weiter unten im Text erfolgen. Zum Beispiel: „Mein absolut peinlichster Moment auf Bali. Ich verspreche Dir, so was hast Du noch nicht erlebt! Was mir dort passiert ist, findest Du in meinem Reisebericht“.

Reiseberichte sind Erlebnisberichte. Um Spannung aufzubauen ist die Nutzung vieler Adjektive wichtig. Diese sind beschreibend und führen dazu, dass sich der Leser in die Situation hineinversetzen und nachvollziehen kann, sodass Lust entsteht dasselbe auch erleben zu wollen. (Anmerkung der Redaktion: Adjektive sind aus unserer Sicht sparsam einzusetzen, dann tragen Sie zum Lesevergnügen für den Nutzer bei. Siehe diesen Beitrag über Adjektive)

Generell sind bei der Nutzung von Adjektiven zwei Dinge wichtig:

  1. Die Zielgruppe (ich nutze Adjektive, die auch im aktiven Wortschatz der Zielgruppe vorkommen)
  2. Der Inhalt des Berichtes (geht es um Abenteuer, Wellness, Luxus etc.?)
    Ein klassischer Reisebericht ist sachlich beschreibend und orientiert sich eher an den Fakten.
    Ein Reisebericht für einen Blog sollte meiner Meinung nach eher emotional ausgerichtet sein, so als würde ein Freund mir von seiner Reise erzählen. Daten und Fakten werden eingearbeitet, stehen aber nicht im Vordergrund.

Blogs werden übrigens eher von jüngeren Personen genutzt.

Sollte sich ein Reisebericht für einen Blog von einem klassischen Reisebericht (zum Beispiel in der Schule) unterscheiden und wenn ja, wie?

Von der klassischen Spannungskurve aus Aufsätzen rate ich ab. Ich bezeichne einen Reisebericht eher als „Spannungswelle“. Vor allen bei informativen Reiseberichten sind die Themen an die individuellen Bedürfnisse gekoppelt. Die verschiedenen Themen sollten alle in sich einen Mehrwert bieten. Am Ende des Reiseberichts sollte noch ein Fazit und eine Auflistung der wichtigsten Informationen stehen.

Hast Du Tipps speziell für Schüler, wie sie einen Bericht aufbauen?

Am einfachsten ist es, wenn Schüler ihre besten Erinnerungen an ihren Urlaub in Stichworten dokumentieren. Diese Stichworte dienen als Themen oder Überschriften im Reisebericht. Jedes Thema beschreibt der Schüler dann im Bericht mit mehr Details. Ein weiterer Tipp: Schreibe der Reihe nach – was am Anfang passiert ist, kommt auch zuerst in den Text. Alternativ kannst Du Themenblöcke bilden. Bei einer Rundreise können das zum Beispiel alle Unterkünfte sein.

Das Online-Magazin des Reiseportals lebt vor allem von den „Blogger Storys“ – Beiträge freier Blogger und schreibender Weltenbummler.

Wie funktioniert Euer Blog und wer kann einen Bericht einreichen? Wie funktioniert das mit der Bezahlung und wie viel kann man als Reiseblogger bei Euch verdienen?

Auf shakebox.de kann jeder einen Reisebericht schreiben und veröffentlichen. Wir fragen weder die Größe seines Instagram-Profils noch seine Reichweite ab. Jeder ist willkommen, der gerne über seine Reisen berichtet. Einen Reisebericht auf unserer Webseite zu veröffentlichen, ist kostenlos. Es ist nur eine Registrierung erforderlich.

Über das eigene Profil kann der User seine Social Media-Accounts hinterlegen und sofort einen Reisebericht schreiben. Der Editor ist direkt in seinem Profil hinterlegt. Für Personen, die keine Webseite haben oder nur hin und wieder über Ihre Urlaube berichten wollen, ist shakebox die ideale Plattform. Denn eine Webseite muss ich ständig pflegen, auf dem neusten Stand halten.

Nachdem der User seinen Reisebericht geschrieben hat, prüfen wir den Bericht. Wenn alles okay ist, veröffentlichen wir den Bericht innerhalb 48 Stunden und schalten den Promocode des Users frei. Mit dem Promocode erhält der User 25 Prozent unserer Provision bei einem Sale. Wir hinterlegen die Reiseberichte im System mit dem Promocode und vergüten Anfragen, die über den Artikel kommen.

Bevor ein Reisebericht online geht, prüfen wir ihn. Wir nutzen Wortliga, um eine einfache Lesbarkeit und Struktur in die Texte zu bekommen. Außerdem prüfen wir selbstverständlich den Inhalt der Texte.

Was ist shakebox.de und wofür steht der Name? Was wird da geschüttelt?

(Lacht) shakebox digitalisiert die Reiseplanung und ist ein Marktplatz für außergewöhnliche Reiseveranstalter und Trips. Mehr und mehr entwickeln wir uns auch zu einem sozialen Reisenetzwerk. Über unser einzigartiges Web-Tool für die Reiseplanung, die Travelbox, können Freunde, Familien und alle anderen ganz leicht ihre Reise von A bis Z durchplanen und buchen. Die Nutzer können Umfragen erstellen, Angebote abstimmen, weitere Personen einladen, Restaurants reservieren und vieles mehr.

Ursprünglich wollten wir ausschließlich die Planung von Gruppenreisen revolutionieren. Viele Personen sollten gemeinsam über Reiseleistungen (shake) in einem Tool (box) demokratisch Entscheidungen treffen. Denn wir kennen es doch alle: Jemand eröffnet einen Gruppenchat und dann geht das Chaos erst richtig los. Eine Nachricht nach der Nächsten…und nach Wochen ist man sich immer noch nicht einig und die Reise fällt ins Wasser.

Mittlerweile nutzen nicht nur Gruppen, sondern selbst Singles und Paare die Travelbox. In wenigen Wochen wird es möglich sein, dass sich Gleichgesinnte über die Travelbox finden und organisieren. Denn gemeinsam verreisen macht doch am Ende mehr Spaß als allein.

Zum Thema: Fremde Texte überarbeiten: So sichert shakebox.de den Wert seiner Reiseberichte

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