Die meisten Wie-Wörter sind Worthülsen, weil wir sie zu oft gelesen haben. Ein „wunderschöner“ Mensch ist langweilig, wenn der Text nicht sagt, was genau an ihm so besonders ist. Wenn wir Adjektive weglassen und stattdessen konkret beschreiben, erleben Empfänger unsere Texte hautnah – und lieben sie öfter. Das gilt nicht nur für Geschichten, sondern für jeden Text: sogar für Newsletter. Christoph Seidl ist Journalist und ABP-Dozent. Mit ihm gehen wir auf Adjektive-Jagd und finden ein einfaches System für Texte, die im Kopf bleiben.

Christoph Seidl von der Akademie der Bayerischen Presse
  • Newsletter können auch spannend sein. Zum Beispiel dank einer kleinen Geschichte am Anfang (mit möglichst wenig Adjektiven).
  • Texte brauchen spannende Momente statt langweilige Adjektive
  • Erfolgsformel für interessante Texte: Streiche möglichst viele Adjektive und beschreibe stattdessen genau und konkret.
  • Anstatt zu schreiben, dass etwas „spannend“ war, lass im Kopf Deines Publikums 2-3 spannende Momente aus Deinem Erlebnis ablaufen. Adjektive stören da nur, weil Sie keine Kraft haben.
  • Christoph stellt eine einfache Technik vor, wie Du auf diese Momente, Bilder und Details kommst und damit Deine Texte lebhafter machst.
  • Besonders starke Sätze kommen mit drei bis vier einfachen Wörtern aus und lösen Kopfkino aus
  • Zu erzählen statt Adjektive zu benutzen, darf nicht zu Lasten von Prägnanz gehen
  • In Interviews erfahren wir Geschichten, wenn wir die selbe Frage dreimal stellen und dabei immer genauer werden. Auf die erste Frage antworten Gesprächspartner meist mit einem Adjektiv. Die zweite Antwort ist schon konkreter. Und die dritte Antwort ist dann die Geschichte, die den Leser interessiert.
  • Vor einer Kamera öffnen wir uns weniger, weil die Kamera ablenkt. Der Text kann viel authentischer schildern.
  • Warum es in einem guten Fußball-Text gar nicht um Fußball gehen muss

Prof. Torsten Schäfer geht mit Studenten gerne in den Wald und lässt sie dort schreiben. Leser sollen die Rinde dieses alten Baums unter den Fingern spüren. Sie sollen den Atem anhalten, während der kalte Fluss an den nackten Füßen empor kriecht. Mit dem Autor die Stille genießen, Vögelgezwitscher vermissen und am Gipfelkreuz Kippenstummel zählen. Schäfer geht es nicht um romantische Natur-Beschreibungen, sondern um Verbundenheit mit der Welt. Grüner Journalismus hebt die Trennung zwischen Lesern und der Natur auf. Er zeigt sie lebendig und kritisch, macht aus Zuschauern Zeugen. Dazu braucht er eine lebendigere, eine lyrischere Sprache. Ein Interview über die Lehre und den Weg dorthin.
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In einem Seminar mit Dr. Jörg Bockow verwandeln Beamte ihr Amtsstuben-Chinesisch in Klartext. Das macht Verwaltungstexte, interne Schreiben, Briefe und Reden nicht nur für Bürger besser verständlich. Auch die Behörden untereinander verstehen sich leichter. Im Interview erzählt er, wie Sachbearbeiter, Beamte, Polizisten aber auch Journalisten eine neue Sprache lernen: Deutsch für Menschenfreunde. Für Jörg Bockow ist das eine Lebensaufgabe. Weiterlesen

Dr. Christina Maria Kunz hat über 14 Jahre an Schulen erforscht, wie Lehrer Passion im Klassenzimmer entzünden, Talente fördern und mehr Zeit fürs Wesentliche gewinnen.
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Klare Sprache bringt alle weiter: Besonders den, der gerade spricht. Wenn wir verständlich und ohne sprachlichen Ballast schreiben oder uns unterhalten, kommen wir nicht nur beim anderen an. Wir bringen Klarheit in unsere Gedanken und verstehen uns selbst besser. Weiterlesen

Der Podcast für alle, die Sprache lieben und lehren: In der ersten Sprachstunde erzähle ich, warum ich einen Podcast für Lehrer mache. Das Format richtet sich an alle, die Sprache lehren und lieben. Ich beschreibe meine Eindrücke aus Sicht des Schülers und aus Sicht des (noch) jungen Unternehmers, der mit seiner Software ungeplant wieder ins (digitale) Klassenzimmer stolpert. Was ich dort vorfinde, hätte mir vielleicht geholfen, die Schule mit mehr Freude zu durchlaufen. Weiterlesen